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| | + | ==== Brief vom 24. Januar 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen und ein eingelegtes Blatt; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen<ref>Zu generellen Problemen mit der Übertragung der Briefe von Antonia Spängler siehe zum Brief vom 18. April 1870, Einzelnachweis; siehe [[Kobler-Spängler-Briefe von 1870]]; weiterhin werden "e", "n" und "r" so unterschieden, wie man das erwarten würde, grafisch sind sie identisch. Gleiches gilt für Groß- und Kleinschreibung z.B. eines "d", die kaum zu unterscheiden sind. Auch Wortabstände und Zusammenschreibungen sind oft schwer zu bewerten. Doppelbuchstaben sind häufig mit einem Überstrich gekennzeichnet und hier stillschweigend ausgeschrieben. Die Interpunktion bzw. das Fehlen derselben wurde nach der Briefschreiberin übernommen. Kleine Ergänzungen in der oft flüchtigen Schrift sind mit eckigen Klammern gekennzeichnet. Dabei liegt ein Briefumschlag: ''An meine lieben Kinder Franz und Fany Spángler [!] in Mödling.'', ohne Datum, ohne Hinweise auf Postbeförderung, rückseitig mit rotem Lacksiegel [verschlungene Buchstaben]. Aber er passt nicht zur Größe des Briefes.</ref><br /> ''Salzburg den 24/1 [18]73. Meine lieben Theuren! Dießmal klage ich mich selbst der Saumselligkeit im schreiben an. Ich weiß selbst nicht wie es ging, das die Zeit so schnel entfloh – sie war so Ereignißvoll und geschäftig, das mir die Wochen wie Tage vonrannen. Am 12 te dieß war der großartige Polterabend von dem Jubelpaar. Wo ich schon um 4 Uhr mit denen 2 größeren Kindern von Otto'' ([[Otto Spängler]], Anm.) ''zu Reinfort ging um der Generalprobe welche schon mit Beleuchtung und Cosstim" [Kostüm, Anm.] "gehalten wurde bey zu wohnen damit die Kinder auch etwas davon sehen. Nach der Probe wurden die Kinder geholt, ich blieb gleich drüben um der Aufführung bey zuwohnen. Die Fremden Gäste und das Jube[l]paar'' ([[Aloys Spängler]] und Maria Theresia, Anm.)<ref>Es ist die Goldene Hochzeit von [[Aloys Spängler]] und Maria Theresia, geborene Meßner, verheiratet am 13. Jänner 1823 im Salzburger Dom.</ref> '' / fuhren schon für Mittag nach Freylassing, Abends als sie zurück gekehrt waren eine menge Geschenke und Glückswünsche und Pokals da, von Kiwa [?], eines welches wie Carl Spängler glaubt gewiß bis es hier angekommen 50 fl [Gulden] gekostet hat Es war auß lauter Camelien und Fannil'' [Vannille? Anm.] ''prachtvoll dan eines weiß mit grün – für die Jubelbraut für die Vermählung, und es 3tes in einer wunderschönen Wase von gerechten [?] feinen Blumen als Zirde. Bis dies alles angesehen verging eine Zeit. '' |
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| | + | ''Dan fing das Theater an. Welches wunder nett war was Ihr seiner Zeit schon lesen werdet, ich habe es auch Dann ging eine Zeit alles durch einander, die Kinder alle welche spielten bekammen Würsteln / mit Kren und Fasching Krapfen LiXX. Dan ging die Schwägerin von Reinfort wo gespielt wurde in ihre Wohnung sich hübscher anzuziehen, dann gingen wir zu Rudolf wo es wahrlich ganz Hochzeitlich hergerichtet war, das ganze Zimmer wo gegeßen wurde, war rund herum beg[k]ränzt mit 3 Inschriften, welche sehr sinig waren die Tafel war für 23 Personen gedeckt, ebenfalls prachtvoll und schön, wir waren gar nicht lange herunten so kamm die Liedertafel und brachte ein Standchen dan 4 HerXX kammen herauf ihre Glückswünsche darzubringen später dan ging der Carl und Vater hinunter ihnen Dank abzustatten. Dan endlich gegen Neunuhr gingen wir zum Hochzeitsmal – den es war eine ganze Tafel. Wir hatten saure [?] Suppe mit Scheberl [?] dan Majoness mit Kreps Schwafl'' [Krebsschwänze, Anm.] ''und gedünsteten Hirn [?] / dan ein 12 Lb'' [Pfundzeichen] ''Lachsforell, dan Zweyerlei Auflauf, dan Kapaunen'' [Masthahn, Anm.] ''mit Wülschen'' [Wirsing? Anm.] ''und sießen Solat. dan Indian [?] dan dorten'' [Torte? Anm.] ''auf 2 dan gefrorennes und Konfekt und früchte dan wurden Toaste eine menge gebracht dan wurden wieder Geschenke vertheilt welche die 4 außwertigen Kinder gebracht eine Außstattung von Leinwasch, nebst Kofer zum reisen. Dan wurde ein Lied gesungen welches der Alois in Stainn gemacht. '' |
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| | + | ''Um 4/3 [!] auf 1 Uhr wurde endlich aufgebrochen um am Montag das eigentliche Fest zu begehen um ½ 11 Uhr war die Vermählung der Prälat hat eine sehr hübsche Rede gehalten das Jubelpaar sah recht hübsch auß, die Kirche war so voll das niemand mehr hätte platz gehabt. Dan nach der Vermählung war die Heil Meße mit Mußik dan fuhr man im Östreichischen Hof<ref>heute [[Hotel Sacher Salzburg]]</ref> wo um 1 Uhr die Tafl war auch sehr schön und gut Otto hielt die Festrede wie der Schampanier Wein kamm dan wurden eine menge Reden gehalten, und Hoch gebracht auch Euch [?] – / Im Ostrei[ch]schen Hof dauerte es bis ¼ nach 5 Uhr es war sehr angenehm es waren mit denen Kindern 46 Personnen kannst dir denken wie groß die Tafel war. Ich bin auf einer Seite neben dem Herrn Prälaten und auf der andern Seite neben Angermayer<ref>[[Angermayer von Rebenberg]], höchstwahrscheinlich der Schwiegersohn des "Jubelpaares" Vinzenz F. Angermayer Ritter von Rebenberg, * 5. Dezember 1815 in Wien, † 7. Dezember 1886 in Salzburg (St. Andrä); 1875 "Vincenz v. Angermayer, k.k. Landesgerichtsrath in Wien"; verheiratet mit Josepha Spängler (* 1832; † 1896), eine Tochter von Aloys Spängler.</ref> geseßen. Werend der Tafel wurden 21 Telegram vorgeleßen natürlich lauter beglückwünschungen mir war leid das von dir keines dabey war, aber du hast den Tag nacher geschrieben. Das Jubelpaar befindet sich recht wohl, sie waren eben Heute im ganzen Duregger Hauß sich zu bedanken so auch bey mir, wir haben alle kleine Geschenke gegeben die Pepi von Steyer'' [Steyr, Anm.] ''ist noch hier bey den Eltern, die andern alle sind Donnerstag darauf fort nun habe ich Euch das Fest so zimlich / beschrieben. Mirs war sehr leid das Ihr nicht theilnehmen konntet aber es freut uns noch vielmehr wen Ihr vieleicht auf Ostern dan ein[i]ge Wochen bleiben könnt, so gott will wollen wir dan recht viel herum gehen, und Partien machen, man verspricht sich auch ein gutes Frühjahr. '' |
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| | + | ''Morgen um ½ 12 Uhr ist der Walli <ref>Walburga Schneeberger; vgl. Brief vom 14. Dezember 1872</ref> ihre Vermählung die Tafel sagte mir die Schneberger haben sie auch im Östereichischen Hof für 13 [?] Personen. die Walli läßt dich liebe Fany recht herzlich grüßen sie kommt nach Wiesing [?] ich meine es ist oft geruffen worden wen wir mit der Bahn gefahren sind. Lebt recht wohl es küßt Euch mit iniger Liebe Eure treue Mutter Späng[ler]''<ref>Hier schreibt sie deutlich ä, sonst in der Regel bei ihrem Namen [und auf dem beiliegenden Umschlag ebenfalls!] á.</ref> [letzte Seite an den Rand geschrieben:] ''An die C[K]athi viele grüße ich werde ihr nächstens schreiben An alle Bekanten viele Grüße.'' |
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| | + | ==== Brief vom 6. März 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen<ref>Dabei liegt ein Briefumschlag mit anderer Schrift: ''Wolgeborn Herrrn Dr Franz Spängler k k Gerichtsadjunkt Mödling bei Wien'', seitlich aufgerissen und vielleicht mit Verlust einer Marke, rückseitig Poststempel "WIEN 22 12. M. 73" und "MÖ[DLIN]G XX.X.73"; kleines schwarzes Lacksiegel, Siegelung unleserlich.</ref> :<br /> |
