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Die '''Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert''' waren der Versuch, sich im ausgehenden [[Mittelalter]] gegen die Herrschaft der [[Salzburger Erzbischöfe]] aufzulehnen. Die  Unruhen im [[Fürsterzbistum]] waren dabei ein Teil der verschiedenen Aufstände von Bauern und Bergleuten die zuerst [[1524]] in verschiendenen Teilen des süddeutschen Kulturraumes ausgebrochen waren.  
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Die '''Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert''' waren der Versuch, sich im ausgehenden [[Mittelalter]] gegen die Herrschaft der [[Salzburger Erzbischöfe]] aufzulehnen. Die  Unruhen im [[Fürsterzbistum]] waren dabei ein Teil der verschiedenen Aufstände von Bauern und Bergleuten die zuerst [[1524]] in verschiedenen Teilen des süddeutschen Kulturraumes ausgebrochen waren.  
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== Einleitung ==     
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== Früherer Aufstände ==     
Im Land Salzburg, vor allem im [[Pongau]] und [[Pinzgau]], aber auch im tirolischen [[Brixental]], hatten sich schon [[1462]] die Bauern um sich gegen die extrem hohen (Weihe-)Steuern aufzulehnen erhoben, die [[Burkhard II. von Weißpriach|Burkhard von Weißpriach]] einheben wollte. Burkhard musste aber angesichts seiner militärischen Schwäche Verhandlungen mit den Bauern führen. Die Bauern wurden begnadigt und Steuern gemäß dem Schiedsspruch der das bayrischen Herzogs Ludwig auf das bisher übliche Maß zurückgeführt.
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===Der Igelbund 1403 ===
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Schon 1403 hatten sich und die damaligen fünf Städte des Erzbistums samt der  Ritterschaft gegen „den grossen gewalt und unrecht“, „Igelbund“ zusammengeschlossen. Sei beklagten schon damals  dass die Erzbischöfe hohe Geldsummen zur Bestätigung ihrer neuen Würde abführten.
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===Der Aufstand von 1458 ===
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1458 war erstmals ein Bauernaufstand  im Fürsterzbistum Salzburg vermeldet worden. Erzbischof Sigmund von Volkersdorf hatte damals eine Viehsteuer(1 Kreuzer für jedes Stück Großvieh) eingehoben „darüber sich das gantz gebürg entpört und zu Werffen rottiert, aber von dem hofgericht mit nachlass der Steuer wider begütiget worden“. Gleichzeitig waren von 1456 bis 1459 waren wegen der anhaltenden Sommerdürre die Ernten der Bauern allgemein schlechte ausgefallen.
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===Der Aufstand von 1462 ===
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Der neugewählte Erzbischof Burckhard von Weißpriach hatte 1462 diese Steuer nicht behoben, sondern führte sie ungeachtet der steigenden Armut weiter. In der „schreckliche Münzkatastrophe“ von 1458 bis 1460 verarmten große Bevölkerungsteile. Kaiser Friedrich III. wollte mit der Prägung minderwertiger Münze mit geringem Silbergehalt die Verbesserung der schlechten Finanzen des Reiches erreichen. Bayern und Salzburg fügten diesem Beispiel, was zusätzlich Armut ins Land brachte. Die Bevölkerung wollte dieses neue Münzgeld, das damals den bezeichnenden Namen „Schinderlinge“ erhielt, nicht für Zahlungen verwenden. 1462 führte nun der neue Erzbischof nach seiner Wahl zusätzlich eine Weihsteuer in bisher unbekannte Höhe aus. Am Paß Lueg und nächt dem Ort Werfen sowie bei Saalfelden sammelten sich damals Bauern um den Soldaten des Fürsterzbistums den Weg ins Innergebirg abzusperren. Der Erzbischof wollte den Aufstand mangels ausreichender Truppen gütlich beilegen und erklärte sich letztendlich bereit die Weihesteuer auf jenes Ausmaß zu beschränken, das schon seine Vorgänger gefordert hatten. Die Bauern wurden gleichzeitig begnadigt.
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==Die sozialen Ursachen für den Aufstand von 1525==
 
Die Veränderungen der sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung der Bauern am Ende des Mittelalters durch gesteigerte Abgaben an die Grundherren und die Stände (Rüststeuern für die Türkenabwehr bei ungenügendem Schutz) und durch die Einführung des römischen Rechts, die zur Beschneidung der althergebrachten Gemeinrechte führte, lösten ab der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s in mehreren österreichischen Ländern Aufstände der bäuerlichen Untertanen aus.
 
