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| | Dann wurde die Pinzgauer Lokalbahn zum dritten Mal binnen 16 Jahren im [[Wetter im Sommer 2021|Sommer 2021]] von [[Unwetter]]n schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Mehrere Muren trafen nun den [[Bahnhof Krimml|Bahnhof Vorderkrimml]] in Wald im Pinzgau. | | Dann wurde die Pinzgauer Lokalbahn zum dritten Mal binnen 16 Jahren im [[Wetter im Sommer 2021|Sommer 2021]] von [[Unwetter]]n schwer in Mitleidenschaft gezogen worden. Mehrere Muren trafen nun den [[Bahnhof Krimml|Bahnhof Vorderkrimml]] in Wald im Pinzgau. |
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| − | Ein extremes [[Hochwasser 2021]] ereignete sich am Wochenende [[17. Juli|17.]] und [[18. Juli]], das im gesamten [[Bundesland Salzburg]] zu Überschwemmungen und [[Mure|Vermurungen]] führte. Dabei wurden die Gleisanlagen der Pinzgauer Lokalbahn abermals schwer beschädigt. Nach Hubschrauberflügen rechnete man damit, dass mehr als 20 Kilometer des Gleiskörpers betroffen waren. Wobei es im Gegensatz zu den Zerstörungen beim letzten großen Hochwasser auch im östlichen Streckenverlauf zwischen [[Niedernsill]] und Mittersill zu gravierenden Schäden gekommen war. Es stand außer Frage, dass die Pinzgauer Lokalbahn weiterbetrieben werde, da auch die Elektrifizierung sowie die Verlängerung bis ins Ortszentrum von Krimml geplant waren.<ref name="SNJuli2021"></ref> Am [[22. Juli]] [[2021]] wurde die Schadenshöhe auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. An diesem Donnerstag konnten auch bereits wieder Züge zwischen Zell am See und Niedernsill verkehren.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=65388 22. Juli 2021]</ref> → Mehr über den [[Abtransport der Pinzgauer Lokalbahngarnitur nach Mure im Sommer 2021|Abtransport der Pinzgauer Lokalbahngarnitur]]. | + | Ein extremes [[Hochwasser 2021]] ereignete sich am Wochenende [[17. Juli|17.]] und [[18. Juli]], das im gesamten [[Bundesland Salzburg]] zu Überschwemmungen und bei den folgenden [[Wetter im Sommer 2021#Unwetter-Schreckensnacht in Salzburg|Murenabgängen am 14. August]] wurden große Abschnitte der Pinzgauer Lokalbahn zerstört. Nach Hubschrauberflügen rechnete man damit, dass mehr als 20 Kilometer des Gleiskörpers betroffen waren. Wobei es im Gegensatz zu den Zerstörungen beim letzten großen Hochwasser auch im östlichen Streckenverlauf zwischen [[Niedernsill]] und Mittersill zu gravierenden Schäden gekommen war. Es stand außer Frage, dass die Pinzgauer Lokalbahn weiterbetrieben werde, da auch die Elektrifizierung sowie die Verlängerung bis ins Ortszentrum von Krimml geplant waren.<ref name="SNJuli2021"></ref> Am [[22. Juli]] [[2021]] wurde die Schadenshöhe auf rund zehn Millionen Euro geschätzt. An diesem Donnerstag konnten auch bereits wieder Züge zwischen Zell am See und Niedernsill verkehren.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=65388 22. Juli 2021]</ref> → Mehr über den [[Abtransport der Pinzgauer Lokalbahngarnitur nach Mure im Sommer 2021|Abtransport der Pinzgauer Lokalbahngarnitur]]. |
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| | ==== Wiederaufbau der Gleisanlage ==== | | ==== Wiederaufbau der Gleisanlage ==== |