| | + | ''Salzburg den 6/3 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren. Vor allen bringe ich der Fani meine herzlichsten gewiß aufrichtigen Glückswünsche zum Nammensfeste Der liebe Gott wolle dir alles schenken was dich beglücken kann – was dein Glück erhöht – da ich gar nicht weiß was du dermalen brauchen könntest und es so schwer ist mit schücken, so habe ich den Franz in die Kasse 2 fl [Gulden] gelegt und Franz m[ö]ge sie der Fany geben vieleicht ist beim altags Kaffee geschier etwas nach zu kauffen, wo dir dieß geld grade recht kömmt. Dan weiß ich nicht ob ich Euch gratolieren oder Contolieren soll zu der Versetzung nach Wien – grade jetzt wo die Wohnungen so schwer zu bekomen sind, und aber auch diese so theuer / ist das sich das Hin und herfahren nebst der theuren Wohnung nicht lohnen wird. Presedet [?] Baby [?] hat es den Landesgerichtsrath Schmelzing<ref>Von "Schmelzing" ist in diesen Briefen mehrfach die Rede. Hier handelt es sich um Joseph Ritter von Schmelzing (* 17. Feburar 1807 in Wernstein am Inn; † 8. Juni 1873 in Salzburg). 1861 ist "Josef Ritter von Schmelzing Landesgerichtsrat und Gemeinderat" in Salzburg; vgl. zu [[Anton Neumüller senior]].</ref> geschrieben das du nun endlich auch nach Wien kommen wirst. Mir wäre viel lieber geweßen, es'' [wäre] ''noch bis auf den Herbst hinauß gezogen worden, aber man kann nichts machen XX [und?] muß die Sache nehmen wie sie ist. Uberleget die Sache genau, wie Ihr am leichtesten zukommt, das die Außgaben nicht die Einnahmen überschreiten – im Oktober wird es mit allen beßer werden. Ich bin fast erschrocken wie es mir der Schmelzing gesagt weil jetzt würklich die ungelegenste Zeit ist. Die Famile Mates bleibt bis über die Weltaußstellung hier. Bey Schmelzing geht es mit der Beßerung sehr langsamm, er sieht oft sehr schlecht auß. Kanst dir denken was sie oft für eine Angst / hat.'' |
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| | + | ''Vor 2 Tagen war die Großmutter ([[Franziska Kobler]], Anm.) Nachmittag bey mir, was mich recht gefreut hat, sie sieht ganz gut auß. Mit denen 39 Loos [Aktienanteile, Anm.] ist es wohl schade das wir sie nicht verkauft hätten wir doch bey 600 fl [Gulden] bekommen so sinds 184 ungefähr, wir hätten schon lieber das größere gehabt – Die Louise war nun auf 3 tag im Bett, ist aber wider wohl. Die Koch geht zwar auß aber mit ihren Fußschlag ist es doch noch nicht gut. Die Arme weint oft vor Schmerz, und beißen. Heute war die Bamberger hier, sie ist Nachmmittag mit ihren Gemahl nach St Zeno gefahren um die Pepi zu besuchen. Die Bamberger sind immer sehr lieb.<ref>"Bamberger" sind auch erwähnt im folgenden Brief vom 6. Oktober 1873. In einem Brief vom 15. Juli 1876 werden ein "Vetter Bamberger" und "Rudolf und Maria" erwähnt. Unter den gesammelten Todesanzeigen zu "Sauter" ([[Kobler-Spängler-Briefe]] Hauptartikel / Mehrfach-Anmerkungen) befindet sich eine Todesanzeige von Philomena Bamberger, geborene Sauter (* 1836; † 1897).</ref> Wie wird es sein mit Euern hieher kommen, vieleicht kann Franz jetzt dann leichter für 1 Monnath einen Urlaub bekommen, wie würde uns dieses freuen. Wen dan die Wittrung gut wäre soließe sich / mancher Außflug unternehmen die Louise, sagt öfter wen doch Franz und Fany länger hier bleiben könten, daß man was rechtes machen könnte.'' |
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| | + | ''Ich bin mit meinen Gedanken recht viel bey Euch. Wie geht es den bey Langer ist das Kindlein schon recht brav. Die Louise ist bey Otto schon sehr sehr lieb, und versteht alles sprechen thut sie recht viel einige Worte, aber sie kann sich recht gut verstandlich machen Otto ist schon ein kleiner Rachen'' [? Racker? Anm.] ''er kann schon allerlei. Auch die Paula ist gescheid, der kleine Moritz ist ein zartes – liebes Kindlein, der liebe Gott erhalte alle gesund. <ref>Die Kinder von [[Otto Spängler]] zu diesem Zeitpunkt: Otto * 1868; Paula * 1869; Aloisia ("Louise") * 1871; Moritz (Moriz) * 12. Dezember 1872; † 22. April 1873. Vgl. Brief vom 6. Mai 1873.</ref> Hier sterben recht viele Kinder die Keuch-Husten geht so herum. Lebt alle recht wohl, der Fany noch 1000 Glükwünsche<ref>Sonst schreibt sie "Glückswünsche".</ref> zum Nammenstag auch von vielen Bekanten Es küßt Euch inig Eure treue Mutter Spángler.'' |
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| | + | [auf der ersten Seite am Rand:] ''An alle Bekannte recht viele herzliche Empfehlungen XX XX bei Zeller geht es Gottlob viel beßer.'' |
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| | + | ==== Brief vom 24. bis 28. März 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 24/3 [18]73. Meine lieben Theuren. Für dein liebes Briefchen gute Fany danke ich dir recht herzlich es freut mich immer so unendlich wen ich etwas von Euch höre. Wie froh bin ich zu hören das Es Euch immer gut geht. Wie sehr zähle ich schon die Tage welche, und freue mich mit jeden Tag der näher zum Ziele führt wo Ihr meine lieben uns besucht, wie viel werden wir uns zu sagen haben. Wen Ihr nur recht lange hier bleiben köntet doch wenigstens ein Monath – Nun kommt auch bald der Hochzeitstag, ist schade das Ihr bis dort noch nicht hier seit das wir denselben nicht bey uns in Famil feyern könen. Ich muß es sagen das ich mich unendlich auf Euch freue, und es schon kaum erwarten kann. /'' |
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| | + | ''Herr von Schmälzing'' [!] [Schmelzing, Anm.] <ref>vgl. vorangehenden Brief vom 6. März 1873</ref> ''welchen dein Brief unendlich freute läßt dir recht herzlich danken, es geht ihm noch immer nicht viel beßer, denke dir Pepi hat ihm nicht einmal zu seinen Nammenstag geschrieben, heute haben wir den 25 t[en] und er [!] hat noch nicht gedankt für die 50 fl [Gulden] welche die Frau von Schmelzing am 1 März geschückt hat, am 20 te[n] hat ihm [!] die Lina geschrieben warum er den Papa nicht geschrieben zum Nammenstag und das Papa sehr unwohl ist, aber es ist bis Heute noch keine Antwort erfolgt. Und von anderer Seite hörten sie, das er in Inspruck'' [Innsbruck, Anm.] ''herum reitet, den armen Man kränkt dies wegen Pepi halb zu Tod. Er macht es in Inspruck wie in Wien er thut nichts als Leben /'' |
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| | + | ''Morgen geht Otto in die Hamerau'' [Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] ''auf 2 Tag sie nehmen eine Schätzung vor. Denke dir heute haben wir den 28 t[en] und ich komme erst dazu weiter zu schreiben. Otto ist mittlerweil schon wider zurück. die Ebeln war nun schon in Folge einer sehr schweren Entbindung dem Tode sehr nahe geweßen, es geht aber seit gestern Gottlob man hoft nun sie wird geneßen, es hatte nemlich sie und das Kind im Mutterleib die Wassersucht das Kind war daher 2 mal so groß als ein anderes es wäre also nicht möglich geweßen ein solches Kind zur Welt zu bringen es mußte daher das Kind angebort werden und im den Schultern und Leib aufgeritz werden damit das Wasser wegfließen konnte, und endlich kamm es natürlich Tod zur Welt das eine Frau dabey viel leidet ist sehr begreiflich. /'' |
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| | + | ''Der Doktor Kuhn sagte es ist ihm dieser Fall erst zum 2 te[n] mal vorgekommen, ihre Mutter wachte Täglich von 12 Uhr Nachts bis Früh, und der Ebeln blieb bis 12 auf. Hier haben wir jetzt wunderschöne Tage, aber es ist die Luft besonders im Schatten doch Rauh. Die Großmutter ([[Franziska Kobler]], Anm.) freut sich schon recht auf Euch wen Ihr es genau schreibt wan Ihr kömmt, so gehe ich Euch auf die Bahn entgegen. Otto und Paula freuen sich auch schon auf Onkl Franz und Tante Fany. Lebt recht wohl seid recht herzlich geküßt von Euerer Euch herzlich küßenden Mutter Spángler.'' |
