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''Ich bitte dich wen du hierher kömmst so nehme um eine dir recht gut passende Gatin [Partie?] mehr mit, damit wen ich einiges machen muß ich ein Mußter habe, vieleicht auch von denen Hemten Sattler Anton schückte die ganze Papire geschüchte durch die Post und Leopoldin[e] zahlte natürlich die 50 Xr [Kreuzer] Porto. Ich bin gottlob gesund habe immer viel zu thun gehe aber auch öfter auß weil dieß zur gesundheit dient gestern war ich für den ganzen Tag in der Gnigl weil wider der Anton Spángler seine Frau sammt Kinder und 2 Mägden hier ist. Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe im geiste deine treue Mutter Spángler.''
 
''Ich bitte dich wen du hierher kömmst so nehme um eine dir recht gut passende Gatin [Partie?] mehr mit, damit wen ich einiges machen muß ich ein Mußter habe, vieleicht auch von denen Hemten Sattler Anton schückte die ganze Papire geschüchte durch die Post und Leopoldin[e] zahlte natürlich die 50 Xr [Kreuzer] Porto. Ich bin gottlob gesund habe immer viel zu thun gehe aber auch öfter auß weil dieß zur gesundheit dient gestern war ich für den ganzen Tag in der Gnigl weil wider der Anton Spángler seine Frau sammt Kinder und 2 Mägden hier ist. Lebe recht wohl es küßt dich mit iniger Liebe im geiste deine treue Mutter Spángler.''
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==== Brief vom 30., 31. August und 1. September 1871 von Franz Spängler an Fanni Schlegel ====
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Brief von [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] an [[Franziska Spängler]] mit Umschlag, aufgedruckte Marke 5 kr.; Umschlagklappe mit undeutlichem Prägedruck, kleines rotes Lacksiegel "IF." [?]<ref>Der Vater, gestorben 1852, ist "Franz Ignatius Xaver" Spängler bzw. bei der Taufe "Franziskus Xav. Gregor Maria", wird aber "Franz Xaver" genannt.</ref> "Sp."; Poststempel "Mödling 1/9", rückseitig "Wien 1/9…" und "Bergen 2/9"; [unterstrichen:] "Fräulein Fanny Schlegel // im [unterstrichen:] Bade Adelholzen // in Baiern // Station Bergen". Drei Bögen, nummeriert; / = Seitenwechsel; // = Absatz; [Ergänzung]; [?] = fraglich:<br />
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''Meine liebe, liebe Fanny! // Zuerst muß ich Ihnen berichten, dß meine Erwartung, schon diesmal nach Wien verse[t]zt zu werden, sich nicht realisi[e]rte, doch sind wieder 2 gefährliche Concurrenten hinein verse[t]zt worden, u es dürfte daher ein nächstes Mal leichter gehen. Doch wird das voraussichtlich wieder einige Monate dauern, bis neuerdings einige Stellen zur Bese[t]zung kommen. Es heißt also sich gedulden; doch ist zu den schon früher einmal auseinandergesagten Gründen'' [klein darüber:] ''warum ich nach Wien strebe noch der gekommen, daß ich fürchte, dß das wirklich freundschaftl u. collegiale Verhältniß, welches zwischen uns, – den Bezirks-Richter eingerechnet – hier herrschte, durch den neuen Collegen einige Störungen erleiden dürfte.'' Er entschuldigt sich, sie mit solchen Mitteilungen zu langweilen. / Ausflüge mit seinem Frend Dr. Kaserer, abends in Neustift. / Er berichtet von seiner Lektüre ([Berthold] Auerbach). / Er erwartet ihren Brief. // ''31. August Abends. Leider erhielt ich gestern nicht den gehofften Brief, sondern erst heute'' […]. Es tut ihm leid, dass sie auf einen Brief warten musste, er hat ihn ''Son[n]tag Mittags in Wien am Graben zur Post gegeben'' […]. Er freut sich über ''Ihre mich so ganz befriedigenden Anschauungen über das Verhältnis der Gatten zum Streben u. zur Thätigkeit des Mannes im öffentlichen Leben.''
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[zweiter Bogen:] Er lobt ihre Briefe nach Form und Inhalt, ihren Reisebericht und den Bericht vom Oberammergauer Passionsspiel. Er bittet um Vergebung für seine Ungeschicklichkeit am Faschingsdienstag 1869. / Er bittet sie, ihre Gedanken ganz offen zu schreiben. ''Gott gebe mir die Gunst, dß ich Ihre Hoffnungen, Ihr Vertrauen rechtfertige.'' / Sein Urlaub verzögert sich. Er hofft, da er wegen der neuen Aushilfe im September nicht fortkommen kann, im Oktober eine Woche Urlaub zu bekommen. / ''1. Sept 1871 Morgens 6 ¼ Uhr.'' Er verbringt einen Abend bei der Familie Baron Buschmann, die er sehr schätzt. - [dritten Bogen:] […] / Grüße an Familie Zeller, / Bitte recht bald um einen Brief aus Adelholzen oder aus Salzburg. An die Großmutter Empfehlungen. ''Gott segne Sie, meine liebe gute Fanny. […] Ihr // Sie aufrichtig liebender // D[r] Spängler''
 
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