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| − | '''Phyllonorycter harrisella''' (''Phalaena Tinea harrisella'' Linnaeus, 1761: 363) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). | + | '''Phyllonorycter harrisella''' (''Phalaena Tinea harrisella'' Linnaeus, 1761: 363) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). |
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| | ==Diagnose== | | ==Diagnose== |
| − | ''P. harrisella'' ist im Allgemeinen an der einheitlich weißen Färbung des basalen Teils der Vorderflügel zu erkennen, der bei ähnlichen Arten von einer braunen Längslinie durchschnitten ist. Abgeflogene Tiere, besonders von ''[[Phyllonorycter heegeriella]]'', müssen im Zweifelsfall aber durch Genitaluntersuchung bestimmt werden. Auch die Mine ähnelt dieser ebenfalls an Eichen minierenden Art sehr, ist meist aber weniger stark zusammengezogen, etwas größer und besitzt eine starke Längsfalte. | + | ''P. harrisella'' ist im Allgemeinen an der einheitlich weißen Färbung des basalen Teils der Vorderflügel zu erkennen, der bei ähnlichen Arten von einer braunen Längslinie durchschnitten ist. Abgeflogene Tiere, besonders von ''[[Phyllonorycter heegeriella]]'', müssen im Zweifelsfall aber durch Genitaluntersuchung bestimmt werden. Auch die Mine ähnelt dieser ebenfalls an [[Eiche]]n minierenden Art sehr, ist meist aber weniger stark zusammengezogen, etwas größer und besitzt eine starke Längsfalte. |
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| | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| − | ''P. harrisella'' wird von [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) als eine der häufigsten ''Phyllonorycter''-Arten im Land angegeben. Die Art wurde bisher aber nur aus dem Bereich der [[Stadt Salzburg]], sowie aus [[Thalgau]] gemeldet (Zonen Ia und II nach Embacher et al. 2024). Das liegt aber auch an der nicht ganz einfachen Bestimmung, da es sowohl bei den [[Glossar_Biologie#I|Imagines]], wie auch bei den Minen eine Reihe recht ähnlicher Arten gibt. Die Höhenverbreitung ist ebenfalls nur von 420 bis 590 [[m ü. A.]] dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Lebensraum der Art sind Laubmischwälder und [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder, aber auch Parks und [[Eiche]]n-Alleen. ''P. harrisella'' kommt in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] in zwei Generationen im Jahr vor. Die erste Generation an Imagines fliegt von Ende März (vermutlich frühzeitig geschlüpfte Tiere aus der Zucht) bis Anfang Juni, die zweite von Juli bis September. Raupen- und Puppenfunde datieren aus dem August (siehe auch [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). | + | ''P. harrisella'' wird von [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) als eine der häufigsten ''Phyllonorycter''-Arten im Land angegeben. Die Art wurde bisher aber nur aus dem Bereich der [[Stadt Salzburg]] sowie aus [[Thalgau]] gemeldet (Zonen Ia und II nach Embacher et al. 2024). Das liegt aber auch an der nicht ganz einfachen Bestimmung, da es sowohl bei den [[Glossar_Biologie#I|Imagines]], wie auch bei den Minen eine Reihe recht ähnlicher Arten gibt. Die Höhenverbreitung ist ebenfalls nur von 420 bis 590 [[m ü. A.]] dokumentiert (Kurz & Kurz 2025). Lebensraum der Art sind Laubmischwälder und [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder, aber auch Parks und Eichen-Alleen. ''P. harrisella'' kommt in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] in zwei Generationen im Jahr vor. Die erste Generation an Imagines fliegt von Ende März (vermutlich frühzeitig geschlüpfte Tiere aus der Zucht) bis Anfang Juni, die zweite von Juli bis September. Raupen- und Puppenfunde datieren aus dem August (siehe auch Kurz & Kurz 2025). |
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| | ==Nachbarfaunen== | | ==Nachbarfaunen== |