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| | + | ''An die Bekannten alles Schöne besonders an die Langer<ref>Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verheiratet mit Bertha (Betti) Langer; früher in Linz, jetzt in Wien. Julius ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz.</ref> das Kindlein wird schon recht lieb seyn. An C[K]athi viel schönes sie möge ja gut sper[r]en wen sie allein ist, dammit ihr nichts geschieht.'' |
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| | + | ==== Brief vom 6. und 7. Mai 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen; Foto = Seite 1:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 6/5 [18]73. Meine lieben Theuren. Ich bin dießmal etwas spät daran Euch zu schreiben. Aber die geschäfte wegen der Klara hielt mich auf ich wollte warten bis ich etwas bestimmtes schreiben kann. Leider ist es nicht, zuerst glaubten sie selbst die Klara weg zu geben und es war für einen Tag alles recht nun sagte es die Louise der Mamma, und diese sprach sich bestimmt dafür auß sie möchten die Klara behalten und dafür keine Wäscherin und Putzerin halten, weil es auch möglich wäre, das ihre Köchin vieleicht heurathen könnte, und sie dan an deren Stelle die Klara behielten – jenun dagegen läßt sich nichts sagen, die Klara hatte es mir schon zu gesagt. Ich bemühe mich sehr etwas zu erfragen, aber dermalen ist mir noch nichts vorgekommen. Ich bin recht froh das Ihr ganz glück=/ lich in Mödling angekommen seid ich glaube es sehr gerne das sich die Kathi<ref>In den vorangehenden Briefen scheinbar (flüchtig) mit einem C geschrieben; hier deutlich K. Von dieser Hausangestellten ist in den Briefen immer wieder die Rede, und regelmäßig werden Grüße an sie aufgetragen. Sie war früher in Salzburg bei der "Großmutter" [[Franziska Kobler]] und ging dann mit der Familie von Franz Spängler mit nach Mödling.</ref> gleich etwas der Arbeit entwöhnt hat, dieses geschieht alzuleicht, weil einen die wenigere Arbeit viel angenehmer ist, sie wird wen sie heurathet gewiß auch so viel thun müßen wie jetzt, wen sie ihren Mann zufrieden stellen will. Wen nur wir eine ordentliche auftreiben möchten. vieleicht gelingt es dir eine ordentliche zu bekommen.'' |
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| | + | [auf dem Kopf, erste Seite oben:] ''An die Kathi viele herzliche Grüße, von uns.'' |
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| | + | ''Die Großmutter ist gottlob recht wohl und scheint auch ganz sich zu finden in das allein sein sie hat immer zimmlich zu thun es scheint daß sie schon recht bald wider eine Wohnungspartei'' [Mieter, Anm.] ''bekömmt wo es auch immer etwas herzurichten giebt. Ihr könt Euch denken wie leid mir um den lieben kleinen Moritz<ref>Moritz (Moriz) Spängler, * 12. Dezember 1872. Vgl. den Brief vom 22. März 1873; er ist am 22. April 1873 gestorben.</ref> war und ist. Pepi und ich waren die ganze Nacht bey ihm, und thaten / was wir konten zu seiner Erleichterung, aber es war keine Rettung mehr, er starb ganz ruhig er hörte nur auf zu leben auch Louise'' [das Kind, Anm.] ''hat wohl noch die [!] Husten aber nicht mehr so heftig, man muß sie sehr viel auf dem Arm tragen, weil sie nicht gehen will, sie ist oft recht matt. Die Frau von Krohn weiß ich recht gut, Franz war ja schon früher hingegangen zu denen Spielen – die werden nun ein Ende haben Franz sagte auch schon dammals er fürchte es wird einmal streitigkeiten abgeben, es wird für die 2 Enkelinen gewiß nicht mehr so gut sein. das die kleine bey F v Langer so gedeut [gedeiht] freut mich sehr, sie hatte schon sehr viele Sorgen auß zu stehen, gut ist es das sie schon 2 Zähne hat, so wird sie die weitern Zähne auch leichter bekommen. Der Frau von Tuscheck bitte ich meinen herzlichsten Glückwunsch zu entrichten, zu den neuen Ankömling, möge sie ein recht früsches gesundes Kindlein bekommen. '' |
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| | + | ''Die Zeller<ref>Marie [[Bolland]] (* 1812; † 19. Juli 1873), verheiratet mit [[Franz Paul Zeller]]</ref> ist auch dermalen zimlich schwach, sie liegt wider einige Tage es war jetzt die Pfaundler 14 Tage auf Besuch hier sie wohnte aber bey Duregger und ging nun Täglich von und Nachmittag auf Besuch hin. Heute den 7 t[en] geht sie wider fort.'' [kleiner Absatz] ''Bey Schmelzing<ref>vgl. Brief vom 6. März 1873 und folgende Briefe; er stirbt am 8. Juni, vgl. Brief vom 9. Juni 1973</ref> geht es leider dem Ende zu ich glaube nicht das er noch 14 Tage leben wird, am Sontag war ich 3 mal dort so schlecht war er'' [darüber:] ''u[nd] sie haben mich beyde gebethen sie nicht zu verlassen, den andern Tag war es etwas beßer gestern schon wider schlechter, heute weiß ich noch nichts, er hat die Breitsche Nierenkrankheit<ref>Brightsche Krankheit, Morbus Brightii</ref> , und wenn diese nicht in den ersten 3 Wochen gehoben wird so ist keine Retung mehr, er ist nun 3 volle Monathe krank. Den armmen ist so we[h]ich, das er oft weint. Er läßt dich herzlich grüßen, daß gesicht ist wie ein Todenkopf auch die Hände sind ganz abg zähet, du kanst dir den Schmerz der Frau denken. Lebt recht wohl an allen Bekanten viele herzliche grüße Euch von Herzen küßend verbleibe ich Eure treue Mutter Spángler.'' |
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| | + | ==== Brief vom 28. Mai 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 28/5 [18]73. Meine lieben Theuren. Die Großmutter'' ([[Franziska Kobler]]) ''war eben mit dem Brief von der Fany bey mir ich habe denselben auch gelesen Die Großmutter hat großen Zweifel ob du die Magd bekömmst wen du ihr das eintretten in deinen Diennst so weit hinauß streckest – , ich an deiner Stelle hätte vor allen mit der C[K]athi gesprochen, diese wäre ja vieleicht froh, wen sie früher nach hauße kömmt um ihre Sachen zu machen, und zieht ihr fort gehen, vieleicht auß gefälligkeit für dich, hinauß, den von Jenbach auß hörten wir schon vorn ein paar Wochen, daß die Kathi anfangs Juny nach hauße kömmt um ihre Ausstattung zu machen. Würde die C[K]athi einen Platz suchen müßen, das were freilich / ganz etwas anderes, aber in diesen Fall wen eine heurathet, da glaube ich ist ja ohnedieß von einen Aufsagen keine Rede. Wir meinen du solst mit der Kathi ordentlich außreden vieleicht könnte die Kathi bis 10 XX'' [?] ''nach hauße gehen so lange glaubt die Großmutter würde die Marie warten, aber länger kaum, die Großmutter sagt, sie weiß um keine weiter zu schauen; sie meint du solltest dieß nach schreiben'' [darüber klein:] ''wen die Cathi bis 10 gehen könnte, '' [weiter:] ''und gleich 2 fl [Gulden] Onongeld [?] beylegen, und bestimmt außmachen wann und wie sie reisen soll, und wo sie erwartet wird, den ich denke es wird sie gewiß jemand von Euch an der Bahn hollen.'' |