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| | Ab [[17. Juni]] [[2024]] konnte die Strecke zwischen Zell am See und Mittersill wieder durchgängig mit der Bahn befahren werden, der Schienenersatzverkehr ist nicht mehr nötig. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten zwischen Niedernsill und Mittersill werden folgende Haltestellen von der Pinzgauer Lokalbahn wieder bedient: Lengdorf, Uttendorf-Stubachtal, Uttendorf-Manlitzbrücke, Pirtendorf, Stuhlfelden Siedlung, Stuhlfelden, Heilbad Burgwies, Burk, Mittersill Essiger sowie Mittersill. Die Stationen Lengdorf, Pirtendorf, Burk sowie der Bahnhof Stuhlfelden wurden währen der Bauarbeiten barrierefrei erneuert und modernisiert.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=70076 6. Juni 2024]</ref> | | Ab [[17. Juni]] [[2024]] konnte die Strecke zwischen Zell am See und Mittersill wieder durchgängig mit der Bahn befahren werden, der Schienenersatzverkehr ist nicht mehr nötig. Mit dem Abschluss der Bauarbeiten zwischen Niedernsill und Mittersill werden folgende Haltestellen von der Pinzgauer Lokalbahn wieder bedient: Lengdorf, Uttendorf-Stubachtal, Uttendorf-Manlitzbrücke, Pirtendorf, Stuhlfelden Siedlung, Stuhlfelden, Heilbad Burgwies, Burk, Mittersill Essiger sowie Mittersill. Die Stationen Lengdorf, Pirtendorf, Burk sowie der Bahnhof Stuhlfelden wurden währen der Bauarbeiten barrierefrei erneuert und modernisiert.<ref>[[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=70076 6. Juni 2024]</ref> |
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| − | ==== Neue Hochwasserprognose Ende 2024: Pinzgaubahn wird nicht vor Ende 2026 fertig saniert sein ==== | + | ==== Neue Hochwasserprognose Ende 2024: Pinzgauer Lokalbahn wird nicht vor Ende 2026 fertig saniert sein ==== |
| | 2024 hatte das Land Salzburg in Abstimmung mit der [[Eidgenössische Technische Hochschule Zürich|Eidgenössischen Technischen Hochschule]] (ETH) in Zürich in der [[Schweiz]] neue Prognosen für ein hundertjährliches Hochwasser erstellt. Beim Pegel an der [[Hollersbach (Wildbach)|Hollersbach]]<nowiki>mündung</nowiki> in die Salzach sollen statt 360 Kubikmeter Wasser pro Sekunde wegen der durch den Klimawandel heftigeren Regenfälle 500 Kubikmeter durchfließen. | | 2024 hatte das Land Salzburg in Abstimmung mit der [[Eidgenössische Technische Hochschule Zürich|Eidgenössischen Technischen Hochschule]] (ETH) in Zürich in der [[Schweiz]] neue Prognosen für ein hundertjährliches Hochwasser erstellt. Beim Pegel an der [[Hollersbach (Wildbach)|Hollersbach]]<nowiki>mündung</nowiki> in die Salzach sollen statt 360 Kubikmeter Wasser pro Sekunde wegen der durch den Klimawandel heftigeren Regenfälle 500 Kubikmeter durchfließen. |
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| − | Margit Höller, die beim Land Salzburg den Wiederaufbau plant, sagt, im Vergleich zu den früheren Prognosen sei mit einem 30 Zentimeter höheren Wasserspiegel zu rechnen. Da die Bahntrasse zum Teil direkt an der Salzach verläuft, muss diese neue Erkenntnis berücksichtigt werden. Die Planungen für den Abschnitt von Mittersill bis zum Bahnhof Vorderkrimml in der Gemeinde Wald werden mit den vom Wasserbau gelieferten Daten überarbeitet. Wo es möglich ist, wird man den Bahndamm noch einmal erhöhen. Wo das nicht geht, müssen weitere feste Fahrbahnen aus Beton errichtet werden, die, ohne großen Schaden zu nehmen, überflutet werden können. Die Kostenschätzung von 45 Mill. Euro für den Wiederaufbau soll trotzdem eingehalten werden können.