| − | Huemer (2013) meldet ''P. harrisella'' aus allen österreichischen Bundesländern. Sowohl in Oberösterreich (Klimesch 1990), als auch in Bayern (Haslberger & Segerer 2016) ist die Art jeweils in allen Landesteilen vertreten, im bayrischen voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und den Alpen allerdings nur mit Nachweisen zwischen 1901 und 1970. | + | Huemer (2013) meldet ''P. harrisella'' aus allen österreichischen Bundesländern. Sowohl in [[Oberösterreich]] (Klimesch 1990) als auch in [[Bayern]] (Haslberger & Segerer 2016) ist die Art jeweils in allen Landesteilen vertreten, im bayrischen voralpinen Hügel- und Moorland ([[Alpenvorland]]) und den [[Alpen]] allerdings nur mit Nachweisen zwischen 1901 und 1970. |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
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| − | Über die Biologie der Art ist aus Salzburg fast nichts bekannt. Imagines wurden tagsüber, zwischen 15 und 16 Uhr MEZ angetroffen ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Die Raupen leben in blattunterseitigen Faltenminen. [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) gibt als Nahrungspflanzen neben Eiche auch die [[Buche]] an, während nach heutiger Kenntnis die Art nur an Eiche vorkommt (in Salzburg wurde in natürlichen Lebensräumen bisher nur die Stieleiche, ''[[Quercus robur]]'' dokumentiert). An der Stieleiche wurden zudem in Salzburg neben den Raupen der eigenen Art bereits mehrere Nahrungskonkurrenten festgestellt, wie ''[[Caloptilia alchimiella]]'', ''[[Ectoedemia albifasciella]]'', ''[[Tischeria ekebladella]]'' oder die Gallwespe ''[[Neuroterus albipes]]'' ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Eine potentielle Gefährdung der Art ist in Salzburg anzunehmen, da Nahrungspflanzen und Lebensräume zwar relativ weit verbreitet sind, die Art bisher aber fast nur in niedrigen Lagen um die [[Stadt Salzburg]] anzutreffen war (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024). | + | Über die Biologie der Art ist aus Salzburg fast nichts bekannt. Imagines wurden tagsüber, zwischen 15 und 16 Uhr MEZ angetroffen (Kurz & Kurz 2025). Die Raupen leben in blattunterseitigen Faltenminen. [[Karl Mitterberger|Mitterberger]] (1909) gibt als Nahrungspflanzen neben [[Eiche]] auch die [[Buche]] an, während nach heutiger Kenntnis die Art nur an Eiche vorkommt (in Salzburg wurde in natürlichen Lebensräumen bisher nur die Stieleiche, ''[[Quercus robur]]'' dokumentiert). An der Stieleiche wurden zudem in Salzburg neben den Raupen der eigenen Art bereits mehrere Nahrungskonkurrenten festgestellt, wie ''[[Caloptilia alchimiella]]'', ''[[Ectoedemia albifasciella]]'', ''[[Tischeria ekebladella]]'' oder die Gallwespe ''[[Neuroterus albipes]]'' (Kurz & Kurz 2025). Eine potentielle Gefährdung der Art ist in Salzburg anzunehmen, da Nahrungspflanzen und Lebensräume zwar relativ weit verbreitet sind, die Art bisher aber fast nur in niedrigen Lagen um die [[Stadt Salzburg]] anzutreffen war (Einstufung NT nach Embacher et al. 2024). |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
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| | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. | | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| − | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. | + | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.09.06]. | + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.09.06]. |
| | *[[Karl Mitterberger|Mitterberger, K.]] 1909. Verzeichnis der im [[Kronland Salzburg|Kronlande Salzburg]] bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 49: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19090003&zoom=2&seite=00000195 195-552]. | | *[[Karl Mitterberger|Mitterberger, K.]] 1909. Verzeichnis der im [[Kronland Salzburg|Kronlande Salzburg]] bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 49: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19090003&zoom=2&seite=00000195 195-552]. |
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| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references/> |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |