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| | Mit [[30. April]] 1982 legte dann Hundertwasser seine endgültigen Entwürfe für die "Zungenbärte" vor.<ref name="SN04Mai1984">[https://www.sn.at/archivsn?img=IZjK2sF5pWFJHiZFnC4huK3X9quRyaZ2GtocIlOvEozN3EXsk8aZfl66FsigF5ZWgYeT7R7Ft4Vbg35fijnuK6sKRSEeyFshoZM1UkdKXR4iANbqzaI3nGZqXpxRGCQB&id1=19840504_07&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide7 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 4. Mai 1984, Seite 7</ref> | | Mit [[30. April]] 1982 legte dann Hundertwasser seine endgültigen Entwürfe für die "Zungenbärte" vor.<ref name="SN04Mai1984">[https://www.sn.at/archivsn?img=IZjK2sF5pWFJHiZFnC4huK3X9quRyaZ2GtocIlOvEozN3EXsk8aZfl66FsigF5ZWgYeT7R7Ft4Vbg35fijnuK6sKRSEeyFshoZM1UkdKXR4iANbqzaI3nGZqXpxRGCQB&id1=19840504_07&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide7 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 4. Mai 1984, Seite 7</ref> |
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| − | Am [[5. Juli]] 1982 war [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer senior]] zu einem Gespräch mit Hundertwasser in Wien. In diesem Gespräch hatte Hundertwasser vorgeschlagen, zunächst die Hofseite des Rupertinums probeweise nach seinen detailliert ausgearbeiteten Plänen zu gestalten. Sollte es dann gewichtige Gründe für die Ablehnung geben, könnten die Spiegelfliesen ohne Schaden für das Gebäude wieder abgenommen werden. Als Probezeitraum nannte Hundertwasser fünf Jahre. Landeshauptmann Haslauer wollte dann im Herbst zu einem Gespräch zwischen Hundertwasser und dem Kunsthistoriker Prof. [[Hans Sedlmayr]], der zu den prononcierten Gegnern der Lösung für das Rupertinum gehört, einladen. Haslauer stellte Hundertwasser einen allfälligen Trost in Aussicht: Der Künstler könnte eventuell an der Gestaltung des Neubaus für die Naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Salzburg mitwirken, die zu jener Zeit in Freisaal errichtet wurde.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=0CQ1PMWt%2F5ECnrmuAkbUl6FxG4boDOnpoJqJ65EkIePwFEvlUcSSxiRf5HpjrF5l6MOt98ZR%2F9J6tkfi1CNU1BR%2BSgBja6Gl663Rsecsk3NH%2BAtolYOMIis8lsHSjEuw&id1=19820709_09&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#sn-archiv-9 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 9. Juli 1982, Seite 9</ref> | + | Am [[5. Juli]] 1982 war [[Landeshauptmann]] [[Wilfried Haslauer senior]] zu einem Gespräch mit Hundertwasser in Wien. In diesem Gespräch hatte Hundertwasser vorgeschlagen, zunächst die Hofseite des Rupertinums probeweise nach seinen detailliert ausgearbeiteten Plänen zu gestalten. Sollte es dann gewichtige Gründe für die Ablehnung geben, könnten die Spiegelfliesen ohne Schaden für das Gebäude wieder abgenommen werden. Als Probezeitraum nannte Hundertwasser fünf Jahre. Landeshauptmann Haslauer wollte dann im Herbst zu einem Gespräch zwischen Hundertwasser und dem Kunsthistoriker Prof. [[Hans Sedlmayr]], der zu den prononcierten Gegnern der Lösung für das Rupertinum gehört, einladen. Haslauer stellte Hundertwasser einen allfälligen Trost in Aussicht: Der Künstler könnte eventuell an der Gestaltung des Neubaus für die [[Naturwissenschaftliche Fakultät]] der [[Universität Salzburg]] mitwirken, die zu jener Zeit in [[Freisaal]] errichtet wurde.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=0CQ1PMWt%2F5ECnrmuAkbUl6FxG4boDOnpoJqJ65EkIePwFEvlUcSSxiRf5HpjrF5l6MOt98ZR%2F9J6tkfi1CNU1BR%2BSgBja6Gl663Rsecsk3NH%2BAtolYOMIis8lsHSjEuw&id1=19820709_09&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#sn-archiv-9 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 9. Juli 1982, Seite 9</ref> |
