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| | == Leben == | | == Leben == |
| − | Schächer trat nach dem Mittelschulstudium am [[Stiftsgymnasium Kremsmünster]] in die dortige Benediktinerabtei ein. Am [[24. Juni]] [[1923]] wurde er zum Priester geweiht. Der philosophisch-theologischen Ausbildung schloss sich das Studium der Klassischen Philologie an der Universität in Wien an, wo er über den antiken Philosophen Plotin dissertierte. | + | Schächer trat nach dem Mittelschulstudium am [[Stiftsgymnasium Kremsmünster]] in die dortige [[Benediktinerstift Kremsmünster|Benediktinerabtei]] ein. Am [[24. Juni]] [[1923]] wurde er zum Priester geweiht. Der philosophisch-theologischen Ausbildung schloss sich das Studium der Klassischen Philologie an der Universität in Wien an, wo er über den antiken Philosophen Plotin dissertierte. |
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| | Nach der Promotion (1926) vertiefte er seine Studien an den Universitäten zu Berlin (bei Werner Jaeger) und Oxford, wobei er sich zunehmend auf die griechische Philosophie, besonders jene des Aristoteles und seiner Schule, des ''Peripatos'', konzentrierte. [[1937]] habilitierte er sich mit der Schrift "Quellen und problemgeschichtliche Untersuchungen zur Grundlegung der Philia-Theorie bei Aristoteles und im frühen Peripatos" an der Universität Freiburg ([[Schweiz]]). Dort lehrte er seitdem als Dozent, später als Titularprofessor. | | Nach der Promotion (1926) vertiefte er seine Studien an den Universitäten zu Berlin (bei Werner Jaeger) und Oxford, wobei er sich zunehmend auf die griechische Philosophie, besonders jene des Aristoteles und seiner Schule, des ''Peripatos'', konzentrierte. [[1937]] habilitierte er sich mit der Schrift "Quellen und problemgeschichtliche Untersuchungen zur Grundlegung der Philia-Theorie bei Aristoteles und im frühen Peripatos" an der Universität Freiburg ([[Schweiz]]). Dort lehrte er seitdem als Dozent, später als Titularprofessor. |
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| | Nach dem Ende der [[NS]]-Herrschaft wurde er [[1946]] oder [[1948]] an die wiedererrichtete [[Theologische Fakultät in Salzburg]] als Ordinarius der Lehrkanzel für Christliche Philosophie berufen. Am Philosophischen Institut der Fakultät wirkte Schächer, der in Berlin auch den Grad eines Diplom-Volkswirtes erworben hatte, als Lehrer für Logik, Erkenntnistheorie und Sozialwissenschaften. Er bekleidete in den Jahren 1948 bis [[1956]] das Amt des Präses des Instituts und leitete die sozialwissenschaftliche Sektion. 1961/62 war er [[Dekane der Theologischen Fakultät in Salzburg|Dekan der Fakultät]] und maßgeblich an der Wiedererrichtung der Salzburger Universität beteiligt. [[1965]] wurde Schächer an der wiedererrichteten Universität zum ordentlichen Universitätsprofessor der Klassischen Philologie ernannt. Damit kehrte er zum Fach seiner ursprünglichen Ausbildung zurück. 1971 wurde er emeritiert. | | Nach dem Ende der [[NS]]-Herrschaft wurde er [[1946]] oder [[1948]] an die wiedererrichtete [[Theologische Fakultät in Salzburg]] als Ordinarius der Lehrkanzel für Christliche Philosophie berufen. Am Philosophischen Institut der Fakultät wirkte Schächer, der in Berlin auch den Grad eines Diplom-Volkswirtes erworben hatte, als Lehrer für Logik, Erkenntnistheorie und Sozialwissenschaften. Er bekleidete in den Jahren 1948 bis [[1956]] das Amt des Präses des Instituts und leitete die sozialwissenschaftliche Sektion. 1961/62 war er [[Dekane der Theologischen Fakultät in Salzburg|Dekan der Fakultät]] und maßgeblich an der Wiedererrichtung der Salzburger Universität beteiligt. [[1965]] wurde Schächer an der wiedererrichteten Universität zum ordentlichen Universitätsprofessor der Klassischen Philologie ernannt. Damit kehrte er zum Fach seiner ursprünglichen Ausbildung zurück. 1971 wurde er emeritiert. |
