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| − | [[Datei:Herzogtum Bayern um 788 nach Dannheimer, Dopsch.jpg|thumb|Karte des Herzogtums Baiern um 788.]] | + | [[Datei:Herzogtum Bayern um 788 nach Dannheimer, Dopsch.jpg|thumb|Karte des Herzogtums Bayern um 788.]] |
| − | Dieser Artikel schildert die Geschichte des '''Herzogtums Baiern'''. | + | Dieser Artikel schildert die Geschichte des '''Herzogtums Bayern'''. |
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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Erste Erwähnung der [[Bajuwaren]] [[551]]. Mit dem Agilolfinger Garibald I. († um 593) erscheint der erste bayerische Herzog mit Hauptsitz in [[Regensburg]]. Ab dem [[6. Jahrhundert]] gehörte der [[Salzburggau]] zum Herzogtum Baiern, ebenso der [[Pinzgau]] und der [[Pongau]] im [[Innergebirg]], die ab der Mitte des [[7. Jahrhundert]] baierisch besiedelt wurden. Der [[Lungau]] war ursprünglich ein Teil [[Kärnten]]s ([[Karantanien]]), das vom [[8. Jahrhundert]] bis [[976]] zum Herzogtum Bayern gehörte und in dieser Zeit teilweise baierisch besiedelt wurde. | + | Erste Erwähnung der [[Bajuwaren]] [[551]]. Mit dem Agilolfinger Garibald I. († um [[593]]) erscheint der erste baierische Herzog mit Hauptsitz in [[Regensburg]]. Ab dem [[6. Jahrhundert]] gehörte der [[Salzburggau]] zum Stammesherzogtum Baiern, ebenso der [[Pinzgau]] und der [[Pongau]] im [[Innergebirg]], die ab der Mitte des [[7. Jahrhundert]] bayrisch besiedelt wurden. Der [[Lungau]] war ursprünglich ein Teil [[Kärnten]]s ([[Karantanien]]), das vom [[8. Jahrhundert]] bis [[976]] zum Stammesherzogtum Baiern gehörte und in dieser Zeit teilweise bayrisch besiedelt wurde. |
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| − | Ab ca. [[715]] residierten die Söhne von Herzog [[Theodo II.]], an verschiedenen bedeutenden Orten: [[Theudebert]] (Sitz in der [[Salzpurch]] auf dem [[Festungsberg]] in [[Altstadt|Salzburg]])<ref>Quelle [[Heinz Dopsch]]: [[Kleine Geschichte Salzburgs]], 3. Auflage 2014, Seite 27-28</ref>, Grimoald (Sitz Freising) und Theodolt (Sitz Regensburg) und Tassilo II. (Sitz [[Passau]] (?)). | + | Ab ca. [[715]] residierten die Söhne von Herzog [[Theodo II.]], an verschiedenen bedeutenden Orten: [[Theudebert]] (Sitz im [[Castrum superius]] auf dem [[Festungsberg]] in [[Altstadt|Salzburg]])<ref>[[Heinz Dopsch]]: [[Kleine Geschichte Salzburgs]], 3. Auflage 2014, Seite 27–28</ref>, Grimoald (Sitz Freising) und Theodolt (Sitz [[Regensburg]]) und Tassilo II. (Sitz [[Passau]] ?). |
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| − | Nach dem Sturz von [[Tassilo III.]] im Jahre 788 gliederte Karl der Große das Herzogtum in das Frankenreich ein. | + | Nach dem Sturz von [[Tassilo III.]] im Jahre [[788]] gliederte Karl der Große das Herzogtum in das Frankenreich ein. |
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| | + | Bis 1180 war das Herzogtum Bayern das Stammesherzogtum Baiern und wurde anders geschrieben. |
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| | === Hauptstadt, Regierungssitz === | | === Hauptstadt, Regierungssitz === |
| − | Hauptresidenz der baierischen Herzöge war zunächst [[Regensburg]] (ab ca. 551). Ab ca. 700 kamen zusätzlich Nebenresidenzen dazu, u. a. in Salzburg (Theudebert auf dem Festungsberg). Herzog Ludwig I. ([[1173]]–[[1231]]) verlegte den Hauptsitz nach Landshut. [[1255]] kam es zur Teilung in Ober- und Niederbayern: [[Oberbayern]]s Hauptstadt wurde [[München]], niederbayerische Hauptstadt Landshut. [[Reichenhall]] gehörte bis zu Wiedervereinigung [[1506]] zu Niederbayern. | + | Hauptresidenz der baierischen Herzöge war zunächst Regensburg (ab ca. [[551]]). Ab ca. [[700]] kamen zusätzlich Nebenresidenzen dazu, u. a. in Salzburg (Theudebert auf dem Festungsberg). Ludwig I. ([[1173]]–[[1231]]) verlegte den Hauptsitz nach Landshut. [[1255]] kam es zur Teilung in Ober- und Niederbayern: Oberbayerns Hauptstadt wurde [[München]], niederbayerische Hauptstadt Landshut. [[Reichenhall]] gehörte bis zu Wiedervereinigung [[1506]] zu Niederbayern. |
