| | ''Was Eure Reise betrifft, so muß ich Dich vor allem aufmerksam machen dß der Zug um 9 Uhr ein gemischter ist, der nicht bis Wien geht, sondern der Postzug ist der um 7 Uhr früh, mit welchem Ihr dann um ¾ 7 Uhr Ab[en]ds in Wien ankömmt; Dein anderer Zug, der ebenfalls über Tag herabgeht, ist der Eilzug um ½ 2 od 2 Uhr Nachm.<ref>Die Zugfahrt von Salzburg nach Wien dauerte also 1872 von 7.00 Uhr bis 18.45 Uhr. Ein Eilzug fuhr um 14.00 Uhr in Salzburg ab, aber die Ankunftszeit in Wien nennt Franz nicht. Die [[Westbahnstrecke]] gab es seit 1860; die Anzeige von 1879 dort nennt mehrere entspr. Züge.</ref> // Was Euer Absteigquartier in Wien betrifft, so möchte ich Dich, doch noch darauf aufmerksam machen, ob es Euch nicht vielleicht bequemer ist, in der Stadt, etwa Matschakenhof [?], od Mandl [?] od dgl so wo[h]nen, wo Ihr mehr im Mittelpunkte wäret. // Da ich Sonntag – aber erst Ab[en]ds nach Wien fahre – so ersuche ich Dich mir bis Sonntag [unterstrichen:] hieher Eure definitive Willensmeinung wegen der Wo[h]/nung bekannt zu geben, es wäre denn dß Du noch einen Brief von Minna abwarten wolltest; ich könnte ja nötigenfalls auch erst am Freitag Nachm das Zimmer bestellen. // Was die Prüfung betrifft, so war ich mit dem Resultate nicht besonders zufrieden, es werden dahier die Noten nicht gar gut ausfallen. // Ich werde mir womöglich den Samstag, od jedenfalls Son[n]tag ganz frei machen damit ich möglichst viele Zeit Euch widmen kann. Ich werde wo[h]l einige Male wä[h]rend dieser Zeit in Wien übernachten, u. zwar jedenfalls auch machmal in dem Gasthause, wo Ihr wo[h]nt, damit ich nicht Angermay[e]r so oft belästigen muß, u damit wir auch den Abend u Morgenstunden das Zusammensein möglichst genießen können.'' | | ''Was Eure Reise betrifft, so muß ich Dich vor allem aufmerksam machen dß der Zug um 9 Uhr ein gemischter ist, der nicht bis Wien geht, sondern der Postzug ist der um 7 Uhr früh, mit welchem Ihr dann um ¾ 7 Uhr Ab[en]ds in Wien ankömmt; Dein anderer Zug, der ebenfalls über Tag herabgeht, ist der Eilzug um ½ 2 od 2 Uhr Nachm.<ref>Die Zugfahrt von Salzburg nach Wien dauerte also 1872 von 7.00 Uhr bis 18.45 Uhr. Ein Eilzug fuhr um 14.00 Uhr in Salzburg ab, aber die Ankunftszeit in Wien nennt Franz nicht. Die [[Westbahnstrecke]] gab es seit 1860; die Anzeige von 1879 dort nennt mehrere entspr. Züge.</ref> // Was Euer Absteigquartier in Wien betrifft, so möchte ich Dich, doch noch darauf aufmerksam machen, ob es Euch nicht vielleicht bequemer ist, in der Stadt, etwa Matschakenhof [?], od Mandl [?] od dgl so wo[h]nen, wo Ihr mehr im Mittelpunkte wäret. // Da ich Sonntag – aber erst Ab[en]ds nach Wien fahre – so ersuche ich Dich mir bis Sonntag [unterstrichen:] hieher Eure definitive Willensmeinung wegen der Wo[h]/nung bekannt zu geben, es wäre denn dß Du noch einen Brief von Minna abwarten wolltest; ich könnte ja nötigenfalls auch erst am Freitag Nachm das Zimmer bestellen. // Was die Prüfung betrifft, so war ich mit dem Resultate nicht besonders zufrieden, es werden dahier die Noten nicht gar gut ausfallen. // Ich werde mir womöglich den Samstag, od jedenfalls Son[n]tag ganz frei machen damit ich möglichst viele Zeit Euch widmen kann. Ich werde wo[h]l einige Male wä[h]rend dieser Zeit in Wien übernachten, u. zwar jedenfalls auch machmal in dem Gasthause, wo Ihr wo[h]nt, damit ich nicht Angermay[e]r so oft belästigen muß, u damit wir auch den Abend u Morgenstunden das Zusammensein möglichst genießen können.'' |
