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| | [[File:E-MK-3-146a.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Kasern]], 1989.03.13]] | | [[File:E-MK-3-146a.jpg|thumb|Salzburg, [[Flachgau]], [[Kasern]], 1989.03.13]] |
| − | '''Caloptilia betulicola''' (''Gracilaria betulicola'' M. Hering, 1928: 168-169) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Gracillariidae]]. | + | '''Caloptilia betulicola''' (''Gracilaria betulicola'' M. Hering, 1928: 168-169) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten). |
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| | ==Diagnose== | | ==Diagnose== |
| − | Bei Kenntnis der Nahrungspflanze durch Zucht ist die wenig gepunktete Art meist eindeutig zu erkennen, da ''[[Caloptilia populetorum]]'' im Allgemeinen eine stärkere Fleckung besitzt. Gefangene Tiere können aber nur durch anatomische Untersuchung sicher von anderen ähnlichen Arten, besonders ''[[Caloptilia elongella]]'' oder ''[[Caloptilia roscipennella]]'', aber auch ''[[Caloptilia rufipennella]]'' unterschieden werden. Die Minen und Blattrollen der Raupen sind ohne Zucht der Imgao nicht sicher von jenen der ''[[Caloptilia populetorum]]'' zu unterscheiden, die Blattrollen sind aber im Gegensatz zu jener eher quer zur Mittelader des Blattes angelegt. | + | Bei Kenntnis der Nahrungspflanze durch Zucht ist die wenig gepunktete Art meist eindeutig zu erkennen, da ''[[Caloptilia populetorum]]'' im Allgemeinen eine stärkere Fleckung besitzt. Gefangene Tiere können aber nur durch anatomische Untersuchung sicher von anderen ähnlichen Arten, besonders ''[[Caloptilia elongella]]'' oder ''[[Caloptilia roscipennella]]'', aber auch ''[[Caloptilia rufipennella]]'' unterschieden werden. Die Minen und Blattrollen der Raupen sind ohne Zucht der [[Glossar Biologie#I|Imag]]o nicht sicher von jenen der ''[[Caloptilia populetorum]]'' zu unterscheiden, die Blattrollen sind aber im Gegensatz zu jener eher quer zur Mittelader des Blattes angelegt. |
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| | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== | | ==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>== |
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| − | ''C. betulicola'' ist in Salzburg aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und IV ([[Zentralalpen]], Zoneneinteilung nach Embacher et al. 024), in einer Höhe von 420 bis 1600 m bekannt geworden, wobei aus den Zentralalpen nur Minenfunde vorliegen. Lebensraum der Art ist im Unzinger Moor, im Weidmoos und im Sam-Moos jeweils ein Hochmoor mit einem ausgedehnten Bestand von Moorbirken, in [[Kasern]] ein abwechslungsreich strukturierter Waldrand ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Im Gebirge besiedelt die Art vermutlich Gebüschstreifen an den Bächen. Wie bei einigen ihrer Verwandten, entwickelt sich bei ''C. betulicola'' vermutlich nur eine Generation im Jahr, wobei die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] überwintern (Funde im März und April). Raupenfunde stammen aus dem Juli und August. | + | ''C. betulicola'' ist in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] aus den Zonen I ([[Alpenvorland]] und [[Flyschzone]]), Ia ([[Stadt Salzburg]]) und IV ([[Zentralalpen]], Zoneneinteilung nach Embacher et al. 024), in einer Höhe von 420 bis 1600 m bekannt geworden, wobei aus den Zentralalpen nur Minenfunde vorliegen. Lebensraum der Art ist im [[Unzing]]er Moor, im [[Weidmoos]] und im [Samer Mösl|Sam-Moos]] jeweils ein Hoch[[moor]] mit einem ausgedehnten Bestand von Moor[[birke]]n, in [[Kasern]] ein abwechslungsreich strukturierter [[Wald (Pflanzenformation)|Wald]]<nowiki></nowiki>rand ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Im Gebirge besiedelt die Art vermutlich Gebüschstreifen an den Bächen. Wie bei einigen ihrer Verwandten, entwickelt sich bei ''C. betulicola'' vermutlich nur eine Generation im Jahr, wobei die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] überwintern (Funde im März und April). Raupenfunde stammen aus dem Juli und August. |
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| | ==Nachbarfaunen== | | ==Nachbarfaunen== |
| − | Nach Huemer (2013) fehlen in Österreich Nachweise der Art aus Osttirol, Niederösterreich, Wien und dem Burgenland. In Oberösterreich ist ''C. betulicola'' nur aus dem Mühlviertel bekannt (Klimesch 1990), ein neuerer Fund stammt aus dem Ibmer Moor (Kurz & Kurz 2025). In Bayern ist die Art rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2016). | + | Nach Huemer (2013) fehlen in Österreich Nachweise der Art aus [[Osttirol]], [[Niederösterreich]], [[Wien]] und dem [[Burgenland]]. In [[Oberösterreich]] ist ''C. betulicola'' nur aus dem [[Mühlviertel]] bekannt (Klimesch 1990), ein neuerer Fund stammt aus dem [[Ibmer Moor]] (Kurz & Kurz 2025). In [[Bayern]] ist die Art rezent aus allen vier Naturräumen nachgewiesen (Haslberger & Segerer 2016). |
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| | ==Biologie und Gefährdung== | | ==Biologie und Gefährdung== |
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| − | Eines der Tiere wurde gegen Abend fliegend angetroffen, ein zweites gegen Mittag ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Darüber hinaus ist über die Lebensweise der [[Glossar_Biologie#I|Imagines]], wie auch über jene der Raupen in Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen jung in einer Mine an Birkenblättern (''Betula'' sp., in Salzburg sicher an der Moorbirke, ''[[Betula pubescens]]'' angetroffen), später erzeugen sie Blattrollen, die mehr oder weniger quer zur Längsachse des Blattes orientiert sind. Syntop und an derselben Nahrungspflanze konnten auch eine Reihe anderer Organismen dokumentiert werden (Konkurrenz durch gemeinsame Ressourcennutzung, neben den Raupen der eigenen Art, nach Kurz & Kurz 2025):<p> | + | Eines der Tiere wurde gegen Abend fliegend angetroffen, ein zweites gegen Mittag ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Darüber hinaus ist über die Lebensweise der Imagines, wie auch über jene der Raupen in Salzburg nichts bekannt. Die Raupen fressen jung in einer Mine an Birkenblättern (''Betula'' sp., in Salzburg sicher an der Moorbirke, ''[[Betula pubescens]]'' angetroffen), später erzeugen sie Blattrollen, die mehr oder weniger quer zur Längsachse des Blattes orientiert sind. Syntop und an derselben Nahrungspflanze konnten auch eine Reihe anderer Organismen dokumentiert werden (Konkurrenz durch gemeinsame Ressourcennutzung, neben den Raupen der eigenen Art, nach Kurz & Kurz 2025):<p> |
| | Lepidoptera:<ul> | | Lepidoptera:<ul> |
| | <li>''[[Eriocrania unimaculella]]'' | | <li>''[[Eriocrania unimaculella]]'' |
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| | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. | | *Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp. |
| | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. | | *Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332. |
| − | *Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.06]. | + | *Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.06]. |
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| | + | == Einzelnachweis == |
| | + | <references /> |
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| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |