| Zeile 1: |
Zeile 1: |
| − | [[Datei:B 311 mit Knoten Schüttdorf 2.jpg|thumb|B 311 mit Knoten [[Schüttdorf]]]] | + | {| cellpadding="2" style="float: right; width: 300px; background: #e3e3e3; margin-left: 1em; border: 1px solid #cccccc; border-spacing: 1px;" |
| − | [[Datei:St. Johann im Pongau Abfahrt Nord.jpg|thumb|B 311 Abfahrt Nord in [[St. Johann im Pongau]]]] | + | ! colspan="2" class="blueboxcenterheader" | Bild |
| − | [[Datei:Autostraße bei Brandlhof im Pinzgau 1927.jpg|thumb|''Autostraße bei [[Gut Brandlhof|Brandlhof]] bei [[Lofer]]'' (!). Der Brandlhof ist in [[Saalfelden am Steinernen Meer]] und die Autostraße die heutige [[Pinzgauer Straße]].]] | + | |---- bgcolor="#FFFFFF" align="center" |
| | + | | colspan="2" | [[Datei:Pinzgauer Straße.jpg|280px|Im Bild die Stegkurve zwischen [[Lend]] und [[Schwarzach im Pongau]].]] |
| | + | |- |
| | + | ! colspan="2" class="blueboxcenterheader" | Pinzgauer Straße |
| | + | |---- bgcolor="#FFFFFF" |
| | + | | Ziffer: || B 311 |
| | + | |- bgcolor="#ffffff" |
| | + | | Länge: || 94 km |
| | + | |- bgcolor="#ffffff" |
| | + | | Startpunkt: || [[Bischofshofen]] |
| | + | |- bgcolor="#ffffff" |
| | + | | Endpunkt: || [[Lofer]] |
| | + | |} |
| | + | [[Datei:B 311 mit Knoten Schüttdorf 2.jpg|thumb|B 311 mit Knoten [[Schüttdorf]].]] |
| | + | [[Datei:St. Johann im Pongau Abfahrt Nord.jpg|thumb|B 311 Abfahrt Nord in [[St. Johann im Pongau]].]] |
| | + | [[Datei:Autostraße bei Brandlhof im Pinzgau 1927.jpg|thumb|''Autostraße bei [[Gut Brandlhof|Brandlhof]] bei [[Lofer]]'' (!). Der Brandlhof ist in [[Saalfelden am Steinernen Meer]] und die Autostraße die heutige Pinzgauer Straße.]] |
| | Die '''Pinzgauer Straße''' (B 311) ist eine [[Bundesstraße|ehemalige Bundesstraße (Landesstraße B)]] im [[Bundesland Salzburg]]. Ihre Gesamtlänge beträgt 94,0 km. Sie verläuft von [[Bischofshofen]] ([[Tauernautobahn|A 10]]) über [[Zell am See]] nach [[Lofer]]. | | Die '''Pinzgauer Straße''' (B 311) ist eine [[Bundesstraße|ehemalige Bundesstraße (Landesstraße B)]] im [[Bundesland Salzburg]]. Ihre Gesamtlänge beträgt 94,0 km. Sie verläuft von [[Bischofshofen]] ([[Tauernautobahn|A 10]]) über [[Zell am See]] nach [[Lofer]]. |
| | | | |
| Zeile 23: |
Zeile 38: |
| | | | |
| | ==== Ereignisse ==== | | ==== Ereignisse ==== |
| | + | ===== 2023 ===== |
| | + | * [[7. September]] [[2023]]: Am Donnerstagnachmittag war ein 52-jähriger Iraker bei einem riskanten Überholmanöver ums Leben gekommen. Der Unfall geschah im Gemeindegebiet von St. Veit im Pongau.<ref>[https://salzburg.orf.at/stories/3223307/ salzburg.orf.at], 8. September 2023, abgerufen am 15. August 2024</ref> |
| | + | |
| | ===== 2021 ===== | | ===== 2021 ===== |
| | *´[[28. Juni]] [[2021]], Montag: Am Montag kurz vor Mitternacht wurde die Polizei auf den 30-jährigen rumänischen Fahrzeuglenker aufmerksam, der seinen Pkw mit stark überhöhter Geschwindigkeit auf der Pinzgauer Straße in Fahrtrichtung [[Schwarzach im Pongau]] lenkte. Bei der Nachfahrt stellten die Polizisten im Freiland eine Fahrgeschwindigkeit von 160 km/h und im Bereich einer 80-km/h-Beschränkung eine Fahrgeschwindigkeit von 140 km/h fest. Bei der nachfolgenden Anhaltung und Kontrolle stellten die Beamten beim Lenker beim durchgeführten Alkomattest ergab einen Wert von 1,24 Promille. Dem Mann wurde der Führerschein abgenommen. Es werden mehrere Anzeigen