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| | Sie dienten und dienen dem Transport von Almkäse, der meist in Fässern verpackt auf einem Schlitten auf möglichst geraden, steilen, befahrbaren Almstreifen zu Tal gebracht wird, wodurch die langen Almwege mit ihren zahlreichen Kehren vermieden werden können. Wo solche nicht vorhanden sind, werden die Almprodukte in das Tal getragen. Trainierte Träger beförden Lasten bis zu 100 kg und manchmal noch mehr auf stundenlangen Wegen in das Tal. Hier sind besonders das [[Krimmler Achental]] und das [[Seidlwinkltal]] zu erwähnen. Aus dem Krimmler Achental werden die Almprodukte über den [[Krimmler Tauern]] in das [[Südtirol]]er [[Ahrntal]] und vom Seidlwinkl teils in das [[Kärnten|Kärntner Mölltal]] getragen. | | Sie dienten und dienen dem Transport von Almkäse, der meist in Fässern verpackt auf einem Schlitten auf möglichst geraden, steilen, befahrbaren Almstreifen zu Tal gebracht wird, wodurch die langen Almwege mit ihren zahlreichen Kehren vermieden werden können. Wo solche nicht vorhanden sind, werden die Almprodukte in das Tal getragen. Trainierte Träger beförden Lasten bis zu 100 kg und manchmal noch mehr auf stundenlangen Wegen in das Tal. Hier sind besonders das [[Krimmler Achental]] und das [[Seidlwinkltal]] zu erwähnen. Aus dem Krimmler Achental werden die Almprodukte über den [[Krimmler Tauern]] in das [[Südtirol]]er [[Ahrntal]] und vom Seidlwinkl teils in das [[Kärnten|Kärntner Mölltal]] getragen. |
| | ==Milchverarbeitung== | | ==Milchverarbeitung== |
| | + | [[Datei:Holzgebinde.jpg|thumb|Für die historische Milchverarbeitung benötigte Holzgebinde, ausgestellt im [[Musum Bramberg]]]] |
| | Die Art der Milchverarbeitung ist im gesamten Pinzgau fast überall gleich. Die Milch wird zu Butter und zu Schnittkäse verarbeitet. Nur durch die Größenverhältnisse der Sennbetriebe und dem Umstand, dass – ausgenommen im Gerichtsbezirk [[Saalfelden]] - auf den Almen sehr viele Ziegen gehalten werden, gestaltet sich die Milchverarbeitung unterschiedlich. Im Tauerngebiet – insbesondere im [[Oberpinzgau]] – werden auf den meisten Sennalmen gleich viele Ziegen wie Kühe gealpt. Hier werden die abgerahmte Kuhmilch und die Vollmilch der Ziegen zu Schnittkäse verarbeitet. Auf einigen größeren Almen, wie auf der Alm des Finkbauern im [[Untersulzbachtal]] wird auch ein Halbemmentaler Käse erzeugt. | | Die Art der Milchverarbeitung ist im gesamten Pinzgau fast überall gleich. Die Milch wird zu Butter und zu Schnittkäse verarbeitet. Nur durch die Größenverhältnisse der Sennbetriebe und dem Umstand, dass – ausgenommen im Gerichtsbezirk [[Saalfelden]] - auf den Almen sehr viele Ziegen gehalten werden, gestaltet sich die Milchverarbeitung unterschiedlich. Im Tauerngebiet – insbesondere im [[Oberpinzgau]] – werden auf den meisten Sennalmen gleich viele Ziegen wie Kühe gealpt. Hier werden die abgerahmte Kuhmilch und die Vollmilch der Ziegen zu Schnittkäse verarbeitet. Auf einigen größeren Almen, wie auf der Alm des Finkbauern im [[Untersulzbachtal]] wird auch ein Halbemmentaler Käse erzeugt. |