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| | Gegen Ende September 1982 sprach sich dann die [[Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung in Salzburg|Sachverständigenkommission für die Salzburger Altstadterhaltung]] nach Besichtigung der angebrachten Muster und aufgrund der eingereichten Plänen gegen die Gestaltung mit "Zungenbärten" aus. Sollte um die Anbringung der Spiegelfliesen in Gold und Silber angesucht werden, sei mit keiner Zustimmung zu rechnen. Die Kommission stützte sich auf § 3 des Altstadterhaltungsgesetzes, nach dem diese Gestaltung eines historischen Baues nicht zulässig ist sagte der Sprecher der Kommission, Architekt Klaus Franzmair.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=3a0nWYp9FuGQufhTXCEL9nzGOtnJFAHjpXcnOHOq0aD8pL2aJIdNf05q%2FL7Gr7oJ8WBNPiyYPXkABTspILdQrTW0EFxt716BQ38%2FHTkGxzTMVk7aSutMKQ2S1GVVYyRs&id1=19820921_05&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 21. September 1982, Seite 5</ref> | | Gegen Ende September 1982 sprach sich dann die [[Sachverständigenkommission für die Altstadterhaltung in Salzburg|Sachverständigenkommission für die Salzburger Altstadterhaltung]] nach Besichtigung der angebrachten Muster und aufgrund der eingereichten Plänen gegen die Gestaltung mit "Zungenbärten" aus. Sollte um die Anbringung der Spiegelfliesen in Gold und Silber angesucht werden, sei mit keiner Zustimmung zu rechnen. Die Kommission stützte sich auf § 3 des Altstadterhaltungsgesetzes, nach dem diese Gestaltung eines historischen Baues nicht zulässig ist sagte der Sprecher der Kommission, Architekt Klaus Franzmair.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=3a0nWYp9FuGQufhTXCEL9nzGOtnJFAHjpXcnOHOq0aD8pL2aJIdNf05q%2FL7Gr7oJ8WBNPiyYPXkABTspILdQrTW0EFxt716BQ38%2FHTkGxzTMVk7aSutMKQ2S1GVVYyRs&id1=19820921_05&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#sn-archiv-5 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 21. September 1982, Seite 5</ref> |
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| | Im Frühjahr [[1987]] gab es im Museum Rupertinum eine Ausstellung von Werken von Hundertwasser. Aus diesem Grund wurden die "Zungenbärte vorübergehend" an der Fassade des Innenhof angebracht. Das dauerhaften Anbringen war bisher am Widerstand der Behörden gescheitert.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=3tRzf2SLZnhQnAiV7H5qaiV3if112c9QbXffPGhHFQ9sqHMbwI0RCOz0yN8IPl9KFFZ6M00bVKg3Xr2Ru%2Bk4Qb8IbhnZE7Hk2Xu5sASeO0hQxVot9QNjZKS17y8xdI37&id1=19870326_01&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide1 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten" Ausgabe vom 26. März 1987, Seite 1</ref> Bei der Eröffnung einer Ausstellung des Künstlers Peter Maringer am [[8. April]] 1987 setzte sich [[Landesrat]] [[Arno Gasteiger]] für eine liberale Auslegung oder Änderung des Altstadterhaltungsgesetzes ein, um doch noch die Anbringung der "Zungenbärte" zu ermöglichen.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=PMi1KHDQBcjhOrqC%2Fiu%2BAA7uHRl68eGK%2FLvuq%2BmteNUlTJDu90kzdJOB6MwX12GkkAZkaqxpY55d3Il3YrRQCtCQnRUHx0N%2FsrT86ucl9l9CRIvkHx9CdP7s8CZxmf87&id1=19870410_13&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide13 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 10. April 1987, Seite 13</ref> | | Im Frühjahr [[1987]] gab es im Museum Rupertinum eine Ausstellung von Werken von Hundertwasser. Aus diesem Grund wurden die "Zungenbärte vorübergehend" an der Fassade des Innenhof angebracht. Das dauerhaften Anbringen war bisher am Widerstand der Behörden gescheitert.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=3tRzf2SLZnhQnAiV7H5qaiV3if112c9QbXffPGhHFQ9sqHMbwI0RCOz0yN8IPl9KFFZ6M00bVKg3Xr2Ru%2Bk4Qb8IbhnZE7Hk2Xu5sASeO0hQxVot9QNjZKS17y8xdI37&id1=19870326_01&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide1 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten" Ausgabe vom 26. März 1987, Seite 1</ref> Bei der Eröffnung einer Ausstellung des Künstlers Peter Maringer am [[8. April]] 1987 setzte sich [[Landesrat]] [[Arno Gasteiger]] für eine liberale Auslegung oder Änderung des Altstadterhaltungsgesetzes ein, um doch noch die Anbringung der "Zungenbärte" zu ermöglichen.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=PMi1KHDQBcjhOrqC%2Fiu%2BAA7uHRl68eGK%2FLvuq%2BmteNUlTJDu90kzdJOB6MwX12GkkAZkaqxpY55d3Il3YrRQCtCQnRUHx0N%2FsrT86ucl9l9CRIvkHx9CdP7s8CZxmf87&id1=19870410_13&q=%2522Friedensreich%2520Hundertwasser%2522#slide13 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 10. April 1987, Seite 13</ref> |