an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde erstattet. | | *´[[28. Juni]] [[2021]], Montag: Am Montag kurz vor Mitternacht wurde die Polizei auf den 30-jährigen rumänischen Fahrzeuglenker aufmerksam, der seinen Pkw mit stark überhöhter Geschwindigkeit auf der Pinzgauer Straße in Fahrtrichtung [[Schwarzach im Pongau]] lenkte. Bei der Nachfahrt stellten die Polizisten im Freiland eine Fahrgeschwindigkeit von 160 km/h und im Bereich einer 80-km/h-Beschränkung eine Fahrgeschwindigkeit von 140 km/h fest. Bei der nachfolgenden Anhaltung und Kontrolle stellten die Beamten beim Lenker beim durchgeführten Alkomattest ergab einen Wert von 1,24 Promille. Dem Mann wurde der Führerschein abgenommen. Es werden mehrere Anzeigen an die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde erstattet. |
| | | | |
| | ===== 2020 ===== | | ===== 2020 ===== |
| − | [[2. Mai]] [[2020]]. Samstagabend kontrollierte die Polizei in [[St. Johann im Pongau]] die Geschwindigkeit auf der Pinzgauer Straße. Dabei bemerkten die Polizisten zwei Pkw, die sich offenbar ein Rennen lieferten. Die beiden Fahrzeuge fuhren mit 166 bzw. 162 km/h statt der erlaubten 100 Stundenkilometer. Bei den beiden Pongauern handelte es sich um Probeführerscheinbesitzer im Alter von 18 und 20 Jahren. Ihnen wurde der Führerschein an Ort und Stelle abgenommen. Dem 20-Jährigen war die Probezeit bereits einige Monate zuvor wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 97 km/h in einem 100 km/h Bereich verlängert worden. | + | [[2. Mai]] [[2020]]. Samstagabend kontrollierte die Polizei in St. Johann im Pongau die Geschwindigkeit auf der Pinzgauer Straße. Dabei bemerkten die Polizisten zwei Pkw, die sich offenbar ein Rennen lieferten. Die beiden Fahrzeuge fuhren mit 166 bzw. 162 km/h statt der erlaubten 100 Stundenkilometer. Bei den beiden Pongauern handelte es sich um Probeführerscheinbesitzer im Alter von 18 und 20 Jahren. Ihnen wurde der Führerschein an Ort und Stelle abgenommen. Dem 20-Jährigen war die Probezeit bereits einige Monate zuvor wegen einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 97 km/h in einem 100 km/h Bereich verlängert worden. |
| | | | |
| | ===== 2017 ===== | | ===== 2017 ===== |
| − | Zu einem fürchterlichen Verkehrsunfall kam es am Abend der Nationalratswahl am [[15. Oktober]] 2017 an der Pinzgauer Straße in [[Saalfelden am Steinernen Meer]]. Die erste Bilanz: sechs Verletzte, darunter eine im achten Monat Schwangere, eine andere junge Frau erlitt eine Querschnittlähmung und sitzt seither im Rollstuhl. Der Unfalllenker wurde lebensgefährlich verletzt, denn er war eingeklemmt und sein Auto geriet in Brand. Wäre nicht ein Feuerwehrmann sofort mit seinem privaten Feuerlöscher zur Stelle gewesen, der junge Mann hätte wohl nicht überlebt. Er ist heute zu 70 Prozent Invalide, musste 30 Operationen hinter sich bringen und seine Haut ist großflächig verbrannt. Er ließ sich von Maurer auf Kfz-Verkäufer umschulen und sucht nun einen Job, wie der ORF berichtete. Es stellte sich dann heraus, dass sich zwei junge Lenker mit bosnischen Wurzeln ein illegales privates Straßenrennen geliefert hatten. Sie hatten ihre Autos kurz zuvor in Deutschland gekauft und waren am Wahlabend mit Überstellungskennzeichen nach Hause unterwegs. Das Rennen sei nicht geplant gewesen, sondern spontan entstanden, sagte der invalide Erstangeklagte im Strafprozess