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| − | '''Phyllonorycter nicellii''' (''Lithocolletis nicellii'' Stainton, 1851: CLXXII-CLXXIII) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). | + | '''Phyllonorycter nicellii''' (''Lithocolletis nicellii'' Stainton, 1851: CLXXII-CLXXIII) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). |
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| | ==Diagnose== | | ==Diagnose== |
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| − | Die unterseitigen Blattminen an ''[[Corylus avellana]]'' sind im Allgemeinen unverwechselbar. Lediglich die Jugendminen von ''[[Parornix devoniella]]'' können ähnlich aussehen, sind meist aber weniger rechteckig und in einem Aderwinkel des Blattes angelegt. Zudem frisst die Raupe später unter einem Blattumschlag, während jene von ''P. nicellii'' zeitlebens in ihrer Mine bleibt. Imagines, bei denen die Nahrungspflanze nicht bekannt ist, können zuverlässig nur durch Genitaluntersuchung von anderen ähnlichen ''Phyllonorycter''-Arten unterschieden werden. | + | Die Blattminen an Blattunterseite des [[Haselnuss]]-Strauches (''[[Corylus avellana]]'') sind im Allgemeinen unverwechselbar. Lediglich die Jugendminen von ''[[Parornix devoniella]]'' können ähnlich aussehen, sind meist aber weniger rechteckig und in einem Aderwinkel des Blattes angelegt. Zudem frisst die Raupe später unter einem Blattumschlag, während jene von ''P. nicellii'' zeitlebens in ihrer Mine bleibt. [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines, bei denen die Nahrungspflanze nicht bekannt ist, können zuverlässig nur durch Genitaluntersuchung von anderen, ähnlichen ''Phyllonorycter''-Arten unterschieden werden. |
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| | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| − | ''P. nicellii'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet und bereits aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Nördliche Kalkalpen]]) und III ([[Schieferalpen]]) nachgewiesen worden (Embacher et al. 2024). Die vertikale Verbreitung ist bisher von rund 400 bis 970 m Höhe dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Lebensraum der Art sind besonders [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>- und Gebüschränder, sowie Galeriewälder. Hier tritt sie in zwei Generationen im Jahr auf, die durch Raupenfunde vom Juni und Juli, sowie vom September und Oktober belegt sind. Die Puppe wurde im Juli und, nach der Überwinterung, im März festgestellt, [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines treten von Februar (in der Zucht verfrüht geschlüpft) bis Mai und von Juni bis Juli auf ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). | + | ''P. nicellii'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet und bereits aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Nördliche Kalkalpen]]) und III ([[Schieferalpen]]) nachgewiesen worden (Embacher et al. 2024). Die vertikale Verbreitung ist bisher von rund 400 bis 970 m Höhe dokumentiert ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Lebensraum der Art sind besonders [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>- und Gebüschränder, sowie Galeriewälder. Hier tritt sie in zwei Generationen im Jahr auf, die durch Raupenfunde vom Juni und Juli, sowie vom September und Oktober belegt sind. Die Puppe wurde im Juli und, nach der Überwinterung, im März festgestellt, [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines treten von Februar (in der Zucht verfrüht geschlüpft) bis Mai und von Juni bis Juli auf (Kurz & Kurz 2025). |
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| | ==Nachbarfaunen== | | ==Nachbarfaunen== |
| − | Huemer (2013) meldet die Art mit Ausnahme des Burgenlandes aus allen österreichischen Bundesländern. ''P. nicellii'' wurde aber auch im Burgenland am Gipfel des Geschriebensteins in Form der Mine bereits aufgefunden (Kurz & Kurz 2025). Die häufige Art ist auch in allen Landesteilen von Oberösterreich (Klimesch 1990), als auch von Bayern (Haslberger & Segerer 2016) vertreten. | + | Huemer (2013) meldet die Art mit Ausnahme des Burgenlandes aus allen österreichischen Bundesländern. ''P. nicellii'' wurde aber auch im [[Burgenland]] am Gipfel des Geschriebensteins in Form der Mine bereits aufgefunden (Kurz & Kurz 2025). Die häufige Art ist auch in allen Landesteilen [[Oberösterreich]]s (Klimesch 1990) wie auch [[Bayern]]s (Haslberger & Segerer 2016) vertreten. |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
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| − | Die Lebensweise der Imagines ist in Salzburg unbekannt. Die Raupen leben in Faltenminen auf der Blattunterseite des [[Haselnuss]]-Strauches (''[[Corylus avellana]]''). Sie können dabei in Konkurrenz zur eigenen Art, zu ''[[Phyllonorycter coryli]]'' (Minen auf der Blattoberseite), aber auch zu ''[[Parornix devoniella]]'', ''[[Stigmella microtheriella]]'' oder ''[[Stigmella floslactella]]'' treten ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025), obwohl die genannten Arten kaum an denselben Blättern zusammen treffen. In einem Fall wurde auch die Nutzung von ''[[Corylus maxima]]'' beobachtet. ''P. nicellii'' ist in Salzburg ungefährdet, da die Art weit verbreitet und häufig ist und auch geeignete Lebensräume, zumindest in niedrigen Lagen, sehr weit verbreitet sind (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). | + | Die Lebensweise der Imagines ist in Salzburg unbekannt. Die Raupen leben in Faltenminen auf der Blattunterseite des Haselnuss-Strauches (''Corylus avellana''). Sie können dabei in Konkurrenz zur eigenen Art, zu ''[[Phyllonorycter coryli]]'' (Minen auf der Blattoberseite), aber auch zu ''[[Parornix devoniella]]'', ''[[Stigmella microtheriella]]'' oder ''[[Stigmella floslactella]]'' treten (Kurz & Kurz 2025), obwohl die genannten Arten kaum an denselben Blättern zusammentreffen. In einem Fall wurde auch die Nutzung von ''[[Corylus maxima]]'' beobachtet. ''P. nicellii'' ist in Salzburg ungefährdet, da die Art weit verbreitet und häufig ist und auch geeignete Lebensräume, zumindest in niedrigen Lagen, sehr weit verbreitet sind (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024). |
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| | ==Weiterführende Informationen== | | ==Weiterführende Informationen== |
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| | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. | | *Haslberger, A. & A.H. Segerer 2016. Systematische, revidierte und kommentierte Checkliste der Schmetterlinge Bayerns (Insecta: Lepidoptera). Mitteilungen der Münchner Entomologischen Gesellschaft 106. Supplement: 336 pp. |
| | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| − | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. | + | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Entomologische Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.07.31]. | + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.07.31]. |
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| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references /> |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |