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'''Phyllonorycter strigulatella''' (''Lithocolletis strigulatella'' Zeller, 1846: 187) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der  
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'''Phyllonorycter strigulatella''' (''Lithocolletis strigulatella'' Zeller, 1846: 187) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
[[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
      
==Diagnose==
 
==Diagnose==
Imagines können an den beiden großen, nahezu gleichseitigen weißen Dreiecken am Innenrand des Vorderflügels meist eindeutig erkannt werden, besonders, wenn die Exemplare aus ''[[Alnus incana]]'' gezüchtet wurden. Als zusätzliches Merkmal kann auch die völlige schwarze Umrandung der Basallinie herangezogen werden. Auch die unterseitigen Blattminen, die keine auffallenden Längsfalten aufweisen und oft zahlreich im selben Blatt vorkommen, sind im Allgemeinen eindeutig zu erkennen.
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[[Glossar Biologie#I|Imagines]] können an den beiden großen, nahezu gleichseitigen weißen Dreiecken am Innenrand des Vorderflügels meist eindeutig erkannt werden, besonders, wenn die Exemplare aus ''[[Alnus incana]]'' (Grau-Erle) gezüchtet wurden. Als zusätzliches Merkmal kann auch die völlige schwarze Umrandung der Basallinie herangezogen werden. Auch die unterseitigen Blattminen, die keine auffallenden Längsfalten aufweisen und oft zahlreich im selben Blatt vorkommen, sind im Allgemeinen eindeutig zu erkennen.
    
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
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''P. strigulatella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet. Sichere Nachweise sind aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Nördliche Kalkalpen]]), III (Schieferalpen) und IV ([[Zentralalpen]]) bekannt (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2024). Die Höhenverbreitung im Land ist von rund 400 bis 1600 m dokumentiert. Die Art lebt besonders in bachbegleitenden Gehölzen, an [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern, in Erlen-Weiden-Gebüschen, kann aber auch in Gärten gefunden werden. Die [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines fliegen in zwei Generationen im Jahr von Ende März (verfrüht schlüpfende Tiere in der Zucht) bis Mai und im Juli und August. Die Raupen treten im Juli, sowie im September und Oktober auf. Die Puppen der zweiten Generation überwintern (alle Informationen nach [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025).
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''P. strigulatella'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] weit verbreitet. Sichere Nachweise sind aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]), II ([[Nördliche Kalkalpen]]), III (Schieferalpen) und IV ([[Zentralalpen]]) bekannt (Zoneneinteilung nach Embacher et al. 2024). Die Höhenverbreitung im Land ist von rund 400 bis 1600 m dokumentiert. Die Art lebt besonders in bachbegleitenden Gehölzen, an [[Wald (Ökosystem)|Wald]]<nowiki></nowiki>rändern und in Erlen-Weiden-Gebüschen, kann aber auch in Gärten gefunden werden. Die Imagines fliegen in zwei Generationen im Jahr von Ende März (verfrüht schlüpfende Tiere in der Zucht) bis Mai und im Juli und August. Die Raupen treten im Juli, sowie im September und Oktober auf. Die Puppen der zweiten Generation überwintern (alle Informationen nach Kurz&nbsp;&amp;&nbsp;Kurz&nbsp;2025).
    
==Nachbarfaunen==
 
==Nachbarfaunen==
''P. stigulatella'' ist mit Ausnahme des Burgenlandes aus allen österreichischen Bundesländern bekannt (Huemer 2013). Die häufige und weit verbreitete Art ist auch aus allen Landesteilen von Oberösterreich (Klimesch 1990), als auch von Bayern (Haslberger & Segerer 2016) nachgewiesen worden.
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''P. stigulatella'' ist mit Ausnahme des [[Burgenland]]es aus allen österreichischen Bundesländern bekannt (Huemer 2013). Die häufige und weit verbreitete Art ist auch aus allen Landesteilen von [[Oberösterreich]] (Klimesch 1990) als auch von [[Bayern]] (Haslberger & Segerer 2016) nachgewiesen worden.
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
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Fliegende Falter wurden sowohl tagsüber, als auch nach Einbruch der Nacht an künstlichen Lichtquellen beobachtet. Die Raupen entwickeln sich (fast?) ausschließlich in Faltenminen an [[Grau-Erle|Grauerle]] (''[[Alnus incana]]''), wobei oft mehrere Raupen ihre Minen im selben Blatt anlegen. Eine Angabe zu aus [[Grünerle]] (''[[Alnus alnobetula]]'') gezüchteten Tieren beruht möglicherweise auf einer Falschbestimmung der Nahrungspflanze. An ihrer Nahrungspflanze sind die Raupen der Konkurrenz durch mehrere andere Phytophage ausgesetzt. Dokumentiert sind neben den Raupen der eigenen Art: ''[[Bucculatrix cidarella]]'', ''[[Phyllonorycter froelichiella]]'', ''[[Caloptilia elongella]]'', ''[[Eriophyes laevis]]'' und ''[[Taphrina amentorum]]'' (alle Angaben nach [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Auf Grund der weiten Verbreitung im Land, der Häufigkeit und der weiten Verbreitung geeigneter Lebensräume ist ''P. strigulatella'' in Salzburg nicht gefährdet (Einstufung LC nach Embacher et al. 2025).
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Fliegende Falter wurden sowohl tagsüber als auch nach Einbruch der Nacht an künstlichen Lichtquellen beobachtet. Die Raupen entwickeln sich (fast?) ausschließlich in Faltenminen an [[Grau-Erle|Grauerle]] (''[[Alnus incana]]''), wobei oft mehrere Raupen ihre Minen im selben Blatt anlegen. Eine Angabe zu aus [[Grünerle]] (''[[Alnus alnobetula]]'') gezüchteten Tieren beruht möglicherweise auf einer Falschbestimmung der Nahrungspflanze. An ihrer Nahrungspflanze sind die Raupen der Konkurrenz durch mehrere andere Phytophage ausgesetzt. Dokumentiert sind neben den Raupen der eigenen Art: die Kleinschmetterlinge ''[[Bucculatrix cidarella]]'', ''[[Phyllonorycter froelichiella]]'' und ''[[Caloptilia elongella]]'' sowie ''[[Eriophyes laevis]]'' (Erlengallmilbe) und ''[[Taphrina amentorum]]'' (Erlen-Narrentasche, ein [[Pilz]]) (alle Angaben nach Kurz&nbsp;&amp;&nbsp;Kurz&nbsp;2025). Auf Grund der weiten Verbreitung im Land, der Häufigkeit und der weiten Verbreitung geeigneter Lebensräume ist ''P. strigulatella'' in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] nicht gefährdet (Einstufung LC nach Embacher et al. 2025).
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.07.11].
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*Kurz, M. A.&nbsp;&amp;&nbsp;[[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.07.11].
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== Einzelnachweis ==
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<references />
    
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]