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[[File:bE-MK-1569a.jpg|thumb|Minen: Salzburg, [[Flachgau]], [[Eugendorf]], 2002.08.14]]
 
[[File:bE-MK-1569a.jpg|thumb|Minen: Salzburg, [[Flachgau]], [[Eugendorf]], 2002.08.14]]
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'''Phyllonorycter tenerella''' (''Lithocolletis tenerella'' de Joannis, 1915: 121) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
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'''Phyllonorycter tenerella''' (''Lithocolletis tenerella'' de Joannis, 1915: 121) istist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
    
==Diagnose==
 
==Diagnose==
Die Minen auf der Blattunterseite von ''[[Carpinus betulus]]'' sind unverwechselbar. Die Falter hingegen können anderen ''Phyllonorycter''-Arten, insbesondere ''[[Phyllonorycter heegeriella]]'' sehr ähnlich sehen und sind ohne Kenntnis der Nahrungspflanze nur durch Genitaluntersuchung sicher zu bestimmen.
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Die Minen auf der Blattunterseite der Weißbuche (''[[Carpinus betulus]]'') sind unverwechselbar. Die Falter hingegen können anderen ''Phyllonorycter''-Arten, insbesondere ''[[Phyllonorycter heegeriella]]'' sehr ähnlich sehen und sind ohne Kenntnis der Nahrungspflanze nur durch Genitaluntersuchung sicher zu bestimmen.
    
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
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''P. tenerella'' ist eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Gracillariidae-Arten in Salzburg. Die charakteristischen, blattunterseitigen Faltenminen sind nahezu an allen Vorkommen der Nahrungspflanze, der [[Hainbuche]], zu finden. Nachweise sind bisher aus allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]] bekannt (Embacher et al. 2024, Kurz & Embacher 2019), die Höhenverbreitung ist von 420 bis rund 860 m dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Häufigster Lebensraum sind sonnige [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder und Mischwälder, die Art ist aber auch in Gärten und Parks, beispielsweise in Weißbuchenhecken zu finden. Sie fliegt in zwei Generationen im Jahr, mit [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines im April und Juli und Raupen im Juni und Oktober ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025).
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''P. tenerella'' ist eine der häufigsten und am weitesten verbreiteten Gracillariidae-Arten in Salzburg. Die charakteristischen, blattunterseitigen Faltenminen sind nahezu an allen Vorkommen der Nahrungspflanze, der [[Hainbuche]], zu finden. Nachweise sind bisher aus allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]] bekannt (Embacher et al. 2024, Kurz & Embacher 2019), die Höhenverbreitung ist von 420 bis rund 860 m dokumentiert (Kurz&nbsp;&amp;&nbsp;Kurz&nbsp;2025). Häufigster Lebensraum sind sonnige [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>ränder und Mischwälder, die Art ist aber auch in Gärten und Parks, beispielsweise in Weißbuchenhecken zu finden. Sie fliegt in zwei Generationen im Jahr, mit [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines im April und Juli und Raupen im Juni und Oktober (Kurz&nbsp;&amp;&nbsp;Kurz&nbsp;2025).
    
==Nachbarfaunen==
 
==Nachbarfaunen==
Nach Huemer (2013) ist die Art in Österreich in Vorarlberg, Nord- und Osttirol, sowie im Burgenland noch nicht festgestellt worden. In Oberösterreich ist sie aus dem Mühlviertel und dem Alpenvorland bekannt (Klimesch 1990). In Bayern dagegen ist ''P. tenerella'' rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen worden (Haslberger & Segerer 2016).
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Nach Huemer (2013) ist die Art in Österreich in Vorarlberg, Nord- und Osttirol sowie im Burgenland noch nicht festgestellt worden. In Oberösterreich ist sie aus dem [[Mühlviertel]] und dem [[Alpenvorland]] bekannt (Klimesch 1990). In [[Bayern]] dagegen ist ''P. tenerella'' rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen worden (Haslberger & Segerer 2016).
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
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Die Raupen minieren in Salzburg ausschließlich unterseits an den Blättern der Weißbuche (''[[Carpinus betulus]]'') und erzeugen so charakteristische, unverwechselbare Faltenminen. Wegen gleicher Ressourcennutzung treten sie dabei nicht nur in Konkurrenz zu den Raupen der eigenen Art (allerdings selten an denselben Blättern), sondern auch zu jenen von ''[[Parornix carpinella]]'', ''[[Phyllonorycter esperella]]'', ''[[Stigmella microtheriella]]'' oder auch ''[[Phalera bucephala]]'' ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Wegen ihrer Häufigkeit, sowie der weiten Verbreitung geeigneter Lebensräume und Nahrungspflanzen im Land, ist ''P. tenerella'' in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] als ungefährdet anzusehen (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024).
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Die Raupen minieren in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] ausschließlich unterseits an den Blättern der Weißbuche (''Carpinus betulus'') und erzeugen so charakteristische, unverwechselbare Faltenminen. Wegen gleicher Ressourcennutzung treten sie dabei nicht nur in Konkurrenz zu den Raupen der eigenen Art (allerdings selten an denselben Blättern), sondern auch zu jenen von ''[[Parornix carpinella]]'', ''[[Phyllonorycter esperella]]'', ''[[Stigmella microtheriella]]'' oder auch ''[[Phalera bucephala]]'' (Kurz&nbsp;&amp;&nbsp;Kurz&nbsp;2025). Wegen ihrer Häufigkeit sowie der weiten Verbreitung geeigneter Lebensräume und Nahrungspflanzen im Land, ist ''P. tenerella'' in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] als ungefährdet anzusehen (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024).
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
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*Haslberger, A. &amp; A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
 
*Haslberger, A. &amp; A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp.
 
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
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*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
 
*Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik '''20''': 93-104.
 
*Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik '''20''': 93-104.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.09.01].
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*Kurz, M. A. &amp; [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.09.01].
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== Einzelnachweis ==
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<references/>
    
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]