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| | Die Pflanze lebt ''„herdenweise“'' und bevorzugt frische, feuchte und humusreiche Böden in Wäldern und auf Heideland. Auf Kalk reagiert sie mit Sterilität und ist somit als Kalkflüchter zu bezeichnen. Sie ist selbst ein wichtiger Humusbildner, verschlechtert aber den Boden durch Entwicklung von übersäuertem Roh-Humus und Ortssteinbildung. | | Die Pflanze lebt ''„herdenweise“'' und bevorzugt frische, feuchte und humusreiche Böden in Wäldern und auf Heideland. Auf Kalk reagiert sie mit Sterilität und ist somit als Kalkflüchter zu bezeichnen. Sie ist selbst ein wichtiger Humusbildner, verschlechtert aber den Boden durch Entwicklung von übersäuertem Roh-Humus und Ortssteinbildung. |
| | ==Heilkräftige Pflanzenteile== | | ==Heilkräftige Pflanzenteile== |
| − | Die Heilwirkung von Beeren (Fructus Myrtilli) und Blätter (Folia Myrtilli) ist offizinell. Für die Anwendung in der Volksmedizin werden selten auch die Wurzeln ausgegraben. Die Blätter müssen unbedingt vor der Fruchtreife (der Beeren) gesammelt werden, da der Heilstoff Myrtillin zum Zeitpunkt der Beerenreife in den Blättern nicht mehr vorhanden ist. Werden Blätter und reife Beeren „in einem“ gesammelt, was der Einfachheit halber häufig vorkommt, ist der Blätter-Teekur der Misserfolg gewiss. Heidelbeerblätter-Tee wird in der Volksmedizin bei Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) angewandt, ist aber wegen der Wirkungslosigkeit durch obiges Verhalten in Misskredit gekommen, was darauf verweist, wie entscheidend der Sammelzeitpunkt sein kann. | + | Die Heilwirkung von Beeren (Fructus Myrtilli) und Blätter (Folia Myrtilli) ist offizinell ("amtlich" bestätigt). Für die Anwendung in der Volksmedizin werden selten auch die Wurzeln ausgegraben. Die Blätter müssen unbedingt vor der Fruchtreife (der Beeren) gesammelt werden, da der Heilstoff Myrtillin zum Zeitpunkt der Beerenreife in den Blättern nicht mehr vorhanden ist. Werden Blätter und reife Beeren „in einem“ gesammelt, was der Einfachheit halber häufig vorkommt, ist der Blätter-Teekur der Misserfolg gewiss. Heidelbeerblätter-Tee wird in der Volksmedizin bei Zuckerkrankheit (Diabetes Mellitus) angewandt, ist aber wegen der Wirkungslosigkeit durch obiges Verhalten in Misskredit gekommen, was darauf verweist, wie entscheidend der Sammelzeitpunkt sein kann. |
| | Die Beeren sind beinahe ohne Geruch, bzw. duften leicht herb, Frisch schmecken sie säuerlich-süß, getrocknet eher herb. | | Die Beeren sind beinahe ohne Geruch, bzw. duften leicht herb, Frisch schmecken sie säuerlich-süß, getrocknet eher herb. |
| | =====Heilwirkung der Beeren===== | | =====Heilwirkung der Beeren===== |
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| | =====Heilwirkung der Wurzeln===== | | =====Heilwirkung der Wurzeln===== |
| | In der Volksmedizin wurden getrocknete und gepulverte Heidelbeerstrauchwurzeln bei der Wundbehandlung eingesetzt. | | In der Volksmedizin wurden getrocknete und gepulverte Heidelbeerstrauchwurzeln bei der Wundbehandlung eingesetzt. |
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| | ==Verwendung der Beeren in der Küche== | | ==Verwendung der Beeren in der Küche== |
| | Aus gesammelten Heidelbeeren werden Marmeladen, Kuchen, Speiseeis mit Heidelbeeren, Heidelbeerlikör und der schon erwähnte Schnaps hergestellt. Eine traditionelle Speise ist das ''Heidelbeermus'', früher eine willkommene saisonale geschmackliche Abwechslung in der Muspfanne. Beliebt sind auch die sog. ''Heidelbeernocken'' aus einer Mehl-Wasser-Heidelbeer-Teigmischung, die zu flachen Laibchen geformt und in der Pfanne heraus gebraten werden. | | Aus gesammelten Heidelbeeren werden Marmeladen, Kuchen, Speiseeis mit Heidelbeeren, Heidelbeerlikör und der schon erwähnte Schnaps hergestellt. Eine traditionelle Speise ist das ''Heidelbeermus'', früher eine willkommene saisonale geschmackliche Abwechslung in der Muspfanne. Beliebt sind auch die sog. ''Heidelbeernocken'' aus einer Mehl-Wasser-Heidelbeer-Teigmischung, die zu flachen Laibchen geformt und in der Pfanne heraus gebraten werden. |