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Abt [[Johann von Staupitz]], der lebenslang ein Freund Martin Luthers blieb, ist der bekannteste und wohl bedeutendste Abt des Klosters, der auch maßgeblichen Anteil an den Vorbereitungen zur Gründung der [[Benediktineruniversität]] hatte. Er liegt in der [[Marienkapelle (St.-Veits-Kapelle)|Marienkapelle]] der Erzabtei begraben.  
 
Abt [[Johann von Staupitz]], der lebenslang ein Freund Martin Luthers blieb, ist der bekannteste und wohl bedeutendste Abt des Klosters, der auch maßgeblichen Anteil an den Vorbereitungen zur Gründung der [[Benediktineruniversität]] hatte. Er liegt in der [[Marienkapelle (St.-Veits-Kapelle)|Marienkapelle]] der Erzabtei begraben.  
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Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] (1654–1668), den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten, das Stift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler (1657–1673) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt am [[Josefitag]] des Jahres [[1657]] (= [[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel geladen wurde, konnte er den Landesfürsten mit einer selbst angefertigten Skizze davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die [[Langer Gang|Lange Galerie]] dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden.
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Als P. [[Amand Pachler]] am [[8. Februar]] [[1657]] zum [[Äbte von St. Peter|Abt]] von St. Peter gewählt wurde, bedrohten die Pläne von [[Fürsterzbischof]] [[Guidobald Graf von Thun und Hohenstein]] (1654–1668) den [[Domplatz]] einheitlich zu gestalten das Stift St. Peter in seiner Existenz. Abt Amand Pachler (1657–1673) ist es zu verdanken, dass Fürsterzbischof Guidobald seine Pläne nochmals überdachte. Als der neu gewählte Abt an [[Josefi]] des Jahres [[1657]] (= [[19. März]]) vom Fürsterzbischof zur Mittagstafel geladen wurde, konnte er den Landesfürsten mit einer selbst angefertigten Skizze davon überzeugen, dass es besser sei, wenn der nordseitige Klostertrakt parifiziert, das heißt unter zwei Eigentümern aufgeteilt würde. Während der Keller und die [[Langer Gang|Lange Galerie]] dem Fürsterzbischof gehören sollten, könne der Rest des Gebäudes von den Mönchen genutzt werden.
    
Fürsterzbischof Guidobald ging auf den Vorschlag des Abtes zunächst unter zwei Bedingungen ein: Erstens müsse St. Peter die alleinige Baulast für das gesamte Gebäude tragen und zweitens müsse die Fassade jener der Residenz gleichen. Erst etwas später knüpfte der Fürsterzbischof auf Drängen seines [[Salzburger Adel|adel]]igen [[Domkapitel]]s eine dritte Bedingung an die Umsetzung dieses Bauprojektes: Der Konvent von St. Peter soll auf das Vorgangsrecht bei öffentlichen Prozessionen zugunsten der [[Domherr|Domherren]] verzichten. Da dem Kloster eine langfristige Perspektive wichtiger war, ging es auf alle Bedingungen des Fürsterzbischofs ein und unterzeichnete am [[4. Mai]] 1657 einen entsprechenden Vertrag. So wurde die neue Fassade hochgezogen, in der einige neue Zellen unterbracht wurden und das Refektorium vergrößert werden konnte.
 
Fürsterzbischof Guidobald ging auf den Vorschlag des Abtes zunächst unter zwei Bedingungen ein: Erstens müsse St. Peter die alleinige Baulast für das gesamte Gebäude tragen und zweitens müsse die Fassade jener der Residenz gleichen. Erst etwas später knüpfte der Fürsterzbischof auf Drängen seines [[Salzburger Adel|adel]]igen [[Domkapitel]]s eine dritte Bedingung an die Umsetzung dieses Bauprojektes: Der Konvent von St. Peter soll auf das Vorgangsrecht bei öffentlichen Prozessionen zugunsten der [[Domherr|Domherren]] verzichten. Da dem Kloster eine langfristige Perspektive wichtiger war, ging es auf alle Bedingungen des Fürsterzbischofs ein und unterzeichnete am [[4. Mai]] 1657 einen entsprechenden Vertrag. So wurde die neue Fassade hochgezogen, in der einige neue Zellen unterbracht wurden und das Refektorium vergrößert werden konnte.
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Von [[1924]] bis [[1926]] wurde unter Erzabt [[Petrus Klotz]] das [[Collegium Benedictinum]] – das Benediktiner-Kolleg – nach Entwürfen von [[Peter Behrens]] erbaut. In der Zeit zwischen [[1939]] und [[1945]] war das Kloster enteignet, die Mönche von [[1942]] bis 1945 größtenteils aus dem Kloster vertrieben.  
 
