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| | [[Datei:Die-leere-Getreidegasse-Richtung-Norden.jpg|thumb|Die leere Getreidegasse Richtung Norden, April 2020]] | | [[Datei:Die-leere-Getreidegasse-Richtung-Norden.jpg|thumb|Die leere Getreidegasse Richtung Norden, April 2020]] |
| | [[Datei:Die-leere-Getreidegasse-Richtung-Süden.jpg|thumb|Die leere Getreidegasse, Richtung Süden, April 2020]] | | [[Datei:Die-leere-Getreidegasse-Richtung-Süden.jpg|thumb|Die leere Getreidegasse, Richtung Süden, April 2020]] |
| − | Die '''Getreidegasse''' ist eine der wichtigsten ehemaligen Siedlungs- und Handelsstraßen in der [[Altstadt]] von der [[Stadt Salzburg]] und seit Beginn der [[Salzburger Festspiele]] in den [[1920er]]-Jahren die berühmteste Einkaufsstraße der Stadt Salzburg.<ref>Einleitung im Buch [[Die Getreidegasse (Buch 1)]]</ref> | + | Die '''Getreidegasse''' ist eine der wichtigsten ehemaligen Siedlungs- und Handelsstraßen in der [[Altstadt]] der [[Stadt Salzburg]] und seit Beginn der [[Salzburger Festspiele]] in den [[1920er]]-Jahren die berühmteste Einkaufsstraße der Stadt.<ref>Einleitung im Buch [[Die Getreidegasse (Buch 1)]]</ref> |
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| | == Namensherkunft und Geschichte == | | == Namensherkunft und Geschichte == |
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| | Nicht nur in seinem [[Mozarts Geburtshaus|Geburtshaus]] ist [[Wolfgang Amadé Mozart]] präsent. Er war es auch im [[Miracle-Wax-Museum]] ([[2004]]–[[2009]]), in welchem nicht nur sein Leben, sondern auch sein Umfeld so authentisch wie möglich dargestellt wurde. | | Nicht nur in seinem [[Mozarts Geburtshaus|Geburtshaus]] ist [[Wolfgang Amadé Mozart]] präsent. Er war es auch im [[Miracle-Wax-Museum]] ([[2004]]–[[2009]]), in welchem nicht nur sein Leben, sondern auch sein Umfeld so authentisch wie möglich dargestellt wurde. |
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| − | Ferner gab es noch die [[Marionettenfrau]]. Die Dame mit den braunen Haaren und den blauen Augen stand seit mehr als 25 Jahren, je nach Wetterlage, in der Getreidegasse selbst oder auf dem Rathausplatz, stets in Landestracht ([[Dirndl]]) gekleidet und verkaufte [[Marionettenmuseum|Marionetten]]. Desgleichen war hier auch Patricio und Jeanette Vargas Arias, welche seit vielen Jahren gemeinsam an ihrem Schmuckstand - an der Ecke Getreidegasse-Hagenauerplatz (gegenüber von Mozarts Geburtshaus) arbeiten. Lt. Informationen soll aber die Marionettenfrau verstorben sein und Patricio Varags Arias 2017 verstorben sein.<ref>Interne Informationen von Salzburgwiki-Benutzern, deren Informationen von Administrator Peter archiviert sind</ref> | + | Ferner gab es noch die [[Marionettenfrau]]. Die Dame mit den braunen Haaren und den blauen Augen stand seit mehr als 25 Jahren, je nach Wetterlage, in der Getreidegasse selbst oder auf dem Rathausplatz, stets in Landestracht ([[Dirndl]]) gekleidet und verkaufte [[Marionettenmuseum|Marionetten]]. Desgleichen waren hier auch Patricio und Jeanette Vargas Arias, welche seit vielen Jahren gemeinsam an ihrem Schmuckstand - an der Ecke Getreidegasse-Hagenauerplatz (gegenüber von Mozarts Geburtshaus) arbeiten. Lt. Informationen sollen aber die Marionettenfrau und (2017) Patricio Varags Arias verstorben sein.<ref>Interne Informationen von Salzburgwiki-Benutzern, deren Informationen von Administrator Peter archiviert sind</ref> |
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| | === Oberflächengestaltung im 21. Jahrhundert === | | === Oberflächengestaltung im 21. Jahrhundert === |
