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| | Von [[1840]] bis [[1842]] wurde von Architekt [[Josef Wessicken]] das Hotelhauptgebäude anstelle einer Taverne errichtet, die sich von [[1602]] bis [[1980]] im Besitz der Gasteiner Hoteliersfamilie [[Straubinger]] befand. Zusammen mit dem dazugehörenden [[Haus Austria]] bot das Grandhotel Straubinger rund 200 Zimmer. Das Hotel war auch ein Ort, an dem Weltgeschichte geschrieben wurde. So wurde [[1865]] in diesem Hotel die [[Gasteiner Konvention]] zwischen [[Kaisertum Österreich|k.k. Österreich]] und [[Deutschland#Preußen|Preußen]] unterzeichnet. | | Von [[1840]] bis [[1842]] wurde von Architekt [[Josef Wessicken]] das Hotelhauptgebäude anstelle einer Taverne errichtet, die sich von [[1602]] bis [[1980]] im Besitz der Gasteiner Hoteliersfamilie [[Straubinger]] befand. Zusammen mit dem dazugehörenden [[Haus Austria]] bot das Grandhotel Straubinger rund 200 Zimmer. Das Hotel war auch ein Ort, an dem Weltgeschichte geschrieben wurde. So wurde [[1865]] in diesem Hotel die [[Gasteiner Konvention]] zwischen [[Kaisertum Österreich|k.k. Österreich]] und [[Deutschland#Preußen|Preußen]] unterzeichnet. |
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| − | Die letzten Jahre seines Bestehens, bis Juli [[1999]], wurde das Grandhotel Straubinger als Kurhotel für öffentlich Bedienstete genutzt und stand im Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft. Zwischen 1999 und [[2005]] kauften zwei Wiener, der Immobilienmakler [[Franz Duval]] und der Architekt [[Franz Wojnarowski]], neben dem Grandhotel Straubinger, dem Haus Austria und dem [[Badeschloss]] auch noch das [[Kongresshaus Bad Gastein]] und das alte Postamt. Seither verfielen diese Gebäude ohne jede Nutzung. Im November [[2017]] erwarb das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] das Grandhotel und begann einen Prozess zur Revitalisierung einzuleiten (siehe [[Straubingerplatz (Bad Gastein)|Straubingerplatz]]). | + | Anfang April [[1975]] brachten zwei Niederländische Militärmaschinen 32 Rheumapatienten auf den [[Flughafen Salzburg]]. Von dort wurden sie in das Grandhotel Straubinger gebracht. Sie erhielten Thermalbäder, wurden in den [[Heilstollen Böckstein]] gefahren und unterzogen sich einer Unterwassertherapie. Ende April und Mitte Mai folgten zwei weitere Gruppen. Nach der Ankunft der Patienten wurden sie jeweils von einem Ärzteteam aus Amsterdam untersucht. Diese Kuraufenthalte, finanziert von Niederländischen Komiker [[Max Tailleur]], fanden seit [[1972]] statt. |
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| | + | Die letzten Jahre seines Bestehens, bis Juli [[1999]], wurde das Grandhotel Straubinger als Kurhotel für öffentlich Bedienstete genutzt und stand im Eigentum der Bundesimmobiliengesellschaft. Zwischen 1999 und [[2005]] kauften zwei Wiener, der Immobilienmakler [[Franz Duval]] und der Architekt Franz Wojnarowski, neben dem Grandhotel Straubinger, dem Haus Austria und dem [[Badeschloss]] auch noch das [[Kongresshaus Bad Gastein]] und das alte Postamt. Seither verfielen diese Gebäude ohne jede Nutzung. Im November [[2017]] erwarb das [[Land Salzburg (Gebietskörperschaft)|Land Salzburg]] das Grandhotel und begann einen Prozess zur Revitalisierung einzuleiten (siehe [[Straubingerplatz (Bad Gastein)|Straubingerplatz]]). |
