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Währen der [[Franzosen in Salzburg|Franzosenkriege]] ab [[1800]] diente das Kloster als Kaserne, die Franziskanerkirche wurde Gefangenlager.
 
Währen der [[Franzosen in Salzburg|Franzosenkriege]] ab [[1800]] diente das Kloster als Kaserne, die Franziskanerkirche wurde Gefangenlager.
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Der heutige Klosterbau ist mit einem Bogengang mit der [[Franziskanerkirche]] verbunden. Der gemäß dem Ordensgrundgedanken sehr schlichte Klosterbau fand mit dem Umbau [[1686]] bis [[1689]] im Wesentlichen seine heutigen Gestalt. Das Kloster besitzt neben wertvollen Gemälden von [[Johann Michael Rottmayr|Rottmayr]] auch eine wertvolle Bibliothek.   
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Der heutige Klosterbau ist durch einen Bogengang mit der [[Franziskanerkirche]] verbunden. Der gemäß dem Ordensgrundgedanken sehr schlichte Klosterbau fand mit dem Umbau [[1686]] bis [[1689]] im Wesentlichen seine heutigen Gestalt. Das Kloster besitzt neben wertvollen Gemälden von [[Johann Michael Rottmayr|Rottmayr]] auch eine wertvolle Bibliothek.   
    
Einer der bekanntesten Ordensangehörigen war Pater [[Peter Singer]], der Erfinder des [[Pansymphonikon]].  
 
Einer der bekanntesten Ordensangehörigen war Pater [[Peter Singer]], der Erfinder des [[Pansymphonikon]].  
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=== Gestapo ===
 
=== Gestapo ===
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Während der Zeit der [[Nationalsozialisten]] war das Kloster von diesen enteignet worden. In seinen Mauern fanden Folterungen statt, woran heute eine Tafel beim Eingang zur Pforte erinnert. So erinnerte sich der langjährige Direktor der [[Handelsakademie Salzburg]], [[Herbert Glaser]], in einem Interview mit den [[SN]] im Jahr 2011 als 87-Jähriger an sein Verhör am [[27. August]] [[1940]] als damals 16-Jähriger. Der Salzburger Historiker [[Ernst Hanisch]] weiß von Verhören im Keller, bei denen es für Gefangene auch Ohrfeigen und Prügel gab. Getötet wurde allerdings hier nicht, das geschah später in Konzentrationslagern, in die die Gefangenen überstellt wurden (siehe dazu [[Nationalsozialismus Überleben und Tod]]).  
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Während der Zeit der [[Nationalsozialisten]] wurde das Kloster von diesen enteignet und diente nun als Sitz der [[Gestapo]]. In seinen Mauern fanden Folterungen statt, woran heute eine Tafel beim Eingang zur Pforte erinnert. So erinnerte sich der langjährige Direktor der [[Handelsakademie Salzburg]], [[Herbert Glaser]], in einem Interview mit den [[SN]] im Jahr 2011 als 87-Jähriger an sein Verhör am [[27. August]] [[1940]] als damals 16-Jähriger. Der Salzburger Historiker [[Ernst Hanisch]] weiß von Verhören im Keller, bei denen es für Gefangene auch Ohrfeigen und Prügel gab. Getötet wurde allerdings hier nicht, das geschah später in Konzentrationslagern, in die die Gefangenen überstellt wurden (siehe dazu [[Nationalsozialismus Überleben und Tod]]).  
    
==== Salzburger Fenstersturz ====
 
==== Salzburger Fenstersturz ====
Der 81-jährige (2011) Pater Clemens Prieth war zwar kein Zeitzeuge, aber von älteren Mitbrüdern wurde ihm von den damaligen Greuel berichtet. Guardian Pater Alexander Puchberger, Vorsteher des Franziskanerklosters (2011) berichtete vom ''Salzburger Fenststurz''. Am [[18. Oktober]] [[1938]] übernahmen die Nazis das Kloster und zwangen die Brüder, das dritte Stockwerk noch am selben Tag bis 18 Uhr zu räumen. Dies war jedoch unmöglich zu schaffen und so griffen die Patres zu einer Notwehraktion. Herbert Glaser, der Augenzeuge des folgenden ''Salzburger Fenstersturzes'' war, erinnert sich, wie die Patres alte Möbel in den Hof hinunter geworfen hatten. Passanten beschwerten sich daraufhin, dass ''Volksvermögen vernichtet werde''. 16 Mitbrüder wurden in Folge zu Gefängnisstrafen verurteilt.  
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Der 81-jährige (2011) Pater Clemens Prieth war zwar kein Zeitzeuge, aber ältere Mitbrüdern berichteten ihm von den damaligen Greueln. Guardian Pater [[Alexander Puchberger]], Vorsteher des Franziskanerklosters (2011), berichtete vom ''Salzburger Fenststurz''. Am [[18. Oktober]] [[1938]] übernahmen die Nazis das Kloster und zwangen die Brüder, das dritte Stockwerk noch am selben Tag bis 18 Uhr zu räumen. Dies war jedoch unmöglich zu schaffen und so griffen die Patres zu einer Notwehraktion. Herbert Glaser, der Augenzeuge des folgenden ''Salzburger Fenstersturzes'' war, erinnert sich, wie die Patres alte Möbel in den Hof hinunter geworfen hatten. Passanten beschwerten sich daraufhin, dass ''Volksvermögen vernichtet werde''. 16 Mitbrüder wurden in Folge zu Gefängnisstrafen verurteilt.  
    
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===
 
=== Nach dem Zweiten Weltkrieg ===
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war in einem Teil des Klosters zunächst des Salzburger Radiosender [[Radio Rot-Weiß-Rot|Rot-Weiß-Rot]] untergebracht, aus dem später der [[ORF Landesstudio Salzburg|ORF Salzburg]] ''Radio Salzburg'' wurde. ORF-Redakteuer [[Gerald Lehner]] schreibt in seinem Buch [[Im Schatten der Mozartkugel]] über die ersten Worte, die am [[6. Juni]] [[1945]] in den Salzburger Radios zu empfangen waren: ''Hier ist der österreichische Sender Rot-Weiß-Rot! Er möge die Österreicher wieder zu einem gut unterrichteten Volk machen'' sprach US-General Walter Robertson.
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Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] war in einem Teil des Klosters zunächst des Salzburger Radiosender [[Radio Rot-Weiß-Rot|Rot-Weiß-Rot]] untergebracht, aus dem später das [[ORF Landesstudio Salzburg|ORF-Programm]] ''Radio Salzburg'' wurde. ORF-Redakteur [[Gerald Lehner]] schreibt in seinem Buch [[Im Schatten der Mozartkugel]] über die ersten Worte, die am [[6. Juni]] [[1945]] in den Salzburger Radios zu empfangen waren: ''Hier ist der österreichische Sender Rot-Weiß-Rot! Er möge die Österreicher wieder zu einem gut unterrichteten Volk machen'', sprach US-General [[Walter M. Robertson|Walter M. Robertson<!--Walter Melville Robertson-->]].
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So erhielten 1945 die Franziskaner einen Teil ihres Klosters zurück. Aber erst [[1973]] konnten die Brüder das Kloster wieder ganz in Besitz nehmen. Der ORF Salzburg war in das neue Gebäude in [[Nonntal]] übersiedelt.
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So erhielten im Jahr 1945 die Franziskaner einen Teil ihres Klosters zurück. Aber erst [[1973]] konnten die Brüder das Kloster wieder ganz in Besitz nehmen. Der ORF Salzburg war in das neue Gebäude in [[Nonntal]] übersiedelt.
    
==Weblink==
 
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