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| − | [[2000]] entzweiten die "Zungenbärte" nach wie vor die Geister. [[Alfred Winter]], [[ÖVP]]-[[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] und Beauftragter für kulturell Sonderprojekte im Land Salzburg erinnerte an den "innigsten Wunsch von Friedensreich Hundertwasser an die Stadt Salzburg, das Provisorium der Zungenbärte am Rupertinum fix zu montierten." Doch der Kunsthistoriker der [[Erzdiözese Salzburg]], [[Johannes Neuhardt]], sagte "herunter damit! Auf ein [[Renaissance]]haus gehören keine Außendekorationen." Andere wiederum waren Hundertwasser dankbar für die "Zungenbärte" am Rupertinum. Ex-Gemeinderat [[Anton Bucek]] (ÖVP) riet dem damaligen [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] ([[SPÖ]]), den kurz zuvor verstorbenen Künstler posthum zu ehren. Nach Möglichkeit mit einer "Friedensreich Hundertwasser Allee" zwischen [[Aigner Straße]] und Finanzamt.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=XI77iprbH7EeX0q8Q3nl0UW0hq8rbiiSaxm4xvAQLfa%2BhJiBLveiC%2BOxedH760AYAk0pprWcaAU4WtiUACCa2bs5ALhawbg0PW3UoRQv4c5WUFQCGPhKqHqWIvkfUWnS&id1=lo20000226_09&q=Zungenbart#sn-archiv-97 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 26. Februar 2000, Lokalteil Seite 12</ref> | + | [[2000]] entzweiten die "Zungenbärte" nach wie vor die Geister. [[Alfred Winter]], [[ÖVP]]-[[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] und Beauftragter für kulturell Sonderprojekte im Land Salzburg erinnerte an den "innigsten Wunsch von Friedensreich Hundertwasser an die Stadt Salzburg, das Provisorium der Zungenbärte am Rupertinum fix zu montierten." Doch der Kunsthistoriker der [[Erzdiözese Salzburg]], [[Johannes Neuhardt]], sagte "herunter damit! Auf ein [[Renaissance]]haus gehören keine Außendekorationen." Andere wiederum waren Hundertwasser dankbar für die "Zungenbärte" am Rupertinum. Ex-Gemeinderat [[Anton Bucek]] (ÖVP) riet dem damaligen [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Heinz Schaden]] ([[SPÖ]]), den kurz zuvor verstorbenen Künstler posthum zu ehren. Nach Möglichkeit mit einer "[[Hundertwasser-Allee|Friedensreich Hundertwasser Allee]]" zwischen [[Aigner Straße]] und [[Gebäude der Finanzämter in der Stadt Salzburg|Finanzamt]].<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=XI77iprbH7EeX0q8Q3nl0UW0hq8rbiiSaxm4xvAQLfa%2BhJiBLveiC%2BOxedH760AYAk0pprWcaAU4WtiUACCa2bs5ALhawbg0PW3UoRQv4c5WUFQCGPhKqHqWIvkfUWnS&id1=lo20000226_09&q=Zungenbart#sn-archiv-97 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 26. Februar 2000, Lokalteil Seite 12</ref> |
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| − | Während die Spiegelfliesen offenbar genehmigt worden waren, waren die Zungenbärte 2000 immer noch als "Provisorium" ohne tatsächliche Genehmigung im Jahr 2000 angebracht.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=Sn1qInu5EVAE8f1mVOnNczoHYGZj%2FLFIK6AhLYSPU8oiT%2Fu8o2y0rrUShSZ5nH3LVDs437aSEznE85RlwsZaSkOrnC0K2hGirrHVEasImsln5xccgSEb7CT3xDF0mm49&id1=lo20000224_08&q=Zungenbart#slide36 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 24. Februar 2000, Lokalteil Seite 8</ref> | + | Während die Spiegelfliesen offenbar genehmigt worden waren, waren die Zungenbärte 2000 immer noch als "Provisorium" ohne tatsächliche Genehmigung im Jahr 2000 angebracht.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=Sn1qInu5EVAE8f1mVOnNczoHYGZj%2FLFIK6AhLYSPU8oiT%2Fu8o2y0rrUShSZ5nH3LVDs437aSEznE85RlwsZaSkOrnC0K2hGirrHVEasImsln5xccgSEb7CT3xDF0mm49&id1=lo20000224_08&q=Zungenbart#slide36 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 24. Februar 2000, Lokalteil Seite 8</ref> Aus den den einsehbaren Quellen geht nicht klar hervor, ob und wann nun die "Zungenbärte" genehmigt wurden. |
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| | [[2003]] wurde der [[Österreich-Brunnen]] in der Gartenanlage des [[Grandhotel Zell am See]] errichtet. | | [[2003]] wurde der [[Österreich-Brunnen]] in der Gartenanlage des [[Grandhotel Zell am See]] errichtet. |