| − | Die Stadt Salzburg hatte 1975 einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung der damals neuen [[Fußgängerzone]] gestartet. Erst 40 Jahre später, 2015, begann man, die Getreidegasse zu pflastern. Anlass zur neuen Oberflächengestaltung gab allerdings der 145 Jahre alte Kanal im Untergrund, der dringend erneuert werden musste. Die Getreidegasse wurde vom Frühjahr 2015 bis zu den [[Salzburger Festspiele|Festspielen]] im Sommer 2017 einer Komplettsanierung unterzogen. Im Untergrund wurden sämtliche Leitungen – [[Fernwärme]], Kanal und Wasser – erneuert. Außerdem hielt neueste Kommunikationstechnik Einzug in die Salzburger Altstadt. Bis 2017 verliefen die Kabel der Telekom von einem Dachboden zum nächsten. Nun liegt eine Lichtwellenleitung unter der Getreidegasse. | + | Die Stadt Salzburg hatte [[1975]] einen Ideenwettbewerb zur Gestaltung der damals neuen [[Fußgängerzone]] gestartet. Erst 40 Jahre später, [[2015]], begann man, die Getreidegasse zu pflastern. Anlass zur neuen Oberflächengestaltung gab allerdings der 145 Jahre alte Kanal im Untergrund, der dringend erneuert werden musste. Die Getreidegasse wurde vom Frühjahr 2015 bis zu den [[Salzburger Festspiele|Festspielen]] im Sommer 2017 einer Komplettsanierung unterzogen. Im Untergrund wurden sämtliche Leitungen – [[Fernwärme]], Kanal und Wasser – erneuert. Außerdem hielt neueste Kommunikationstechnik Einzug in die Salzburger Altstadt. Bis 2017 verliefen die Kabel der Telekom von einem Dachboden zum nächsten. Nun liegt eine Lichtwellenleitung unter der Getreidegasse. |
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| | Die Gestaltung gab der Amtsbericht ganz exakt vor: Zum Einsatz kamen "Granitvollsteine mit mittelkörnigen Einschlüssen", die Steine sind 24, 32 und 45 Zentimeter breit. Es wurden höchstens 40 Meter der Getreidegasse am Stück aufgegraben, ein eineinhalb Meter breiter Durchgang wurde immer offengehalten. | | Die Gestaltung gab der Amtsbericht ganz exakt vor: Zum Einsatz kamen "Granitvollsteine mit mittelkörnigen Einschlüssen", die Steine sind 24, 32 und 45 Zentimeter breit. Es wurden höchstens 40 Meter der Getreidegasse am Stück aufgegraben, ein eineinhalb Meter breiter Durchgang wurde immer offengehalten. |
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| | In einer ersten Bauphase wurde die Gasse vom Kranzlmarkt bis zum Haus Getreidegasse 16 in Angriff genommen, wo unterirdisch der [[Almkanal]] verläuft. Zunächst wurden Abwasserkanal und Leitungen ausgetauscht, zur Festspielzeit von Mitte Juli bis Ende August 2015 war eine Grabungssperre angeordnet. Der erste Bauabschnitt wurde im Frühjahr 2016 gepflastert. | | In einer ersten Bauphase wurde die Gasse vom Kranzlmarkt bis zum Haus Getreidegasse 16 in Angriff genommen, wo unterirdisch der [[Almkanal]] verläuft. Zunächst wurden Abwasserkanal und Leitungen ausgetauscht, zur Festspielzeit von Mitte Juli bis Ende August 2015 war eine Grabungssperre angeordnet. Der erste Bauabschnitt wurde im Frühjahr 2016 gepflastert. |
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| − | Die zweite Bauphase betraf den westlichen Bereich der Gasse bis zum Bürgerspitalplatz. Dort wurde analog zur ersten Phase vorgegangen. Das Ende der Arbeiten war mit Festspielbeginn 2017. | + | Die zweite Bauphase betraf den westlichen Bereich der Gasse bis zum Bürgerspitalplatz. Dort wurde analog zur ersten Phase vorgegangen. Das Ende der Arbeiten war mit [[Salzburger Festspiele 2017|Festspielbeginn 2017]] terminisiert. |
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| − | Nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit, 5 000 Quadratmeter verlegten Pflastersteinen und mehr als 40 Informationsveranstaltungen ist die neue Getreidegasse seit Juli 2017 fertig. Insgesamt hatte die [[Salzburg AG]] in der Getreidegasse zwei Kilometer Rohrleitungen und Kabel verlegt. 