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| − | [[Datei:Musikkapelle Ebenau.jpg|thumb|Musikkapelle Ebenau]] | + | [[Datei:Musikkapelle Ebenau 2025.jpg|thumb|Die Musikkapelle Ebenau 2025.]] |
| | Die '''Musikkapelle Ebenau''' ist eine Musikkapelle in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Ebenau]]. | | Die '''Musikkapelle Ebenau''' ist eine Musikkapelle in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Ebenau]]. |
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| | 1874 bis 1877 löste sich infolge wirtschaftlichen Niedergangs der Industriebetrieb in Ebenau auf. Daraufhin dürfte sich auch die Werksmusik Ebenau aufgelöst haben, allerdings nur dem Namen nach. Sie hat aber mit großer Wahrscheinlichkeit ihre musikalische Tätigkeit nie eingestellt, ab jetzt allerdings unter der Bezeichnung "Musik Ebenau".<ref name="Leitich">Meinhard Leitich, Festschrift 2000. 150 Jahre Musikkapelle Ebenau, Ebenau 2000</ref> | | 1874 bis 1877 löste sich infolge wirtschaftlichen Niedergangs der Industriebetrieb in Ebenau auf. Daraufhin dürfte sich auch die Werksmusik Ebenau aufgelöst haben, allerdings nur dem Namen nach. Sie hat aber mit großer Wahrscheinlichkeit ihre musikalische Tätigkeit nie eingestellt, ab jetzt allerdings unter der Bezeichnung "Musik Ebenau".<ref name="Leitich">Meinhard Leitich, Festschrift 2000. 150 Jahre Musikkapelle Ebenau, Ebenau 2000</ref> |
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| | + | [[Datei:Musikkapelle Ebenau.jpg|thumb|Die Musikkapelle Ebenau 2010]] |
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| | === Ringsum bekannt! === | | === Ringsum bekannt! === |
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| | === Schwierige Zeiten === | | === Schwierige Zeiten === |
| − | Der politische Zwang, der während der Herrschaft des [[Nationalsozialismus]] allgemein auf alle Vereine ausgeübt wurde, fand dann seinen Niederschlag in den "Satzungen der Musikvereinskapelle Ebenau" vom [[22. November]] [[1939]]. Einige Auszüge daraus lauten folgendermaßen: "''Zweck des Vereines: Pflege der Musik, Teilnahme bei Veranstaltungen der [[NSDAP]], kirchlichen und ortsüblichen Feiern sowie bei Anlässen privater Natur. Mitgliedschaft: Mitglieder des Vereines können nur Arier deutschen oder artverwandten Blutes werden. Personen, bei welchen auch nur ein Großelternteil Jude oder jüdischer Mischling ist, können die Mitgliedschaft nicht erwerben.''" | + | Der politische Zwang, der während der Herrschaft des [[Nationalsozialismus]] allgemein auf alle Vereine ausgeübt wurde, fand dann seinen Niederschlag in den "Satzungen der Musikvereinskapelle Ebenau" vom [[22. November]] [[1939]]. Einige Auszüge daraus lauten folgendermaßen: "Zweck des Vereines: Pflege der Musik, Teilnahme bei Veranstaltungen der [[NSDAP]], kirchlichen und ortsüblichen Feiern sowie bei Anlässen privater Natur. Mitgliedschaft: Mitglieder des Vereines können nur Arier deutschen oder artverwandten Blutes werden. Personen, bei welchen auch nur ein Großelternteil Jude oder jüdischer Mischling ist, können die Mitgliedschaft nicht erwerben." |
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| | Mit den Statuten aus dem Jahre 1939 hat also die Musik Ebenau wiederum eine Wandlung durchgemacht: Von der "Werksmusik" (1850–1874) über die "normale", nicht vereinsmäßig organisierte "Musikkapelle" (1874–1939) bis hin zur "Musikvereinskapelle", aus politischem Zwang heraus so organisiert. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] hat es nur einen Restbestand der Musik gegeben. Weil Johann Teufl (II.) dann auch zur Wehrmacht eingezogen wurde, hat zwischendurch Florian Döllerer (1939–1942) die Kapelle übernommen. Gegen Ende des Krieges, als es praktisch überhaupt keine Musiker mehr im Ort gab, wurde bei Trauerfeiern von nur einem Mann auf dem Feuerwehrhorn zum Gebet geblasen. | | Mit den Statuten aus dem Jahre 1939 hat also die Musik Ebenau wiederum eine Wandlung durchgemacht: Von der "Werksmusik" (1850–1874) über die "normale", nicht vereinsmäßig organisierte "Musikkapelle" (1874–1939) bis hin zur "Musikvereinskapelle", aus politischem Zwang heraus so organisiert. Während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] hat es nur einen Restbestand der Musik gegeben. Weil Johann Teufl (II.) dann auch zur Wehrmacht eingezogen wurde, hat zwischendurch Florian Döllerer (1939–1942) die Kapelle übernommen. Gegen Ende des Krieges, als es praktisch überhaupt keine Musiker mehr im Ort gab, wurde bei Trauerfeiern von nur einem Mann auf dem Feuerwehrhorn zum Gebet geblasen. |