| Zeile 3: |
Zeile 3: |
| | [[Datei:Salzburg Kongresshaus Parkhotel Mirabell Paracelsusbad Kurhaus 1957.jpg|thumb|Das Gebäude ganz rechts war das Kurhaus Salzburg. Aufnahme 1957]] | | [[Datei:Salzburg Kongresshaus Parkhotel Mirabell Paracelsusbad Kurhaus 1957.jpg|thumb|Das Gebäude ganz rechts war das Kurhaus Salzburg. Aufnahme 1957]] |
| | {{googlemapsort|Auerspergstraße_2+5020+Salzburg}} | | {{googlemapsort|Auerspergstraße_2+5020+Salzburg}} |
| − | [[Datei:Stadtansicht von Kulstrunk 1916 Kurgarten Kurhaus Schloss Mirabell.jpg|thumb| [[Stadtansicht von Kulstrunk]], Detail, Kurhaus und [[Kurgarten]]]]
| |
| − | [[Datei:Salzburg Neustadt altes Kurhaus um 1900.jpg|thumb|Rechts, das Gebäude mit der Kuppel, war das erste Kurhaus, Aufnahme um 1900]]
| |
| − |
| |
| | Dieser Artikel berichtet über die Geschichte des '''Salzburger Kurhauses''', das sich in der Salzburger [[Neustadt]] an der Kreuzung [[Schwarzstraße]] und [[Auerspergstraße]] befand und heute im Neubau des [[Paracelsusbad]]es integriert ist. | | Dieser Artikel berichtet über die Geschichte des '''Salzburger Kurhauses''', das sich in der Salzburger [[Neustadt]] an der Kreuzung [[Schwarzstraße]] und [[Auerspergstraße]] befand und heute im Neubau des [[Paracelsusbad]]es integriert ist. |
| | | | |
| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| | Seit [[1820]] wurden in kleinen Kurbädern an der Mossstraße die [[Heilvorkommen|Moorvorkommen]] in [[Leopoldskroner Moos]] - wenn auch zuerst in sehr bescheidenem Umfang für Heilbehandlungen, insbesondere bei Gelenkschmerzen genutzt. Die Stadt Salzburg hatte nach der Eingemeindung der Gemeinde [[Leopoldskron-Moos (Gemeinde)|Leopoldskron-Moos]] eines der ältesten Moorheilbäder Österreichs (das ältestes noch in Betrieb befindliche Moorbad der Welt ist das Moorbad Neydharting in [[Oberösterreich]].<ref>Quellen [https://www.oberoesterreich.at/oesterreich-poi/detail/300127/optimamed-gesundheitsresort-bad-wimsbach-hallenbad-sauna.html www.oberoesterreich.at] und [https://www.themenschwerpunkte.com/wellness/wellness-reisen/kururlaub-oesterreich.php www.themenschwerpunkte.com]</ref>) | | Seit [[1820]] wurden in kleinen Kurbädern an der Mossstraße die [[Heilvorkommen|Moorvorkommen]] in [[Leopoldskroner Moos]] - wenn auch zuerst in sehr bescheidenem Umfang für Heilbehandlungen, insbesondere bei Gelenkschmerzen genutzt. Die Stadt Salzburg hatte nach der Eingemeindung der Gemeinde [[Leopoldskron-Moos (Gemeinde)|Leopoldskron-Moos]] eines der ältesten Moorheilbäder Österreichs (das ältestes noch in Betrieb befindliche Moorbad der Welt ist das Moorbad Neydharting in [[Oberösterreich]].<ref>Quellen [https://www.oberoesterreich.at/oesterreich-poi/detail/300127/optimamed-gesundheitsresort-bad-wimsbach-hallenbad-sauna.html www.oberoesterreich.at] und [https://www.themenschwerpunkte.com/wellness/wellness-reisen/kururlaub-oesterreich.php www.themenschwerpunkte.com]</ref>) |
| | + | |
| | + | [[Datei:Stadtansicht von Kulstrunk 1916 Kurgarten Kurhaus Schloss Mirabell.jpg|thumb| [[Stadtansicht von Kulstrunk]], Detail, Kurhaus und [[Kurgarten]].]] |
| | | | |
