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[[Datei:Heinrich-Schwaiger-Haus.jpg|thumb|[[Heinrich-Schwaiger-Haus]]]]
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[[Datei:Heinrich-Schwaiger-Haus Dezember 2019 01.jpg|thumb|Das Heinrich-Schwaiger-Haus im Dezember 2019.]]
[[Datei:20150701 081931 - Matteo.jpg|thumb|[[Hannoverhaus]]]]
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[[Datei:Matrashaus.jpg|thumb|[[Matrashaus]]]]
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[[Datei:Erzherzog-Johann-Hütte 2012 01.jpg|thumb|[[Erzherzog-Johann-Hütte]]]]
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[[Datei:Schwarzenberghuette2012.jpg|thumb|[[Schwarzenberghütte]]]]
   
Eine '''Schutzhütte''' ist ein Schutzhaus für Wanderer und Bergsteiger, due in Gebirgsregionen an Wanderrouten errichtet wird.  
 
Eine '''Schutzhütte''' ist ein Schutzhaus für Wanderer und Bergsteiger, due in Gebirgsregionen an Wanderrouten errichtet wird.  
    
== Geschichte ==
 
== Geschichte ==
 
Die Anfänge der Schutzhütte waren vermutlich Felsnischen und Höhlen, die bei Jagden Schutz vor dem Wetter boten. Im [[11. Jahrhundert]] wurde ein Hospiz in der [[Schweiz]] auf dem Großen St. Bernhard erbaut, wohl eines der ältesten Schutzhütten in den [[Alpen]]. Im Laufe des [[Mittelalter]]s und der [[Renaissance]] entstanden Almhäuser aus Steinen errichtet.<ref>[https://www.thomascrauwels.ch/de/blog/histoire-refuge-montagne/ www.thomascrauwels.ch], 15. Februar 2025: Die Geschichte der ersten Berghütten Alpine Meisterleistung</ref> In den [[Hohen Tauern]] ließen die [[Erzbischöfe]] die [[Tauernhäuser]] bauen, die, finanziell vom Landesfürsten ausgestattet, Wanderern Verpflegung und Unterkunft boten und die Alpenübergänge zu pflegen hatten (auch im Winter).
 
Die Anfänge der Schutzhütte waren vermutlich Felsnischen und Höhlen, die bei Jagden Schutz vor dem Wetter boten. Im [[11. Jahrhundert]] wurde ein Hospiz in der [[Schweiz]] auf dem Großen St. Bernhard erbaut, wohl eines der ältesten Schutzhütten in den [[Alpen]]. Im Laufe des [[Mittelalter]]s und der [[Renaissance]] entstanden Almhäuser aus Steinen errichtet.<ref>[https://www.thomascrauwels.ch/de/blog/histoire-refuge-montagne/ www.thomascrauwels.ch], 15. Februar 2025: Die Geschichte der ersten Berghütten Alpine Meisterleistung</ref> In den [[Hohen Tauern]] ließen die [[Erzbischöfe]] die [[Tauernhäuser]] bauen, die, finanziell vom Landesfürsten ausgestattet, Wanderern Verpflegung und Unterkunft boten und die Alpenübergänge zu pflegen hatten (auch im Winter).
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[[Datei:Salmhütte Reste der dritten Hütte 01.jpg|thumb|Reste der dritten [[Salmhütte]], erbaut [[1883]].]]
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Eine der ältesten Schutzhütten im Bereich der Hohen Tauern ist die [[Salmhütte]] südöstlich unterhalb des [[Großglockner (Berg)|Großglockners]]. Sie wurde als Vorbereitung auf die [[Großglockner Erstbesteigung]] [[1799]] auf halbem Weg vom Mölltal zur [[Adlersruhe]] errichtet. Ihren Namen hat sie nach dem Betreiber der Erstbesteigung [[Franz II. Xaver von Salm-Reifferscheidt-Krautheim]], [[Bischof von Gurk|Fürstbischof von Gurk]], erhalten. Nach der dritte Hütte (siehe Bild) entstand die heutige Salmhütte etwas unterhalb der alten Hütten.
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[[Datei:Hofmannshütte um 1890.jpg|thumb|Die Hofmannshütte um 1890.]]
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Die [[Hofmannshütte]] wurde [[1846]] auf Anregung von Erzherzog [[Johann von Österreich]] am damaligen nordöstlichen Rand des [[Pasterze]]n-[[Gletscher]]s errichtet und diente als Ausgangslager zur Ersteigung des [[Großglockner (Berg)|Großglockners]] über den [[Hofmannsweg]].
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Die [[Schwarzenberghütte]] im Norden der Großglocknergruppe wurde [[1882]] von der Wiener Sektion Austria des [[Oesterreichischer Alpenverein|Oesterreichischen Alpenvereins]] errichtet und nach dem ehemaligen Salzburger (Fürst)[[Erzbischof]] und Alpinisten Kardinal [[Friedrich VI. Fürst Schwarzenberg]] benannt.
    
