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Schon bis zur Einrichtung des [[Pflegegericht]]s um 1100 waren die ansässigen Grafen für die Rechtsprechung, die Steuereinhebung, den militärischen Schutz sowie die Urbarmachung für Ansiedlungen zuständig. Der [[Pfleger]] Ulrich von [[Dachsberger|Dachsberg]] aus Aspach im [[Innviertel]] begann [[1429]] mit dem Bau der Seeburg als seines Amtssitzes anstelle eines älteren Anwesens. Dieses dürfte [[Mittelalter|mittelalterlichen]] Ursprungs gewesen sein.  
 
Schon bis zur Einrichtung des [[Pflegegericht]]s um 1100 waren die ansässigen Grafen für die Rechtsprechung, die Steuereinhebung, den militärischen Schutz sowie die Urbarmachung für Ansiedlungen zuständig. Der [[Pfleger]] Ulrich von [[Dachsberger|Dachsberg]] aus Aspach im [[Innviertel]] begann [[1429]] mit dem Bau der Seeburg als seines Amtssitzes anstelle eines älteren Anwesens. Dieses dürfte [[Mittelalter|mittelalterlichen]] Ursprungs gewesen sein.  
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Gegen das [[17. Jahrhundert]] erlosch das Geschlecht der Dachsberger, und der [[Erzbischof]] setzte auch andere Personen als Pfleger ein. Eine der letzten weiblichen Nachkommen der Dachsberger-Familie heiratete Wolf Adam von [[Haunsperger|Haunsperg]]. Als Nachkommen folgten Neidhart von Haunsperg und Christoph von Haunsperg. Letzter löste um 1600 das Pfleggericht auf. Dieses wird [[Sighartstein]] unterstellt.
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Gegen das [[17. Jahrhundert]] erlosch das Geschlecht der Dachsberger, und der [[Erzbischof]] setzte auch andere Personen als Pfleger ein. Eine der letzten weiblichen Nachkommen der Dachsberger-Familie heiratete Wolf Adam von [[Haunsperger|Haunsperg]]. Als Nachkommen folgten Neidhart von Haunsperg und Christoph von Haunsperg. Letzterer löste um 1600 das Pfleggericht auf. Dieses wird [[Sighartstein]] unterstellt.
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Die Tochter von Christoph, Juliane von Haunsperg, heiratete [[Levin von Mortaigne]], ein Salzburger Kammerherr, Gardehauptmann und Pflegerichter aus [[Golling]]. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn [[Johann Dietrich von Mortaigne|Johann Dietrich]], der [[1647]] die Seeburg in den Besitz der steirischen [[Freiherren von Prankh]] übergibt.
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Die Tochter von Christoph, Juliane von Haunsperg, heiratete [[Levin von Mortaigne]], einen Salzburger Kammerherr, Gardehauptmann und Pflegerichter aus [[Golling]]. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn [[Johann Dietrich von Mortaigne|Johann Dietrich]], der [[1647]] die Seeburg in den Besitz der steirischen [[Freiherren von Prankh]] übergibt.
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Als Besitzer folgen [[1724]] [[Adam Franz-Xaver von Paumann]], Pfleger in [[Zell am See]], [[1731]] [[Ainkäs von Ainskäshofen|Johann Adam Ainkäs von Ainskäshofen und Petersheim]] und [[1737]] [[Josef Rupert von Pfeiffersberg]]. Die folgenden Besitzer bauten die Seeburg im [[Rokoko]]stil um: [[1752]] [[Lodron|Ernst Maria von Lodron]] und Antonia Gräfin von [[Arco]]. Dabei wurde die [[Schlosskapelle zum hl. Rupert in der Seeburg]] erbaut.
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Als Besitzer folgen [[1724]] [[Adam Franz-Xaver von Paumann]], Pfleger in [[Zell am See]], [[1731]] [[Johann Adam Ainkäs von Ainkäshofen und Petersheim|Johann Adam]] [[Ainkhäs|Ainkäs von Ainkäshofen und Petersheim]] und [[1737]] [[Josef Rupert von Pfeiffersberg]]. Die folgenden Besitzer bauten die Seeburg im [[Rokoko]]stil um: [[1752]] [[Lodron|Ernst Maria von Lodron]] und Antonia Gräfin von [[Arco]]. Dabei wurde die [[Schlosskapelle zum hl. Rupert in der Seeburg]] erbaut.
    
Die folgenden Jahrzehnte stellten dann die wahrscheinlich glanzvollste Zeit von Schloss Seeburg dar. Es wurde Treffpunkt seinerzeit berühmter Persönlichkeiten wie [[Wolfgang Amadeus Mozart]]. [[1825]] erwarb der geadelte Südfrüchtehändler und Armeelieferant [[Dismas von Widerwald]]. Nach dessen Tod wurde das Anwesen versteigert. Damit endete die Zeit von Schloss Seeburg als Adelswohnsitz.  
 
