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====Rossäpfel====
 
====Rossäpfel====
Ausgerüstet mit einem Radwagen, Besen und Schaufel sammelt ein eigens dafür angestellter "Rossknödelsammler" auf den Spuren der Fiaker den Pferdemist ein. Acht Mal im Jahr holt sich Bauer Martin Badegruber aus [[Hallwang]] die acht Kubikmeter Mist aus dem Container ab, in dem die Rossäpfel gesammelt werden. Zumindest jener Teil, der noch verbleibt. Denn zahlreiche Salzburger schätzen den Pferdemist als Dünger in ihrem Garten und warten oft schon auf die Rückkehr des Rossknödelsammlers. Rund 200 Kilo von diesem "wertvollen" Mist werden täglich eingesammlt.
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Ausgerüstet mit einem Radwagen, Besen und Schaufel sammelt ein eigens dafür angestellter "Rossknödelsammler" („Wegemachern“) auf den Spuren der Fiaker den Pferdemist ein. Acht Mal im Jahr holt sich Bauer Martin Badegruber aus [[Hallwang]] die acht Kubikmeter Mist aus dem Container ab, in dem die Rossäpfel gesammelt werden. Zumindest jener Teil, der noch verbleibt. Denn zahlreiche Salzburger schätzen den Pferdemist als Dünger in ihrem Garten und warten oft schon auf die Rückkehr des Rossknödelsammlers. Rund 200 Kilo von diesem "wertvollen" Mist werden täglich eingesammlt.
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===Reinigungsprobleme===
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Die 14 Fiakergespanne (Stand Dezember 2011) hinterlassen in der Salzburger Altstadt Mist, Urin und durch Hufeisen verursachte Schrammen an der  Fahrbahn. Nachdem die im Mai 2011 vorgestellt Reinigungsmaschine ist wegen zu hoher  Kosten nicht angeschafft wird, gab es im Winter 2011/12 und Frühjahr 2012 eine Testphase mit einem adaptierten Modell der umstrittenen „Pferdewindeln“  und ein mit Kautschuk ummanteltes Hufeisen zur Schonung des Asphaltes.
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Die Kosten für die Reinigungsmaschine, des „Multicars“,  hätte laut Fiakerobmann Franz Winter an  die 150.000 Euro gekostet. Darüber hinaus hätte das Gerät in der [[Münzgasse|Münz]]- und [[Gstättengasse]] zur Reinigung der gesamten Fahrbahn dreimal hin und her fahren müssen. Im Winter wäre das  Wasser in der Maschine gefroren, im Sommer wäre sie während der [[Jedermann]]-Aufführung zu viel gewesen sind die Argumente gegen die Maschine seitens der Fiaker.
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Mit den „Wegemachern“, die mit  Dreirädern durch die Gassen radeln und den Mist in eine Kiste schaufeln,  würde man ohnehin das Auslangen finden, so der Fiakerobmann.  Gute Erfahrungen gebe es auch mit dem Wasserschlauch zum Wegspülen des  Urins. Ein Wasseranschluss befindet sich im [[Festspielbezirk]] beim [[Herbert-von-Karajan-Platz]], ein zweiter soll an der [[Staatsbrücke]]  installiert werden. Ein Orangen- und Zitronenduft, den die zweibeinigen  Straßenreiniger aufsprühen, sorgt für angenehmen Geruch für Anrainer und  Passanten. Durch den Einsatz der drei Wegemacher im Jahr 2011 waren die Beschwerden wesentlich weniger geworden.
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Von  Pferdewindeln hält der Fiakerobmann nicht viel - obwohl nun eine neue  Variante einer Tiroler Firma ausprobiert wird und die ressortzuständige  Baustadträtin [[Claudia Schmidt]] ([[ÖVP]]) das Anbringen von Pooh-Bags  weiterhin favorisiert. Bisher hätten die an der „Hinterhand“ der Pferde  aufgeschnallten Säcke zum Einfangen der Rossknödel nicht das erwünschte  Ergebnis erzielt, „es fällt immer wieder Mist auf die Straße“, sagte  Winter. Bisher wurden die Tiere auch immer wieder wund gescheuert, die  Sets rutschten unter die Beine. „Auch das Geruchsproblem bringt man mit  den Pooh-Bags nicht in den Griff.“
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Was die Schäden an der  Fahrbahn durch die Hufeisen betrifft, wurden durch den Verzicht auf  Stollen schon Fortschritte erzielt. Auf Wunsch der Stadträtin werden die  Pferde ab 2012 mit flachen Eisen beschlagen. „Die Lebensdauer der  Fahrbahnbeläge wird dadurch erheblich verlängert, die Kosten werden  gesenkt“, sagte Schmidt. Ohne Fiakerbelastung halte die Asphaltdecke 15  bis 20 Jahre, mit Fiakerbelastung nur sieben bis zehn Jahre. Durch den  Entfall der „Widiastollen“ rechne man mit einer Verkürzung der  „Lebensdauer“ um nur mehr zehn bis 20 Prozent, das müsse allerdings erst  in der Praxis bewiesen werden, erklärte Schmidt.
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Nun  soll ein spezielles Hufeisen der schwedischen Firma „Öllof“, das neu auf  dem Markt gekommen ist, eine weitere Verbesserung bringen. Auf dem  Pferdefest „[[Amadeus Horse Indoors]]“  Anfang Dezember 2011 in Salzburg  nahmen die Fiaker Kontakt mit dem Unternehmen auf. In den nächsten  Tagen wird ein Paket in Salzburg eintreffen. Inhalt: Hufeisen, dessen  Stahlkerne mit Kautschuk-Material überzogen sind und die auf dem Asphalt  keine Spuren mehr hinterlassen sollen. Der Fiakerobmann hält seine  Skepsis aber nicht hinterm Berg: „Die Politik hat keine Ahnung von der  Materie Pferd. Die neuen Hufeisen sind orthopädische Beschläge für  Reitpferde, die für weiche Böden, aber nicht für den Asphalt ausgelegt  sind.“ Dennoch sind die Fiaker bereit, die neuen Beschläge zu testen -  auf ihre Lebensdauer und Rutschfestigkeit. Salzburg möchte offenbar  Vorreiter sein: Die Stadt Wien blicke mit ihren 100 Fiakern interessiert  nach Salzburg, wie dort die Probleme gelöst werden, heißt es aus dem  Magistrat Salzburg.       
    
==Weblinks==
 
==Weblinks==
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* Eigenartikel von [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]]
 
* Eigenartikel von [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]]
 
* Beitrag ''Rossäpfel'' aus den [[Salzburger Nachrichten]] vom 26. Juli 2007
 
* Beitrag ''Rossäpfel'' aus den [[Salzburger Nachrichten]] vom 26. Juli 2007
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* [http://www.salzburg.com/online/salzburg/aktuell/Fiaker-gegen-Reinigungsmaschine.html?article=eGMmOI8VeRm50cgIGw8KDrsWNfsptro696VxMib&img=&text=&mode=& www.salzburg.com/online/salzburg/aktuell]
    
[[Kategorie:Tourismus]]
 
[[Kategorie:Tourismus]]