Der [[Rauris]]er [[Gewerke]] [[Ignaz Rojacher]]  (* 1844; † 1891) war Bergwerksbesitzer und Erbauer des [[Observatorium Sonnblick|Observatoriums]] auf dem [[Hohen Sonnblick]]. Daneben wurde am [[2. September]] [[1886]] das [[Zittelhaus]] auf 3&nbsp;106&nbsp;[[m&nbsp;ü.&nbsp;A.]] als Schutzhütte eröffent. Sein Freund und Berater, [[Wilhelm Ritter von Arlt]], ließ nach dem Tod von Rojacher zu dessen Ehren die [[Rojacher Hütte]] etwas unterhalb des Observatoriums aus eigenen Mitteln in den Jahren [[1898]] und [[1899]] errichten. Sie wurde am Montag, den [[14. August]] 1899, eröffnet. Beide Schutzhütten zählen zu den älteren Schutzhütten im Salzburger Land.
 
Der [[Rauris]]er [[Gewerke]] [[Ignaz Rojacher]]  (* 1844; † 1891) war Bergwerksbesitzer und Erbauer des [[Observatorium Sonnblick|Observatoriums]] auf dem [[Hohen Sonnblick]]. Daneben wurde am [[2. September]] [[1886]] das [[Zittelhaus]] auf 3&nbsp;106&nbsp;[[m&nbsp;ü.&nbsp;A.]] als Schutzhütte eröffent. Sein Freund und Berater, [[Wilhelm Ritter von Arlt]], ließ nach dem Tod von Rojacher zu dessen Ehren die [[Rojacher Hütte]] etwas unterhalb des Observatoriums aus eigenen Mitteln in den Jahren [[1898]] und [[1899]] errichten. Sie wurde am Montag, den [[14. August]] 1899, eröffnet. Beide Schutzhütten zählen zu den älteren Schutzhütten im Salzburger Land.
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Die Bergwelt der Alpen wird heute von immer mehr Touristen, Bergwanderern und Alpinisten besucht, überrannt. Und trotzdem gibt ein Hüttenwirt nach dem anderen auf, müssen hochalpine Schutzhütten geschlossen werden. So wurde [[2024]] die [[Südwiener Hütte]] in den [[Radstädter Tauern]]. Bereits [[2016]] musste die historische [[Hofmannshütte]] in der [[Glocknergruppe]] abgerissen, weil das Geld zur Renovierung fehlte. Die [[Werfener Hütte]] im [[Tennengebirge]] musste [[2023]] geschlossen werden. Die Umbaupläne der beliebten Hütte blieben aus skurrilen Gründen in der Schwebe und 2023 musste die Hütte wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. [[2025]] wollte man die [[Zeppezauerhaus]] auf dem [[Untersbergstock]] aus wirtschaftlichen Überlegungen schließen.
 