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/neue-hochwasserprognose-pinzgaubahn-ende-169468639 www.sn.at], 3. Dezember 2024: "Neue Hochwasserprognose: Pinzgaubahn wird nicht vor Ende 2026 fertig saniert sein", ein Beitrag von [[Anton Kaindl]]<ref> | + | Margit Höller, die beim Land Salzburg den Wiederaufbau plant, sagt, im Vergleich zu den früheren Prognosen sei mit einem 30 Zentimeter höheren Wasserspiegel zu rechnen. Da die Bahntrasse zum Teil direkt an der Salzach verläuft, muss diese neue Erkenntnis berücksichtigt werden. Die Planungen für den Abschnitt von Mittersill bis zum Bahnhof Vorderkrimml in der Gemeinde Wald werden mit den vom Wasserbau gelieferten Daten überarbeitet. Wo es möglich ist, wird man den Bahndamm noch einmal erhöhen. Wo das nicht geht, müssen weitere feste Fahrbahnen aus Beton errichtet werden, die, ohne großen Schaden zu nehmen, überflutet werden können. Die Kostenschätzung von 45 Mill. Euro für den Wiederaufbau soll trotzdem eingehalten werden können.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/neue-hochwasserprognose-pinzgaubahn-ende-169468639 www.sn.at], 3. Dezember 2024: "Neue Hochwasserprognose: Pinzgaubahn wird nicht vor Ende 2026 fertig saniert sein", ein Beitrag von [[Anton Kaindl]]</ref> |
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| | ===Zukunft=== | | ===Zukunft=== |
| − | Aus heutiger Sicht ([[2010er]]-Jahre) mutet es absurd an, dass die Bahn beim Bau 1898 weit vor den [[Krimmler Wasserfälle|Wasserfällen]] beendet wurde. Sie sind die größte [[Fremdenverkehr]]<nowiki>sattraktion</nowiki> im Oberpinzgau und ziehen jährlich 350 000 Besucher an. Das ist ein enormes Fahrgastpotenzial. In Krimml heißt es, die Krimmler Fuhrleute hätten sich damals mit Erfolg gegen den Weiterbau der Bahn gewehrt. Sie arbeiteten auf dem steilen Stück zwischen Wald und Krimml und sahen ihr Geschäft bedroht. | + | Aus heutiger Sicht im [[21. Jahrhundert]] mutet es absurd an, dass die Bahn beim Bau 1898 weit vor den [[Krimmler Wasserfälle]]n beendet wurde. Sie waren bereits damals die größte [[Fremdenverkehr]]<nowiki>sattraktion</nowiki> im Oberpinzgau und ziehen heute jährlich 350 000 Besucher an. Das wäre ein enormes Fahrgastpotenzial für die Pinzgauer Lokalbahn. In Krimml heißt es, die Krimmler Fuhrleute hätten sich damals mit Erfolg gegen den Weiterbau der Bahn gewehrt. Sie arbeiteten auf dem steilen Stück zwischen Wald und Krimml und sahen ihr Geschäft bedroht. |
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| − | Schon die ÖBB hatten für die Verlängerung drei Trassenvarianten erarbeitet. Unter anderem gab es die Idee, ab dem [[Krimml Bahnhof|Bahnhof Krimml]] mit einer Seilbahn weiterzufahren. Laut dem Krimmler [[Bürgermeister der Gemeinde Krimml|Bürgermeister]] [[Erich Czerny]] ([[ÖVP]]) gab es auch [[2010]] wieder Überlegungen, die Bahn bis Krimml zu ziehen. Das heißt, der Bahnhof sollte zwischen Ort und Wasserfällen errichtet werden. | + | Schon die ÖBB hatten für die Verlängerung drei Trassenvarianten erarbeitet. Unter anderem gab es die Idee, ab dem [[Krimml Bahnhof|Bahnhof Krimml]] mit einer Seilbahn weiterzufahren. Laut dem Krimmler [[Bürgermeister der Gemeinde Krimml|Bürgermeister]] [[Erich Czerny]] ([[ÖVP]]) gab es auch [[2010]] wieder Überlegungen, die Bahn bis Krimml zu ziehen. Das heißt, der Bahnhof sollte zwischen dem Ortszentrum und den südwestlich gelegenen Wasserfällen errichtet werden. Das Land Salzburg wollte im Winter 2010/[[2011]] eine Machbarkeitsstudie und eine Kostenschätzung für die drei Kilometer lange Strecke erstellen. Grobe Schätzungen sprachen von Kosten zwischen sechs und zehn Millionen Euro. Es gab aber noch keine Linienführung und es war unsicher, ob bei der Talenge im Bereich [[Falkenstein (Wald im Pinzgau)|Falkenstein]] Stützmaßnahmen oder ein Tunnel notwendig sind. Eine unüberwindliche Hürde stellen die Engstelle und der relativ steile Anstieg nach Krimml laut Experten aber keineswegs dar. |