Von [[1924]] bis [[1926]] wurde unter Erzabt [[Petrus Klotz]] das [[Collegium Benedictinum]] – das Benediktiner-Kolleg – nach Entwürfen von [[Peter Behrens]] erbaut. In der Zeit zwischen [[1939]] und [[1945]] war das Kloster enteignet, die Mönche von [[1942]] bis 1945 größtenteils aus dem Kloster vertrieben.  
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[[1927]] wurde das Stift zur [[Kirchliche Begriffe#E|Erzabtei]] erhoben. [[1982]] fand in St. Peter die [[Landesausstellung|3. Landesausstellung]] zum Thema ''[[Landesausstellung St. Peter in Salzburg|St. Peter in Salzburg]]'' statt.  
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[[1927]] wurde das Stift zur [[Kirchliche Begriffe#E|Erzabtei]] erhoben. [[1982]] fand in St. Peter die [[Landesausstellung|3. Landesausstellung]] zum Thema [[Landesausstellung St. Peter in Salzburg|St. Peter in Salzburg]] statt.  
    
Der Konvent zählt heute (2009) 28 Mitglieder, die auch die zum Stift gehörenden Pfarren [[Pfarre Grödig|Grödig]], [[Pfarre Abtenau|Abtenau]], [[Pfarre Annaberg|Annaberg]] und [[Pfarre Rußbach|Rußbach am Paß Gschütt]] sowie die [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] und die [[Filialkirche zum hl. Michael]] am Salzburger [[Residenzplatz]] betreuen. Der Konvent beschäftigt in seinen Betrieben und Einrichtungen etwa 80 Mitarbeiter.
 
Der Konvent zählt heute (2009) 28 Mitglieder, die auch die zum Stift gehörenden Pfarren [[Pfarre Grödig|Grödig]], [[Pfarre Abtenau|Abtenau]], [[Pfarre Annaberg|Annaberg]] und [[Pfarre Rußbach|Rußbach am Paß Gschütt]] sowie die [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain]] und die [[Filialkirche zum hl. Michael]] am Salzburger [[Residenzplatz]] betreuen. Der Konvent beschäftigt in seinen Betrieben und Einrichtungen etwa 80 Mitarbeiter.
    
=== Missionierung ===
 
=== Missionierung ===
:'' Hauptartikel [[Slawenmission]]''
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:'' Hauptartikel [[Slawenmission]]
 
Von Kloster St. Peter in Salzburg aus begann im [[8. Jahrhundert]] die Missionierung nach Süden und nach Osten.
 
Von Kloster St. Peter in Salzburg aus begann im [[8. Jahrhundert]] die Missionierung nach Süden und nach Osten.
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== Äbte von St. Peter ==
 
== Äbte von St. Peter ==
* ''Hauptartikel: [[Äbte von St. Peter]]''
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* ''Hauptartikel [[Äbte von St. Peter]]
 
Zunächst waren die Äbte auch Bischöfe von Salzburg, seit [[798]] mit [[Arn]] auch [[Erzbischof]] bis [[987]], als es zur Trennung der Ämter des Abtes und des Erzbischofs kam.
 
Zunächst waren die Äbte auch Bischöfe von Salzburg, seit [[798]] mit [[Arn]] auch [[Erzbischof]] bis [[987]], als es zur Trennung der Ämter des Abtes und des Erzbischofs kam.
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== St.-Peter-Bezirk  ==
 
== St.-Peter-Bezirk  ==
: ''Hauptartikel [[St.-Peter-Bezirk]]''
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: ''Hauptartikel [[St.-Peter-Bezirk]]
 
Der St.-Peter-Bezirk umfasst das eigentliche Kloster, die Abteikirche und den Friedhof St. Peter mit Katakomben, Innenhöfe sowie Nebengebäude mit verschiedenen Einrichtungen.
 
Der St.-Peter-Bezirk umfasst das eigentliche Kloster, die Abteikirche und den Friedhof St. Peter mit Katakomben, Innenhöfe sowie Nebengebäude mit verschiedenen Einrichtungen.
 
   
 
   
 
=== Kloster St. Peter ===
 
=== Kloster St. Peter ===
* ''Hauptartikel [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter, die Klosteranlage]]''
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* ''Hauptartikel [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter, die Klosteranlage]]
 
Das Kloster befindet sich im Osten der Anlage. Bauteile sind die Abteikämmerei, der romanische Saal, der Kreuzgang, das Brunnenhaus, der Klostergarten, die [[Marienkapelle (St.-Veits-Kapelle)|Marienkapelle]], das [[Museum St. Peter]] mit der [[Kunst- und Wunderkammer]] und dem [[Langer Gang|Langen Gang]], die Kunstgalerie der Erzabtei. Die beiden Letztgenannten sind  Teil des Museums [[DomQuartier Salzburg]].
 