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| − | Ein spezielles Arbeitsgebiet hatte Schächer in den Schriften des Aristoteles, über die er sich ja habilitiert hatte. Sein Forschungsschwerpunkt war zeit seines Lebens die Philosophie des großen griechischen Philosophen und seiner Schule. In seinen Arbeiten zum Corpus Aristotelicum und den aristotelischen Ethiken vereinigte Schächer philologische Analyse und Interpretation mit ideengeschichtlichen Herangehensweisen. Er widmete sich mit aller Kraft der akademischen Lehre und Forschung und zählte zu jenen Gelehrten, die die Ergebnisse ihrer Wissenschaft selbst immer wieder infrage stellten. | + | Ein spezielles Arbeitsgebiet hatte Schächer in den Schriften des Aristoteles, über die er sich ja habilitiert hatte. Sein Forschungsschwerpunkt war zeit seines Lebens die Philosophie des großen griechischen Philosophen und seiner Schule. In seinen Arbeiten zum ''Corpus Aristotelicum'' und den aristotelischen Ethiken vereinigte Schächer philologische Analyse und Interpretation mit ideengeschichtlichen Herangehensweisen. Er widmete sich mit aller Kraft der akademischen Lehre und Forschung und zählte zu jenen Gelehrten, die die Ergebnisse ihrer Wissenschaft selbst immer wieder infrage stellten. |
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| | Am Stefanitag des Jahres 1974 fiel der 73-Jährige in der Nähe seines Heimatklosters Kremsmünster einem Verkehrsunfall zum Opfer. Bei einem Spaziergang wurde er von einem PKW, der in einer Kurve auf der regennassen Straße ins Schleudern geraten war, niedergestoßen. Im Krankenhaus Wels bemühten sich die Ärzte vergeblich um das Leben des Unfallopfers. | | Am Stefanitag des Jahres 1974 fiel der 73-Jährige in der Nähe seines Heimatklosters Kremsmünster einem Verkehrsunfall zum Opfer. Bei einem Spaziergang wurde er von einem PKW, der in einer Kurve auf der regennassen Straße ins Schleudern geraten war, niedergestoßen. Im Krankenhaus Wels bemühten sich die Ärzte vergeblich um das Leben des Unfallopfers. |
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| | == Ehrungen == | | == Ehrungen == |
| − | Am 26. Jänner [[1971]] überreichte [[Landeshauptmann]] DDr. [[Hans Lechner]] Erenbert Schächer anlässlich dessen 70. Geburtstags das vom [[Bundespräsident]]en verliehene Große silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich. Er war es auch, der – auf einstimmigen Beschluss der [[Salzburger Landesregierung]] – Schächer das [[Verdienstzeichen des Landes Salzburg|Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg]] verlieh; dies geschah am [[17. Dezember]] 1974 – wenige Tage vor dem tragischen Tod des Ausgezeichneten.<ref>Salzburger Nachrichten, 18. Dezember 1974, [https://www.sn.at/archivsn?img=JUlz7R%2B3vH5OGO0UD2Q63VEaIK6orG4xDKIxGH%2BlN566nfgz79ZM7ZbVChlwoiIPgCO%2F02nH4XQaaPkYddhVH23GFfk1VlaEhM0ME9Q16%2FlHludrccYRnDneXgE32K7i&id1=19741218_11&q=%2522Erenbert%2520Sch%25C3%25A4cher%2522#slide11 S. 11 (SN-Archivseite)]: ''Personalnachrichten</ref> | + | Am [[26. Jänner]] [[1971]] überreichte [[Landeshauptmann]] DDr. [[Hans Lechner]] Erenbert Schächer anlässlich dessen 70. Geburtstags das vom [[Bundespräsident]]en verliehene Große silberne Ehrenzeichen der [[Republik Österreich]]. Er war es auch, der – auf einstimmigen Beschluss der [[Salzburger Landesregierung]] – Schächer das [[Verdienstzeichen des Landes Salzburg|Goldene Verdienstzeichen des Landes Salzburg]] verlieh; dies geschah am [[17. Dezember]] 1974 – wenige Tage vor dem tragischen Tod des Ausgezeichneten.<ref>Salzburger Nachrichten, 18. Dezember 1974, [https://www.sn.at/archivsn?img=JUlz7R%2B3vH5OGO0UD2Q63VEaIK6orG4xDKIxGH%2BlN566nfgz79ZM7ZbVChlwoiIPgCO%2F02nH4XQaaPkYddhVH23GFfk1VlaEhM0ME9Q16%2FlHludrccYRnDneXgE32K7i&id1=19741218_11&q=%2522Erenbert%2520Sch%25C3%25A4cher%2522#slide11 S. 11 (SN-Archivseite)]: ''Personalnachrichten</ref> |
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