| − | ''Was die etwaigen Besuche in Wien / betrifft, so überlaße ich dies ganz Euch, doch meine ich, dß wir, wenn wir auch keine Besuche machen, doch den einen od andern Abend mit Angermay[e]r u Julius Spängler zubringen können. // Die Ereigniße bei Zeller sind sehr bedauerlich; Dein nächster Brief wir mir wo[h]l anzeigen können, ob am Montag die Hochzeit der Emma ist, od nicht. Ich wünsche Dir gute Unterhaltung; dß Du meiner dabei gedenkest, dß Du des Tages gedenkest an dem auch wir über 6 Wochen (nur kein Fieber!) dasselbe Fest hoffentlich begehen, brauche ich Dich wo[h]l nicht erst zu ersuchen, Du wirst es ohnehin tun, wie auch ich an diesem Tage besonders daran denken werde. Wenn Du nur schon dabliebest! Aber so kommt noch eine mehrwochentl[iche] Zwischenzeit, in der wir uns nochmals trennen müßen, bis uns des Himmels Segen für immer vereint! // Trage Sorge dß ein am Montag anlangender Brief von mir, die auch zu Zeller hinübergeschi[c]kt werde. Dann wird mal nur me[h]r ein Brief folgen, bis wir uns wiedersehen! Deinen Bruder'' [Halbbruder] ''Richard wünsche ich baldige Besserung. Von den #'' [quer am Rand:] ''# Möbeln habe ich noch kein Aviso erhalten, vielleicht kommen sie diese Woche noch gar nicht. Grüße die Großmutter; ich verbleibe mit herzlichem Gruße u. Kuße Dein treuer Franz.'' | + | ''Was die etwaigen Besuche in Wien / betrifft, so überlaße ich dies ganz Euch, doch meine ich, dß wir, wenn wir auch keine Besuche machen, doch den einen od andern Abend mit Angermay[e]r u Julius Spängler zubringen können. // Die Ereigniße bei Zeller sind sehr bedauerlich; Dein nächster Brief wir mir wo[h]l anzeigen können, ob am Montag die Hochzeit der Emma ist, od nicht. Ich wünsche Dir gute Unterhaltung; dß Du meiner dabei gedenkest, dß Du des Tages gedenkest an dem auch wir über 6 Wochen (nur kein Fieber!) dasselbe Fest hoffentlich begehen, brauche ich Dich wo[h]l nicht erst zu ersuchen, Du wirst es ohnehin tun, wie auch ich an diesem Tage besonders daran denken werde. Wenn Du nur schon dabliebest! Aber so kommt noch eine mehrwochentl[iche] Zwischenzeit, in der wir uns nochmals trennen müßen, bis uns des Himmels Segen für immer vereint! // Trage Sorge dß ein am Montag anlangender Brief von mir, die auch zu Zeller hinübergeschi[c]kt werde. Dann wird mal nur me[h]r ein Brief folgen, bis wir uns wiedersehen! Deinen Bruder'' [Halbbruder, Anm.] ''Richard wünsche ich baldige Besserung. Von den #'' [quer am Rand:] ''# Möbeln habe ich noch kein Aviso erhalten, vielleicht kommen sie diese Woche noch gar nicht. Grüße die Großmutter; ich verbleibe mit herzlichem Gruße u. Kuße Dein treuer Franz.'' |