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| | + | ''Liebe Fany ich danke Euch recht herzlich für die freundliche Einladung aber für diesen Augenblück gebe ich noch keine Entscheidung ab. / Zu deinen Geburtstag liebe Fany bringe ich dir, von uns allen die herzlichsten Glückswünsche der liebe Gott möge dir dein Glück immer ungetrübt erhalten behalte mich immer ein wenig lieb. Daß deine Einladung so gut außgefallen bin ich für dich sehr froh, es ist immer gut wen solche einladungen vorbey sind. Langer wünsche ich wohl recht von herzen das sie bald wieder eine ordentliche Magd bekömmt, den ganz allein würde sie sich nicht lange halten könen, es würde ihr zu stark werden, das Kindel muß allerliebst sein, entrichte von mir recht viele herzliche Grüße. Die Bänder sind heute von der Frau von Zillner gekommen ich habe sie der Louise auf den Kasten gelegt da sie nicht zu Hause war, sie wird sich schon selbst be-/danken. Lieber Franz dein Briefchen freute mich recht sehr und ich danke dir recht sehr für deine freundliche Einladung aber ich kann noch nichts bestimmen recht aufrichtig zu sagen ist alles so theuer und ich möchte mir einiges fürs Hauß kauffen als eine Matratze neuen Uberzug und einige Lb [Pfund] Roßhaar dan die Möbel neu aufrichten lassen und so allerlei, mein Wunsch war und ist dan, im nächsten Frühjahr zu kommen jetzt wart ja Ihr erst hier, wir haben uns ja so gesprochen, ich meine schon es soll Euch so auch recht sein'' |
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| | + | ''Herr von Schmelzing lebt, aber sehr elend, wir danken Gott wen er über den letzten May noch lebt. Lebt recht wohl mit 1000 küßen Eure Euch von Herzen liebende Mutter Antonia Spángl[er]'' [in die letzten Zeilen hineingeschrieben:] ''Pepi und ich grüßen die Cath[i] recht herzlich sie soll bald schreiben an alle Bekanten herzliche grüße.'' |
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| | + | ==== Brief vom 9. Juni 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 9/6 [18]73. Meine lieben Theuren! Euer liebes Schreiben hat mich neulich sehr überrascht, den mir wäre es im Traum nicht eingefallen, das es die Cathi übel nehmen könnte, das man sich die Magd bis 15 te[n] aufnahm, wie lange hieß es doch schon, das sie heurathet, es war, als Jhr von hier, nach Ostern wieder zurück gereist seid, die Rede, daß sie Juny, oder Juli heuratet, und wen sie auch nachhauße geht, um ihn'' [oder: ihr, Anm.] ''eine Außstattung zu machen, so wird ihr die Zeit, gewiß, noch zu kurz werden. Uberhaupt wen man zu Hauße geht, so glaube ich ist von 15 Tag Zeitraum schon keine Rede. Sie wird schon wider ruhig werden. Du hast doch beßer gethan, die Marie auf zu nehmen, als am Ende die nächste Beßte nehmen zu müßen. Ich lege für Kathi einen Brief bey. /'' |
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| | + | ''Gestern den 8 t[en] ist Herr von Schmelzing<ref>vgl. Brief vom 6. März 1873</ref> gestorben, er bekam noch nebenher von Brand 5 mahl konnte er es herauß bringen, und das 6 te mahl ging es nicht mehr und dieß benahm ihm die Luft, und er erstückte – es war zu Ende. Kanst dir denken wie allen zu Muthe ist, die Frau pflegte ihm bis zum letzten Augenblück. Der liebe Gott hat die schwache Frau stark gemacht, sie war Tag und nach[t] bey ihm sie ist die ganzen 15 Wochen nicht auß den Hauß gekommen, und hat ihm mit vielen Fleiß und Aufwand gepflegt. Sie hatten auch den Doktor Kuhn und Hitschfeld [?] beygezogen, und zwar gleich im anfang, aber es war die Breitische Nirenkrankheit, und da ist keine Hott[ff]nung. Er war sehr geduldig die ganze Zeit, ich war fast Täglich dort es freute ihm recht sehr, er gab mir noch gestern die Hand – zum letzten mal. /'' |
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| | + | ''Meine Lieben noch einmal danke ich Euch recht herzlich für Eure freundliche Einladung Euch zu besuchen. Aber für dießmal lehne ich es für bestimmt ab den es sind viele Gründe dagegen – was würde ich mit der Pepi machen das Madchen ist viel zu jung und unerfahren um sie allein in der Wohnung zu lassen, und auch sich selbst zu überlassen, und nach Hauße könnte sie nicht, weil auch die Kathi und Toni zu Hauße sind dan will ich entschiden nicht in die Weltaußstellung<ref>"Die Weltausstellung 1873 fand vom 1. Mai bis 2. November 1873 in Wien statt. Sie war die fünfte Weltausstellung und die erste im deutschsprachigen Raum." (Wikipedia.de)</ref> gehen weil ich fürchte, es greift ein die Nerven zu sehr an, viele haben schon gesagt, es hat ihnen die Nerven so sehr angegriffen das sie völig Wien wundern [?], und das verlangen ist mein nicht. Ich lebe viellieber ruhig, ich bitte Euch recht schön nemet es mir nicht übel / aber in denen jetzigen Verhältnis bin ich am liebsten zu Hauße es ist ja auch erst ½ Jahr das ich unten war, vieleicht kömmt eine Zeit wo ich Euch nützen kann, dann komme ich gerne, und auch sind es erst 7 Woch[en] seit Ihr bey uns geweßen. Ihr werdet Besuche genug erhalten während der Weltaußstellung. Noch einmal meinen herzlichen Dank, für Eure wahrhaft freundliche Einladung.'' |
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| | + | ''Eben war die Großmutter'' ([[Franziska Kobler]], Anm.) ''bey mir sie ist wohl, und läßt Euch recht herzlich grüßen, sie sagt wohl auch es ist beßer das du die Marie auf genohmen hast, so darfst du dich doch nicht mehr um ein Mädchen sorgen. Otto läßt dich herzlich grüßen und dir sagen du sollst lieber deine Hamerau'' [Aktien von der Hammerau; [[Stahlwerk Annahütte]], Anm.] ''behalten den noch mehr als 200 fl [Gulden] getraue er sich nicht zu verlangen. Lebt recht wohl seid recht herzlich gegrüßt und geküßt von Euerer treuen Mutter Spángler Von Otto und allen viele herzliche grüße. '' |
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| | + | ==== Brief vom 10. Juni 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Blatt; / = Seitenwechsel; fragliche [?] Stelle:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 10/6 [18]73. Lieber Franz! Gestern vergaß ich den Heumathschein bey zu legen, da sie'' [Kathi, Anm.] ''selben vieleicht vor ihrer Abreise benöthigt so sende ich denselben nach. Nun sind Zwang anfragen wegen Hohenaschau da Gott gebe das niema[nd] denselben sie auch kauffe, ich glaube die Aktionere würden viel gewinnen dabey. Lebt recht wohl mit aller Liebe Eure treue Mutter Spángler'' |
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| | + | ''Wen Ihr von der Richter nichts wüß[t]et das sie nach der Entbindung immer ganz wohl sich befand, und dan auch schon aufgestanden und auf einmal bekam sie einen Kinn backenkrammpf so das sie nach und nach die Zähne übereinander bekamm und sie nicht mehr sprechen konnte und nichts mehr essen, Doktor / Kuhn ließ sie heiße Bäder nehmen, der Krammpf ließ etwas nach, so das man ihr mittelst einen kleinen Köhel [?] etwas Milch eingießen kann – aber wie ich höre sey die Gefahr noch nicht beseitigt. Kuhn mußte ihr vor der Entbindung einen Knochen brechen, sie bekam dammals beynahe kein'' [ein? Anm.] ''Wundfieber, er sagt zwar, es stehe mit der Entbindung in gar keiner Berührung mehr, aber wer kann das sagen? Gott gebe das sie bald geneße.'' |
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| | + | ''Gottes Segen über Euch, gebet acht, auf Eure gesundheit strengt Eure Nerven, mit schauen bey der Weltaußstehlung, nicht zu sehr an. Es grüßt und küßt Euch herzlich Eure treue Mutter Alle Bekannte grüßen Euch herzlich'' |
