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[[File:E-MK-16501a.jpg|thumb|Salzburg, [[Tennengau]], Salzachtal, [[Hallein]], Rif, 2001.07.27]]
 
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'''Bucculatrix thoracella''' (''Tinea thoracella'' Thunberg, 1794:88) ist eine Art aus der Ordnung [[Lepidoptera]], Familie [[Bucculatricidae]].
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'''Bucculatrix thoracella''' (''Tinea thoracella'' Thunberg, 1794:88) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] (Schmetterlinge), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Bucculatricidae]] (Zwergwickler).
    
==Diagnose==
 
==Diagnose==
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==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
''B. thoracella'' ist mit zwei Ausnahmen (Bluntautal und Hintersee) bisher nur aus der weiteren Umgebung der [[Stadt Salzburg]] bekannt geworden (aus den Zonen I, Ia und II nach [[Gernot Embacher#Embacher et al.|Embacher et al.]] 2024). Auch die Höhenverbreitung ist sehr gering. Ein regelmäßiges Vorkommen ist nur von 400 bis 600 m dokumentiert, Einzelfunde stammen aus einer Höhe von 760 m und 990 m, wobei letzterer Fund auf einer als Xenophagie gedeuteten Mine an ''[[Fagus sylvatica]]'' aus Hintersee, zwischen Ladenbach- und Tiefenbachschlucht beruht ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Die Höhenverbreitung von ''B. thoracella'' deckt sich aber weitgehend mit der Höhenverbreitung der Nahrungspflanzen der Raupen, die nur geringfügig höher steigen. Aus diesem Grund dürfte sich das Vorkommen der Art im Land auf den [[Flachgau]] und das [[Salzachtal]] beschränken. Im [[Pinzgau]] könnte sie eventuell noch im [[Saalachtal]] und im [[Zeller Becken]] zu finden sein. ''B. thoracella'' bewohnt warme Ränder von Laubmischwäldern, dürfte aber auch an älteren "Dorflinden" und in Lindenalleen im Siedlungsraum zu finden sein. [[Glossar Biologie#I|''Imagines'']] wurden bisher im April und Mai, sowie von Juni bis August dokumentiert, sodass vom Auftreten zweier Generationen im Jahr auszugehen ist. Die Puppe überwintert.
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''B. thoracella'' ist mit zwei Ausnahmen ([[Bluntautal]] und [[Hintersee (Ort)|Hintersee]]) bisher nur aus der weiteren Umgebung der [[Stadt Salzburg]] bekannt geworden (aus den Zonen I, Ia und II nach [[Gernot Embacher#Embacher et al.|Embacher et al.]] 2024). Auch die Höhenverbreitung ist sehr gering. Ein regelmäßiges Vorkommen ist nur von 400 bis 600 m dokumentiert, Einzelfunde stammen aus einer Höhe von 760 m und 990 m, wobei letzterer Fund auf einer als Xenophagie gedeuteten Mine an ''[[Rotbuche|Fagus sylvatica]]'' aus Hintersee, zwischen Ladenbach- und Tiefenbachschlucht beruht ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). Die Höhenverbreitung von ''B. thoracella'' deckt sich aber weitgehend mit der Höhenverbreitung der Nahrungspflanzen der Raupen, die nur geringfügig höher steigen. Aus diesem Grund dürfte sich das Vorkommen der Art im Land auf den [[Flachgau]] und das [[Salzachtal]] beschränken. Im [[Pinzgau]] könnte sie eventuell noch im [[Saalachtal]] und im [[Zeller Becken]] zu finden sein. ''B. thoracella'' bewohnt warme Ränder von Laubmischwäldern, dürfte aber auch an älteren "Dorflinden" und in [[Linde]]nalleen im Siedlungsraum zu finden sein. [[Glossar Biologie#I|''Imagines'']] wurden bisher im April und Mai, sowie von Juni bis August dokumentiert, sodass vom Auftreten zweier Generationen im Jahr auszugehen ist. Die Puppe überwintert.
    
