Änderungen

125 Bytes hinzugefügt ,  08:58, 23. Jun. 2012
K
+ Bild(er)
Zeile 1: Zeile 1:  +
[[Datei:HMW letztes Moped.jpg|thumb|das letzte in Hallein gefertigte Moped im August 1958]]
 
[[Datei:HMW Ausstellung Keltenmuseum 01.jpg|thumb|Halleiner Motorenwerk-Sonderausstellung Sommer 2010 im [[Keltenmuseum]] in [[Hallein]]: Im Bild das Supersport Typ 50 SS, Baujahr 1957, 2,2 PS, 49,8 cm³ Hubraum]]
 
[[Datei:HMW Ausstellung Keltenmuseum 01.jpg|thumb|Halleiner Motorenwerk-Sonderausstellung Sommer 2010 im [[Keltenmuseum]] in [[Hallein]]: Im Bild das Supersport Typ 50 SS, Baujahr 1957, 2,2 PS, 49,8 cm³ Hubraum]]
 
[[Datei:HMW Plakat.png|thumb|HMW Treffen 2010]]
 
[[Datei:HMW Plakat.png|thumb|HMW Treffen 2010]]
Zeile 16: Zeile 17:  
Die Firma änderte dann mehrmals ihren Firmennamen (die Firma nannte sich dann ''Halleiner Motorenwerk Hinterberger, Schreitl & Co. vormals Halleiner Motorenwerk AG'') und hieß schließlich '''Halleiner Motorenwerk AG''' (HMW).  In den Jahren [[1955]]/[[1956|56]] begann man auf Grund der guten Verkaufsergebnisse nach einem neuen Standort Ausschau zu halten. Aber auch interne Streitereien und ein Copyright-Rechtsstreit mit Victoria in Nürnberg gab es zu bewältigen. Dazu kam, dass [[Eugen Grill]], Besitzer der Grill-Werke, aufgrund des österreichischen Staatsvertrages die gesamte Liegenschaft zurück bekommen sollte.  
 
Die Firma änderte dann mehrmals ihren Firmennamen (die Firma nannte sich dann ''Halleiner Motorenwerk Hinterberger, Schreitl & Co. vormals Halleiner Motorenwerk AG'') und hieß schließlich '''Halleiner Motorenwerk AG''' (HMW).  In den Jahren [[1955]]/[[1956|56]] begann man auf Grund der guten Verkaufsergebnisse nach einem neuen Standort Ausschau zu halten. Aber auch interne Streitereien und ein Copyright-Rechtsstreit mit Victoria in Nürnberg gab es zu bewältigen. Dazu kam, dass [[Eugen Grill]], Besitzer der Grill-Werke, aufgrund des österreichischen Staatsvertrages die gesamte Liegenschaft zurück bekommen sollte.  
   −
Im August 1958 verließ das letzte von 107.053 in Hallein gefertigten Mopeds die Montagehallen und die Produktion wurde nach Kottingbrunn, Niederösterreich, verlegt. 500 Personen verloren ihre Arbeit<ref>es dürfte der erste größere Personalabbau in Hallein gewesen sein, weitere Firmen folgten dann in den [[1970er]] und [[1980er]] Jahren</ref>. Aber noch während der Umsiedlung begann sich ein Absatzrückgang abzuzeichnen. [[1960]] wurde nur mehr ein Zehntel der Produktion von 1956 erreicht<ref>wie übrigens auch bei anderen österreichischen Fahrrad- und Motorenherstellern wie [[KTM]] oder Puch</ref>.
+
Im August 1958 verließ das letzte von 107&nbsp;053 in Hallein gefertigten Mopeds die Montagehallen und die Produktion wurde nach Kottingbrunn, Niederösterreich, verlegt. 500 Personen verloren ihre Arbeit<ref>es dürfte der erste größere Personalabbau in Hallein gewesen sein, weitere Firmen folgten dann in den [[1970er]] und [[1980er]] Jahren</ref>. Aber noch während der Umsiedlung begann sich ein Absatzrückgang abzuzeichnen. [[1960]] wurde nur mehr ein Zehntel der Produktion von 1956 erreicht<ref>wie übrigens auch bei anderen österreichischen Fahrrad- und Motorenherstellern wie [[KTM]] oder Puch</ref>.
    
Erst im September 1958, bereits nach der Schließung, begann man auch in den Zeitungen darüber zu berichten. Der Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Josef Klaus]] versuchte dann im Dezember vergeblich, [[KTM]] zur Ansiedlung in Hallein unter Beteiligung von Grill zu bewegen. Es scheiterte daran, dass Grill nicht die Freigabe der Entschädigungssumme vom Finanzminister erhielt.  
 