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| | + | ==== Brief vom 21. und 23. Juni 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 21/6 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Für Eure lieben Glückswünsche meinen herzlichsten Dank. 23 t[en] Ich wünsche von ganzen Herzen das sie mögen in Erfühlung gehen, behaltet mir Eure Liebe, wie bisher dan bin ich glücklich. Meinen Nammenstag brachte ich recht angenehm zu Vormittag in der C[K]irche<ref>K und ein C stark darübergeschrieben; auch bei "Cathi" und "Kathi" wechselt die Schreibweise.</ref> dan kammen wie gewöhnlich sehr viele Leute, Nachmittag war ich bey Duregger geladen – abends bey Otto, wo auch die Koch war, und wir fleißig spielten. Es war recht angenehm. Am Sontag darauf war ich bey der Toda geladen, mit Fany Spángler und Maria Weitzner, am Nammenstag hatte die Toda die 2 Abrela [?] Fräulein geladen. Meine lieben Theuren rechnet mir es nicht übel wen ich es Euch für dießmal würklich abschlagen muß hinab<ref>nach Wien "hinunter"</ref> zu kommen aber es geht dermalen durchhauß / nicht, ich kann die Pepi nicht, nach 8 Monathen hier sein wider nach hauße senden, wo seit her mit der Kathi 3 Schwestern zu Hauße kammen – im nächsten Jahr hoffe ich sie schon irgend wo unterzubringen für die Zeit als ich bey Euch bin.<ref>Auch im vorigen Brief vom 9. Juni sind diese drei Schwestern Kathi, Pepi und Toni erwähnt. Pepi ist Dienstmagd in Salzburg, Kathi in Mödling. Sie sind offenbar in Steyr zu Hause (vgl. Brief vom 24. Januar 1873), und man kann den Eltern nicht zumuten, dass sie alle drei zu Hause sind. Erwachsene Töchter mussten sich als Dienstboten und Mägde verdingen, um der Familie nicht mehr zur Last zu fallen. Bemerkenswert scheint mir [O. H.], mit welch fürsorglichen Gedanken die Briefschreiberin immer wieder an die Mägde denkt und sie versorgt und beschützt wissen möchte. Von der Hausangestellten "Kathi" ist seit dem Brief vom 16. Mai 1870 häufig die Rede; an sie gehen Grüße und sie lässt Grüße ausrichten. Von "Pepi" ist zuerst in den Briefen vom 20. April 1872 und vom 6. Mai 1872 die Rede.</ref> Allein kann ich die Pepi durchauß nicht zu Hauße lassen, sie würde so träge werden und alles vergeßen was ich ihr mit Mühe gelernt habe, das ich es nur bereuen müßte, dieses gethan zu haben. Gang zur Eitelkeit hat sie auch, ich darf nur immer zurück halten – und so wäre ihr nur Nahrung dazu gegeben – man muß in der Welt alles in Erwegung ziehen bevor man einen Schritt macht. So gott will mochte ich im Frühjahr recht bald kommen, und dan einige Zeit bey Euch bleiben. Ich denke es wird auch jetzt gar heiß sein in Wien, die Hitze thut nur immer mehr weh als die Kälte. / Also ich bitte Euch recht schön nehmt es mir nicht übel, daß ich dießmal recht herzlich danke für die so freundliche Einladung.'' |
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| | + | ''Die Richter ist also richtig gestorben, wurde gestern begraben, und heute war der Gottesdienst. Gränze mit bedruckten Bändern, waren maßenhaft vertretten. Von allen Vereinen, ich denke wo der [!] Fany Vorstand ist dan von denen Studenten, wo er in den Klassen vorträgt dan waren gestern und Heute beim Gottesdienst 16 Studenten mit weissen Krenzen in 2 Reihen beim Kathafrick'' [-falk?] ''. Die Zeller wird auch in wenigen Tagen ihr nachfolgen sie ist sehr schwach, sie schlägt die Augen nur selten auf, nimmt beynahe gar nichts mehr, nur Durst hat sie sehr. Sie kent auch die Leute oft gar nicht, und sieht wie eine Leiche auß. Auch der Junge Spatzenegger ist schlecht – / so sagten mir heute seine Schwestern zu bedauern sind immer die zurückgebliebenen am meisten. Die Großmutter sieht recht gut auß Richart Schlegel ([[Richard Franz Schlegel]], Anm.) geht es recht gut er ist sehr zufrieden mit seiner neuen Stellung auch Otto ist mit ihm zufrieden. Die Schne[e]berger wirst du vieleicht schon gesprochen haben, sie sind zur Kunstaußstellung nach Wien – die freut sich schon recht sehr dich zu sehen. Ich bin schon sehr begier[i]g zu hören wie es dir mit der neuen Magd geht, ich wäre für dich sehr froh, wenn sie dir genügen würde. Die Kathi hat noch nicht geschrieben wan sie kömmt, nun geht es ja ohnehin schon gegen Ende des Monath zu. Ich wünsche dir von ganzen Herzen Glück zu der Gehaltserhöhung für das nächste Monath. Lebt alle recht wohl seid inig geküßt und gegrüßt von Eurer Euch treu liebenden Mutter Spángler.'' |
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| | + | [Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''Von denen Bekanten herzliche Grüße.'' |
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| | + | ==== Brief vom 6. und 7. Juli 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 6/7 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Ich war neulich nicht wenig überrascht über Euren theuren Brief, bezüglich der C[K]athi! wir dachten schon jeden Tag sie wird kommen die Pepi beeilte sich mit der Wasch, damit sie ja mehr frey hat wenn die Kathi kömmt, ich bin begierig wie die Sache außgeht ob sie zuvor nachhauße geht; oder ob sie in Wien bleibt bis sie heurathet. Euch meine Lieben kann man nie [?] eine Schuld beymeßen, den Ihr hättet ja die Kathi sogar behalten wen sie Euch hätte zugesagt bis im August zu bleiben – und dann daß sie zur Wäscherin sagte, sie möchte Euch ja, kein Wort sagen, das sie in Wien ist, schon dieses allein wäre hinreichend, Euch von / aller Schuld loßzu sprechen. Ich habe von der ganzen Sache zu niemand hier etwas gesagt als zur Pepi, damit die Sache nicht außeinander kömmt, da man nicht weiß wie die ganze Sache außgeht. Ich denke es wird sich wohl jemmand von der Kathi ihren Leuten um die Sache angenohmen haben, und sie wider in das rechte geleiß bringen. Ich denke sie wird sich kaum mehr zu mir her getrauen. Fügt sie sich durch ihren Aufenthalt in Wien einen Schaden zu, so muß sie sich es selbst zu schreiben, wer sich in die Gefahr giebt, geht in ihr zu grunde Die Pepi ist recht ärgerlich über sie. Wie froh bin ich daß du das Mädchen genohmen hast, welches die Großmutter dir angerathen, die Kathi hätte dir mit der Zeit gewiß nicht mehr getaugt, den sie gehören nicht mehr der / Herschaft, sondern, ihren Verhältniß – sie sind nur mit sich beschäftigt, ihre Pflichten werden dan oft neben sache. Vieleicht wird es dir in mancher Beziehung lieber sein eine andere Magd zu bekommen man kan sich manches anders einrichten was dir vieleicht von der anderen nicht getaugt hatte.'' |
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| | + | ''Otto hat dir gestern geschrieben, sagte er mir Heute. Ich bin schon recht in Angst geweßen wegen den Unwetter welches am letzten Sontag in Wien statt hatte, da ihr so genau die Sontag nach Wien geht – aber die Großmutter sagte mir daß ihr für Sontag die Schneeberger eingeladen habt, so bin ich von Herzen froh, das ihr nicht in Wien gewesen. War das Erdbeben bey Euch auch bemerkbar? bey uns sehr stark – ich habe gar nichts bemerkt – aber beim Otto deßto mehr / Otto hörte auf einmal in der Wand wo das Schlüßelkastel ist einen ungewohnlichen Lerm und glaubte es stürze der Oberboden ein und wekte die Louise sie möchte schnell auf stehen und sich in das nächste Zimmer begeben sie nahm ihre Röke auf den Arm und begab sich in das Schreibzimmer von Otto nach einer Minutte schaute Otto wieder zurück in das Zimmer und da klirten noch die Schlüßel im Kastel, nun dachte er sich das es ein Erdbeben geweßen sey.'' |
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| | + | ''den 7 Soeben war ich bey der Großmutter, und diese erzählte mir das die Schneeberger bey ihr war, und ihr sagte das sie Euch sehr gut auß sehen gefunden habe und sie mit Vergnügen sah wie glücklich ihr seid. Besonders froh war ich zu hören das du auch bezüglich der Magd so glücklich warst, eine ordentliche zu bekommen. Die großmutter grüßt Euch recht herzlich die großmutter ist auch ganz glücklich weil Ihr es seyd. Lebt recht wohl mit Tausend küßen Eure Euch von ganzen herzen liebenden Mutter Spángler.'' |
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| | + | [Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''Für das Monathgeld meinen herzlichen Dank. Der Rudolf Spängler war leid daß sie Euch nicht gesehen - , aber sie hatten keine Zeit.'' |