Das Kloster befindet sich im Osten der Anlage. Bauteile sind die Abteikämmerei, der romanische Saal, der Kreuzgang, das Brunnenhaus, der Klostergarten, die [[Marienkapelle (St.-Veits-Kapelle)|Marienkapelle]], das [[Museum St. Peter]] mit der [[Kunst- und Wunderkammer]] und dem [[Langer Gang|Langen Gang]], die Kunstgalerie der Erzabtei. Die beiden Letztgenannten sind  Teil des Museums [[DomQuartier Salzburg]].
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=== Kirche zum hl. Petrus ===
 
=== Kirche zum hl. Petrus ===
* ''Hauptartikel: [[Stiftskirche St. Peter]]''
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* ''Hauptartikel [[Stiftskirche St. Peter]]
    
Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um [[696]] errichtet, als [[Rupert von Worms|Rupert]] (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der von [[1125]] bis [[1143]] erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 [[Romanik|romanisierend]] erhöht wurde, stammt im Kern aus dem [[9. Jahrhundert]].  
 
Die erste Klosterkirche von St. Peter wurde um [[696]] errichtet, als [[Rupert von Worms|Rupert]] (Hruodpert) die dortige wohl seit der Spätantike weiterlebende romanische Klostergemeinschaft erneuerte. Die heutige Kirche geht im Kern auf einen Bau zurück, der von [[1125]] bis [[1143]] erbaut wurde. Der mächtige Kirchturm, der um 1400 [[Romanik|romanisierend]] erhöht wurde, stammt im Kern aus dem [[9. Jahrhundert]].  
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=== Petersfriedhof ===
 
=== Petersfriedhof ===
* ''Hauptartikel: [[Friedhof von St. Peter]]''
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* ''Hauptartikel [[Friedhof von St. Peter]]
    
Dieser Friedhof ist neben dem Friedhof der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt. Durch seine Lage am Fuß des [[Festungsberg]]es und sein "malerisches" Gelände war der Friedhof von St. Peter ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des [[19. Jahrhundert]]s. Im Friedhof von St. Peter finden sich in den Berg hinein gehauene so genannte [[Katakomben]]. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Darin sind die [[Gertraudenkapelle]] und die [[Maximuskapelle]] zu finden.
 
Dieser Friedhof ist neben dem Friedhof der [[Benediktinerinnenabtei Nonnberg]] die älteste christliche Begräbnisstätte Salzburgs. Er wurde bereits in nachrömisch-antiker Zeit als Begräbnisstätte benützt. Durch seine Lage am Fuß des [[Festungsberg]]es und sein "malerisches" Gelände war der Friedhof von St. Peter ein bevorzugtes Thema der Malerei und Dichtung des [[19. Jahrhundert]]s. Im Friedhof von St. Peter finden sich in den Berg hinein gehauene so genannte [[Katakomben]]. Sie dienten nicht als Begräbnisort und sind vermutlich spätantiken Ursprungs. Darin sind die [[Gertraudenkapelle]] und die [[Maximuskapelle]] zu finden.
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== Quellen ==
 
== Quellen ==
 
{{homepage|http://www.stift-stpeter.at/}}
 
{{homepage|http://www.stift-stpeter.at/}}
* Beitrag [[Altstadt]] von Salzburg
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* [[Salzburgwiki]]-Einträge
* [[Karl Heinz Ritschel]]: ''[[Salzburg Anmut und Macht]]''. Wien (Zsolnay) 1970  
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* [[Karl Heinz Ritschel|Ritschel, Karl Heinz]]: "[[Salzburg Anmut und Macht]]". Wien (Zsolnay) 1970  
* [[Johannes Neuhardt]]: ''Eine neue Epoche der Glaubensverkündigung – Rupert und Virgil'', zitiert in Elisabeth Helmich: ''[https://www.ruprechtskirche.at/wp-content/uploads/2022/03/Fragmente-1986-1999-Rekonstruiert-16Mrz22.pdf Der heilige Ruprecht (Rupertus) 1988]''. Fragmente 4/1988, Seite 6.
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* [[Johannes Neuhardt|Neuhardt, Johannes]]: "Eine neue Epoche der Glaubensverkündigung – Rupert und Virgil", zitiert in Elisabeth Helmich: [https://www.ruprechtskirche.at/wp-content/uploads/2022/03/Fragmente-1986-1999-Rekonstruiert-16Mrz22.pdf Der heilige Ruprecht (Rupertus) 1988]. Fragmente 4/1988, Seite 6.
 
* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
 
* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
 
*  [https://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090327_OTS0258 OTS-Presseaussendung]
 
*  [https://www.ots.at/presseaussendung.php?schluessel=OTS_20090327_OTS0258 OTS-Presseaussendung]
 
* [[St. Peter in Salzburg]]
 
* [[St. Peter in Salzburg]]
* [[Heinz Dopsch]]: ''Der heilige Rupert in Salzburg'', in: Hl. Rupert von Salzburg, Seite 66ff
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* [[Heinz Dopsch|Dopsch, Heinz]]: "Der heilige Rupert in Salzburg", in: Hl. Rupert von Salzburg, Seite 66ff
* [[Hans Tietze]]: [[Die Denkmale des Benediktinerstifts St. Peter]]
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* [[Hans Tietze|Tietze, Hans]]: "[[Die Denkmale des Benediktinerstifts St. Peter]]"
    
== Einzelnachweise ==
 
== Einzelnachweise ==