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| | [[File:Phyllonorycter geniculella-Salzburg, Flachgau, Kasern-E-MK-21239a.jpg|thumb|Männchen: Salzburg, [[Flachgau]], [[Kasern]], 1972.04.12]] | | [[File:Phyllonorycter geniculella-Salzburg, Flachgau, Kasern-E-MK-21239a.jpg|thumb|Männchen: Salzburg, [[Flachgau]], [[Kasern]], 1972.04.12]] |
| − | [[File:BE-MK-1650a.jpg|thumb|Minen an ''[[Acer pseudoplatanus]]'': Salzburg, Flachgau, Eugendorf, Pebering, 2002.08.28]] | + | [[File:BE-MK-1650a.jpg|thumb|Minen an ''[[Acer pseudoplatanus]]'': Salzburg, Flachgau, [[Eugendorf]], [[Pebering]], 2002.08.28]] |
| − | '''Phyllonorycter geniculella''' (''Lithocolletis geniculella'' Ragonot, 1874: 601-603, Taf. 2, Fig. 9) | + | '''Phyllonorycter geniculella''' (''Lithocolletis geniculella'' Ragonot, 1874: 601-603, Taf. 2, Fig. 9) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). |
| − | ) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). | |
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| | ==Diagnose== | | ==Diagnose== |
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| − | ''P. geniculella'' ist die einzige am Bergahorn (''[[Acer pseudoplatanus]]'') minierende ''Phyllonorycter''-Art und dadurch eindeutig zu erkennen. Aber auch Exemplare, bei denen die Nahrungspflanze nicht bekannt ist, können an dem stark in eine Spitze nach außen ausgezogenen, inneren braunen Querband meist eindeutig erkannt werden. | + | ''P. geniculella'' ist die einzige am Bergahorn (''[[Acer pseudoplatanus]]'') minierende ''Phyllonorycter''-Art und dadurch eindeutig zu erkennen. Aber auch Exemplare, bei denen die Nahrungspflanze nicht bekannt ist, können an dem stark in eine Spitze nach außen ausgezogenen inneren braunen Querband meist eindeutig erkannt werden. |
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| | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| − | ''P. geniculella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet und bereits in allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]]es aufgefunden worden (Embacher et al. 2024, Kurz & Embacher 2019). Die Höhenverbreitung ist ebenfalls bereits gut dokumentiert und reicht im Land von rund 400 bis 1400 m ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Bezüglich des Lebensraumes ist die Art nicht sonderlich wählerisch. Sie ist fast überall zu finden, wo die Nahrungspflanze der Raupe, der Bergahorn, wächst. Sie kommt also besonders in der montanen Zone vor und wurde an [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern, auf Schlagfluren, in Galeriewäldern, aber auch in Auwaldresten entlang der [[Salzach]] schon festgestellt. Raupen treten nach den bisherigen Daten bei uns im Juni und Anfang Juli sowie von Ende August bis September auf, [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] wurden von April bis Juni sowie im August gefunden. Die Art kommt also in zwei Generationen pro Jahr in Salzburg vor ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). | + | ''P. geniculella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet und bereits in allen Landesteilen mit Ausnahme des [[Lungau]]es aufgefunden worden (Embacher et al. 2024, Kurz & Embacher 2019). Die Höhenverbreitung ist ebenfalls bereits gut dokumentiert und reicht im Land von rund 400 bis 1400 m (Kurz & Kurz 2025). Bezüglich des Lebensraumes ist die Art nicht sonderlich wählerisch. Sie ist fast überall zu finden, wo die Nahrungspflanze der Raupe, der Bergahorn, wächst. Sie kommt also besonders in der montanen Zone vor und wurde an [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern, auf Schlagfluren, in Galeriewäldern, aber auch in Auwaldresten entlang der [[Salzach]] schon festgestellt. Raupen treten nach den bisherigen Daten bei uns im Juni und Anfang Juli sowie von Ende August bis September auf, [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] wurden von April bis Juni sowie im August gefunden. Die Art kommt also in zwei Generationen pro Jahr in Salzburg vor (Kurz & Kurz 2025). |
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| | ==Nachbarfaunen== | | ==Nachbarfaunen== |
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| − | ''P. geniculella'' ist in Österreich aus allen Bundesländern mit Ausnahme des Burgenlandes gemeldet worden (Huemer 2013). Aus dem Burgenland ist aber zumindest ein Minenfund aus dem Tierpark Pamhagen bekannt (Kurz & Kurz 2025). In Oberösterreich ist die Art weit verbreitet und aus allen drei Landesteilen nachgewiesen (Klimesch 1990). Gleiches gilt auch für Bayern, wo sie ebenfalls in allen vier Naturräumen rezent vertreten ist (Haslberger & Segerer 2016). | + | ''P. geniculella'' ist in Österreich aus allen Bundesländern mit Ausnahme des [[Burgenland]]es gemeldet worden (Huemer 2013). Aus dem Burgenland ist aber zumindest ein Minenfund aus dem Tierpark Pamhagen bekannt (Kurz & Kurz 2025). In [[Oberösterreich]] ist die Art weit verbreitet und aus allen drei Landesteilen nachgewiesen (Klimesch 1990). Gleiches gilt auch für [[Bayern]], wo sie ebenfalls in allen vier Naturräumen rezent vertreten ist (Haslberger & Segerer 2016). |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
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| − | Die Lebensweise von ''P. geniculella'' in Salzburg ist noch sehr unzureichend erforscht. Die Raupen fressen in Salzburg ausschließlich an Bergahorn (''[[Acer pseudoplatanus]]''). Sie leben in einer Faltenmine auf der Blattunterseite, in der auch die Verpuppung erfolgt. Sie treten dabei in Konkurrenz durch Ressourcennutzung zu den Raupen der eigenen Art, aber auch zu ''[[Stigmella speciosa]]'' oder ''[[Pediaspis aceris]]'', sowie zu ''[[Rhytisma acerinum]]'', dem Ahorn-Runzelschorf. Die weite Verbreitung der Art und die Häufigkeit von Nahrungspflanze und Lebensräumen bedingen ein ungefährdetes Vorkommen von ''P. geniculella'' in Salzburg (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). | + | Die Lebensweise von ''P. geniculella'' in Salzburg ist noch sehr unzureichend erforscht. Die Raupen fressen in Salzburg ausschließlich an Bergahorn (''Acer pseudoplatanus''). Sie leben in einer Faltenmine auf der Blattunterseite, in der auch die Verpuppung erfolgt. Sie treten dabei in Konkurrenz durch Ressourcennutzung zu den Raupen der eigenen Art, aber auch zu ''[[Stigmella speciosa]]'' oder ''[[Pediaspis aceris]]'' sowie zu ''[[Rhytisma acerinum]]'', dem Ahorn-Runzelschorf. Die weite Verbreitung der Art und die Häufigkeit von Nahrungspflanze und Lebensräumen bedingen ein ungefährdetes Vorkommen von ''P. geniculella'' in Salzburg (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
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| | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. | | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| − | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. | + | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| | *Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik '''20''': 93-104. | | *Kurz, M. A. & G. Embacher 2019. Die Lithocolletinae (Lepidoptera: Gracillariidae) des Bundeslandes Salzburg, Österreich. Beiträge zur Entomofaunistik '''20''': 93-104. |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.09.16]. | + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.09.16]. |
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| | == Einzelnachweis == | | == Einzelnachweis == |