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| − | Seit 1506 ist München alleinige Hauptstadt für das ganze Land. | + | Seit [[1506]] ist München alleinige Hauptstadt für das ganze Land. |
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| | == Salzburg und das Herzogtum Baiern == | | == Salzburg und das Herzogtum Baiern == |
| − | Der [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodo II.]] holte [[Rupert von Worms]] [[696]] nach Salzburg und beauftragte ihn mit der Missionierung seiner Untertanen und der [[Bayerische Kirchenprovinz|Organisation der bayerischen Kirche]]. | + | Der [[Baiernherzöge in Salzburg|Baiernherzog]] [[Theodo II.]] holte [[Rupert von Worms]] [[696]] nach Salzburg und beauftragte ihn mit der Missionierung seiner Untertanen und der [[Bayerische Kirchenprovinz|Organisation der baierischen Kirche]]. |
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| − | Die [[Erzbischöfe]] waren im Hoch[[mittelalter]] zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als [[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz|Friedrich III.]] [[1328]] eine eigene [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Baiern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] geworden. In einer [[1342]] ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] erstmals von seinem "Land". | + | Die [[Erzbischöfe]] waren im Hoch[[mittelalter]] zwar Reichsfürsten, aber ihr Herrschaftsgebiet galt als ein Teil des Herzogtums Bayern. Als [[Erzbischof]] [[Friedrich III. von Leibnitz|Friedrich III.]] [[1328]] eine eigene [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] erließ, löste er damit seine Besitzungen vom Mutterland Bayern. Aus Salzburg war ein eigenständiges Land innerhalb des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]] geworden. In einer [[1342]] ausgestellten Urkunde sprach Erzbischof [[Heinrich von Pirnbrunn]] erstmals von seinem "Land". |
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| − | Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] stammte aus München (* [[27. Mai]] [[1679]] in [[München]]; † [[22. Oktober]] [[1744]] in der [[Stadt Salzburg]]). Er war von [[1727]] bis [[1744]] [[Fürsterzbischof von Salzburg]]. Unter seine Regentschaft fällt eines der dunkelsten Kapitel der Salzburger Geschichte, die [[Protestantenvertreibung|Vertreibung der Protestanten]] in den Jahren [[1731]] und [[1732]]. | + | Fürsterzbischof [[Leopold Anton Freiherr von Firmian]] stammte aus München (* [[27. Mai]] [[1679]] in München; † [[22. Oktober]] [[1744]] in der [[Stadt Salzburg]]). Er war von [[1727]] bis [[1744]] [[Fürsterzbischof von Salzburg]]. Unter seine Regentschaft fällt eines der dunkelsten Kapitel der Salzburger Geschichte, die [[Protestantenvertreibung|Vertreibung der Protestanten]] in den Jahren [[1731]] und [[1732]]. |
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| − | Als "[[Berchtesgadener Expedition]]" wird die Besetzung der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] durch den baierischen Herzog Friedrich im Jahre [[1382]] bezeichnet. | + | Als "[[Berchtesgadener Expedition]]" wird die Besetzung der [[Fürstpropstei Berchtesgaden]] durch den bayerischen Herzog Friedrich im Jahre [[1382]] bezeichnet. |
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| − | Das Herzogtum Baiern ging mit der Erlangung der Kurwürde für die Herzöge von Baiern im Jahr [[1623]] in das [[Kurfürstentum Bayern]] über. | + | Das Herzogtum Bayern ging mit der Erlangung der Kurwürde für die Herzöge von Bayern im Jahr [[1623]] in das [[Kurfürstentum Bayern]] über. |
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| | Die Baiernherzöge in Salzburg prägten die ersten Jahrhunderte der entstehenden Stadt Salzburg. | | Die Baiernherzöge in Salzburg prägten die ersten Jahrhunderte der entstehenden Stadt Salzburg. |