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[[Datei:Langer Gang.jpg|thumb|in der "langen Galerie"]]
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[[Datei:2014 05 16 Lange Galerie Benediktiner Erzabtei Sankt Peter.jpg|thumb|in der "langen Galerie"]]
 
Die  '''Lange Galerie''', auch ''Langer Gang'' genannt, ist die älteste Gemäldegalerie in der [[Stadt Salzburg]].  
 
Die  '''Lange Galerie''', auch ''Langer Gang'' genannt, ist die älteste Gemäldegalerie in der [[Stadt Salzburg]].  
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Die "Lange Galerie" war das Ergebnis einer Erpressung oder "einer der vielen Versuche, das (damals noch) Stift St. Peter aus der Stadt hinauszudrängen" des Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]]  ([[1654]]–[[1668]]), wie Pater [[Korbinian Birnbacher]] von der Erzabtei in einem Interview vom [[22. September]] 2009 den "[[Salzburger Nachrichten]]" erzählte.
 
Die "Lange Galerie" war das Ergebnis einer Erpressung oder "einer der vielen Versuche, das (damals noch) Stift St. Peter aus der Stadt hinauszudrängen" des Salzburger [[Fürsterzbischof]]s [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]]  ([[1654]]–[[1668]]), wie Pater [[Korbinian Birnbacher]] von der Erzabtei in einem Interview vom [[22. September]] 2009 den "[[Salzburger Nachrichten]]" erzählte.
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[[Datei:2014_05_16_Lange Galerie Eingang Benediktiner_Erzabtei_Sankt_Peter.jpg|thumb|Der Eingang in die Lange Galerie.]]
    
Die Hintergründe zu diesem Vorgehen der Salzburger Erzbischöfe finden sich in den Anfängen des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums]]. Damals wurde das (anfänglich nur) Kloster St. Peter an den Rand der Altstadt gestellt. Zunächst sogar unter [[Bergstürze|Felssturz]]-gefährdete Abhänge des [[Mönchsberg]]es. Die Erzbischöfe sicherten sich ab dann stets die besten Bauplätze in Salzburg. Ein weitere Grund lag im Privileg des (bereits) Stifts, bei öffentlichen Prozessionen ''vor'' den [[Domherr]]en gehen zu dürfen.
 
Die Hintergründe zu diesem Vorgehen der Salzburger Erzbischöfe finden sich in den Anfängen des [[Erzbistum Salzburg|Erzbistums]]. Damals wurde das (anfänglich nur) Kloster St. Peter an den Rand der Altstadt gestellt. Zunächst sogar unter [[Bergstürze|Felssturz]]-gefährdete Abhänge des [[Mönchsberg]]es. Die Erzbischöfe sicherten sich ab dann stets die besten Bauplätze in Salzburg. Ein weitere Grund lag im Privileg des (bereits) Stifts, bei öffentlichen Prozessionen ''vor'' den [[Domherr]]en gehen zu dürfen.
    
Fürsterzbischof Guidobald also plante vor die Klostermauer einen schmalen Trakt und vor Abtzelle und Refektorium einen Latrinenturm zu bauen. Zunächst versuchte Abt [[Albert III. Keuslin|Albert Keuslin]], letztlich vergeblich, sich gegen das Bauvorhaben zur Wehr zu setzen. Er starb 1675. Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von Fürsterzbischof Guidobald, den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten, das Benediktinerstift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler ([[1657]]–[[1673]]) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt am Josefitag des Jahres 1657 ([[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel zu seinem Antrittsbesuch geladen wurde, lenkte der Abt mit Hilfe des [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Geheimen Rats]] [[Plaz#Johann von Plaz|Johann Freiherrn von Plaz]] das Gesprächsthema auf diesen geplanten Bau. Der Fürsterzbischof zeigte sein Interesse daran. Abt Pachler konnte den Landesfürsten davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die "Lange Galerie" dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden.
 
Fürsterzbischof Guidobald also plante vor die Klostermauer einen schmalen Trakt und vor Abtzelle und Refektorium einen Latrinenturm zu bauen. Zunächst versuchte Abt [[Albert III. Keuslin|Albert Keuslin]], letztlich vergeblich, sich gegen das Bauvorhaben zur Wehr zu setzen. Er starb 1675. Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von Fürsterzbischof Guidobald, den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten, das Benediktinerstift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler ([[1657]]–[[1673]]) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt am Josefitag des Jahres 1657 ([[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel zu seinem Antrittsbesuch geladen wurde, lenkte der Abt mit Hilfe des [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#G|Geheimen Rats]] [[Plaz#Johann von Plaz|Johann Freiherrn von Plaz]] das Gesprächsthema auf diesen geplanten Bau. Der Fürsterzbischof zeigte sein Interesse daran. Abt Pachler konnte den Landesfürsten davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die "Lange Galerie" dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden.
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[[Datei:2014_05_16_Lange Galerie Gemälde Benediktiner_Erzabtei_Sankt_Peter.jpg|thumb|Ein Gemälde.]]
    