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| | + | ==== Brief vom 8. August 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen; Foto = Seite 4:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 8/8 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Recht herzlichen Dank für Euren lieben Brief, Gottlob das Ihr gesund seid ich bethe schon recht fleißig für Euch meine Lieben das der liebe Gott Euch recht gesund bleiben lasse und die Collera'' [Cholera, Anm.] ''nicht nach Mödling ziehe, ich bitte Euch recht schön, gehet ja bey dieser enormen [?] Hitze nicht in die Weltaußstellung, weil Ihr ja doch gewiß, mit der Großmutter auch hinein gehet. Wen die Hitze wid[er] nachlassen, wird, dan wird die Krankheit auch sich heben, so gott will, der liebe Gott wolle Euch in seinen heiligen Schutz nehmen, und dieß bitte ich öfter, jeden Tag. Der doktor Sauter war auch in Wien bey der Außstellung, er war 9 Tag in Wien und 5 Tag in der Außstellung, er war aber so ganz weg, das er in Lienz noch 9 Tage brauchte bis er sich wider erholt hatte. Die Joseph Spángler war / 5 mal in der Außstellung, diese bekamm hier wie sie angekommen ist geschwollene Füße und ganz dunkelrothe Flecken in den Füßen, so das man mußte den Doktor hollen welcher sagte es sey ihr das Blut auß getretten sie mußte sich 8 Tage ganz ruhig verhalten und weitere Partien darf, und kann sie noch keine machen. Otto geht nicht vor Ende Oktober hinab, wen er geht, aber ich glaube er kömmt gar nicht dazu, die Louise geht wie ich glaube gar nicht hinab, – – und Otto ist dan gleich geholfen – er ließt immer die Weltaußstellung Zeitung. Schreibe aber von dem allen nichts an die Ottoischen, du weist schon wie mann behutsamm sein muß.'' |
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| | + | ''Die Cathi ist schon wenigstens 1 oder 2 Wochen verheurathet. Es wurde der Pepi schon die vorige Woche von ihrer Schwester geschrieben das sie verheurathet sey. Ich bin froh das es vorbey ist hat man sich nichts mehr zu sagen. Der Frau von Tuscheck lasse ich von / ganzen herzen Glück wünschen zu den hübschen Kronprinz der liebe Gott gebe ihm gedeien und Kraft, das sie einst recht viele Freude an ihm erleben, grüße sie recht herzlich von mir, ich werde mich freuen sie, wen ich wider nach Mödling komme, zu sehen. bey der Pohl ist es sehr schnel gegangen, es ist doch beßer, es ist das Kind gestorben, – als wen es die Mutter getroffen hätte, wie bey Richter. Den Schah habt Ihr gewiß gesehen er mußte ja durch Mödling fahren und in Lachsenburg'' [Laxenburg, Anm.] ''habt Ihr in gewiß einmal gesehen wie ich hörte war der Schah nur einmal in der Weltaußstellung. Mann erzählt gerade nicht sehr viel Rühmliches von den Persone[n], in Lachsenburg. Es ist halt noch ein ganz unkultovürtes Volk.<ref>Vgl. ''Wikipedia'' "Weltausstellung 1873" mit u.a. dem Kapitel "Der persische Schah in Wien", Hinweis auf Schäden im Schloss Laxenburg, das renoviert werden musste, Erwähnung der Choleraepedemie in den Elensvierteln Wiens und Verweis u.a. auf die "Wiener Weltausstellungs-Zeitung". Vgl. auch ''Wien Geschichte Wiki'' "Weltausstellung" (Hinweis und Verweis u.a. auch die Cholera) und Verweis dort auf ''Wiener Weltausstellung 1873''.</ref> |
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| | + | ''Hier war 2 mal schönes Feuerwerk, am Resedenz brunen. Hier ist es auch sehr theuer es kostet auch das Ey 3 X [Kreuzer] Brod sehr schlecht und theuer Mehl sehr hohe[r] Preis XX Fleisch 34 auf 36 X [Kreuzer] Felle [? Selch-?] / fleisch 38 – auf 40 das Lb [Pfund] Schweinsfleisch 45 X [Kreuzer] – Schaffleisch 30 X des Lb [Pfund]. Die Spángler und Nessinger [?] hat es sehr gefreut Euch gesehen zu haben. Herr Menzl [?] ist schon recht brav das er dich so gut haltet. Man sieht doch das er es e[h]rlich meint, ich lasse alle herzlich grüßen. Bey duregger ist jetzt auf 14 Tag die Frau Scherer [?] mit ihren Mann hier er ist nun Sekreter geworden mit 12 Hundert fl [Gulden] bey Prinz Max. in München es geht ihnen sonst recht gut er ist ein recht munter [?] guter Mann, wen nur sie ein wenig beßer außsehen würde, sie musten die ersten Tage theilweise liegen'' [? Kleks] ''. Heute habe ich die Schlögl'' [Schlegel] ''großmutter besucht, die hat sich doch so zimmlich wider erholt. Die Großmutter Kobler sieht gut auß. Von allen soll ich herzliche Grüße entrichten Otto und Loise nebst Kinder grüßen Euch herzlich. Lebt recht wohl gebt ja auf Eure Gesundheit recht obacht in all und jeder Beziehung. Mit iniger Liebe Eure Euch herzlich liebende Muter Antonia Spángler.'' |
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| | + | ==== Brief vom 31. August und 3. September 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 31/8 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Gerade gar zu fleißig seit Ihr nicht mit schreiben, den es ist gewiß schon 3 Wochen seit ich Euch geschrieben, und noch habe ich keine Zeile von Euch gesehen. Ich bitte Euch, wenn Ihr schon gar so ungerne schreibt – , schückt doch alle 8 Tage eine'' [lateinische Schrift:] ''Coresspondenz-karte, damit man weiß wie es Euch geht – und ich doch ruhig sein kann. Seit 2 Tagen hat doch die Hitze abgenohmen Gott sey Lob und Dank. Man konte bey Tag fast nicht außgehen, bey der Nacht war es auch so heiß, das man nicht ruhig schlaffen konnte, nun ist es Gottlob beßer, und ich denke, es wird für dieses Jahr, nicht mehr so heiß, werden. / '' [fett geschrieben:] ''Gottlob wie mir lorerin [?] sagte seid Ihr beyde recht wohl, und seht sehr gut auß. Die Sattlers sind nun bis auf Anton alle hier geweßen Hubert ist von seiner großen Reise zurück, sieht sehr gut auß, die machen eine Gebürgs reise Nach Gastein, Krimmlerwasserfall ich glaube für 3 Wochen. Der Fenzl Gusti ihre Hochzeit war wohl schön, die Emma hat allen am besten gefallen, die war Himelblau, sehr lieb, die Pinager [?] Rosenfarb, die Braut weiß, natürlich alle in Seide. Sie, nemlich das Brautpaar ist nicht nach Corfu gereißt, sondern wie ichhöre sind sie dermmalen [!] ins Salzkammergut und halten sich da auf, wo es ihnen eben gefählt, die andren Fammilien sind alle noch hier, und Fenzl wie Siebon [?] bleiben noch 6 Wochen hier Pinagi glaube ich noch 2 Wochen / er ist nach Italien, und holt sie auf der Rückreise ab.'' |
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| | + | ''Nun muß ich dir eine Neuigkeit erzällen es ist alles vorbereitet das die Besitzung Hohenaschau verkauft wird nebst Bräuhauß Waldung ez. '' [etc.] ''Otto hat den Käuffer auf gefunden –, die Gesellschaft gewint nahezu an 300.000'' [eine Null weggekratzt] ''der Contrackt ist eigen[t]lich schon abgeschloßen es muß nur noch den Kontrackt der Herzog unter schreiben wen nun dieser Verkauf zu stande kömmt so werden wahrscheinlich im Oktober 50 fl [Gulden] von je einen Gulden nach gezahlt wo dort vor Jahren die Außbeute auß geblieben sind. '' [klein:] ''3 te[r] September Der Herzog ist der regierende Herzog von Hohenzollern. Morgen als den 4 te[n] September ist große Blenarversammlung wo gewiß gerne alle ihre Zustimmung geben. / Wie von denen gewerken alles geordnet ist, so wird der Vertrag den Herzog zur Unterschrift gegeben, der Geheimrath hatte den Auftrag eine Herschaft mit Waldung zu kauffen, und der Geheimrath sagte er habe noch nie ein Geschäft gemacht was nicht der Herzog genemmigt und 1 Oktober werden glaube ich schon'' [Kleks] ''5 mal Hundert-Tausend fl [Gulden] gezahlt. Im ganzen giebt er glaube ich 1 Million 5 mal Hundert 60 Tausend fl [Gulden].