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''Meine lieben theuren! Wie sehr freuen wir uns alle über Euer Glück, wir vergönen es Euch von ganzen Herzen, und wünschen das es immer so grüne- und blühe. Recht sehr danke ich, für Eure freundlichen Zeilen, zu meinen Geburtstag, wie es kamm weiß ich gar nicht aber die Großmutter über brachte mir selbst den Brief ich laß ihr dan den Brief gleich vor, und gab ihr auch denselben mit, damit sie in in Muse lesen kan. Wie froh bin ich daß die Groß mutter von gestern endlich einen Brief von Euch bekamm sie war schon in der that recht ver droßen und gekränkt, so lange von der Fany [Fanni] keinen Brief erhalten zu haben, nun scheint es, ist sie wider gut. Sie hat viel für die Fany [Fanni], und Euch gethan, daher bitte ich Euch, nie die Dankbarkeit aus dem Wege zu lassen, von Euch etwas zu hören, ist ihr größten Lust seit sie allein ist, die Groß mutter ist wohl; zurstunt sich durch Lubreit [?], und ist nun immer darauf bedacht, was du etwa noch brauchen könntest. Wir hatten in dieser Zeit immer schon großen Strauß zu überkommen bey Otto waren alle 3 Kinder krank Otto hatte die häutige Launen mit schrecklich starken Fieber mußte 2 mal mit Luzis in Hals gebracht werden, der Kuhn kamm 2 mahl in einem Tag. Die Paula hatte starken Husten und war sehr k[g]rantig, und die kleine hat einen sehr starken Brust herten [?] so daß sie gewiß 3 Tag und Nächt gewiß nicht länger als eine ¼ Stund außsetzte mit Husten also war eine Person mit Otto, eine mit der kleinen, und die Mamma größtentheil mit der Paula beschäftigt. Die 2 Mädchen mußten so gar auß den Zimmer weg geXXaumt werden wo Otto lag damit sie nicht diese kranke Luf[t] einathmen also war die Pepi nun mit Otto beschäftigt, ich besorgte die kleinen. Die Paula hat dan einmal ich glaube es war gerade am Dienstag fast den ganzen Nachmittag geschlaffen, wo dan diese wider ganz frisch wurden. Otto ist nun auch gottlob wider gut, und fast ganz geheilt im Hals, er mußte auch Tag und Nacht Eis über schlag auf den Kopf haben, den er war oft ganz außeinander. Nun sind sie wieder alle im Kindszimmer beysammen, die kleine hat gestern Nachmmittag auch angefangen länger an ein ander zu schlaffen, und so gott will wird alles wider recht werden Otto ist auch schon wider auf. und zimmlich heiter man muß ihn nur imer hütten das er nicht hinauß kömmt. Ich muß nun schließen um die Post nicht zu ver säumen Lebt alle recht wohl genießt Eure Tage in Lust und Freude und seit herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer treuen Mutter Spängler – Alle Bekanten grüßen Euch herzlich und freuen sich über Euer glück. Die Chati küßt die Hände.''
 
''Meine lieben theuren! Wie sehr freuen wir uns alle über Euer Glück, wir vergönen es Euch von ganzen Herzen, und wünschen das es immer so grüne- und blühe. Recht sehr danke ich, für Eure freundlichen Zeilen, zu meinen Geburtstag, wie es kamm weiß ich gar nicht aber die Großmutter über brachte mir selbst den Brief ich laß ihr dan den Brief gleich vor, und gab ihr auch denselben mit, damit sie in in Muse lesen kan. Wie froh bin ich daß die Groß mutter von gestern endlich einen Brief von Euch bekamm sie war schon in der that recht ver droßen und gekränkt, so lange von der Fany [Fanni] keinen Brief erhalten zu haben, nun scheint es, ist sie wider gut. Sie hat viel für die Fany [Fanni], und Euch gethan, daher bitte ich Euch, nie die Dankbarkeit aus dem Wege zu lassen, von Euch etwas zu hören, ist ihr größten Lust seit sie allein ist, die Groß mutter ist wohl; zurstunt sich durch Lubreit [?], und ist nun immer darauf bedacht, was du etwa noch brauchen könntest. Wir hatten in dieser Zeit immer schon großen Strauß zu überkommen bey Otto waren alle 3 Kinder krank Otto hatte die häutige Launen mit schrecklich starken Fieber mußte 2 mal mit Luzis in Hals gebracht werden, der Kuhn kamm 2 mahl in einem Tag. Die Paula hatte starken Husten und war sehr k[g]rantig, und die kleine hat einen sehr starken Brust herten [?] so daß sie gewiß 3 Tag und Nächt gewiß nicht länger als eine ¼ Stund außsetzte mit Husten also war eine Person mit Otto, eine mit der kleinen, und die Mamma größtentheil mit der Paula beschäftigt. Die 2 Mädchen mußten so gar auß den Zimmer weg geXXaumt werden wo Otto lag damit sie nicht diese kranke Luf[t] einathmen also war die Pepi nun mit Otto beschäftigt, ich besorgte die kleinen. Die Paula hat dan einmal ich glaube es war gerade am Dienstag fast den ganzen Nachmittag geschlaffen, wo dan diese wider ganz frisch wurden. Otto ist nun auch gottlob wider gut, und fast ganz geheilt im Hals, er mußte auch Tag und Nacht Eis über schlag auf den Kopf haben, den er war oft ganz außeinander. Nun sind sie wieder alle im Kindszimmer beysammen, die kleine hat gestern Nachmmittag auch angefangen länger an ein ander zu schlaffen, und so gott will wird alles wider recht werden Otto ist auch schon wider auf. und zimmlich heiter man muß ihn nur imer hütten das er nicht hinauß kömmt. Ich muß nun schließen um die Post nicht zu ver säumen Lebt alle recht wohl genießt Eure Tage in Lust und Freude und seit herzlich gegrüßt und geküßt von Eurer treuen Mutter Spängler – Alle Bekanten grüßen Euch herzlich und freuen sich über Euer glück. Die Chati küßt die Hände.''
 
