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Im Zuge des Bauernaufstandes war am 24. Juni 1526 eine Abteilung der Auständischen durch einen Ausfall aus Radstadt schwer geschlagen worden, das Lager der Aufständischen bei Tiefenfach (östlich Radstadt) darauf vom gesamten Kriegsvolk erobert und zerstört und auch der den Aufständischen wohlgesonnene Ort [[Altenmarkt]] dem Erdboden gleichgemacht worden. Ganze Familien - Kinder, Mütter und Väter - wurden dabei grausam gemordet. Nach den Unruhen wurden in Radstadt am 11. Juli 27 Rädelsführer vor der versammelten Gerichtsgemeinde enthauptet, weitere Hinrichtungen folgen andernorts. Insgesamt wurden dabei mehr als 100 Anführer - fast ausschließlich Bauern - gerichtet. Alle Kirchenglocken, die in den Unruhen von den Aufständischen als Sturmglocken verwendet worden waren, mussten abgenommen und in die Stadt Salzburg geliefert werden, wo sie eingeschmolzen  wurden. Schon bald wurde eine neue Steuer in der Höhe von 100.000 Gulden vorgeschrieben (sie war von der Bevölkerung in fünf Jahresraten zu zahlen).
 
Im Zuge des Bauernaufstandes war am 24. Juni 1526 eine Abteilung der Auständischen durch einen Ausfall aus Radstadt schwer geschlagen worden, das Lager der Aufständischen bei Tiefenfach (östlich Radstadt) darauf vom gesamten Kriegsvolk erobert und zerstört und auch der den Aufständischen wohlgesonnene Ort [[Altenmarkt]] dem Erdboden gleichgemacht worden. Ganze Familien - Kinder, Mütter und Väter - wurden dabei grausam gemordet. Nach den Unruhen wurden in Radstadt am 11. Juli 27 Rädelsführer vor der versammelten Gerichtsgemeinde enthauptet, weitere Hinrichtungen folgen andernorts. Insgesamt wurden dabei mehr als 100 Anführer - fast ausschließlich Bauern - gerichtet. Alle Kirchenglocken, die in den Unruhen von den Aufständischen als Sturmglocken verwendet worden waren, mussten abgenommen und in die Stadt Salzburg geliefert werden, wo sie eingeschmolzen  wurden. Schon bald wurde eine neue Steuer in der Höhe von 100.000 Gulden vorgeschrieben (sie war von der Bevölkerung in fünf Jahresraten zu zahlen).
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==Die lokalen Unruhen der Folgezeit==
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==lokale Unruhen der Folgezeit==
 
Die Unzufriedenheit unter der ländlichen Bevölkerung blieb auch nach den Unruhen von 1525 und 1526 weiterhin groß.  
 
Die Unzufriedenheit unter der ländlichen Bevölkerung blieb auch nach den Unruhen von 1525 und 1526 weiterhin groß.  
 
Flüchtige Rädelsführer durchstreiften auch nach 1526 das Land und verursachten Aufruhr. Ende Mai 1527 wird so von einem Aufruhr durch Albrecht Hundt bei Lofer berichtet. Dem Vernehmen nach plante nach 1526 der Führer des Aufstandes von 1526 Michael Gaismayr einen neuen Einmarsch in die Salzburger Gebirgsgaue. Gaismayr wurde aber - nach mehreren gescheiterten Attentaten - am 15. April 1532 durch gedungene Häscher in Padua überfallen und erstochen.
 
Flüchtige Rädelsführer durchstreiften auch nach 1526 das Land und verursachten Aufruhr. Ende Mai 1527 wird so von einem Aufruhr durch Albrecht Hundt bei Lofer berichtet. Dem Vernehmen nach plante nach 1526 der Führer des Aufstandes von 1526 Michael Gaismayr einen neuen Einmarsch in die Salzburger Gebirgsgaue. Gaismayr wurde aber - nach mehreren gescheiterten Attentaten - am 15. April 1532 durch gedungene Häscher in Padua überfallen und erstochen.
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Im Pfleggericht Hüttenstein (bei St. Gilgen) rotteten sich nach dem Sonntagsgottesdienst Bauern zusammen und zogen vor das Schloss Hüttenstein um gegen verschiedene "ungebührlichen Neuerungen" des dortigen Pflegers aufzubegehren. Der Pfleger verschanzte sich darauf im Schloss, die Bauern mussten unverrichteter Dinge abzioehen. Die Rädelsführer, allen voran der alte Martin Kloiber, der sich seit 1526 in den Wäldern versteckt gehalten hatte, wurden darauf verhaftet, und vier Rädelsführer darazuf in Salzburg vor dem Linzer Tor hingerichtet. Auch in der Folge blieb die Bereitschaft zu Aufständen in der Bevölkerung des Fürsterzbistums groß. Dessen ungeachtet machte die Landesordnung 1532 darauf wesentliche Zugeständnisse an die Bauern wieder rückgängig.    
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Im Pfleggericht Hüttenstein (bei St. Gilgen) rotteten sich nach dem Sonntagsgottesdienst Bauern zusammen und zogen vor das Schloss Hüttenstein um gegen verschiedene "ungebührlichen Neuerungen" des dortigen Pflegers aufzubegehren. Der Pfleger verschanzte sich darauf im Schloss, die Bauern mussten unverrichteter Dinge abzioehen. Die Rädelsführer, allen voran der alte Martin Kloiber, der sich seit 1526 in den Wäldern versteckt gehalten hatte, wurden darauf verhaftet, und vier Rädelsführer darazuf in Salzburg vor dem Linzer Tor hingerichtet. Auch in der Folge blieb die Bereitschaft zu Aufständen in der Bevölkerung des Fürsterzbistums groß. Dessen ungeachtet machte die Landesordnung 1532 darauf wesentliche Zugeständnisse an die Bauern wieder rückgängig.
 
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==Der gescheiterte Aufstand von 1563 ==
 
==Der gescheiterte Aufstand von 1563 ==
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