Der Abt ließ von dem Salzburger Steinmetz- und Hofmaurermeister Hans Hasenerl ein Modell des Trakts anfertigen, das er bereits drei Tage später dem Erzbischof erläutern konnte. Von den beigezogenen  
 
Der Abt ließ von dem Salzburger Steinmetz- und Hofmaurermeister Hans Hasenerl ein Modell des Trakts anfertigen, das er bereits drei Tage später dem Erzbischof erläutern konnte. Von den beigezogenen  
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==== Älteste Gemäldegalerie in Salzburg ====
 
==== Älteste Gemäldegalerie in Salzburg ====
 
Die Ausstattung der "Langen Galerie" mit kostbaren Stuckaturen des aus [[Linz]] stammenden Johann Peter Spätz erfolgte erst [[1668]]. In der "Langen Galerie" fand die Gemäldesammlung von Fürsterzbischof Guidobald ihren Platz, die später durch Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668–[[1687]]) und andere Fürsterzbischöfe mit unterschiedlichem Einsatz ergänzt wurde. Die Fürsterzbischöfe nannten ihn "Galerie gegen St. Peter", das Erzstift "Galerie bey Hof". Die "Lange Galerie bey Hof", wie dieser Gang auch bezeichnet wurde, ist somit die älteste Gemäldegalerie in Salzburg.  
 
Die Ausstattung der "Langen Galerie" mit kostbaren Stuckaturen des aus [[Linz]] stammenden Johann Peter Spätz erfolgte erst [[1668]]. In der "Langen Galerie" fand die Gemäldesammlung von Fürsterzbischof Guidobald ihren Platz, die später durch Fürsterzbischof [[Max Gandolf von Kuenburg]] (1668–[[1687]]) und andere Fürsterzbischöfe mit unterschiedlichem Einsatz ergänzt wurde. Die Fürsterzbischöfe nannten ihn "Galerie gegen St. Peter", das Erzstift "Galerie bey Hof". Die "Lange Galerie bey Hof", wie dieser Gang auch bezeichnet wurde, ist somit die älteste Gemäldegalerie in Salzburg.  
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[[Datei:DomQuartier Verbindungsgang.jpg|thumb|Der Übergang von der Langen Galerie ins [[Museum St. Peter]].]]
    
Durch große Fenster erhellt klassisches Nordlicht den majestätischen Raum. Als [[1803]] [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst]] [[Ferdinand III. von Toskana]] für zwei Jahre Salzburg regierte, ließ er darin einen fast 60 Meter langen Bücherkasten in Form einer Glasvitrine aufstellen, den er [[1806]], nachdem er Salzburg wieder verlassen musste, dem Stift St. Peter schenkte. [[1819]] hat zwar Kaiser [[Franz I.]] den Galeriegang dem Stift St. Peter zugesprochen, doch sollte es noch bis [[1905]] dauern, bis er endlich ins grundbücherliche Eigentum des Stifts eingetragen wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde die "Lange Galerie" als Depot für die umfangreiche Mineraliensammlung des Stiftes genutzt. Mit der Enteignung des Stifts St. Peter durch die [[NS]]-Machthaber im Jahre [[1942]] wurde die "Lange Galerie" für Jahrzehnte zur Zwischenlagerungsstätte.
 
Durch große Fenster erhellt klassisches Nordlicht den majestätischen Raum. Als [[1803]] [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürst]] [[Ferdinand III. von Toskana]] für zwei Jahre Salzburg regierte, ließ er darin einen fast 60 Meter langen Bücherkasten in Form einer Glasvitrine aufstellen, den er [[1806]], nachdem er Salzburg wieder verlassen musste, dem Stift St. Peter schenkte. [[1819]] hat zwar Kaiser [[Franz I.]] den Galeriegang dem Stift St. Peter zugesprochen, doch sollte es noch bis [[1905]] dauern, bis er endlich ins grundbücherliche Eigentum des Stifts eingetragen wurde. Ab diesem Zeitpunkt wurde die "Lange Galerie" als Depot für die umfangreiche Mineraliensammlung des Stiftes genutzt. Mit der Enteignung des Stifts St. Peter durch die [[NS]]-Machthaber im Jahre [[1942]] wurde die "Lange Galerie" für Jahrzehnte zur Zwischenlagerungsstätte.
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== Quellen ==
 
== Quellen ==
* [[Salzburger Nachrichten]], 22. September 2009
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* "[[Salzburger Nachrichten]]", 22. September 2009
 
* [http://www.kirchen.net/dommuseum/page.asp?id=16432 www.kirchen.net Presseinformation]
 
* [http://www.kirchen.net/dommuseum/page.asp?id=16432 www.kirchen.net Presseinformation]
 
* Presseinformation des DomQuartiers im Mai 2014
 
* Presseinformation des DomQuartiers im Mai 2014
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* [https://www.domquartier.at/die-lange-galerie-naechst-st-peter/ www.domquartier.at]
 
* [[St. Peter in Salzburg]], Seite 427, Lageplan
 
* [[St. Peter in Salzburg]], Seite 427, Lageplan
 
* E-Mail von Mag. Wolfgang Wanko, Museum St. Peter, Kunstsammlungen der Erzabtei St. Peter, am 18. Juli 2019 an Administrator [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]]
 
* E-Mail von Mag. Wolfgang Wanko, Museum St. Peter, Kunstsammlungen der Erzabtei St. Peter, am 18. Juli 2019 an Administrator [[Benutzer:Peter Krackowizer|Peter]]