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| | In Folge wurde das Grandhotel von der Münchner Hirmer-Gruppe erworben. Bis zu 60 Millionen Euro wollte sie in die Revitalisierung von Grandhotel Straubinger, Badeschloss und Altes Postamt investieren. Die Bauarbeiten begannen Anfang 2021. Wie das Ensemble dann aussehen soll, wussten bis Anfang Februar 2021 nur wenige Eingeweihte. Bis am Wochenende [[6. Februar|6.]]/[[7. Februar]] 2021 ein offenbar heimlich aufgenommenes Bild eines Architektenplans den Weg ins Internet fand. Dieses zeigt einen Hotelturm, direkt hinter dem Badeschloss. Einen Anbau hatten die Bauherren von Anfang an angekündigt, mit der Dimension dürften viele nicht gerechnet haben. Im Netz löste der Plan jedenfalls kontroverse Diskussionen aus. Auf dem Bild ragt ein mehr als zehnstöckiger Turm in die Höhe. | | In Folge wurde das Grandhotel von der Münchner Hirmer-Gruppe erworben. Bis zu 60 Millionen Euro wollte sie in die Revitalisierung von Grandhotel Straubinger, Badeschloss und Altes Postamt investieren. Die Bauarbeiten begannen Anfang 2021. Wie das Ensemble dann aussehen soll, wussten bis Anfang Februar 2021 nur wenige Eingeweihte. Bis am Wochenende [[6. Februar|6.]]/[[7. Februar]] 2021 ein offenbar heimlich aufgenommenes Bild eines Architektenplans den Weg ins Internet fand. Dieses zeigt einen Hotelturm, direkt hinter dem Badeschloss. Einen Anbau hatten die Bauherren von Anfang an angekündigt, mit der Dimension dürften viele nicht gerechnet haben. Im Netz löste der Plan jedenfalls kontroverse Diskussionen aus. Auf dem Bild ragt ein mehr als zehnstöckiger Turm in die Höhe. |
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| | Zwei in das Projekt und den Bau involvierte Personen, die namentlich nicht genannt werden wollen, berichten unabhängig voneinander, dass Hirmer seine Hotelkette Travel Charme, zu der das Gasteiner Ensemble gehört, verkaufen wolle und der Prozess bereits eingeleitet sei. Erstens wolle Hirmer frisches Geld mobilisieren, zweitens soll es Differenzen in der Eigentümerfamilie über den weiteren Kurs geben. Demnach soll ein Teil der Familie auf einen Rückzug aus der Hotelsparte drängen. Hirmer, dessen Kernkompetenz Herrenmode ist, gehört vier Gesellschaftern aus zwei Familiensträngen. Eine Hälfte besitzen Christian Hirmer, der Sprecher des Unternehmens, und seine beiden Geschwister, die andere sein Cousin Ulrich Hirmer. | | Zwei in das Projekt und den Bau involvierte Personen, die namentlich nicht genannt werden wollen, berichten unabhängig voneinander, dass Hirmer seine Hotelkette Travel Charme, zu der das Gasteiner Ensemble gehört, verkaufen wolle und der Prozess bereits eingeleitet sei. Erstens wolle Hirmer frisches Geld mobilisieren, zweitens soll es Differenzen in der Eigentümerfamilie über den weiteren Kurs geben. Demnach soll ein Teil der Familie auf einen Rückzug aus der Hotelsparte drängen. Hirmer, dessen Kernkompetenz Herrenmode ist, gehört vier Gesellschaftern aus zwei Familiensträngen. Eine Hälfte besitzen Christian Hirmer, der Sprecher des Unternehmens, und seine beiden Geschwister, die andere sein Cousin Ulrich Hirmer. |
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| − | === Notiz ===
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| − | Anfang April [[1975]] brachten zwei [[Niederlande|Niederländische]] Militärmaschinen 32 Rheumapatienten auf den [[Flughafen Salzburg]]. Von dort wurden sie in das Grandhotel Straubinger gebracht. Sie erhielten Thermalbäder, wurden in den [[Heilstollen Böckstein]] gefahren und unterzogen sich einer Unterwassertherapie. Finanziert war der Kuraufenthalt vom Niederländischen Komiker Max Tailleur. Ende April und Mitte Mai folgten zwei weitere Gruppen. Nach der Ankunft der Patienten wurden sie jeweils von einem Ärzteteam aus Amsterdam untersucht. Diese Kuraufenthalten, finanziert von Tailleur, fanden seit [[1971]] statt. Wie lange sie durchgeführt wurden, ist noch nicht recherchiert.<ref>{{Quelle SN|10. April 1975}}</ref>
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| | === Neueröffnung 2023 als Straubinger Grand Hotel und Badeschloss === | | === Neueröffnung 2023 als Straubinger Grand Hotel und Badeschloss === |