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==== Brief von 1872 von Otto Spängler an den Bruder Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
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==== Brief vom April 1872 von Otto Spängler an den Bruder Franz II. Xaver Gregor Spängler ====
ein Blatt ohne Datum [ca. 1872]:<br />
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ein Blatt ohne Datum [ca. 8. April 1872]:<br />
 
''Lieber Franz! Vor allem empfange zu deinem Brautstande<ref>Franz heiratet 1872 Fanni Schlegel</ref> meine herzinnigsten Glückwünsche; glaube uns lieber Franz, dß es mich sehr gefreut hat, zu hören, du habest endlich nach deinem Herzenswunsch ein Mädchen gefunden, das auch allen übrigen Anforderungen, die man gegenwärtig an ein Mädchen eigentlich stellen muß, entspricht. Möge der Himmel dir Glück u Segen schenken, möge es Euch auch Kinder schenken; sie bilden eine dr schönsten Blumen im Kranze häuslicher Freuden! Geahnt habe ich es wol schon seit längerer Zeit, allein du hattest deine Gründe, es bis nun geheim zu halten; so schrieb ich auch nie etwas. Ein ähnliches Ding waltet bei mir bezüglich meines Eintrites [!] in die Praxis ob; sei also so gut, und warte die Entscheidung ab; auch ich habe Gründe. Wir haben also demnächst die Freude, dich recht bald bei uns zu sehen. Die Geldangelegenheiten pro September wirst du dann selbst hier ordnen. Indeß sei herzlich geküßt u gegrüßt von deinem treuen Bruder Otto''
 
''Lieber Franz! Vor allem empfange zu deinem Brautstande<ref>Franz heiratet 1872 Fanni Schlegel</ref> meine herzinnigsten Glückwünsche; glaube uns lieber Franz, dß es mich sehr gefreut hat, zu hören, du habest endlich nach deinem Herzenswunsch ein Mädchen gefunden, das auch allen übrigen Anforderungen, die man gegenwärtig an ein Mädchen eigentlich stellen muß, entspricht. Möge der Himmel dir Glück u Segen schenken, möge es Euch auch Kinder schenken; sie bilden eine dr schönsten Blumen im Kranze häuslicher Freuden! Geahnt habe ich es wol schon seit längerer Zeit, allein du hattest deine Gründe, es bis nun geheim zu halten; so schrieb ich auch nie etwas. Ein ähnliches Ding waltet bei mir bezüglich meines Eintrites [!] in die Praxis ob; sei also so gut, und warte die Entscheidung ab; auch ich habe Gründe. Wir haben also demnächst die Freude, dich recht bald bei uns zu sehen. Die Geldangelegenheiten pro September wirst du dann selbst hier ordnen. Indeß sei herzlich geküßt u gegrüßt von deinem treuen Bruder Otto''
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1872 1.JPG|thumb|Der Brief ohne Datum [ca. 1872].]]
 
[[Datei:Kobler-Spängler-Briefe von 1872 1.JPG|thumb|Der Brief ohne Datum [ca. 1872].]]