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| − | Das Land Salzburg wollte im Winter 2010–2011 eine Machbarkeitsstudie und eine Kostenschätzung für die drei Kilometer lange Strecke erstellen. Grobe Schätzungen sprachen von Kosten zwischen sechs und zehn Millionen Euro. Das war aber noch mit Vorsicht zu genießen. Es gab noch keine Linienführung und es war unsicher, ob bei der Talenge im Bereich [[Falkenstein (Wald im Pinzgau)|Falkenstein]] Stützmaßnahmen oder ein Tunnel notwendig sind. Eine unüberwindliche Hürde stellen die Engstelle und der relativ steile Anstieg nach Krimml laut Experten aber keineswegs dar.
| + | Der damalige Verkehrsdirektor [[Gunter Mackinger]] von der Salzburg AG, die die Pinzgauer Lokalbahn seit 2008 betreibt, trat noch auf die Euphoriebremse. Grundsätzlich halte er das Fahrgastpotenzial für interessant und die Verlängerung für vernünftig. "Aber die Weiterführung ist eine politische Entscheidung." Man müsse tiefer in die Materie eindringen, um eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen. "Es gibt keine Kostenschätzung. Der Untergrund, die Haltung der Grundeigentümer, ob Galerien nötig sind – das ist alles unbekannt. Wir haben nicht einmal eine Trasse. Zunächst soll die Strecke zwischen Piesendorf und Uttendorf begradigt werden." Dann liefen Vertragsverhandlungen mit dem Land, da der Betreibervertrag der Bahn zwischen Land und Salzburg AG nur bis Ende des Jahres 2010 galt. Ein langfristiger Vertrag wurde angestrebt. Zunächst wollte die Salzburg AG die Fahrgastzahlen steigern. Im ersten Jahr unter Führung der Salzburg AG benutzten 440 000 Passagiere die Pinzgauer Lokalbahn. Für 2010 rechnete man mit 660 000, obwohl neun Monate noch auf der verkürzten Strecke gefahren wurde. Im fünften Jahr (2013) sollte eine Million Passagiere jährlich mit der Bahn fahren. |
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| − | Der damalige Verkehrsdirektor [[Gunter Mackinger]] von der Salzburg AG, die die Pinzgauer Lokalbahn seit 2008 betreibt, trat noch auf die Euphoriebremse. Grundsätzlich halte er das Fahrgastpotenzial für interessant und die Verlängerung für vernünftig. "Aber die Weiterführung ist eine politische Entscheidung." Man müsse tiefer in die Materie eindringen, um eine Entscheidungsgrundlage zu schaffen. "Es gibt keine Kostenschätzung. Der Untergrund, die Haltung der Grundeigentümer, ob Galerien nötig sind – das ist alles unbekannt. Wir haben nicht einmal eine Trasse. Zunächst soll die Strecke zwischen [[Piesendorf]] und [[Uttendorf]] begradigt werden." Dann liefen Vertragsverhandlungen mit dem Land, da der Vertrag zwischen Land und Salzburg AG nur bis Ende des Jahres 2010 galt. Ein langfristiger Vertrag wurde angestrebt. Zunächst wollte die Salzburg AG die Fahrgastzahlen steigern. Im ersten Jahr unter Führung der Salzburg AG benutzten 440 000 Passagiere die Pinzgauer Lokalbahn. Für 2010 rechnete man mit 660 000, obwohl neun Monate noch auf der verkürzten Strecke gefahren wurde. Im fünften Jahr (2013) sollte eine Million Passagiere jährlich mit der Bahn fahren.