Die folgenden Jahrzehnte stellten dann die wahrscheinlich glanzvollste Zeit von Schloss Seeburg dar. Es wurde Treffpunkt seinerzeit berühmter Persönlichkeiten wie [[Wolfgang Amadeus Mozart]]. [[1825]] erwarb der geadelte Südfrüchtehändler und Armeelieferant [[Dismas von Widerwald]]. Nach dessen Tod wurde das Anwesen versteigert. Damit endete die Zeit von Schloss Seeburg als Adelswohnsitz.  
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[[Mathias Bayrhammer]], „der Seekirchner Geldhiesl“, hatte mit seiner [[Bayrhammersche Stiftung|Bayrhammerschen Stiftung]] aus seinem riesigen Vermögen eine reich dotierte Armenstiftung verfügt. [[Lorenz Ibertsperger von Erlach]], der noch Bayrhammer [[1848]] als Stiftspatron einsetzte, kümmerte sich nach dessen Tod [[1845]] um die Errichtung der Stiftung. Er erwarb [[1849]] die Seeburg und ließ sie gründlich umbauen ([[1850]] wurde sie um ein Stockwerk aufgestockt, einige Steinlagen der Ringmauer dafür abgetragen, die Zimmer- und Bettenanzahl wurde erhöht). [[1850]] starb von Erlach, [[Carl von Ernst]] wurde Betreuer des Schlosses und [[1878]] übernahm [[Amanda Hübsch]], Tochter von Lorenz Ibertsperger, das Stiftpatronat bis zum Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]]. [[1919]] ging das Schloss in die Gemeindeverwaltung von Seekirchen über.
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[[Mathias Bayrhammer]], „der Seekirchner Geldhiesl“, hatte mit seiner [[Bayrhammersche Stiftung|Bayrhammerschen Stiftung]] aus seinem riesigen Vermögen eine reich dotierte Armenstiftung verfügt. [[Lorenz Ibertsperger von Erlach]], den noch Bayrhammer [[1848]] als Stiftspatron einsetzte, kümmerte sich nach dessen Tod [[1845]] um die Errichtung der Stiftung. Er erwarb [[1849]] die Seeburg und ließ sie gründlich umbauen ([[1850]] wurde sie um ein Stockwerk aufgestockt, einige Steinlagen der Ringmauer dafür abgetragen, die Zimmer- und Bettenanzahl wurde erhöht). [[1850]] starb von Erlach, [[Carl von Ernst]] wurde Betreuer des Schlosses und [[1878]] übernahm [[Amanda Hübsch]], Tochter von Lorenz Ibertsperger, das Stiftspatronat bis zum Ende des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieges]]. [[1919]] ging das Schloss in die Gemeindeverwaltung von Seekirchen über.
    
Durch einen Blitzschlag am [[21. Juli]] [[1930]] brannte der Mansardendachstuhl des Schlosses völlig ab. Vom Juni [[1939]] bis zum Juni [[1941]] waren zusätzlich Landdienstmädel einquartiert. Im Winter 1940/41 diente das Schloss als Schülerheim. 1941 wurde es von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) beschlagnahmt. Die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#P|Pfründner]] müssen ausziehen. Anstatt dessen wird der Reichsbann einquartiert.
 
Durch einen Blitzschlag am [[21. Juli]] [[1930]] brannte der Mansardendachstuhl des Schlosses völlig ab. Vom Juni [[1939]] bis zum Juni [[1941]] waren zusätzlich Landdienstmädel einquartiert. Im Winter 1940/41 diente das Schloss als Schülerheim. 1941 wurde es von der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt (NSV) beschlagnahmt. Die [[Erklärungen früherer Bezeichnungen und Ausdrücke#P|Pfründner]] müssen ausziehen. Anstatt dessen wird der Reichsbann einquartiert.
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Ab [[1947]] diente die Seeburg als Hauptschulinternat. 1977/78 wurden das [[Stifts- & Heimatmuseum Schloss Seeburg]] sowie Standesamt, Gemeindesaal und Kindergarten eingerichtet. Nach einer im April 1999 beendeten Sanierung der gesamten Anlage befindet sich die [[Privatuniversität Schloss Seeburg]] im Gebäude. Darüber hinaus werden die Räume für Seminare, Feiern und Hochzeiten vermietet. Der [[Schlosswirt Seeburg]] befindet sich ebenfalls innerhalb der Schlossmauern.
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Ab [[1947]] diente die Seeburg als Hauptschulinternat. 1977/78 wurden das [[Stifts- & Heimatmuseum Schloss Seeburg]] sowie Standesamt, Gemeindesaal und Kindergarten eingerichtet. Nach einer im April 1999 beendeten Sanierung der gesamten Anlage befindet sich die [[Privatuniversität Schloss Seeburg]] im Gebäude. Darüber hinaus werden die Räume für Seminare, Feiern und Hochzeiten vermietet. Der [[Schlosswirt (Seeburg)|Schlosswirt]] befindet sich ebenfalls innerhalb der Schlossmauern.
    
==Quelle==
 
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