im Jahr 2019. | + | Zu einem fürchterlichen Verkehrsunfall kam es am Abend der Nationalratswahl am [[15. Oktober]] 2017 an der Pinzgauer Straße in Saalfelden am Steinernen Meer. Die erste Bilanz: sechs Verletzte, darunter eine im achten Monat Schwangere, eine andere junge Frau erlitt eine Querschnittlähmung und sitzt seither im Rollstuhl. Der Unfalllenker wurde lebensgefährlich verletzt, denn er war eingeklemmt und sein Auto geriet in Brand. Wäre nicht ein Feuerwehrmann sofort mit seinem privaten Feuerlöscher zur Stelle gewesen, der junge Mann hätte wohl nicht überlebt. Er ist heute zu 70 Prozent Invalide, musste 30 Operationen hinter sich bringen und seine Haut ist großflächig verbrannt. Er ließ sich von Maurer auf Kfz-Verkäufer umschulen und sucht nun einen Job, wie der ORF berichtete. Es stellte sich dann heraus, dass sich zwei junge Lenker mit bosnischen Wurzeln ein illegales privates Straßenrennen geliefert hatten. Sie hatten ihre Autos kurz zuvor in Deutschland gekauft und waren am Wahlabend mit Überstellungskennzeichen nach Hause unterwegs. Das Rennen sei nicht geplant gewesen, sondern spontan entstanden, sagte der invalide Erstangeklagte im Strafprozess im Jahr 2019. |
| | | | |
| − | Der Gerichtssachverständige [[Gerhard Kronreif]] konnte anhand der Fahrzeugdaten feststellen, wie der Unfall genau ablief: Trotz 80-km/h-Beschränkung und Überholverbots wechselte der spätere Unfalllenker mit Tempo 170 auf die Gegenfahrbahn und überholte den BMW seines Kumpels mit mindestens 215 km/h. Parallel beschleunigte auch der andere auf gut 190 km/h. Beim Einlenken nach dem Überholmanöver kam es zum fatalen Unglück. | + | Der Gerichssachverständige [[Gerhard Kronreif]] konnte anhand der Fahrzeugdaten feststellen, wie der Unfall genau ablief: Trotz 80-km/h-Beschränkung und Überholverbots wechselte der spätere Unfalllenker mit Tempo 170 auf die Gegenfahrbahn und überholte den BMW seines Kumpels mit mindestens 215 km/h. Parallel beschleunigte auch der andere auf gut 190 km/h. Beim Einlenken nach dem Überholmanöver kam es zum fatalen Unglück. |
| | | | |
| | ===== 2014 ===== | | ===== 2014 ===== |
| − | Am [[18. März]] [[2014]] stoppte die Polizei im Pinzgau zwei besonders schnelle Verkehrsteilnehmer. Ein 56-jähriger Autofahrer aus [[Niederösterreich]] wurde kurz nach 13 Uhr auf der Pinzgauer Straße in [[Weißbach bei Lofer]] mit 229 Kilometern pro Stunde erwischt. Erlaubt waren in diesem Bereich 100 Kilometer pro Stunde. Auf der [[Felbertauern Straße]] wurde ein Motorradfahrer aus Innsbruck mit 193 Kilometer pro Stunde bei [[Mittersill]] in einer Tempo-100-Zone ertappt. | + | Am [[18. März]] [[2014]] stoppte die Polizei im Pinzgau zwei besonders schnelle Verkehrsteilnehmer. Ein 56-jähriger Autofahrer aus [[Niederösterreich]] wurde kurz nach 13 Uhr auf der Pinzgauer Straße in [[Weißbach bei Lofer]] mit 229 Kilometern pro Stunde erwischt. Erlaubt waren in diesem Bereich 100 Kilometer pro Stunde. |
| | | | |
