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| − | Jean Améry wuchs als Sohn assimilierter [[Juden]] im [[Salzkammergut]] auf. Améry studierte in Wien Literatur und Philosophie und wurde [[1934]] Herausgeber der Zeitschrift "Die Brücke". Unter dem immer stärker werdenden Druck der [[NS|Nazis]] emigrierte er [[1938]] nach [[Belgien]], wo er jedoch [[1940]] beim Verteilen antinationalsozialistischer Flugblätter observiert und festgenommen wurde. Es folgte die Internierung im Lager Gurs als "feindlicher Ausländer". [[1941]] gelang Améry die Flucht aus dem Lager und er wurde Mitglied der Widerstandsbewegung. [[1943]] kam es zu einer neuerlichen Festnahme durch die [[Gestapo]] und zur Deportation u. a. nach [[KZ Auschwitz|Auschwitz]], Polen. Während seiner Gestapohaft wurde er gefoltert. Bekannt wurde Améry durch die Veröffentlichung seiner gesammelten Erlebnisse in dem Band "Jenseits von Schuld und Sühne" im Jahr [[1966]]. "''Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt''" schrieb Améry, der sich nie mehr von seinen Erlebnissen in der Gestapohaft und in den Konzentrationslagern erholen konnte. | + | Jean Améry wuchs als Sohn assimilierter [[Juden]] im [[Salzkammergut]] auf. Améry studierte in Wien Literatur und Philosophie und wurde [[1934]] Herausgeber der Zeitschrift "Die Brücke". Unter dem immer stärker werdenden Druck der [[NS|Nazis]] emigrierte er [[1938]] nach [[Belgien]], wo er jedoch [[1940]] beim Verteilen antinationalsozialistischer Flugblätter observiert und festgenommen wurde. Es folgte die Internierung im Lager Gurs als "feindlicher Ausländer". [[1941]] gelang Améry die Flucht aus dem Lager und er wurde Mitglied der Widerstandsbewegung. [[1943]] kam es zu einer neuerlichen Festnahme durch die [[Gestapo]] und zur Deportation u. a. nach [[KZ Auschwitz|Auschwitz]], [[Polen]]. Während seiner Gestapohaft wurde er gefoltert. Bekannt wurde Améry durch die Veröffentlichung seiner gesammelten Erlebnisse in dem Band "Jenseits von Schuld und Sühne" im Jahr [[1966]]. "Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt" schrieb Améry, der sich nie mehr von seinen Erlebnissen in der Gestapohaft und in den Konzentrationslagern erholen konnte. |
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| − | Nach Kriegsende arbeitete er als Journalist in Brüssel, Belgien. [[1976]] veröffentlichte er sein Buch "''Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod.''" Während einer Reise nahm sich Jean Améry im [[Hotel Österreichischer Hof]], heute Hotel Sacher Salzburg, [[1978]] in Salzburg das Leben. | + | Nach Kriegsende arbeitete er als Journalist in Brüssel, Belgien. [[1976]] veröffentlichte er sein Buch "Hand an sich legen. Diskurs über den Freitod." Während einer Reise nahm sich Jean Améry im [[Hotel Österreichischer Hof]], heute Hotel Sacher Salzburg, [[1978]] in Salzburg das Leben. |
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| | + | Ein weiteres Werk war "Der ehrbare Antisemitismus", ein Essay, das am [[25. Juli]] [[1969]] in der Wochenzeitung "Die Zeit" mit dem Untertitel "Die Barrikade vereint mit dem Spießer-Stammtisch gegen den Staat der Juden" veröffentlicht. Er thematisierte damit als einer der Ersten antisemitische Tendenzen in der deutschen Linken nach 1945. Jean Améry hat geschrieben "dass die Gründung einer Nation immer mit Verbrechen einhergeht". Man könne "nicht andere bestehlen, vertreiben und umbringen und dabei unschuldig bleiben".<ref>[https://www.sn.at/panorama/medien/aufregung-posting-orf-redakteurs-183142126 www.sn.at], 19. August 2025: Empörung über antisemitisches Posting eines ORF-Redakteurs</ref> |
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| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
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| | * Buch [[Die Welt zu Gast in Salzburg]] | | * Buch [[Die Welt zu Gast in Salzburg]] |
| | * [[Susanne Rolinek]], [[Gerald Lehner]], [[Christian Strasser]]: ''[[Im Schatten der Mozartkugel]]'', Czernin Verlag, Wien 2009. | | * [[Susanne Rolinek]], [[Gerald Lehner]], [[Christian Strasser]]: ''[[Im Schatten der Mozartkugel]]'', Czernin Verlag, Wien 2009. |
| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references/> |
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| | {{SORTIERUNG: Améry, Jean}} | | {{SORTIERUNG: Améry, Jean}} |