| | Im [[Salzburger Güterverzeichnis]], dem "Indiculus Arnonis" (Arnonisches Güterverzeichnis) aus dem Jahre 788, findet sich in einer der ältesten Urkunden [[Land Salzburg|Salzburgs]] Name "''Talgov''" zum ersten Mal. Dieser Urkunde ist zu entnehmen, dass der [[Bajuwaren|bajuwarische]] Herzog [[Theodebert]] (* um [[685]]; † nach [[716]]) dem [[Hochstift]] Salzburg den kleinen Ort "Talgove" (Thalgau) im [[Salzburggau]], Wald, Wiesen und Weiden geschenkt hatte. An anderer Stelle, als [[Rupert von Worms]] um 700 das [[Benediktiner-Frauenstift Nonnberg]] gründete, ist die nächste Schenkung durch Herzog Theodebert zu finden. Bei der Gründung des Stifts Nonnberg übergibt Theodebert Rupert von Worms zum Unterhalt der Nonnen im Salzburggau den Ort, der Thalgau genannt wird, die Kirche, Wiesen, Wald und die Hälfte des [[Mondsee (See)|Mondsees]] zum Fischfang. Weiter unten in dieser Schenkung ist noch angefügt: ''... im Parnsee ([[Wolfgangsee]]) ein Drittel des Fischrechtes''. Also ist in Thalgau um 700 schon eine Pfarre. | | Im [[Salzburger Güterverzeichnis]], dem "Indiculus Arnonis" (Arnonisches Güterverzeichnis) aus dem Jahre 788, findet sich in einer der ältesten Urkunden [[Land Salzburg|Salzburgs]] Name "''Talgov''" zum ersten Mal. Dieser Urkunde ist zu entnehmen, dass der [[Bajuwaren|bajuwarische]] Herzog [[Theodebert]] (* um [[685]]; † nach [[716]]) dem [[Hochstift]] Salzburg den kleinen Ort "Talgove" (Thalgau) im [[Salzburggau]], Wald, Wiesen und Weiden geschenkt hatte. An anderer Stelle, als [[Rupert von Worms]] um 700 das [[Benediktiner-Frauenstift Nonnberg]] gründete, ist die nächste Schenkung durch Herzog Theodebert zu finden. Bei der Gründung des Stifts Nonnberg übergibt Theodebert Rupert von Worms zum Unterhalt der Nonnen im Salzburggau den Ort, der Thalgau genannt wird, die Kirche, Wiesen, Wald und die Hälfte des [[Mondsee (See)|Mondsees]] zum Fischfang. Weiter unten in dieser Schenkung ist noch angefügt: ''... im Parnsee ([[Wolfgangsee]]) ein Drittel des Fischrechtes''. Also ist in Thalgau um 700 schon eine Pfarre. |
| − | [[1182]] weiht [[Erzbischof]] [[Konrad III. von Wittelsbach]] in Thalgau die von ihm erbaute [[Romanik|romanische Kirche]]. Eine [[Gotik|gotische]] Kirche wird [[1481]] vollendet, [[1755]] die heutige [[Pfarrkirche Thalgau|Pfarrkirche]] von Erzbischof [[Sigismund Christian Graf Schrattenbach]] geweiht. | + | [[1182]] weiht [[Erzbischof]] [[Konrad III. von Wittelsbach]] in Thalgau die von ihm erbaute [[Romanik|romanische Kirche]]. Eine [[Gotik|gotische]] Kirche wird [[1481]] vollendet, [[1755]] die heutige [[Pfarrkirche zum hl. Martin]] von Erzbischof [[Sigismund Christian Graf Schrattenbach]] geweiht. |
| − | Auf einem Felsen am Westabhang des [[Schober]]s wurde [[1259]] von [[Konrad von Kahlham]] eine Burg errichtet. Konrad nannte sich "''von Wartenfels''" und besaß Güter in der Gegend um Thalgau und [[Fuschl]]. 1301 verkaufte er die Herrschaft dem Erzbischof [[Konrad IV. von Fohnsdorf ]], die tatsächliche Übernahme durch das [[Erzstift Salzburg]] erfolgte jedoch vermutlich erst nach dem Tode Konrads von Kahlham ([[1326]]), nachdem er keine männlichen Erben hinterlassen hatte. Der Erzbischof richtete hierauf auf [[Ruine Wartenfels|Wartenfels]] ein [[Pfleggericht]] ein, das zuerst über das ganze Gebiet von Thalgau, [[Faistenau]], Fuschl und auch [[Abersee (Ort)|Abersee]] gebot. Gegen Ende des [[16. Jahrhundert]]s übersiedelten die [[Pfleger]] nach Thalgau in den Ort herunter. Nach dem Bau eines Gerichtsgebäudes [[1564]] in Thalgau war die Burg dem Verfall preisgegeben. Erzbischof [[Paris Graf Lodron]], der die [[Landfahne]] reorganisierte, machte Thalgau während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] zu einem wichtigen Mittelpunkt der Landesverteidigung. Seine große Sorge war, Salzburg und das Grenzland und damit auch Thalgau von den Wirren des oberösterreichischen Bauernaufstandes freizuhalten. Der Erzbischof baute das Haus des bestehenden Urbaramtes zu einem Rüsthaus aus, in dem das Waffenlager der Landfahne untergebracht wurde. Zur Landfahne von Thalgau gehörten die Gerichte Wartenfels, [[Straßwalchen]], [[Neumarkt am Wallersee]] und [[Mattsee (Ort)|Mattsee]]. | + | Auf einem Felsen am Westabhang des [[Schober]]s wurde [[1259]] von [[Konrad von Kahlham]] eine Burg errichtet. Konrad nannte sich "''von Wartenfels''" und besaß Güter in der Gegend um Thalgau und [[Fuschl]]. 1301 verkaufte er die Herrschaft dem Erzbischof [[Konrad IV. von Fohnsdorf ]], die tatsächliche Übernahme durch das [[Erzstift Salzburg]] erfolgte jedoch vermutlich erst nach dem Tode Konrads von Kahlham ([[1326]]), nachdem er keine männlichen Erben hinterlassen hatte. Der Erzbischof richtete hierauf auf [[Ruine Wartenfels|Wartenfels]] ein [[Pfleggericht]] ein, das zuerst über das ganze Gebiet von Thalgau, [[Faistenau]], Fuschl und auch [[Abersee (Ort)|Abersee]] gebot. Gegen Ende des [[16. Jahrhundert]]s übersiedelten die [[Pfleger]] nach Thalgau in den Ort herunter. Nach dem Bau eines Gerichtsgebäudes [[1564]] in Thalgau war die Burg dem Verfall preisgegeben. Erzbischof [[Paris Graf Lodron]], der die [[Landfahne]] reorganisierte, machte Thalgau während des [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieges]] zu einem wichtigen Mittelpunkt der Landesverteidigung. Seine große Sorge war, Salzburg und das Grenzland und damit auch Thalgau von den Wirren des oberösterreichischen Bauernaufstandes freizuhalten. Der Erzbischof baute das Haus des bestehenden Urbaramtes zu einem Rüsthaus aus, in dem das Waffenlager der Landfahne untergebracht wurde. Zur Landfahne von Thalgau gehörten die Gerichte Wartenfels, [[Straßwalchen]], [[Neumarkt am Wallersee]] und [[Mattsee (Ort)|Mattsee]]. |