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| | ''– Heute den 17te bis hierher schrieb ich vorgestern mitlerweile wurde die kleine Louise wider an einer Halsentzündung krank, es ist daher wider unbestimmt ob sie so weit gehen, und wann sie gehen wie die Louise nicht beßer ist, kan davon nicht die Rede sein, sie will sich ja nichts anthun lassen, und nichts nehmen, sie hatte auch von einigen Tagen eine Halsentzündung es ging aber schnel vorüber. Dießmal scheint aber das Übel tiefer zu sitzen, wie wollen das beßere hoffen. - Gestern war ich bey der großmutter'' [Fanny Kobler, Anm.] ''es geht ihr gottlob gut bis auf öfters Herzklopfen. Die Großmutter scheint doch so bald sie kan nach Mödling zu gehen; ihre Partey'' [Mieter, Anm.] ''geht bis 1 September fort, dan muß sie erst den Maurer und anstreicher nehmen für die Küche, dan denke ich wird nicht mehr viel im Wege liegen, Wie mir scheint möchte sie mit Louise fahren. Ich denke gerade auf, wenn die Großmutter es mitnehmen könnte, so schücke ich Euch ein Glaß, schönster eingesottener Ribisel'' [Johannisbeeren, Anm.] '', ich werde schon die Großmutter darum bitten. Otto und Louise lassen Euch recht herzlich grüßen. Nun sind wider die Schissel beyde hier er war in Bad, in Baden, in der Schweitz, und hat ihm sehr gut gethan. Sie werden noch, einige Tage hier bleiben. die Frau direktor Reitlechner war vor ein paar Tagen auf besuch bey mir, bat mich aber nicht mehr zu ihr zu kommen in dem sie den volgenden Tag ziehen sie weiß nicht wohin da in ihrem Hauß in ein paar Tagen alles gepfändet wird, und so war mir sehr leid ihr keinen gegenbesuch machen zu können. die Späth ist schon längere Zeit an einen Magenkatahr [-katarrh] krank und oft sehr schwach. Lebt recht wohl meine lieben theuren lasset recht bald etwas von Euch hören Eure Euch treu liebende Mutter Spángler'' | | ''– Heute den 17te bis hierher schrieb ich vorgestern mitlerweile wurde die kleine Louise wider an einer Halsentzündung krank, es ist daher wider unbestimmt ob sie so weit gehen, und wann sie gehen wie die Louise nicht beßer ist, kan davon nicht die Rede sein, sie will sich ja nichts anthun lassen, und nichts nehmen, sie hatte auch von einigen Tagen eine Halsentzündung es ging aber schnel vorüber. Dießmal scheint aber das Übel tiefer zu sitzen, wie wollen das beßere hoffen. - Gestern war ich bey der großmutter'' [Fanny Kobler, Anm.] ''es geht ihr gottlob gut bis auf öfters Herzklopfen. Die Großmutter scheint doch so bald sie kan nach Mödling zu gehen; ihre Partey'' [Mieter, Anm.] ''geht bis 1 September fort, dan muß sie erst den Maurer und anstreicher nehmen für die Küche, dan denke ich wird nicht mehr viel im Wege liegen, Wie mir scheint möchte sie mit Louise fahren. Ich denke gerade auf, wenn die Großmutter es mitnehmen könnte, so schücke ich Euch ein Glaß, schönster eingesottener Ribisel'' [Johannisbeeren, Anm.] '', ich werde schon die Großmutter darum bitten. Otto und Louise lassen Euch recht herzlich grüßen. Nun sind wider die Schissel beyde hier er war in Bad, in Baden, in der Schweitz, und hat ihm sehr gut gethan. Sie werden noch, einige Tage hier bleiben. die Frau direktor Reitlechner war vor ein paar Tagen auf besuch bey mir, bat mich aber nicht mehr zu ihr zu kommen in dem sie den volgenden Tag ziehen sie weiß nicht wohin da in ihrem Hauß in ein paar Tagen alles gepfändet wird, und so war mir sehr leid ihr keinen gegenbesuch machen zu können. die Späth ist schon längere Zeit an einen Magenkatahr [-katarrh] krank und oft sehr schwach. Lebt recht wohl meine lieben theuren lasset recht bald etwas von Euch hören Eure Euch treu liebende Mutter Spángler'' |
