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| | ==== Brief vom 25. Februar 1872<ref name="B12A1870"></ref> von der Mutter Antonia an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling und von dessen Bruder Otto ==== | | ==== Brief vom 25. Februar 1872<ref name="B12A1870"></ref> von der Mutter Antonia an den Sohn Franz II. Xaver Gregor Spängler in Mödling und von dessen Bruder Otto ==== |
| | Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und (für mich) unleserliche XX Stellen:<br /> | | Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] und (für mich) unleserliche XX Stellen:<br /> |
| − | ''Salzburg den 25/2 [1872]<ref>ohne Jahresangabe, aber hier eingeordnet in die Sammlung der übrigen Briefe</ref> Mein liebster theuerster Franz! Endlich habe ich einen Brief von dir erhalten, ich höre wohl öfter von Fany wie es dir geht, aber imer freut es mich mehr wen ich von dir selbst einen Brief erhalte. Ich bin gottlob gesund und kan meine Wege gehen. Ich bin bis auf das Bett füllen und Roßhar zupfen fertig. Auch gewaschen muß noch alles werden; aber bis zum packen bin ich schon fertig. Jetzt habe ich auch mein schwarzes Kleid machen lassen welches hübsch auß gefallen ist. dan mußte ich einige Einladungen nach hollen welche zu dato alle beseitigt wurden weil ich mir zu nichts zeit nehm[e] vieles ist schon bey der Fany oben weil es von dort auß gemacht und / und auch von dort auß gewaschen wird was ich dan zahle, weil von dort auß alles gepackt wird. Da die Sachen gewiß schon vor der Hochzeit aufgegeben werden müßen. Was werden solche Leuchten<ref>Ein Unterschied zwischen r und n ist nicht erkennbar; es könnte auch "Leuchter" heißen (ebenfalls an den folgenden Stellen und im nächsten Brief). </ref> in Wien kosten wie du sie mir in Graz gekauft hast, ich bitte dich schaue dich ein wenig um oder bitte die Angermeier'' [Angermayer, Anm.] ''wen sie nicht mehr als 3 höchtens 4 fl [Gulden] kosten möchte ich 2 kaufen lassen und sie der Fany zum Nammenstag geben. Vieleicht kanst du dieses besorgen ich würde das geld dann den Otto geben, und die Leuchten ließe ich ihn von dir unten [in Wien] in meinen Nahmen geben. Hier sollen sie sehr theuer sein. Sie könnte die Leuchten dan gleich unten lassen. / | + | ''Salzburg den 25/2 [1872]<ref>ohne Jahresangabe, aber hier eingeordnet in die Sammlung der übrigen Briefe</ref> Mein liebster theuerster Franz! Endlich habe ich einen Brief von dir erhalten, ich höre wohl öfter von Fany wie es dir geht, aber imer freut es mich mehr wen ich von dir selbst einen Brief erhalte. Ich bin gottlob gesund und kan meine Wege gehen. Ich bin bis auf das Bett füllen und Roßhar zupfen fertig. Auch gewaschen muß noch alles werden; aber bis zum packen bin ich schon fertig. Jetzt habe ich auch mein schwarzes Kleid machen lassen welches hübsch auß gefallen ist. dan mußte ich einige Einladungen nach hollen welche zu dato alle beseitigt wurden weil ich mir zu nichts zeit nehm[e] vieles ist schon bey der Fany oben weil es von dort auß gemacht und / und auch von dort auß gewaschen wird was ich dan zahle, weil von dort auß alles gepackt wird. Da die Sachen gewiß schon vor der Hochzeit aufgegeben werden müßen. Was werden solche Leuchten<ref>Ein Unterschied zwischen r und n ist nicht erkennbar; es könnte auch "Leuchter" heißen (ebenfalls an den folgenden Stellen und im nächsten Brief). </ref> in Wien kosten wie du sie mir in Graz gekauft hast, ich bitte dich schaue dich ein wenig um oder bitte die Angermeier'' [Angermayer, Anm.] ''wen sie nicht mehr als 3 höchtens 4 fl'' [Gulden, Anm.] ''kosten möchte ich 2 kaufen lassen und sie der Fany zum Nammenstag geben. Vieleicht kanst du dieses besorgen ich würde das geld dann den Otto geben, und die Leuchten ließe ich ihn von dir unten'' [in Wien, Anm.] ''in meinen Nahmen geben. Hier sollen sie sehr theuer sein. Sie könnte die Leuchten dan gleich unten lassen. / |
