| | Es vermehrt diese zweifelhafte Schüchternheit und den Mangel an Zutrauen des Volkes die nicht gering erbitterte Stimmung der Chirurgen gegen die Aufstellung des Landgerichtsarztes, wodurch sie ihres primairen Meisteramtes enthoben wurden, indem dadurch ihre Einnahmen geschmälert, und ihr zur Gewinnsucht vortrefflich erworbenes Ansehen zu sinken scheint; Deßwegen verrichten mehrere dieser Männer die durch das Gesetz erheischten Forderungen mit Widerwillen und sehr unvollkommen, und suchen immer der guten Sache, worin doch eigentlich ihr wahrer Vortheil beruht, durch Machinationen zu widerstreben, und den guten Willen der Gemeinden abzuleiten. Weit entfernt die Ausübung ihrer sehr untergeordnet erworbenen Kenntnisse der ordnenden Leitung eines Gerichtsarztes durch Belehrung und Ratherhaltung zu verstärken, und Kunsteifer nur zu verrathen, erklären viele bei privaten Zusammenkünften die gleiche Befugnßs und Verrichtung mit der Ihnen vorgesetzten Medizinal Behörde, und bethören dadurch gleich Fakiren den Glauben des Volkes, daß er nicht wirken könne, ihnen eine vortheilhafter Kundschaft zu entziehen, bis der Moment des Heils vorüber ist, und Gott den kranken Leib nach seinem höhern Gefallen aufgelöst hat."<ref>Staatsarchiv München RA 14996.</ref> | | Es vermehrt diese zweifelhafte Schüchternheit und den Mangel an Zutrauen des Volkes die nicht gering erbitterte Stimmung der Chirurgen gegen die Aufstellung des Landgerichtsarztes, wodurch sie ihres primairen Meisteramtes enthoben wurden, indem dadurch ihre Einnahmen geschmälert, und ihr zur Gewinnsucht vortrefflich erworbenes Ansehen zu sinken scheint; Deßwegen verrichten mehrere dieser Männer die durch das Gesetz erheischten Forderungen mit Widerwillen und sehr unvollkommen, und suchen immer der guten Sache, worin doch eigentlich ihr wahrer Vortheil beruht, durch Machinationen zu widerstreben, und den guten Willen der Gemeinden abzuleiten. Weit entfernt die Ausübung ihrer sehr untergeordnet erworbenen Kenntnisse der ordnenden Leitung eines Gerichtsarztes durch Belehrung und Ratherhaltung zu verstärken, und Kunsteifer nur zu verrathen, erklären viele bei privaten Zusammenkünften die gleiche Befugnßs und Verrichtung mit der Ihnen vorgesetzten Medizinal Behörde, und bethören dadurch gleich Fakiren den Glauben des Volkes, daß er nicht wirken könne, ihnen eine vortheilhafter Kundschaft zu entziehen, bis der Moment des Heils vorüber ist, und Gott den kranken Leib nach seinem höhern Gefallen aufgelöst hat."<ref>Staatsarchiv München RA 14996.</ref> |