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| | + | ==== Brief vom 12. September 1874 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen: <br />''Salzburg den 12/9 [18]74. Meine inigst geliebten Theuren! Da die liebe Großmutter'' [ [[Franziska Kobler]], Anm.] ''morgen zu Euch reiset so gebe ich gleich ihr dieß Briefchen mit, sie möge Euch mündlich von mir die herzlichsten Grüße bringen und so gott es will, hoffe ich, im nächsten Jahr diese Reise zu machen. Da die Fany vieleicht warten würde bis nächsten Nammenstag um ihr von mir etwas zu kaufen, so benützte ich diese mir darbietenden Gelegenheit, und kaufte ich einen Theil der Schockolade, er möge Euch gut schmecken. Otto und seine Famil[i]e sind nun Glücklich von Unken zurück gekommen'' [Kleks rückseitig:] [es] ''geht gottlob allen gut sie / haben sich alle sehr gut unterhalten, Emilie Duregger war mit ihnen – und die Kathi mit den kleinen Albert, kammen ihnen in 2 Tagen nach – sie wohnten auf der Post, wo sie sehr gut verpflegt wurden. Ich war in dieser Zeit fast täglich in Hof Abends zum speisen. Nun denke ich werden sie bey Duregger auch bald herein ziehen. Otto und Louise grüßen Euch recht herzlich Otto sagt, er kann dir erst die Verrechnung schüken, wen die Außbeute von der Hamerau gekommen ist welches dieser Tage geschieht. Die Salzburger Sparkasse hat nun das Neuhofer Hauß<ref>Vielleicht [[Alter Markt]] Nr. 3, der heutige Sitz der [[Salzburger Sparkasse]]?</ref> um'' [Zahl doppelt, oben kräftig überschrieben und durchgestrichen, unten durchgestrichen:] ''100140 / 100.1400 Tausend gulden gekauft, was ihnen doch noch billiger kömmt, als wen sie sich ein /'' [auf der Seite unten dazugeschrieben mit anderer Schrift (nicht Otto Spängler):] ''114000 fl Grüß dich Gott lieber Franz.'' [oben rechts Rest von einem Lacksiegel] ''neues Hauß bauen lassen.'' |
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| | + | ''Die Elise, dermalen Frau v Scherer in München die beßte Freundin der Fammil[i]e Duregger war zum Sterben kranck, befindet sich aber wider beßer. Mir geht es Gottlob gut, ich gehe fleißig auß was mir recht gut bekömmt. Bey der Späth fürchten wir geht es für die'' [kleksig:] ''Rudonfer [?] nicht sehr gut auß indem sie es nicht so gemacht hat, das die Lotti nun den Nutzgenuß hätte, so werden die Gläubiger darum langen [?] sie ist oft sehr verzagt, weil er auch so kräncklicht ist, das er sich wenig verdienen kann. Der Hof wurde denen Verwan[d]ten von ihr gemacht'' [vermacht, Anm.] '', sie müßen ihr bey Lebzeiten 3 Theil von dem Ertrag geben. Lebt recht wohl meine lieben – mit Tausend küßen Eure Euch treu liebende Mutter Spángler.'' / [vierte Seite, Brief zweimal geknickt, im mittleren Teil einige Zahlenkolonnen und:] ''Aan meine lieben in Mödling.'' [auf dem dritten Teil:] ''Ich habe vergeßen Euch zu schreiben das den Lürzer seine Frau nun in gesegneten Umständen ist; sie sind beyde auf 14 Tage in die Fusch [?] gegangen, und nun ist sie ganz glücklich und ebenso er, Ihr müßt schon auch im nächsten Jahr ein gleiches thun. Gott gebe'' [längerer Strich] ''seinen Heil Segen'' |