<ref>Die näheren Verkaufsumstände in Beziehung zur Stadt Salzburg könnten vielleicht untersucht werden. Sonst ist bisher nur bekannt, dass Theodor von Cramer-Klett "1875 von der mit ihrem Hammerwerk in wirtschaftliche Schieflage geratenen ''Gewerkschaft Achthal-Hammerau'' die umfangreiche Herrschaft Hohenaschau" (''Wikipedia'') kauft. Nach ''burgenseite.de'': "Schloss Hohenaschau" fand der Kauf 1874 statt. Und: "Aschau war ursprünglich Stiftsbesitz der Salzburger Bischöfe." Vgl. auch [[Kobler-Spängler-Briefe]] vom 26. Juli 1870, 19. Juni 1871, 13. November 1871 und vom 30. November 1872. Dazu vgl. [[Eisengewerke Achthal]] und dort den Verweis auf einen Artikel von Georg Mussoni (ohne Jahr), der u.a. schreibt, dass der Verkauf an Karl-Anton von Hohenzollern-Sigmaringen für 1,5 Millionen Gulden doch scheiterte; vgl. auch den folgenden Brief vom 24. September 1873. "Ende 1875" erwarb von Cramer-Klett Hohenaschau für 1.300.250 Gulden (S. 19).</ref> Wie viele werden ganz glücklich dadurch werden, so eine große Einnahme auf einmmal zu bekommen, die Holzschuh Fräulein bekommen allein 2700 Der armen Frau hat dammals der verlust an denen Interessen das Leben gekostet, sie ist auß kummer gestorben. Doktor Hofman hat die Leitung des verkaufes übernohmen. Es wird ihm ein schönes Sümmchen [ein]tragen Lebt recht wohl Es küßt Euch mit aller Liebe Eure für Euch viel bethende Mutter Spángler'' [darunter:] ''Otto Louise Großmutter grüßen herzlich.'' |
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| | + | [Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''Morgen wird es ein Jahr das ich zu Euch gereißt bin. Ich meine immer Ihr solltet einmal auf längere Zeit nach Salzburg kommen wie würde uns dieses freuen. aber zu einer beßren Jahreszeit als im Winter.'' |
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| | + | ==== Brief vom 24. September 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 24/9 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Ich habe heute früh schon den Vorsatz gefast, Euch Heute Nachmittag zu schreiben, und fing [an] nach Tisch kam die Großmutter'' ([[Franziska Kobler]], Anm.) ''und sagte mir sie gehe übermorgen nach Mödling dieß bestärkte mich noch mehr, da sie mir den Brief mitnimmt Ich danke Euch für den letzten lieben Brief und den Tags darauf die Heute. Ich bins von Herzen froh, das Ihr gesund seid, Gott gebe das Ihr es bleibet. Sehr unangenehm hat es mich berührt das deine Magd dich so bald schon verläßt, es ist dieß nicht schön – nachdem du die Reise ihr hinunter'' [nach Mödling, Wien] ''bezahltest. Ich möchte wohl wünschen daß Ihr unten eine finden würdest, damit ihr doch nicht / immer die Umkösten der Reise zu bestreitten habt. Das Wechseln ist schon so unangenehm. Denke dir lieber Franz mit dem Verkauf von Hohenaschau wird es leider dermalen nichts werden<ref>vgl. voranstehenden Brief vom 31. August und 3. September 1873</ref> den die Kammer hat den Preis zu hoch gefunden, ob sie noch in weiteren Verhandlungen tretten, ist noch nicht beschloßen. Morgen gehen sie wider nach Achthal und beschließen, das Weitere. Verkauft wird nun die Herschaft jeden Fall, wen da nichts wird, so ist wider ein anderer Großer Herr, welcher auch eine Herrschaft wünscht, vieleicht gelingt es dort.'' |
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| | + | ''Die Spángler Tini, Auer [?], und August, und Leogolo [?] sind nach Wien am Dinstag wohnen aber in einen PrivatHauß, und bleiben nicht lange dort. Die alten Sattlerwaren auf diese Tage hier, sind aber am Monntag / Abends fort. Neuigkeiten giebt es sehr wenige hier die großmutter wird sie Euch erzählen. Das es hier sehr theuer ist, und immer von Woche zu Woche aufschlagt, ist sehr unangenehm – es sagen viele das es Hier am theuersten ist, weit und breit. Den Franz Franzl'' [Fenzl?] ''thut es auch sehr weh, gegen Rind – janun es ist nahe bei Wien – und da geht es jeden so. Wie ich auß denen Briefen sehe, habt Ihr doch immer Besuche auß Salzburg. Die Schiestl wollen auch gehen aber ob sie dazu kommen ist eine andere Frage. Papa Duregger geht es mit gehen sehr schlecht er kamm von Hof nicht einmal in die Stadt, und seit sie in der Stadt sind, ist er nur am letzten Sontag mit der Mama außgefahren damit er doch in die Luft kömmt / die Emilie ist seit 10 Tagen in Inspruck'' [Innsbruck] ''. Die Schwester Therese läßt dich recht schön grüßen sie war zimlich unwohl als sie von Bad Baumkirchen zurück kamm, jetzt geht es ihr wider beßer, es thut ihr gar sehr leid daß sie nun keine Schwester mehr in der Nähe hat, es ist wohl wahr aber ich kann nicht wegen dem hinein, und kann nicht sagen sie soll herauß gehen<ref>Wie es nach Wien "nach unten" geht, fährt man nach Hall in Tirol "hinein" und nach Salzburg "heraus".</ref> weil sie hier viel theuerer lebt als in Hall besonders was die Wohnung betrift. Die Reißigl Pepi ist nun wider in die Stadt gezogen ins Schinderhauß [!] im 4 te[n] Stock und bezahlt für 2 Zimmer 1 Küchel 180 Gulden. Gott gebe das sie diesen Zins immer bezahlen kann. Lebt recht wohl Ich vergöne Euch die Freude die Groß Mutter bey Euch zu haben. Mit 1000 küßen Eure treue Mutter Spángler.'' |
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| | + | [Seite 1 oben auf dem Kopf:] ''Von Otto und Louise die herzlichsten Grüße.'' |
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| | + | ==== Brief vom 6. Oktober 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] Stelle:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 6/10 [18]73. Meine lieben Theuren! Wie groß war gestern meine Uberraschung als ich auf einmal die Anweisung, für ein Kistchen mit bekamm, ich wolte meinen Augen nicht trauen, ich schückte so gleich auf die Post und ließ es hollen, damit die Trauben nicht verderben. Die Trauben sind sehr schön, und gut angekommen, ich habe so gleich eine gegeßen, und auch den Duregger einige hinauf gebracht welchen sie ungemein schmmecken sie sind außgezeichnet, die Otto Kinder bekommen auch Täglich, damit sie nicht zu Grunde gehen weil sich auch heuer das Obst nicht haltet. Ich bringe meinen herzlichsten dank – mir thut nur leid das Ihr Euch so / viele Unkosten gemacht habt – besonders thut mir leid das das Porto so viel gekostet hat wen Ihr doch das Küstel abgeschnitten hättet so hätte es nicht so schwer gewogen, es thut mir würcklich leid. Noch einmal meinen herzlichen Dank. Daß es der Großmutter gut geht freut mich ungemein Ich lasse sie recht herzlich grüßen. Wie werdet Ihr überrascht geweßen sein so viele auf einmal von Salzburg zu sehen und wie wird es dich gefreut haben den Otto zu sehen, ich vergönne Euch alle diese Freude. Als ein Vögelein möchte ich unter Euch sein Ihr werdet nun so viel als möglich in Wien sein, einmal denke ich werden sie doch alle auch nach Modling gehen. Die Kopsa sind in 5 Köpfen hier Herr Frau und 3 Kinder. Fin [?] / Bamberger ebenfalls mit 4 Kinder die bringt auch 3 in die Schullen unter 2 bleiben bey Frau von Hofmüller, und die Pepi wider nach St Zeno. Ich war gestern mit Kopsaischen in Hellbrun wo wir uns sehr gut unterhielten. Abends war ich gestern, und vorgestern, bey Duregger geladen Grüße mir die ganze Salzburger Gesellschaft recht herzlich. Es ist Gottlob überall alles gesund, und lustig. Für heute habe ich nur wenig Blaupapire ich schücke schon im nächsten Brief mehr. Noch einmal meinen herzlichsten Dank Es küßt Euch alle mit iniger Liebe Eure Euch von ganzen herzen liebende Antonie Spángler'' |