| | Nach der Schleifung der [[Stadtbefestigungen#Rund um Schloss Mirabell|Befestigungsanlagen]] regte [[1865]] der Präsident der [[Handels- und Gewerbekammer für das Herzogtum Salzburg|Handels- und Gewerbekammer]] [[Franz Zeller (Kaufmann)|Franz Zeller]] die Bildung eines Komitees zur Gründung einer [[Salzburger Badeanstalt Aktiengesellschaft]] an. Diese sollte "''ein der [[Neuzeit]] entsprechendes Badehaus, das nicht nur den Einheimischen, sondern auch den Fremden zum Nutzen und zur Annehmlichkeit dienen soll''" stand im Bericht des [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeisters]] [[Rudolf Biebl]] im April [[1883]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19300718&query=%22ein+der+Neuzeit+entsprechendes+Badehaus,+das+nicht+nur+den+Einheimischen,%22&ref=anno-search&seite=26 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 18. Juli 1930, Seite 26</ref>. Die konstituierende Generalversammlung fand dann am [[18. November]] 1865 statt. Nach einer Ausschreibung errichteten die beiden Wiener Architekten Bayer und Thienemann zunächst den Badetrakt aus. Der Saalbau (Kursalon) wurde noch zurückgestellt. Baubeginn war der [[1. Juli]] [[1866]]. Die geplanten Baukosten betrugen 40.000 [[Krone]]n. [[1867]] konnte der Badetrakt in Betrieb genommen werden. | | Nach der Schleifung der [[Stadtbefestigungen#Rund um Schloss Mirabell|Befestigungsanlagen]] regte [[1865]] der Präsident der [[Handels- und Gewerbekammer für das Herzogtum Salzburg|Handels- und Gewerbekammer]] [[Franz Zeller (Kaufmann)|Franz Zeller]] die Bildung eines Komitees zur Gründung einer [[Salzburger Badeanstalt Aktiengesellschaft]] an. Diese sollte "''ein der [[Neuzeit]] entsprechendes Badehaus, das nicht nur den Einheimischen, sondern auch den Fremden zum Nutzen und zur Annehmlichkeit dienen soll''" stand im Bericht des [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeisters]] [[Rudolf Biebl]] im April [[1883]]<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19300718&query=%22ein+der+Neuzeit+entsprechendes+Badehaus,+das+nicht+nur+den+Einheimischen,%22&ref=anno-search&seite=26 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], Ausgabe vom 18. Juli 1930, Seite 26</ref>. Die konstituierende Generalversammlung fand dann am [[18. November]] 1865 statt. Nach einer Ausschreibung errichteten die beiden Wiener Architekten Bayer und Thienemann zunächst den Badetrakt aus. Der Saalbau (Kursalon) wurde noch zurückgestellt. Baubeginn war der [[1. Juli]] [[1866]]. Die geplanten Baukosten betrugen 40.000 [[Krone]]n. [[1867]] konnte der Badetrakt in Betrieb genommen werden. |
| Zeile 15: |
Zeile 14: |
| | Nachdem [[Karl Freiherr von Schwarz|Karl Baron Schwarz]] die Summe von 80.000 Kronen zur Verfügung stellte, konnte [[1871]] auch mit dem Bau des Kursalons begonnen werden. Da das Kapital aber nicht ausreichte, wurde eine weiter Aktiengesellschaft gegründet. Diese bot dann den Komplex ''unter Rücklassung von 75 Prozent des Aktienkapitals'' der Stadtgemeinde an. Schwarz verzichtete dabei auf 40.000 Kronen. Am [[29. Mai]] [[1872]] konnte dann das Kurhaus in den Besitz der [[Stadtgemeinde Salzburg]] übergeben werden. Der Kaufpreis betrug 120 000 Gulden. Im selben Jahr wurde ihm ein Denkmal im [[Kurgarten]] errichtet, das im [[Zweiten Weltkrieg]] abgetragen wurde. | | Nachdem [[Karl Freiherr von Schwarz|Karl Baron Schwarz]] die Summe von 80.000 Kronen zur Verfügung stellte, konnte [[1871]] auch mit dem Bau des Kursalons begonnen werden. Da das Kapital aber nicht ausreichte, wurde eine weiter Aktiengesellschaft gegründet. Diese bot dann den Komplex ''unter Rücklassung von 75 Prozent des Aktienkapitals'' der Stadtgemeinde an. Schwarz verzichtete dabei auf 40.000 Kronen. Am [[29. Mai]] [[1872]] konnte dann das Kurhaus in den Besitz der [[Stadtgemeinde Salzburg]] übergeben werden. Der Kaufpreis betrug 120 000 Gulden. Im selben Jahr wurde ihm ein Denkmal im [[Kurgarten]] errichtet, das im [[Zweiten Weltkrieg]] abgetragen wurde. |