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| | + | ==== Brief vom 30. November 1874 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen: <br />''Salzburg den 30/11 [18]74. Meine inigst geliebter Franz! Bald kömmt dein Nammensfest wozu ich dir alles Gute wünsche, der liebe Gott möge dir recht viele Freuden schencken, und dich und deine liebe Fany recht gesund erhalten – so auch Euer ehliches Glück – und wenn möglich noch erhöhen. Auch wünsche ich herzlich das die Wanderung, recht glücklich vorüber gehe. Mich lieber guter Franz behalte immer ein wenig lieb. Gottlob lieber Franz das du mich in deinen letzten Schreiben beruhigt hast, wegen dem in die Nacht hine[i]n zu arbeiten, den das hätte dir deine Herren gewiß sehr in Aufregung gebracht. Ich bitte dich lieber Franz schone dich, den die Gesundheit ist das höchste Gut auf Erden /'' |
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| | + | ''Ich bin schon sehr begierig zu hören Ob Du das Dekret noch nicht erhalten hast? – und bis wann du nach Wien umsiedeln wirst, – und wan du von Mödling wirst enthoben werden. Ich bin für dich froh das Dein sehnlichster Wunsch erfühlt ist, Gott gebe das es dir dort auch in Geschäftlicher Beziehung gut gehen möge. Ich denke du wirst nun schon in die höhere Gehaltsklasse einrücken. Ich freue mich schon wider recht bald etwas von Euch zu hören, meine Gedanken sind viel mit Euch beschäftigt. Fany wird auch schn recht viel zu denken und zu ordnen haben, den Ihr habt ein gut eingerichtetes Hauß, und du braucht es schon denken das einen nichts verloren geht. / In der Wiener Wohnung wird Euch gewiß die Angermayer begrüßen, den da braucht man schon jemand verläßlichen damit einen die Sachen nicht gestollen werden.'' |
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| | + | ''Wie froh werdet Ihr sein wen Ihr wider in Ordnung seid, wen man so halb wo ist so findet man sich schon nicht mehr recht heimmisch. Bey Duregger geht es mit ihm schon recht abwärts, er liegt den größten Theil des Tages, weil ihm das sitzen so weh thut, dann ist er zuweilen so verdreht das er grad so dreischaut, ganz theilnahmsloos was umm ihm vorgeht, da hat er oft schon Husten – besonders plagt ihm der Schleimm oft sehr, zuweilen ja fast Täglich muß er vom Schlafzimmer ins Wohnzimmer auf einen Sessel geradelt [?] werden. /'' |
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| | + | ''Zu deinen Nammenstag weiß ich gar nicht, was du brauchen kannst ich denke daher es wird das beste sein wen ich mir vom Otto nun 8 Gulden als Zulage geben lasse und du dir selbst kaufest was du brauchen kanst – nicht wahr dieß wird das Kürzeste sein. bringe deinen Nammenstag recht gut zu. Die Frau Nowack läßt dir vielmals Glückwünschen das Du es endlich errei[c]hat hast nach Wien zu kommen. Die Fräulein Rosalie Hemmpf'' [Hempf, Anm.] ''und Spánglerischen wünschen alles Gute zum Nammenstag. Lebe recht wohl Es küßt Euch Beyde recht inig Eure Euch treu liebende Mutter Spángler Duregger Fammil[i]e gab mir ein Billlet für Dich aber ich fürchte der Brief möchte doppelt werden alles Schöne.'' |
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| | + | ==== Brief vom 22. Dezember 1874 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz II. Xaver Gregor Spängler]] in Wien<ref>Ab November 1874 war er am Landesgericht in Wien, bevor er im November 1880 er Bezirksrichter in Pottenstein in Niederösterreich wurde.</ref> ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen: <br />''Salzburg den 22/12 1874. Meine Inigst geliebten Theuren! Wie sehr erfreut war ich als dene Leute mir sagte[n], das Ihr glücklich übersiedelt habt, ich war wohl von frühen Morgen an, mit Euch meine lieben beschäftigt, wie gerne wäre ich hingeflogen um Euch zu helfen, aber so hinreisen, wäre in dieser Jahreszeit wohl sehr gewagt, für eine so alte Frau. Ich hoffe Ihr werdet Euch in Wien bald recht behaglich fühlen. Wie ich höre so wohnt der Franz Spángler Stadtsanwald supstitut<ref>Auch erwähnt im Brief vom 3. April 1874: Franz Seraphin Spängler (* 1837; † 1913), verheiratet mit Maria Pernstein (* 1838; † 1921).