| + | Doch es sollte dann noch bis [[2019]] dauern bis die Millionengrenze erreicht wurde. Nachdem sie schon [[2018]] mit 901 000 Fahrgästen die höchste Auslastung seit ihrem Bestehen erreichte, dürften es 2019 laut Verkehrs[[landesrat]] [[Stefan Schnöll]] (ÖVP) sogar eine Million Fahrten gewesen sein. Als das Land und die Salzburg AG die Bahn 2008 von den ÖBB übernahmen, waren es 230 000 Fahrgäste im Jahr. |
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| − | Doch es sollte dann noch bis [[2019]], dass die Millionengrenze erreicht wurde. Nachdem sie schon [[2018]] mit 901 000 Fahrgästen die höchste Auslastung seit ihrem Bestehen erreichte, dürften es 2019 laut Verkehrs[[landesrat]] [[Stefan Schnöll]] (ÖVP) sogar eine Million Fahrten gewesen sein. Als das Land und die Salzburg AG die Bahn 2008 von den ÖBB übernahmen, waren es 230 000 Fahrgäste im Jahr.
| + | Neben der im [[Oktober]] 2018 eingeführten Taktverdichtung (Halbstundentakt zwischen Zell am See und Piesendorf) war für die Steigerung von 2018 auf 2019 auch die Mobilitätskarte Pinzgau verantwortlich. Im Sommer 2019 konnten erstmals alle Touristen mit Pinzgauer Gästekarten die öffentlichen Verkehrsmittel im [[Bezirk Zell am See]] gratis mitbenützen. Die Zahl der touristischen Fahrten hatte sich innerhalb eines Jahres von 41 000 auf 83 000 verdoppelt. Mit den neuen myRegio-Tickets erwartete sich Schnöll für [[2020]] noch mehr Umsteiger. 2020 kostete die Jahreskarte von Krimml nach Zell am See 365 Euro statt 1.130 Euro. |
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| − | Neben der im Oktober 2018 eingeführten Taktverdichtung (Halbstundentakt zwischen Zell am See und Piesendorf) war für die Steigerung von 2018 auf 2019 auch die Mobilitätskarte Pinzgau verantwortlich. Im Sommer 2019 durften erstmals alle Touristen mit Pinzgauer Gästekarten die öffentlichen Verkehrsmittel im Bezirk gratis mitbenützen. Die Zahl der touristischen Fahrten hatte sich innerhalb eines Jahres von 41 000 auf 83 000 verdoppelt. Mit den neuen myRegio-Tickets erwartete sich Schnöll für [[2020]] noch mehr Umsteiger. 2020 kostete die Jahreskarte von Krimml nach Zell am See 365 Euro statt 1.130 Euro.
