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'''Berthold II. von Losenstein''', auch Perchtold II. (* ca. [[1320]]; † [[1390]]), war ein päpstlich ernannter Pfarrer von Salzburg.
== Leben ==
Berthold wurde als jüngster Sohn des Hartneid I. von Losenstein auf der gleichnamigen Burg im [[Ennstal]] geboren. Wie sein Bruder Gundacker IV. war auch Berthold für die geistliche Laufbahn vorgesehen. Am [[29. Juni]] [[1351]] wurde er erstmals als "Kanonikus von Salzburg" urkundlich erwähnt. Diese Erwähnung fand allerdings im Zusammenhang mit einer wenig rühmlicher Geschichte statt. Eine weitere Erwähnung findet sich als ''Canonicus ecclesiae Salzburgensis'' in einer Urkunde vom [[27. August]] [[1358]]. In diesem Schriftstück erhielt Berthold vom damaligen [[Bischof von Passau|Passauer Bischof]] von Weißenegg, der mit ihm verwandt war, den Auftrag, den vom [[Salzburger Domkapitel]] neu gewählten Probst des [[Augustiner-Chorherren]]<nowiki>stiftes</nowiki> Suben, Andreas von Lampoting, in sein Amt ordentlich einzuführen.
[[1360]] sollte die Stadtpfarre Salzburg auf Wunsch des Erzbischofs [[Ortolf von Weißeneck]] an Reichger von Rottau vergeben werden. Berthold von Losenstein interventierte erfolgreich persönlich bei Papst Innozenz VI. in Avignon und wurde durch päpstlichen Erlass zum neuen Stadtpfarrer von Salzburg ernannt. Spuren seines Wirkens als Salzburger Stadtpfarrer sind nachweislich in den Jahren [[1369]], [[1371]], [[1381]] und [[1387]] urkundlich zu finden.
[[1370]] starb sein ebenfalls als Chorherr im Domkapitel Passau dienender Bruder Gundacker IV., welcher Stadtpfarrer von Linz war. Berthold erbte zusammen mit seinem Bruder Hartneid II. den Passauer Chorhof Gundackers "gelegen zwischen dez Leibniczer Hof und des Pfarrer Hof zu St. Pauls" (lt. Bistumsarchiv Passau das heutige Gebäude "Luragogasse 2" in Passau) zur Hälfte. Hartneid II. überließ Berthold jedoch seine Hälfte auf Lebzeiten mit der Bedingung, dass diese nach dem Tod Bertholds an Hartneid II. bzw. seine Erben zurückfalle. In einer späteren Vereinbarung verzichtete Hartneid II. dann aber auf diese Forderung und überließ Berthold den Chorhof am [[23. Oktober]] [[1379]] zur Gänze. Berthold verkaufte den Chorhof in Passau am [[28. August]] [[1380]] an Eberwein den Degenberger.
[[1376]] erwarb Berthold von Heinrich dem Graesler ein Haus in der Salzburger Hundsgasse, einer alten Bezeichnung für die heutige [[Herrengasse]]. Das Haus besteht heute noch unter der Adresse Herrengasse 22.
Als der [[Dompropst]] Eberhard von Ovenstetten [[1385]] starb, hatte er in seinem Testament seinen Neffen Ortolf von Ovenstetten als Nachfolger bestimmt. Diese Nachfolgeregelung wurde jedoch von [[Erzbischof]] [[Pilgrim II. von Puchheim|Pilgrim von Puchheim]] nicht anerkannt. Berthold von Losenstein und drei andere Augustiner-Chorherren bestanden aber auf Ortolf von Ovenstetten als Nachfolger. Ende [[1385]] gingen sie aus Protest mit ihrem Kandidaten ins benachbarte [[Herzogtum Bayern]]. Berthold dürfte aber schon vor dem [[23. Dezember]] [[1387]] wieder nach Salzburg zurückgekehrt sein.
Das letzte Mal wird Berthold von Losenstein am [[25. Februar]] 1390 als Pfarrer und Domkustos von Salzburg erwähnt. Nur drei Monate später - am 11. Mai 1390 - verstarb Berthold von Losenstein im Alter von ca. 70 Jahren.
== Quelle ==
* [https://www.burglosenstein.at/index.php/berthold-von-losenstein.html www.burglosenstein.at], u. a. in: Römisch Historische Mitteilungen, Heft 18, 1976 mit einem Beitrag Prof. Josef Lenzenwegers "Berthold von Losenstein, Päpstlich ernannter Pfarrer von Salzburg"
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