| | | | |
| − | Das erste Kurhaus mit Badeanstalt, Restaurant, Saallokalitäten, Gastwirtschaft und Fremdenzimmern. Es wurde am [[3. Mai]] [[1868]] als "''Actien-Badehaus''" eröffnet. [[1873]] wurde der große Kursaal eröffnet, in dem später auch alle großen Salzburger Bälle der Monarchie stattfanden. | + | [[Datei:Salzburg Neustadt altes Kurhaus um 1900.jpg|thumb|Rechts, das Gebäude mit der Kuppel, war das erste Kurhaus, Aufnahme um 1900]] |
| | + | |
| | + | Das erste Kurhaus mit Badeanstalt, Restaurant, Saallokalitäten, Gastwirtschaft und Fremdenzimmern. Es wurde am [[3. Mai]] [[1868]] als "Actien-Badehaus" eröffnet. [[1873]] wurde der große Kursaal eröffnet, in dem später auch alle großen Salzburger Bälle der Monarchie stattfanden. |
| | | | |
| | Das erste Kurhaus hatte 18 Badezimmer, ein Dampfbad und ein kleines Freibad für den Sommerbetrieb. Die Front des Gebäudes zur heutigen [[Rainerstraße]] gliederte sich in den in der Mitte befindlichen Treppenaufgang in ein Kuppelgebäude, dem drei Rundbögen am Eingang vorgesetzt waren. Links und rechts dieser Treppenanlage standen zwei Gebäudeteil in 90°-Winkel zur Straße nach vor. Auf der Schmalseite dieser Gebäude zur Straße hin befanden sich jeweils ein Brunnen und über diesem eine Figur<ref>Quelle der Beschreibung ist ein historische Bild der Anlage in: [[Josef Brettenthaler|Brettenthaler, Josef]]: ''Salzburgs Synchronik'', [[Verlag Alfred Winter]], 2002, ISBN 3-85380-055-6, Seite 185</ref>. | | Das erste Kurhaus hatte 18 Badezimmer, ein Dampfbad und ein kleines Freibad für den Sommerbetrieb. Die Front des Gebäudes zur heutigen [[Rainerstraße]] gliederte sich in den in der Mitte befindlichen Treppenaufgang in ein Kuppelgebäude, dem drei Rundbögen am Eingang vorgesetzt waren. Links und rechts dieser Treppenanlage standen zwei Gebäudeteil in 90°-Winkel zur Straße nach vor. Auf der Schmalseite dieser Gebäude zur Straße hin befanden sich jeweils ein Brunnen und über diesem eine Figur<ref>Quelle der Beschreibung ist ein historische Bild der Anlage in: [[Josef Brettenthaler|Brettenthaler, Josef]]: ''Salzburgs Synchronik'', [[Verlag Alfred Winter]], 2002, ISBN 3-85380-055-6, Seite 185</ref>. |
| Zeile 34: |
Zeile 35: |
| | == Bauteile == | | == Bauteile == |
| | Zu dem baulichen Komplex gehörten das [[Parkhotel Mirabell]], das dem [[Hotel Sheraton Salzburg]] weichen musste, das alte [[Salzburger Kongresshaus]], das [[Paracelsusbad]] und das Kurmittelhaus an sich mit der [[Paracelsus-Sauna]]. | | Zu dem baulichen Komplex gehörten das [[Parkhotel Mirabell]], das dem [[Hotel Sheraton Salzburg]] weichen musste, das alte [[Salzburger Kongresshaus]], das [[Paracelsusbad]] und das Kurmittelhaus an sich mit der [[Paracelsus-Sauna]]. |
| − |
| |
| − | == Weblinks ==
| |
| − | * [http://www.billerantik.de/products/Holzstiche/Architektur-Technik/Aktien-Badehaus-in-Salzburg-Holzstich-Oesterreich-K-K-Kirche-Kutschen-E-0884.html historische Ansicht]
| |
| | | | |
| | == Quellen == | | == Quellen == |