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Bei der Ankunft Ruperts in Salzburg um 696 residierte Herzog [[Theudebert]], der älteste Sohn und Mitregent von Herzog [[Theodo]], in Salzburg im Raum der alten römischen Stadt Iuvavum. Im [[7. Jahrhundert]] hatten sich im Raum Salzburg bereits erste [[Baiern|bayerische]] Siedler niedergelassen, wie Gräber auf dem [[Kapitelplatz]] und [[Domplatz]] belegen. Der Chronist Ruperts beschreibt allerdings Iuvavum - im Sinn der damals üblichen Gründermythen offensichtlich bewusst überzeichnet - noch als gänzlich verfallene und von Wald überwucherte Ruinenstadt. Der bairische Herzog Theotbert hatte aber schon damals einen wichtigen Sitz in Salzburg-Iuvavum, um Rupert bei seinen Bemühungen im südöstlichen Baiern zu unterstützen. Theodbert schenkte auch Iuvavum-Salzburg samt einem weiten Landkreis im Umfeld an Rupert, wohl aber nicht die Obere Burg, die im herzöglichen Besitz blieb. Der Herzogshof (''curtis publico'') lag im Bereich des [[Waagplatz]]es und der [[Filialkirche zum hl. Michael]]. Diese "[[Pfalz]]" wurde [[788]] vom fränkischen König [[Karl dem Großen]] übernommen.
 
Bei der Ankunft Ruperts in Salzburg um 696 residierte Herzog [[Theudebert]], der älteste Sohn und Mitregent von Herzog [[Theodo]], in Salzburg im Raum der alten römischen Stadt Iuvavum. Im [[7. Jahrhundert]] hatten sich im Raum Salzburg bereits erste [[Baiern|bayerische]] Siedler niedergelassen, wie Gräber auf dem [[Kapitelplatz]] und [[Domplatz]] belegen. Der Chronist Ruperts beschreibt allerdings Iuvavum - im Sinn der damals üblichen Gründermythen offensichtlich bewusst überzeichnet - noch als gänzlich verfallene und von Wald überwucherte Ruinenstadt. Der bairische Herzog Theotbert hatte aber schon damals einen wichtigen Sitz in Salzburg-Iuvavum, um Rupert bei seinen Bemühungen im südöstlichen Baiern zu unterstützen. Theodbert schenkte auch Iuvavum-Salzburg samt einem weiten Landkreis im Umfeld an Rupert, wohl aber nicht die Obere Burg, die im herzöglichen Besitz blieb. Der Herzogshof (''curtis publico'') lag im Bereich des [[Waagplatz]]es und der [[Filialkirche zum hl. Michael]]. Diese "[[Pfalz]]" wurde [[788]] vom fränkischen König [[Karl dem Großen]] übernommen.
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Die Existenz dieser gleichzeitig mit der Stadt genannten "Oberen Burg" wird von den [[Salzburger Güterverzeichnis#Breves Notitiae|Breves Notitiae]] (Cap. 9) im Zusammenhang mit der hl. [[Erentrudis]] bestätigt, "die in der Oberen Burg von Juvavum (Salzburg) bestimmte" : ''(Erindrudam) quam in superi castro Iuvavensium statuens''. In einer gefälschten Urkunde wurde noch zweihundert Jahre später das "Kastell der hl. Erintrudis" genannt. Damit wurde die Anlage des Klosters im untersten Burgbereich erwähnt. Innerhalb dieses Burgbereichs der "Oberen Burg" stand auch eine Kirche, die dem hl. Martin geweiht war. Dieser Heilige war der Reichsheilige der fränkisch-merowingischen Könige. In deren Namen haben vermutlich die Agilolfinger hier die Kirche zum heiligen Martin errichtet. Vergleicht man diese Fakten mit der Lage der heutigen [[Festung Hohensalzburg]], stellt man fest, dass der Aufstieg zu dieser doch beschwerlich war (und noch ist) und in der Festung jedenfalls im Mittelalter stets Wassermangel herrschte, was beispielsweise den Verteidigern in den [[Salzburger Bauernaufstände im 16. Jahrhundert#Aufstände in Salzburg|Bauernaufständen]] im [[16. Jahrhundert]] zu schaffen machte.  
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Die Existenz dieser gleichzeitig mit der Stadt genannten "Oberen Burg" wird von den [[Salzburger Güterverzeichnis#Breves Notitiae|Breves Notitiae]] (Cap. 9) im Zusammenhang mit der hl. [[Erentrudis]] bestätigt, "die in der Oberen Burg von Juvavum (Salzburg) bestimmte" : ''(Erindrudam) quam in superi castro Iuvavensium statuens''. In einer gefälschten Urkunde wurde noch zweihundert Jahre später das "Kastell der hl. Erintrudis" genannt. Damit wurde die Anlage des Klosters im untersten Burgbereich erwähnt. Innerhalb dieser befestigten "Oberen Burg" stand auch eine Kirche, die dem hl. Martin geweiht war. Dieser Heilige war der Reichsheilige der fränkisch-merowingischen Könige. In deren Namen haben vermutlich die Agilolfinger hier diese Kirche zum heiligen Martin errichtet. Die Obnere Burg über der wichtigen Hauptverbindungsstraße nach Hallein sichert vorrangig den Raum zur Salzach hin. Gleichzeitig konnte aber auch mit dieser Burg wohl auch der Zugang von Süden über die Mönchsbergscharte und weiter in die Altstadt von oben her gesichert werden.  
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Die Einbeziehung des höher gelegenen Festungsberges in die äußeren Wehrmauern der "Oberen Burg" ist aus Verteidigungsgründen als gesichert anzusehen. Eine nur auf dem Nonnberg gelegene befestigte Burg wäre von den Höhen des Festungsberges herab von oben sehr leicht angreifbar gewesen. Außerdem wäre es unsinnig, den strategisch wichtigsten Platz nicht ebenfalls mit Wehrmauern zu sichern. Die Nonnbergterrasse mit Kloster und früherer Martinskirche wurde in der Folge mit einbezogen in die befestigte Siedlung der "Oberen Burg" auf dem Nonnberg. Damit erklärt sich auch die Bezeichnung "Obere Burg".
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Die Einbeziehung des höher gelegenen Festungsberges in die äußeren Wehrmauern der "Oberen Burg" ist aus Verteidigungsgründen jedenfalls als gesichert anzusehen. Eine nur auf dem Nonnberg gelegene befestigte Burg wäre von den Höhen des Festungsberges herab von oben sehr leicht angreifbar gewesen. Außerdem wäre es unsinnig, den strategisch wichtigsten Platz nicht ebenfalls mit Wehrmauern zu sichern. Die Nonnbergterrasse mit Kloster und früherer Martinskirche wurde in der Folge mit einbezogen in die befestigte Siedlung der "Oberen Burg" auf dem Nonnberg. Damit erklärt sich auch die Bezeichnung "Obere Burg".
    
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