| + | Die Infrastruktur hält aber mit dieser Entwicklung nicht mehr mit. Weitere Taktverdichtungen sind mit dem vorhandenen Wagenmaterial kaum möglich. Außerdem ist etwa die Hälfte der Triebwagen über 30 Jahre alt und in rund fünf Jahren am Ende ihrer Lebensdauer. Das Land nützt die Chance, mit der Anschaffung neuer Wagen auf Strom umzusteigen. Neuerlich Dieselfahrzeuge zu kaufen ist vor allem im Vorfeld des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks]] nicht zu rechtfertigen. Und eine vom Land in Auftrag gegebene Traktionsstudie, in der alle Antriebsmöglichkeiten, darunter auch der Wasserstoffantrieb, untersucht wurden, hat ergeben, dass die Elektrifizierung mit einer Oberleitung am besten und günstigsten ist. |
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| − | Die Infrastruktur hält mit dieser Entwicklung nicht mehr mit. Weitere Taktverdichtungen sind mit dem vorhandenen Wagenmaterial kaum möglich. Außerdem ist etwa die Hälfte der Triebwagen über 30 Jahre alt und in rund fünf Jahren am Ende ihrer Lebensdauer. Das Land nützt die Chance, mit der Anschaffung neuer Wagen auf Strom umzusteigen. Neuerlich Dieselfahrzeuge zu kaufen ist vor allem im Vorfeld des [[Nationalpark Hohe Tauern|Nationalparks]] nicht zu rechtfertigen. Und eine vom Land in Auftrag gegebene Traktionsstudie, in der alle Antriebsmöglichkeiten, darunter auch der Wasserstoffantrieb, untersucht wurden, hat ergeben, dass die Elektrifizierung mit einer Oberleitung am besten und günstigsten ist. | |
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| | Da die Vorlaufzeit rund fünf Jahre beträgt, sollen die neuen Fahrzeuge bis [[2021]] bestellt werden. Wenn sie um [[2026]] einsatzbereit sind, muss die Oberleitung fertig sein. Die Elektrifizierung soll 40 bis 50 Millionen Euro kosten. Ein neuer Triebwagen kommt auf sieben bis acht Millionen. Euro. Hier könne man Synergien mit der [[Murtalbahn]] nutzen, wo auch der Kauf von neuem Wagenmaterial anstehe, so Schnöll. | | Da die Vorlaufzeit rund fünf Jahre beträgt, sollen die neuen Fahrzeuge bis [[2021]] bestellt werden. Wenn sie um [[2026]] einsatzbereit sind, muss die Oberleitung fertig sein. Die Elektrifizierung soll 40 bis 50 Millionen Euro kosten. Ein neuer Triebwagen kommt auf sieben bis acht Millionen. Euro. Hier könne man Synergien mit der [[Murtalbahn]] nutzen, wo auch der Kauf von neuem Wagenmaterial anstehe, so Schnöll. |
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| − | 2020 wurden vom Land Varianten einer Verlängerung der Bahn von [[Vorderkrimml]] in der Gemeinde Wald nach Krimml geprüft. Die Verlängerung würde rund 25 Mill. Euro kosten. Die Trasse wird wohl südlich der [[Krimmler Ache]] verlaufen. Die Endstation könnte bei der Talstation der in Krimml gewünschten Seilbahn vom Ort nach [[Hochkrimml]] sein. Derzeit besuchen 350 000 bis 400 000 Gäste im Jahr die Wasserfälle. Der Großteil mit dem Auto. | + | 2020 wurden vom Land Varianten neuerlich eine Verlängerung der Bahn von [[Vorderkrimml]] in der Gemeinde Wald nach Krimml geprüft. Die Verlängerung würde rund 25 Mill. Euro kosten. Die Trasse wird wohl südlich der [[Krimmler Ache]] verlaufen. Die Endstation könnte bei der Talstation der in Krimml gewünschten Seilbahn vom Ort nach [[Hochkrimml]] sein. Derzeit besuchen 350 000 bis 400 000 Gäste im Jahr die Wasserfälle. Der Großteil mit dem Auto. |
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| | Auf Potenzial und Kosten untersucht werden soll auch die seit ein paar Jahren geforderte Stichbahn nach [[Kaprun]]. | | Auf Potenzial und Kosten untersucht werden soll auch die seit ein paar Jahren geforderte Stichbahn nach [[Kaprun]]. |
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| | === Unfälle und Sabotage === | | === Unfälle und Sabotage === |