Erst im September 1958, bereits nach der Schließung, begann man auch in den Zeitungen darüber zu berichten. Der Salzburger [[Landeshauptmann]] [[Josef Klaus]] versuchte dann im Dezember vergeblich, [[KTM]] zur Ansiedlung in Hallein unter Beteiligung von Grill zu bewegen. Es scheiterte daran, dass Grill nicht die Freigabe der Entschädigungssumme vom Finanzminister erhielt.  
   −
Mittlerweile besaß die Österreichische Länderbank das Unternehmen, das das Werk Ende 1960 an das Stahlbauunternehmen Waagner-Biró übergab. [[1961]] konnte man bei der Wiener Frühjahrsmesse zum letzten Mal ein HMW-Modell bestaunen. Am [[16. Mai]] [[1962]] verließ das letzte der insgesamt 128.175 gebauten HMW-Mopeds das Werk.  
+
Mittlerweile besaß die Österreichische Länderbank das Unternehmen, das das Werk Ende 1960 an das Stahlbauunternehmen Waagner-Biró übergab. [[1961]] konnte man bei der Wiener Frühjahrsmesse zum letzten Mal ein HMW-Modell bestaunen. Am [[16. Mai]] [[1962]] verließ das letzte der insgesamt 128&nbsp;175 gebauten HMW-Mopeds und Motoren das Werk.  
   −
In besten Zeiten waren bei den HMW in Hallein 1.250 Menschen beschäftigt (1956). Diese Mitarbeiter verdienten besser als die meisten Halleiner und auch deutlich über dem durchschnittlichen Lohn eines Österreichers.  
+
In besten Zeiten waren bei den HMW in Hallein 1&nbsp;250 Menschen beschäftigt (1956). Diese Mitarbeiter verdienten besser als die meisten Halleiner und auch deutlich über dem durchschnittlichen Lohn eines Österreichers.  
    
=====Die HMW Produkte=====
 
=====Die HMW Produkte=====
 
Cornelia "Conny" Froboess erhielt [[1959]] zu ihrem 16. Geburtstag ein Moped der Firma HMW – sie hatte einen Werbevertrag mit dem Unternehmen und so hieß zum Beispiel ein Moped ''Conny'' (Baujahr [[1959]], 50 cm³). Aber man spürte bereits den Rückgang - es wurden nur 4.000 Stück verkauft.  
 
Cornelia "Conny" Froboess erhielt [[1959]] zu ihrem 16. Geburtstag ein Moped der Firma HMW – sie hatte einen Werbevertrag mit dem Unternehmen und so hieß zum Beispiel ein Moped ''Conny'' (Baujahr [[1959]], 50 cm³). Aber man spürte bereits den Rückgang - es wurden nur 4.000 Stück verkauft.  
   −
Zwischen 1948 und 1960 wurden an den verschiedenen Standorten rund 345.000 Motoren gefertigt, davon alleine in Hallein 321.400. Begonnen hatte die Produktion mit 35.300 Stück vom FM 40 Motor (1948 - 1952), es folgte der 50E-Motor [[1953]], eine Zweigang-Variante 50Z, ab Ende [[1954]] der N2-Motor. Im selben Jahr begann man auch mit der Produktion von 75 cm³-Motoren.
+
Zwischen 1948 und 1960 wurden an den verschiedenen Standorten rund 345&nbsp;000 Motoren gefertigt, davon alleine in Hallein 321.400. Begonnen hatte die Produktion mit 35.300 Stück vom FM 40 Motor (1948 - 1952), es folgte der 50E-Motor [[1953]], eine Zweigang-Variante 50Z, ab Ende [[1954]] der N2-Motor. Im selben Jahr begann man auch mit der Produktion von 75 cm³-Motoren.
    
Ein anderes Moped war das ''Glockner Moped''.Die „Glockner 50 Z“ wurde von der Tiroler Firma Nuruhrer, Fietz & Co in Bieberwier in geringer Stückzahl ab 1954 erzeugt. Der 49,8-cm³-Motor mit 2,2 PS wurde in Hallein bei HMW hergestellt. Scheinwerfer, Rücklicht, Sattel und Vorderbremse wurden in Deutschland produziert. Erste Produktion war noch 1953 (in Hallein?) und es gab die ''Glockner'' bis 1958.
 
Ein anderes Moped war das ''Glockner Moped''.Die „Glockner 50 Z“ wurde von der Tiroler Firma Nuruhrer, Fietz & Co in Bieberwier in geringer Stückzahl ab 1954 erzeugt. Der 49,8-cm³-Motor mit 2,2 PS wurde in Hallein bei HMW hergestellt. Scheinwerfer, Rücklicht, Sattel und Vorderbremse wurden in Deutschland produziert. Erste Produktion war noch 1953 (in Hallein?) und es gab die ''Glockner'' bis 1958.