==Nachbarfaunen==
 
==Nachbarfaunen==
Nach Huemer (2013) ist die Art aus allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von Osttirol und dem Burgenland bekannt. Im Burgenland wurde die Mine allerdings bei der Burg Forchtenstein gefunden (Kurz & Kurz 2025). In Oberösterreich schein ''B. thoracella'' nur aus dem Mühlviertel und dem Alpenvorland bekannt zu sein, im Alpengebiet aber zu fehlen (Klimesch 1990). In Bayern werden Funde aus allen vier Naturräumen gemeldet, im voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und in den Alpen allerdings nur mit Nachweisen vor 1901 (Haslberger & Segerer 2016).
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Nach Huemer (2013) ist die Art aus allen österreichischen Bundesländern mit Ausnahme von [[Osttirol]] und dem [[Burgenland]] bekannt. Im Burgenland wurde die Mine allerdings bei der Burg Forchtenstein gefunden (Kurz & Kurz 2025). In [[Oberösterreich]] schein ''B. thoracella'' nur aus dem [[Mühlviertel]] und dem [[Alpenvorland]] bekannt zu sein, im Alpengebiet aber zu fehlen (Klimesch 1990). In [[Bayern]] werden Funde aus allen vier Naturräumen gemeldet, im voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und in den [[Alpen]] allerdings nur mit Nachweisen vor 1901 (Haslberger & Segerer 2016).
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
Die kleinen Imagines werden offenbar leicht vom Wind verweht. So konnte der Autor ein Exemplar am Fenster seiner Wohnung im 2. Stock mitten in [[Rif]] fangen. Über die Lebensweise der Tiere ist sonst aber nichts bekannt. Nahrungspflanzen der Raupen sind hauptsächlich Linden-Arten, in Salzburg wurde bisher das Auftreten an der Winterlinde (''[[Tilia cordata]]''), aber auch an der Sommerlinde (''[[Tilia platyphyllos]]'', sowie am Hybrid aus beiden Arten festgestellt. Sehr selten fressen die Raupen auch am Spitzahorn (''[[Acer platanoides]]''). Diese Nahrungspflanze ist in der [[Stadt Salzburg]] aus dem Stadtteil [[Mülln]] belegt ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). An beiden Futterpflanzen erzeugen die Raupen in der Jugend kurze Gangminen, die entlang von Adern verlaufen, später fressen sie frei an der Blattunterseite. Wie oben beschrieben, wird auch eine einzelne Mine an ''[[Fagus sylvatica]]'' als dieser Art zugehörig erachtet.
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Die kleinen [[Glossar Biologie#I|Imag]]ines werden offenbar leicht vom Wind verweht. So konnte der Autor ein Exemplar am Fenster seiner Wohnung im 2. Stock mitten in [[Rif]] fangen. Über die Lebensweise der Tiere ist sonst aber nichts bekannt. Nahrungspflanzen der Raupen sind hauptsächlich [[Linde]]n-Arten, in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] wurde bisher das Auftreten an der Winterlinde (''[[Tilia cordata]]''), aber auch an der Sommerlinde (''[[Tilia platyphyllos]]'') sowie am Hybrid aus beiden Arten festgestellt. Sehr selten fressen die Raupen auch am Spitzahorn (''[[Acer platanoides]]''). Diese Nahrungspflanze ist in der [[Stadt Salzburg]] aus dem Stadtteil [[Mülln]] belegt ([[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] & [[Marion Kurz|Kurz]] 2025). An beiden Futterpflanzen erzeugen die Raupen in der Jugend kurze Gangminen, die entlang von Adern verlaufen, später fressen sie frei an der Blattunterseite. Wie oben beschrieben, wird auch eine einzelne Mine an ''Fagus sylvatica'' als dieser Art zugehörig erachtet.
    
Eine gegenseitige Beeinflussung durch Ressourcennutzung wurde gegenüber den folgenden Arten dokumentiert (neben den Raupen der eigenen Art, nach Kurz & Kurz 2025):<br>
 
Eine gegenseitige Beeinflussung durch Ressourcennutzung wurde gegenüber den folgenden Arten dokumentiert (neben den Raupen der eigenen Art, nach Kurz & Kurz 2025):<br>
 
an ''Tilia'': ''[[Stigmella tiliae]]'', ''[[Phyllonorycter issikii]]'', ''[[Eriophyes exilis]]''<br>
 
an ''Tilia'': ''[[Stigmella tiliae]]'', ''[[Phyllonorycter issikii]]'', ''[[Eriophyes exilis]]''<br>
 
an ''[[Acer platanoides]]'': ''[[Stigmella aceris]]''<br>
 
an ''[[Acer platanoides]]'': ''[[Stigmella aceris]]''<br>
an ''[[Fagus sylvatica]]'': ''[[Stigmella hemargyrella]]'', ''[[Stigmella tityrella]]'', ''[[Parornix fagivora]]''
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an ''[[Rotbuche|Fagus sylvatica]]'': ''[[Stigmella hemargyrella]]'', ''[[Stigmella tityrella]]'', ''[[Parornix fagivora]]''
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Da die Art an den Stellen ihres Vorkommens meist recht häufig ist und eine einzige größere Linde eine lebensfähige Population tragen kann, wird die Art in Salzburg als ungefährdet angesehen (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024).
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Da die Art an den Stellen ihres Vorkommens meist recht häufig ist und eine einzige größere [[Linde]] eine lebensfähige Population tragen kann, wird die Art in Salzburg als ungefährdet angesehen (Einstufung LC nach Embacher et al. 2024).
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
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*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.03.04].
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*Kurz, M. A. & [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.03.04].
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== Einzelnachweis ==
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<references />
    
[[Kategorie:Wissenschaft]]
 
[[Kategorie:Wissenschaft]]