| − | Wenige Tage vor dem Hochwasser 2005 hatte sich am [[2. Juli]] der schwerste Unfall in der Geschichte der Pinzgaubahn ereignet. Beim Zusammenstoß zweier Garnituren nahe Bramberg wurden zwei Personen getötet und 35 zum Teil schwer verletzt. Drei Monate später wurde menschliches Versagen als Unfallursache bestätigt. Bereits drei Jahre vorher hatte sich ein tödlicher Unfall auf der Bahnstrecke ereignet, als eine Garnitur von einer Windböe aus den Gleisen gerissen wurde und umkippte. Eine Frau starb. Insgesamt 126 Bahnübergänge führten in all den Jahren des Bestehens auch immer wieder zu Zusammenstößen der Bahn mit Fahrzeugen. | + | Wenige Tage vor dem Hochwasser 2005 hatte sich am [[2. Juli]] der schwerste Unfall in der Geschichte der Pinzgauer Lokalbahn ereignet. Beim Zusammenstoß zweier Garnituren nahe Bramberg wurden zwei Personen getötet und 35 zum Teil schwer verletzt. Drei Monate später wurde menschliches Versagen als Unfallursache bestätigt. Bereits drei Jahre vorher hatte sich ein tödlicher Unfall auf der Bahnstrecke ereignet, als eine Garnitur von einer Windböe aus den Gleisen gerissen wurde und umkippte. Eine Frau starb. Insgesamt 126 Bahnübergänge führten in all den Jahren des Bestehens auch immer wieder zu Zusammenstößen der Bahn mit Fahrzeugen. |
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| − | Am Sonntagvormittag, den [[5. Juni]] [[2011]], um 8:45 Uhr, entgleiste eine Zuggarnitur. Unbekannte Täter hatten faustgroße Felsstücke in Weichen gelegt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Drei verdächtige Jugendliche wurden aber nach einem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt. Dem oder den Tätern drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren. | + | Am Sonntagvormittag, den [[5. Juni]] [[2011]] entgleiste um 8:45 Uhreine Zuggarnitur. Unbekannte Täter hatten faustgroße Felsstücke in Weichen gelegt. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Drei verdächtige Jugendliche wurden aber nach einem Verhör wieder auf freien Fuß gesetzt. Dem oder den Tätern drohen Haftstrafen bis zu zehn Jahren. |
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| | Am [[4. Mai]] [[2009]] wurden bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw nahe [[Piesendorf]] 15 Passagiere der Pinzgauer Lokalbahn verletzt. | | Am [[4. Mai]] [[2009]] wurden bei einem Zusammenstoß mit einem Lkw nahe [[Piesendorf]] 15 Passagiere der Pinzgauer Lokalbahn verletzt. |
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| | Am [[19. Februar]] [[2018]] geriet ein Triebwagen aus ungeklärter Ursache an der Haltestelle Walchen in Piesendorf in Brand. Alle Bediensteten und Passiere konnten die Zuggarnitur rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt.<ref>{{Quelle SN|20. Februar 2018}}</ref> | | Am [[19. Februar]] [[2018]] geriet ein Triebwagen aus ungeklärter Ursache an der Haltestelle Walchen in Piesendorf in Brand. Alle Bediensteten und Passiere konnten die Zuggarnitur rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt.<ref>{{Quelle SN|20. Februar 2018}}</ref> |
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| − | === 2021: Zerstörungen durch Hochwasser ===
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| − | Beim verheerenden [[Hochwasser 2021|Hochwasser im Juli 2021]] und den darauf folgenden [[Wetter im Sommer 2021#Unwetter-Schreckensnacht in Salzburg|Murenabgängen am 14. August]] wurden große Abschnitte der Pinzgauer Lokalbahn zerstört. Nach intensiven Planungen und Verhandlungen startete im April [[2023]] der Wiederaufbau der wichtigen Lebensader für rund 40 000 Menschen. Rund zwölf Millionen Euro kostet der erste Abschnitt von Niedernsill bis Mittersill, der im Herbst 2023 fertig sein soll.
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| | Pinzgauer Lokalbahn Thomas Oberkalmsteiner.jpg|2024: Thomas Oberkalmsteiner, Dienststellenleiter der Pinzgauer Lokalbahn. | | Pinzgauer Lokalbahn Thomas Oberkalmsteiner.jpg|2024: Thomas Oberkalmsteiner, Dienststellenleiter der Pinzgauer Lokalbahn. |
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