3,2 Millionen Euro waren dafür aufgewendet worden. Die Kosten für Kanalbau, Pflasterungsarbeiten und die öffentliche Beleuchtung hatte die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] übernommen. Auch sie investierte 3,2 Millionen Euro. Insgesamt sind das 6,4 Millionen Euro auf einer Länge von 350 Metern, das entspricht 18.286 Euro pro Laufmeter. Allerdings muss man hier anmerken: Auch die Arbeiten in der [[Bürgerspitalgasse]], am [[Alter Markt|Alten Markt]] und Kranzlmarkt sowie in den umliegenden Gassen sind in diesen Kosten miteingerechnet.<ref>Quelle [[salzburg24.at]], [http://www.salzburg24.at/getreidegasse-feiert-ende-der-baustelle/5111226 abgefragt am 26. Oktober 2017]</ref> | + | Nach etwas mehr als zwei Jahren Bauzeit, 5 000 Quadratmetern verlegten Pflastersteinen und mehr als 40 Informationsveranstaltungen ist die neue Getreidegasse seit Juli 2017 fertig. Insgesamt hatte die [[Salzburg AG]] in der Getreidegasse zwei Kilometer Rohrleitungen und Kabel verlegt. 3,2 Millionen Euro waren dafür aufgewendet worden. Die Kosten für Kanalbau, Pflasterungsarbeiten und die öffentliche Beleuchtung hatte die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] übernommen. Auch sie investierte 3,2 Millionen Euro. Insgesamt sind das 6,4 Millionen Euro auf einer Länge von 350 Metern, das entspricht 18.286 Euro pro Laufmeter. Allerdings muss man hier anmerken: Auch die Arbeiten in der [[Bürgerspitalgasse]], am [[Alter Markt|Alten Markt]] und Kranzlmarkt sowie in den umliegenden Gassen sind in diesen Kosten miteingerechnet.<ref>Quelle [[salzburg24.at]], [http://www.salzburg24.at/getreidegasse-feiert-ende-der-baustelle/5111226 abgefragt am 26. Oktober 2017]</ref> |
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| | == Verlauf == | | == Verlauf == |
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| | Im Erdgeschoßbereich könnten weiterhin Quadratmeterpreise von 150 Euro und mehr erzielt werden, sagt Maislinger. Für 400 Quadratmeter bedeutet das: 60.000 Euro pro Monat. | | Im Erdgeschoßbereich könnten weiterhin Quadratmeterpreise von 150 Euro und mehr erzielt werden, sagt Maislinger. Für 400 Quadratmeter bedeutet das: 60.000 Euro pro Monat. |
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| − | Von einem Umsatzrückgang von 30 Prozent im Bekleidungsbereich spricht Immobilienmakler Michael Denkstein. Dieser wirke sich auf das Bild der Altstadt aus. Temporäre ''Pop-up''-Läden würden nur ein Drittel der regulären Miete zahlen und das "Gesamtbild der Altstadt trüben". Denkstein fordert ein aktives Agieren des Altstadtverbands und einen breiten Branchenmix in der Getreidegasse. | + | Von einem Umsatzrückgang von 30 Prozent im Bekleidungsbereich spricht Immobilienmakler Michael Denkstein. Dieser wirke sich auf das Bild der Altstadt aus. Temporäre ''Pop-up''-Läden würden nur ein Drittel der regulären Miete zahlen und das "Gesamtbild der Altstadt trüben". Denkstein fordert ein aktives Agieren des [[Tourismusverband Salzburger Altstadt (Altstadtverband)|Altstadtverbands]] und einen breiten Branchenmix in der Getreidegasse. |
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| | Eine Leerstandsquote von 2,6 Prozent hat das Beratungsunternehmen S + M für Toplagen in der Altstadt errechnet. 167 Geschäfte zählen laut einer Erhebung der CBRE GmbH zur A-Lage. Im Mittelpunkt steht die Getreidegasse. Mietpreise zwischen 50 und 150 Euro pro Quadratmeter müssen bezahlt werden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/getreidegasse-mcdonalds-verlaesst-die-salzburger-altstadt-und-ist-damit-nicht-allein-140743120 www.sn.at], 21. Juni 2023</ref> | | Eine Leerstandsquote von 2,6 Prozent hat das Beratungsunternehmen S + M für Toplagen in der Altstadt errechnet. 167 Geschäfte zählen laut einer Erhebung der CBRE GmbH zur A-Lage. Im Mittelpunkt steht die Getreidegasse. Mietpreise zwischen 50 und 150 Euro pro Quadratmeter müssen bezahlt werden.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/wirtschaft/getreidegasse-mcdonalds-verlaesst-die-salzburger-altstadt-und-ist-damit-nicht-allein-140743120 www.sn.at], 21. Juni 2023</ref> |