Die Bergwelt der Alpen wird heute von immer mehr Touristen, Bergwanderern und Alpinisten besucht, überrannt. Und trotzdem gibt ein Hüttenwirt nach dem anderen auf, müssen hochalpine Schutzhütten geschlossen werden. So wurde [[2024]] die [[Südwiener Hütte]] in den [[Radstädter Tauern]]. Bereits [[2016]] musste die historische [[Hofmannshütte]] in der [[Glocknergruppe]] abgerissen, weil das Geld zur Renovierung fehlte. Die [[Werfener Hütte]] im [[Tennengebirge]] musste [[2023]] geschlossen werden. Die Umbaupläne der beliebten Hütte blieben aus skurrilen Gründen in der Schwebe und 2023 musste die Hütte wegen Einsturzgefahr gesperrt werden. [[2025]] wollte man die [[Zeppezauerhaus]] auf dem [[Untersbergstock]] aus wirtschaftlichen Überlegungen schließen.
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[[Datei:1960 02 27 Untersberg Lawinenhunde Einsatzübung 05.jpg|thumb|[[Lawinenhunde Einsatzübung 1960 auf dem Untersberg]] im Bereich der [[Zeppezauerhaus]].]]
    
Mit dem Aussterben von Hüttenwirten verschwindet also nicht nur der Beruf: "Es ist ein Lebensentwurf, der an Kontur verliert, ein letztes Echo einer Idee vom Leben, das nicht auf permanenter Verfügbarkeit, digitaler Dauerberieselung und ausgeglichener ''Work-Life-Balance'' basiert, weil der Hüttenwirt sein Tun nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit begreift. Wer eine Berghütte bewirtschaftet, der lebt außerhalb des Alltags. Unsere Zeit duldet keine Abweichung mehr, keine Stille, keine Abgeschiedenheit. Selbst auf 2000 Metern Seehöhe soll es WLAN geben und Steckdosen zum Aufladen der Smartphones." So Gnaiger. Die Besucher der Berghütten sind anders geworden. Der klassische Wanderer wurde vom ''Biker'' abgelöst, über den der bayerische Musikkabarettist Georg Ringsgwandl schon [[1990]] sang: "Neonbunt erscheint er uns gekleidet - vogelwild er durch die Schluchten ridet."
 
Mit dem Aussterben von Hüttenwirten verschwindet also nicht nur der Beruf: "Es ist ein Lebensentwurf, der an Kontur verliert, ein letztes Echo einer Idee vom Leben, das nicht auf permanenter Verfügbarkeit, digitaler Dauerberieselung und ausgeglichener ''Work-Life-Balance'' basiert, weil der Hüttenwirt sein Tun nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit begreift. Wer eine Berghütte bewirtschaftet, der lebt außerhalb des Alltags. Unsere Zeit duldet keine Abweichung mehr, keine Stille, keine Abgeschiedenheit. Selbst auf 2000 Metern Seehöhe soll es WLAN geben und Steckdosen zum Aufladen der Smartphones." So Gnaiger. Die Besucher der Berghütten sind anders geworden. Der klassische Wanderer wurde vom ''Biker'' abgelöst, über den der bayerische Musikkabarettist Georg Ringsgwandl schon [[1990]] sang: "Neonbunt erscheint er uns gekleidet - vogelwild er durch die Schluchten ridet."
    
Bleiben wird die Erinnerung an die große Freiheit in den Bergen, die heute auf den Hütten von Hygienevorschriften und bürokratischen Absonderlichkeiten ausradiert werden. Es mag noch den einen oder anderen Teilzeitpächter geben, der sich gegen diese Veränderungen wehrt, "womöglich ein ehemaliger ''Start-up-Coach'', der im Sommer digital ''detoxen'' will und irgendwo über [[Obertauern]] Hafermilchcappuccino und Dinkelcroissants serviert" so Gnaiger weiter.
 