Die Veränderungen der sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Stellung der Bauern am Ende des Mittelalters durch gesteigerte Abgaben an die Grundherren und die Stände (Rüststeuern für die Türkenabwehr bei ungenügendem Schutz) und durch die Einführung des römischen Rechts, die zur Beschneidung der althergebrachten Gemeinrechte führte, lösten ab der zweiten Hälfte des [[15. Jahrhundert]]s in mehreren österreichischen Ländern Aufstände der bäuerlichen Untertanen aus.
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Diese Aufstände wurden [[1526]] durch das Eingreifen des Schwäbischen Bundes unter <span style="color:green">Niklas Graf Salm</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Niklas Graf Salm]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> beendet. In den folgenden Jahren kam es besonders in der Steiermark und in Salzburg zu einer Anzahl von Krawallen. Ein größerer Aufstand ging [[1594]]/[[1595]] von Oberösterreich aus und dehnte sich [[1596]] wegen der Belastungen durch einen Türkenkrieg und Maßnahmen der Gegenreformation auch auf Teile des westlichen Niederösterreichs aus.
 
Diese Aufstände wurden [[1526]] durch das Eingreifen des Schwäbischen Bundes unter <span style="color:green">Niklas Graf Salm</span><ref>siehe Ennstalwiki → [[enns:Niklas Graf Salm]]</ref><ref>{{ennswiki}}</ref> beendet. In den folgenden Jahren kam es besonders in der Steiermark und in Salzburg zu einer Anzahl von Krawallen. Ein größerer Aufstand ging [[1594]]/[[1595]] von Oberösterreich aus und dehnte sich [[1596]] wegen der Belastungen durch einen Türkenkrieg und Maßnahmen der Gegenreformation auch auf Teile des westlichen Niederösterreichs aus.
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== Die Gründe für die Salzburger Bauernaufstände ==
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== Die Auslöser für den Salzburger Aufstand der Bauern und Gewerken ==
 
In einer im Mai [[1522]] von Matthäus Lang einberufenen [[Salzburger Provinzialsynode]] in [[Mühldorf am Inn]] befasste man sich mit den kirchlichen Zuständen im [[Fürsterzbistum]]. Dabei wurden (zum wiederholten Mal) schwere Missstände schonungslos aufgezeigt und besprochen. Es ging um die schlechte Ausbildung der ''Gesellenpriester'' (Kooperatoren), Vikare und selbst der Pfarrer, um überhöhte Gebühren für kirchliche Riten wie Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, um das Verhalten genannter Personenkreise (Konkubinen, Säufer, Raufbolde, Diebe), fehlenden Religionsunterricht u. a. Die bei der Synode beschlossenen Maßnahmen und Anordnungen verhallte jedoch ungehört. Die Bevölkerung war weiterhin unzufrieden mit ihrer geistlichen Betreuung. Dazu kam, dass ihre Forderungen nach Messen in deutscher Sprache (es galt der lateinische Ritus) und das Singen deutscher Lieder bei Messen, von den Erzbischöfen nicht erfüllt wurden. Martin Luther kritisierte genau diese Punkte. So war er davon überzeugt, die Messen müssten in deutscher Sprache und die Predigten verständlich für das Volk gehalten sein.  
 