</ref> , nur 6 Häußer von Euch, wie angenehm auch für die Fany, die Marie ist so lieb, und Häußlich und auch Mußikalisch wie die Fany, so hoffe ich werden sich diese 2 Frauen, gewiß recht befreunden / Ich hoffe Ihr werdet nun schon in Ordnung sein. Vieleicht taugt Euch in der Stadt manches beßer als in Mödling vor allen denke ich wird man in der Nähe alles leichter bekommen recht gut war es daß du eine Karte mit deiner Atresse geschickt hast, den ich sagte schon zum Otto: wie werde ich den an Fany schreiben könen wen wir keine Atresse wissen, die Großmutter war auch schon in ängsten, wie sie Euch kann einen Brief zukommen lassen. Ich begegnete gerade der Großmutter am selben vormittag als ich die Karte bekamm Da war sie sehr froh; ich lege diesen Brief, der Großmutter bey. Ich wünsche Euch meine lieben ein recht gutes Neu Jahr, besonders das es Euch in Wien recht gut gehagen möge und Ihr recht gesund und zufrieden bleiben möchtet. /'' |
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| | + | ''Auch recht gute Feyertage wünsche ich Euch. Behaltet mich immer ein wenig lieb, ich we[r]de gewiß wie immer recht viel für Euch bethen. Wo bist du den beim Landesgericht zugetheilt worden? ist deine Stellung dir angenehm? Ich habe schon wider eine rechte Sensucht Euch zu sehen, ich hoffe zu Gott, das dieses auf Ostern geschieht. Dießmal kömt Ostern bald, ich glaube gar schon im März, wen Ihr kömt – so sage ich, o wie selig für mich – – Sind sie bey Franz'' [Franz Seraphin Spängler, siehe oben, Anm.] ''auch schon in Wien? oder kommen sie erst? Sind die Angermeyer'' [Angermayer, Anm.] ''weit von Euch weg? so auch die Sattler? alles ist in Josephfsstatt'' [Wien Josefstadt, Anm.] ''beysammen Nun könt Ihr den Otto auch auf öfter sehen, wen er wider einmmal hinunter kömmt. Hier bey uns geht es Gottlob zimmlich gut auch bey Duregger geht es Gottlob beßer / bis auf gehen, aber er muß gewöhnlich auf einen Rollseßel geradelt werden. Nun ist die Ida von Inspruck [Innsbruck, Anm.] wider hier die sieht sehr gut auß. Otto und Louise nebst Kinder grüßen Euch recht herzlich, Otto der kleine lernt recht brav und Ernst, die Paula geht im Kindergarten, sie geht auch sehr gerne. Die kleine Emmil[i]e ist sehr lieb und freundlich, die Louise ist gescheid aber eußerst empfindlich. Meine lieben danken wir den lieben Gott gemmeinsam, für alles Gute, was wir in diesen Jahr empfangen haben, der geber alles guten möge uns auch ferner in seinen Heil Schutz erhalten Mit Otto habe ich schon abgerechnet ich habe mir für dezember nur 4 fl [Gulden] geben lassen, das übrige könnt Ihr Euch selbst kaufen was Ihr wohlt. einen Zupf Kalender lege ich bey, damit Ihr Euch beim abnehmen der Bläter öfter an mich erinnert Lebt recht wohl, nehmt Gottes – und meinen Segen hinüber ins neue Jahr er soll Euch begleiten seine Sühe [?] und Sühe [?]. Es küßt Euch inig Eure treue Mutter Spángler'' |
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| | + | [Seite 1 oben, auf dem Kopf:] ''Die Bekanten grüßen Euch herzlich so wie auch ich allen Bekanten ein gutes Neues Ja / hr'' [auf Seite 4 oben:] ''wünschen.'' |
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