Bleiben wird die Erinnerung an die große Freiheit in den Bergen, die heute auf den Hütten von Hygienevorschriften und bürokratischen Absonderlichkeiten ausradiert werden. Es mag noch den einen oder anderen Teilzeitpächter geben, der sich gegen diese Veränderungen wehrt, "womöglich ein ehemaliger ''Start-up-Coach'', der im Sommer digital ''detoxen'' will und irgendwo über [[Obertauern]] Hafermilchcappuccino und Dinkelcroissants serviert" so Gnaiger weiter.
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[[Datei:2023 05 11 Weggefährten Sepp Forcher 1958 als Hüttenwirt im Zeppezauerhaus.jpg|thumb|Eröffnung der [[Ausstellung "Weggefährten. Sepp Forchers Weyringer-Sammlung. Sein Vermächtnis an Neumarkt."]] im [[Museum Fronfeste]] in [[Neumarkt am Wallersee]].  Der 28jährige [[Sepp Forcher]] 1958 als Hüttenwirt im [[Zeppezauerhaus]] auf dem [[Untersbergstock]].]]
    
Kurz vor seinem Tod gab [[Sepp Forcher]] Antworten auf diese Fragen.  Nur von einem Berghüttensterben zu schreiben, wäre zu einfach. Das Problem ist, dass die Menschen, die bereit sind, sie zu betreiben, verschwinden. Menschen, wie Sepp Forcher einer war, der sein halbes Leben lang damit verbrachte, Lebensmittel bergauf zu schleppen, und sich dort oben im Morgengrauen täglich darum kümmerte, das Feuer zu hüten. Den Gästen servierte er dann Kaffee, [[Bier]], Erbswurst oder eine [[Brettljause]]. Vor allem aber bot er allen eine Zuflucht vor der Unberechenbarkeit der Natur. Ein Hüttenwirt, so verriet er uns, ist jemand, der es fern der Zivilisation erduldet, immer wieder fremde Menschen kommen und gehen zu sehen. Der Hüttenwirt, so haben wir daraus geschlossen, ist ein Philosoph.
 
Kurz vor seinem Tod gab [[Sepp Forcher]] Antworten auf diese Fragen.  Nur von einem Berghüttensterben zu schreiben, wäre zu einfach. Das Problem ist, dass die Menschen, die bereit sind, sie zu betreiben, verschwinden. Menschen, wie Sepp Forcher einer war, der sein halbes Leben lang damit verbrachte, Lebensmittel bergauf zu schleppen, und sich dort oben im Morgengrauen täglich darum kümmerte, das Feuer zu hüten. Den Gästen servierte er dann Kaffee, [[Bier]], Erbswurst oder eine [[Brettljause]]. Vor allem aber bot er allen eine Zuflucht vor der Unberechenbarkeit der Natur. Ein Hüttenwirt, so verriet er uns, ist jemand, der es fern der Zivilisation erduldet, immer wieder fremde Menschen kommen und gehen zu sehen. Der Hüttenwirt, so haben wir daraus geschlossen, ist ein Philosoph.
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=====Mühlbach am Hochkönig=====
 
=====Mühlbach am Hochkönig=====
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[[Datei:Matrashaus.jpg|thumb|Das [[Matrashaus]].]]
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* [[Matrashaus]], [[Hochkönig]]
 
* [[Matrashaus]], [[Hochkönig]]
 
* [[Windraucheggalm]]
 
* [[Windraucheggalm]]
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=====Fusch an der Großglocknerstraße=====
 
=====Fusch an der Großglocknerstraße=====
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[[Datei:Schwarzenberghuette2012.jpg|thumb|Die [[Schwarzenberghütte]].]]
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* [[Schwarzenberghütte]] (Notunterkunft)
 
* [[Schwarzenberghütte]] (Notunterkunft)
 
* [[Gleiwitzer Hütte]]
 
* [[Gleiwitzer Hütte]]
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* [[Rotgüldenseehütte]]
 
* [[Rotgüldenseehütte]]
 
* [[Sticklerhütte]]
 
* [[Sticklerhütte]]
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== In Grenzregionen ==
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[[Datei:Erzherzog-Johann-Hütte 2012 01.jpg|thumb|[[Erzherzog-Johann-Hütte]].]]
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* Die [[Erzherzog-Johann-Hütte]] in der Glocknergruppe im Gemeindegebiet von [[Heiligenblut am Großglockner]] in [[Kärnten]] ist die höchstgelegene Schutzhütte Österreichs
    
== Bilder ==
 
== Bilder ==

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