| − | Am 17. Oktober 2014 gegen 16:30 Uhr bog aus einer Hofausfahrt ein 66-jähriger Autolenker mit seinem VW Golf in die Pinzgauer Straße in Weißbach bei Lofer ein. Ein 30-jähriger Österreicher rammte mit einem PS-starken Leihwagen - einem Audi RS 6 mit deutschem Kennzeichen - das einbiegende Auto. Beide Insassen des VW Golfs kamen dabei ums Leben. Medienberichten nach soll der Audi mit etwa 190 Stundenkilometern unterwegs gewesen sein. | + | Am 17. Oktober 2014 gegen 16:30 Uhr bog aus einer Hofausfahrt ein 66-jähriger Autolenker mit seinem VW Golf in die Pinzgauer Straße in Weißbach bei Lofer ein. Ein 30-jähriger Österreicher rammte mit einem PS-starken Leihwagen - einem Audi RS 6 mit deutschem Kennzeichen - das einbiegende Auto. Beide Insassen des VW Golfs kamen dabei ums Leben. Medienberichten nach soll der Audi mit etwa 190 Stundenkilometern unterwegs gewesen sein. Strafrechtlich kamen beide Lenker letztlich mit bedingten Haftstrafen von einigen Monaten und unbedingten Geldstrafen von einigen Tausend Euro glimpflich davon. Das Oberlandesgericht Linz hatte dem vorbestraften Zweitangeklagten [[2020]] den unbedingten Teil seiner Strafe sogar noch erlassen - unter anderem wegen der "überlangen Verfahrensdauer". Der inzwischen 25-jährige Mann (Stand Juli 2021), der bei dem Unfall beinahe starb, hatte eine private Unfallversicherung. Von ihr forderte er rund 58.500 Euro als Entschädigung für seine erlittenen Gesundheitsschäden. Die Versicherung lehnte ab, da der Lenker bei einem illegalen Straßenrennen mitgemacht habe. Daraufhin klagte der Unfalllenker. Die Versicherung gewann das Verfahren in drei Instanzen. Der Oberste Gerichtshof fällte ein Grundsatzurteil. Bemerkenswert dabei ist, dass in diesem Zivilverfahren deutlich strengere Maßstäbe angelegt wurden als vor dem Strafgericht.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/raser-verlieren-privaten-versicherungsschutz-106170937 www.sn.at] vom 5. Juli 2021</ref> |
| − | | |
| − | Strafrechtlich kamen beide Lenker letztlich mit bedingten Haftstrafen von einigen Monaten und unbedingten Geldstrafen von einigen Tausend Euro glimpflich davon. Das Oberlandesgericht Linz hatte dem vorbestraften Zweitangeklagten [[2020]] den unbedingten Teil seiner Strafe sogar noch erlassen - unter anderem wegen der "überlangen Verfahrensdauer". Der inzwischen 25-jährige Mann (Stand Juli 2021), der bei dem Unfall beinahe starb, hatte eine private Unfallversicherung. Von ihr forderte er rund 58.500 Euro als Entschädigung für seine erlittenen Gesundheitsschäden. Die Versicherung lehnte ab, da der Lenker bei einem illegalen Straßenrennen mitgemacht habe. Daraufhin klagte der Unfalllenker. Die Versicherung gewann das Verfahren in drei Instanzen. Der Oberste Gerichtshof fällte ein Grundsatzurteil. Bemerkenswert dabei ist, dass in diesem Zivilverfahren deutlich strengere Maßstäbe angelegt wurden als vor dem Strafgericht.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/raser-verlieren-privaten-versicherungsschutz-106170937 www.sn.at] vom 5. Juli 2021</ref> | |
| | | | |
| | ==Quellen== | | ==Quellen== |
| Zeile 46: |
Zeile 62: |
| | * [https://www.sn.at/salzburg/chronik/in-salzburg-haeufen-sich-attacken-auf-radarboxen-138439327 www.sn.at], 9. Mai 2023: "In Salzburg häufen sich Attacken auf Radarboxen" | | * [https://www.sn.at/salzburg/chronik/in-salzburg-haeufen-sich-attacken-auf-radarboxen-138439327 www.sn.at], 9. Mai 2023: "In Salzburg häufen sich Attacken auf Radarboxen" |
| | * [[Salzburgwiki]]-Einträge im Artikel "Geschwindigkeitsübertretungen in Salzburg" | | * [[Salzburgwiki]]-Einträge im Artikel "Geschwindigkeitsübertretungen in Salzburg" |
| | + | |
| | + | == Einzelnachweise == |
| | + | <references/> |
| | | | |
| | [[Kategorie:Wissenschaft]] | | [[Kategorie:Wissenschaft]] |