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| | Auf den Almen der Kalkzone wird auch Magerkäse hergestellt, wobei die Käselaibe sehr zierlich sind und in der Größe kleineren Brotlaiben ähneln, während die Käselaibe in der Tauern- und in der Grauwackenzone rund 22 bis 24 kg wiegen und in Form und Masse an Mühlsteine erinnern. | | Auf den Almen der Kalkzone wird auch Magerkäse hergestellt, wobei die Käselaibe sehr zierlich sind und in der Größe kleineren Brotlaiben ähneln, während die Käselaibe in der Tauern- und in der Grauwackenzone rund 22 bis 24 kg wiegen und in Form und Masse an Mühlsteine erinnern. |
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| − | Auf manchen Gemeinschaftsalmen bestand ein genossenschaftlicher Sennerei-, bzw. Käsereibetrieb, jedoch sind diese wegen der kurzfristigen Lagerfähigkeit des Käses und wegen der in den Dreißigerjahren auftretenden Wirtschaftskrise wieder eingestellt worden. | + | Auf manchen Gemeinschaftsalmen bestand ein genossenschaftlicher Sennerei-, bzw. Käsereibetrieb, jedoch sind diese wegen der kurzfristigen Lagerfähigkeit des Käses und wegen der in den Dreißigerjahren auftretenden Wirtschaftskrise wieder eingestellt worden. |
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| | ==Almpersonal== | | ==Almpersonal== |
| | In den großen Sennereibetrieben war und ist meist männliches Personal beschäftigt und daher arbeiten im Tauern- und im Grauwackenbgebiet vorwiegend Senner. Im Oberpinzgau sind teils sogar die Bauern selbst auf der Alm und die Bäuerin führt den Heimhof im Tal mit Hilfe des Gesindes allein. In der Grauwackenzone ist je nach Größe des Betriebes ein Senner oder eine Sennerin tätig. Verallgemeinernd ist zu sagen, dass in Betrieben, in denen bis zu zwölf und höchstens bis zu 15 Kühe gealpt werden, Sennerinnen tätig sind. Sind mehr Kühe zu versorgen, leistet diese Arbeit meist ein Senner. In der Kalkzone ist in den Klein- und Mittelbetrieben in der Regel eine junge Sennerin anzutreffen. Es kann sich um die Tochter des Bauern handeln oder um eine jüngere Magd. Die Gemeinschaftsalmen, auf denen sich eine größere Anzahl von Kasern befindet, sind für diese Betriebsführung geeignet. ''„Ein meist älterer Mann ist darüber hinaus als gemeinsamer Schwender tätig und zugleich der Helfer, falls im Viehstand eine männliche Hilfe notwendig ist.“'' | | In den großen Sennereibetrieben war und ist meist männliches Personal beschäftigt und daher arbeiten im Tauern- und im Grauwackenbgebiet vorwiegend Senner. Im Oberpinzgau sind teils sogar die Bauern selbst auf der Alm und die Bäuerin führt den Heimhof im Tal mit Hilfe des Gesindes allein. In der Grauwackenzone ist je nach Größe des Betriebes ein Senner oder eine Sennerin tätig. Verallgemeinernd ist zu sagen, dass in Betrieben, in denen bis zu zwölf und höchstens bis zu 15 Kühe gealpt werden, Sennerinnen tätig sind. Sind mehr Kühe zu versorgen, leistet diese Arbeit meist ein Senner. In der Kalkzone ist in den Klein- und Mittelbetrieben in der Regel eine junge Sennerin anzutreffen. Es kann sich um die Tochter des Bauern handeln oder um eine jüngere Magd. Die Gemeinschaftsalmen, auf denen sich eine größere Anzahl von Kasern befindet, sind für diese Betriebsführung geeignet. ''„Ein meist älterer Mann ist darüber hinaus als gemeinsamer Schwender tätig und zugleich der Helfer, falls im Viehstand eine männliche Hilfe notwendig ist.“'' |