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| − | ''Leider ist bey Zeller ein dichtiger'' [tüchtiger] ''Strich durch [die] Rechnung gemacht worden durch den Tod des Stipitz'' [Stiebitz, Anm.] '', man weiß noch nicht wie weit es hinauß geht ob die Vermählung noch in den Fasten ist. Ich denke doch wen ammal'' [einmal] ''das ärgste vorüber ist das sie doch sein wird weil es dem Schuhmacher gar nicht recht auß geht. Er muß schon in die neue Wohnung über siedlen, und ohne jemand zur Bedienung zu haben geht es schon schwerer. Jeden Fall wird die Hochzeit erst sein wen die Fany wider von Wien zurük kömmt. Die Stipitz'' [Stiebitz, Anm.] ''erbarmmt mir auch recht sehr, sie sieht ja ohnedieß sehr schlecht auß, und die armmen Kindlein dauern mich auch so klein noch alle. Am Mittwoch kommen die beyden Fany nebst Louise Nachmittag zu mir vieleicht lade ich auch die Koch ein. Lebe recht wohl mein lieber Franz ich bethe schon recht fleißig für dich es küßt dich inig deine treue Mutter Spángler. /'' | + | ''Leider ist bey Zeller ein dichtiger'' [tüchtiger] ''Strich durch [die] Rechnung gemacht worden durch den Tod des Stipitz'' [Stiebitz, Anm.] '', man weiß noch nicht wie weit es hinauß geht ob die Vermählung noch in den Fasten ist. Ich denke doch wen ammal'' [einmal, Anm.] ''das ärgste vorüber ist das sie doch sein wird weil es dem Schuhmacher gar nicht recht auß geht. Er muß schon in die neue Wohnung über siedlen, und ohne jemand zur Bedienung zu haben geht es schon schwerer. Jeden Fall wird die Hochzeit erst sein wen die Fany wider von Wien zurük kömmt. Die Stipitz'' [Stiebitz, Anm.] ''erbarmmt mir auch recht sehr, sie sieht ja ohnedieß sehr schlecht auß, und die armmen Kindlein dauern mich auch so klein noch alle. Am Mittwoch kommen die beyden Fany nebst Louise Nachmittag zu mir vieleicht lade ich auch die Koch ein. Lebe recht wohl mein lieber Franz ich bethe schon recht fleißig für dich es küßt dich inig deine treue Mutter Spángler. /'' |
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| | [Otto Spänglers Schrift:] ''Lieber Franz! Die Nachricht vom Tode Stiebitz’s<ref>vgl. Rosa [[Zeller (Familie)|Zeller]] (* 1839; † 1917), verheiratet mit Eduard Stiebitz (* 1835; † 1872 in Linz)</ref> wirst du wahrscheinlich durch Fanni erhalten haben. Es kömmt wahrlich viel Unglück über die Familie. Was die Unionbaubank betrifft, so wurde aus den Unterhandlungen nichts; allein ich habe deßwegen nicht ausgelassen; und bin nun selbst unter die Gründer gegangen. Baurath Schwarz, das Bankhaus Fürst in Wien, die Hypothekenrentenbank, unsere beiden Oberösterreich-Salzburgerbanken wir [?] haben uns zu einem Consortium zusamengetan, um eine Baugesellschaft für Oberösterreich u Salzburg zu gründen. Wir verhandeln bereits mit der Commerce; vom Gemeinderath einstweilen bis zur Entscheidung auf Urlaub gegangen. Näheres folgt. Zur Nachricht diene dir, dß die Xxmärichen [?] Coupons dedato 1. Jänner 1871 bereits unbeanstandet ausbezalt werden. Deine Verrechnung ist nun folgende:'' [Zahlen in zwei Spalten jeweils untereinander:] ''Lezter Kassarest - 12.55 // 16/2 August'' [Spängler] ''zalt - 150. - // 23/2 August zalt Rest 100. - // 262.55 // 204.50'' [rechte Spalte:] ''Ausgaben: // Hemden machen 4.50 // Otto nimmt zu 5% 150.- // Otto nimmt zu 5% 50.- // 204.50'' [Unterstrich:] ''58. - 5'' | | [Otto Spänglers Schrift:] ''Lieber Franz! Die Nachricht vom Tode Stiebitz’s<ref>vgl. Rosa [[Zeller (Familie)|Zeller]] (* 1839; † 1917), verheiratet mit Eduard Stiebitz (* 1835; † 1872 in Linz)</ref> wirst du wahrscheinlich durch Fanni erhalten haben. Es kömmt wahrlich viel Unglück über die Familie. Was die Unionbaubank betrifft, so wurde aus den Unterhandlungen nichts; allein ich habe deßwegen nicht ausgelassen; und bin nun selbst unter die Gründer gegangen. Baurath Schwarz, das Bankhaus Fürst in Wien, die Hypothekenrentenbank, unsere beiden Oberösterreich-Salzburgerbanken wir [?] haben uns zu einem Consortium zusamengetan, um eine Baugesellschaft für Oberösterreich u Salzburg zu gründen. Wir verhandeln bereits mit der Commerce; vom Gemeinderath einstweilen bis zur Entscheidung auf Urlaub gegangen. Näheres folgt. Zur Nachricht diene dir, dß die Xxmärichen [?] Coupons dedato 1. Jänner 1871 bereits unbeanstandet ausbezalt werden. Deine Verrechnung ist nun folgende:'' [Zahlen in zwei Spalten jeweils untereinander:] ''Lezter Kassarest - 12.55 // 16/2 August'' [Spängler] ''zalt - 150. - // 23/2 August zalt Rest 100. - // 262.55 // 204.50'' [rechte Spalte:] ''Ausgaben: // Hemden machen 4.50 // Otto nimmt zu 5% 150.- // Otto nimmt zu 5% 50.- // 204.50'' [Unterstrich:] ''58. - 5'' |