In einer im Mai [[1522]] von Matthäus Lang einberufenen [[Salzburger Provinzialsynode]] in [[Mühldorf am Inn]] befasste man sich mit den kirchlichen Zuständen im [[Fürsterzbistum]]. Dabei wurden (zum wiederholten Mal) schwere Missstände schonungslos aufgezeigt und besprochen. Es ging um die schlechte Ausbildung der ''Gesellenpriester'' (Kooperatoren), Vikare und selbst der Pfarrer, um überhöhte Gebühren für kirchliche Riten wie Taufen, Hochzeiten, Begräbnisse, um das Verhalten genannter Personenkreise (Konkubinen, Säufer, Raufbolde, Diebe), fehlenden Religionsunterricht u. a. Die bei der Synode beschlossenen Maßnahmen und Anordnungen verhallte jedoch ungehört. Die Bevölkerung war weiterhin unzufrieden mit ihrer geistlichen Betreuung. Dazu kam, dass ihre Forderungen nach Messen in deutscher Sprache (es galt der lateinische Ritus) und das Singen deutscher Lieder bei Messen, von den Erzbischöfen nicht erfüllt wurden. Martin Luther kritisierte genau diese Punkte. So war er davon überzeugt, die Messen müssten in deutscher Sprache und die Predigten verständlich für das Volk gehalten sein.  
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Die Beschränkungen der Rechte und Freiheiten, die Verbote gegenüber Evangelischen, die ins Unermessliche steigenden Steuern und die zunehmend maßloser werdenden Forderungen der Priester ließen die Unruhe in der Bevölkerung immer größer werden. Die Bauern bezogen sich dabei auch auf die Schrift "Die Freiheit des Christenmenschen" von Martin Luther, die sie jedoch falsch interpretierten. Es fehlte nur mehr der Funke zum Brand.
 
Die Beschränkungen der Rechte und Freiheiten, die Verbote gegenüber Evangelischen, die ins Unermessliche steigenden Steuern und die zunehmend maßloser werdenden Forderungen der Priester ließen die Unruhe in der Bevölkerung immer größer werden. Die Bauern bezogen sich dabei auch auf die Schrift "Die Freiheit des Christenmenschen" von Martin Luther, die sie jedoch falsch interpretierten. Es fehlte nur mehr der Funke zum Brand.
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== Ausbruch der Bauernaufstände 1525 ==
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== Der Ausbruch dea Bauernaufstandes 1525 ==
 
Eustachius von Heiterwang, ein Tiroler Priester, benannt nach seinem Geburtsort nahe Reutte, war von der Tiroler Regierung wegen dessen evangelischer Gesinnung dem Salzburger Fürsterzbischof überstellt worden. Lang verurteilte Eustachius zu lebenslanger Kerkerhaft im [[Schloss Mittersill]] im [[Oberpinzgau]]. Auf seinem Transport dorthin am [[8. Mai]] 1525 wurde er aber in [[Schellenberg]] nächst [[Grödig]] von mutigen Männern befreit. Es konnte wohl nicht alle an der Befreiungsaktion beteiligte Personen ausgeforscht werden, aber zwei wurden festgenommen: Der Bauer [[Matthias Stöckl]] aus [[Bramberg]] und eine namentlich nicht bekannte Person. Ohne über sie Gericht zu halten, ließ Lang die beiden am Fuß des [[Festungsberg]]es unterhalb des inneren [[Schartentor]]s in [[Nonntal]] hinrichten. Diese außergerichtliche Strafmaßnahme verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Fürsterzbistum. Der Bruder des enthaupteten Stöckl wurde zu einem der Anführer der Aufständischen.  
 
Eustachius von Heiterwang, ein Tiroler Priester, benannt nach seinem Geburtsort nahe Reutte, war von der Tiroler Regierung wegen dessen evangelischer Gesinnung dem Salzburger Fürsterzbischof überstellt worden. Lang verurteilte Eustachius zu lebenslanger Kerkerhaft im [[Schloss Mittersill]] im [[Oberpinzgau]]. Auf seinem Transport dorthin am [[8. Mai]] 1525 wurde er aber in [[Schellenberg]] nächst [[Grödig]] von mutigen Männern befreit. Es konnte wohl nicht alle an der Befreiungsaktion beteiligte Personen ausgeforscht werden, aber zwei wurden festgenommen: Der Bauer [[Matthias Stöckl]] aus [[Bramberg]] und eine namentlich nicht bekannte Person. Ohne über sie Gericht zu halten, ließ Lang die beiden am Fuß des [[Festungsberg]]es unterhalb des inneren [[Schartentor]]s in [[Nonntal]] hinrichten. Diese außergerichtliche Strafmaßnahme verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Fürsterzbistum. Der Bruder des enthaupteten Stöckl wurde zu einem der Anführer der Aufständischen.  
  
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