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| | + | ''Recht schön danke ich, für das Monat Geld besonders auch für die erhöhung zum Zins. / Otto wird wohl die Karte, welche ich Heute an ihm geschrieben habe bekommen haben es ist bezüglich der Bamberger<ref>vgl. Brief vom 6. März 1873</ref> weil sie wünscht das auch sie mit ihren Mann eine Privatwohnung bekommen könten entweder wo der Paul oder der Otto wohnt wie es beßer außgeht. Tausend grüße an Alle bey duregger lassen sie auch alle recht schön grüßen.'' |
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| | + | ==== Brief vom 8. November 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt):<br /> |
| | + | ''Salzburg den 8/11 [18]73. Meine inigst geliebten Theuren! Recht sehr freute mich Euer letztes Schreiben, besonders da ich darauß ersehe wie kindisch und vergnügt Ihr seid – Gott schenke Euch immer diese ungetrübte Heiterkeit. Die Fany ist halt immer neckisch aufgelegt, es wird für dich lieber Franz, oft recht gut sein, wenn dir der Kopf von der vielen Arbeit voll ist, dich die Fany ein wenig darauß bringt. Dießmal sage ich weniger das ich länger auf eine Antwort warten mußte, weil doch immerzu Bekante mir Nachricht von Euch brachten, und mir immer erzählen von Euern beiderseitigen – guten außsehen / wo für ich immer den lieben Gott dannke. Das Otto die Außstellung nur mehr oberflächlich durchschaute finde ich sehr leicht begreiflich, wen ja der Zweck der Reise eigentlich nur Geschäfte welche auf 3 Vormmittag von denen 6 Tägen welche er in Wien war, dan hätte er ja schon wegen der Louise nicht so anstrengend es beschauen können, die Schistl, und auch Leopoldine waren fast ganz matsch. Der Bamberger war so leid, das gerade die Guttenberg<ref>Vgl. Hinweis zum Brief vom 3. Jänner 1872: "Lida" [verheiratet] Guttenberg, enge Freundin von Fanni, auch Spängler-Bekanntschaft, häufig genannt in den Briefen seit 1860.</ref> diesen Abend auch in dieß gastHauß gekommen, so konten sie mit Euch so wenig verkehren, und der Guttenberg ihre Unruhe hat sie sehr Nerwös berührt. Unser[e] Großmutter hat 4. Otto und die ganze gesellschaft sind schon mit den angegebenen Zug am Sontag gefahren, aber / sie sind mit Absicht auf der anderen Seite geseßen dammit, sie die Gegend beßer besichtigen konten. Gehalten hat der Zug gar keinen Augenblick. Otto schreibt Heute selbst an dich. Der kleine Otto ist schon 12 Tag an einen Tiefösen'' [typhös-, Anm.] ''Fieber krank, ist sehr schwach dabey doch die ganze Zeit nichts als lere Supen und feinen Kaffe ohne Bund und seit 3 Tagen gedünstete Apfel haben, das Fieber ist etwas müder'' [niederer?] '' – gott gebe das es bald wider sich gebe.'' |
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| | + | ''Der Domherr Kapfinger<ref>Domcapitular etc. Dr. Johann Baptist Kapfinger (* 15. Juni 1809; † 9. November 1873); vgl. [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Nekrologe]] "K". Vgl. folgenden Brief vom 30. November 1873, beiliegendes Blatt.</ref> ist jeden Augenblück zum Sterben an Blutzersetzung. Eine ganz Junge Frau, die Schwester von Franz Fenzl seiner Frau welche erst einen Goldarbeiter geheurathet, ist Heute, nach glücklicher Entbindung, am Herz krammpf / gestorben. Hier sind sehr viele Leute an Tifösen Fieber krank. Wie lange bleibt den noch die gute Großmutter'' ([[Franziska Kobler]], Anm.) ''in Mödling ich gehe Täglich hinauf es rüchtet sich eben gar nichts bey ihr in der Wohnung. Grüßt sie recht herzlich von mir. Wie ich höre ist Hoffnung vor Handen das Ihr nun vor We[i]hnachten vieleicht kömmt würde mich sehr freuen. Euch alle recht herzlich Grüßend und Küßend verbleibe ich Eure treue Mutter Spángler'' [darunter:] ''Von allen Bekanten viele Grüße.'' |
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| | + | ==== Brief vom 30. November und 1. Dezember 1873 von der Mutter [[Antonia Spängler]], an die Familie [[Franz Xaver Gregor Spängler]] in Mödling ==== |
| | + | Ein Bogen und beiliegend ein Blatt; / = Seitenwechsel (neue Leseabsätze eingefügt); fragliche [?] und unleserliche XX Stellen:<br /> |
| | + | ''Salzburg den 30/11 [18]73. Mein inigstgeliebter theuerster Franz! Für deine lieben Zeilen zu meinen Hochzeitstag danke ich dir recht herzlich – ich dachte fast in selben Augenblück, heute hat Franz gewiß ganz auf diesen Tag vergeßen, als ich zufällig hinauß ging in die Küche Leutete es, und es kamm der Briefträger mit den Brief. Kannst dir schon denken, welche Freude ich hatte, als ich sogleich deine Schriftzüge erkannte – Es thut mir ja immer so wohl, wen ich sehe das meine Kinder mich lieben, da ja mein ganzes athmmen und'' [unterstrichen:] ''sein nur darin Glück findet, wen ich weis, das es Euch gut geht. Zu deinen Nammenstag wünsche ich dir Tausend Glück und Segen, möchtest du mit deiner lieben Fany, noch recht viele Jahre, in ungetrübten Glück, und / leben mich behaltet immer ein wenig lieb.'' |
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| | + | ''Mit den Otto habe ich schon alles in Ordnung gebracht, wir haben schon abgerechnet ich hätte vom November nach 2 fl 50 X'' [Gulden, Kreuzer] ''gut und für dezember 10 sind 12 fl 50 X so wie ich wünsche soltet Ihr um 6 fl einen Tepich kauffen zu den Fenster wo die Fany arbeitet entweder vieleicht 3 fl Lauf-Tepich kauffen, und zusammen nähen, wie es die Joseph Spángle[r] oft machen müßen, für Parteien welche dort kauffen, und mit 3 Nageln anmachen, über die Fenster rahmen herauf, damit der Fany nicht so der Zug auf die Armme geht. Dann Von den Seegras welches Fany schon hat, einen kleinen Polster füllen vieleicht'' [durchgestrichen:] ''grad einen Gradl ich glaube eine halbe Elle wird genug sein damit die Fany gut verwahrt ist vor Kälte 2 fl davon sind zu deinen Nammenstag und jeden 2 fl zum Christ geschenck. So bekomme ich für, / oder im Dezember nur mehr 6 fl 50 X Papier geld. Als so bald als möglich kaufen, damit die Fany sogleich einen Nutzen davon hat, so istes mein Wunsch. Bringe deinen Nammens tag recht gut zu. Dieser Tage ist wider eine Heil Meße für den guten Sel Vater. Die Großmutter welche nun endlich gekomm[en] ist hat hat mir recht viel von Euren leben und thuen erzählt. Sie war recht gerne dort, hat aber Glücklich noch den beßten Tag zum reisen erwischt.'' |
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| | + | ''Wegen kleinen Otto geht es wider nicht gut, er muß sich in etwas verdorben haben, er muß nun wider fest liegen darf wider gar nichts als flüßige sachen haben nur le[e]re Supe und fe[i]nen Kaffe ohne Bund – Gott gebe das es bald beßer wird er hat wider starkes Fieber. Gott gebe das es bald beßer wird, sonst habe ich große Angst, den er ist ganz ab gemagert, und ganz blaas. Wie froh bin ich für Euch das endlich ein Ende heraußgegangen ist mit der Weltaußstellung, du hast es schon auf das äußerste getrieben so oft hinein / und dan noch bis auf den letzten Augen blück zu bleiben, es ist ein Unsinn die Fany soll es recht angegriffen haben, bleibt nun schön ruhig in Mödling, und lasse sie recht außruhen – es leidet ja auch der Beutel bey solchen gelegen heiten, dan ist wider die fretten [?] da – man soll sich in allen mäßigen könen. Morgen ist hier großes Kaiser Consert wo Otto den Prolog deklammiren muß, der Prolog ist von einen Wiener Dichter einge schückt worden er soll sehr hübsch sein.'' [erheblich kleiner weiter:] ''Otto hat für seine Frau und mich, freykarten bekommen, so gehen wir in die gall[e]rie im Kurschloss. Abends. Soeben höre ich das Otto wider beßer ist, vieleicht gibt es sich doch bald wider. Das die Opahen [?] Judengaße am Montag Abends in Hitzing ihre Vermählung feyerte mit Her[r]n Feustln [?], sie ist schon 7 Monath in der Hoffnung, wir alle konten es kaum glauben, und doch wahr, kannst dir wohl denken was es denen Leuten zu reden machte. Die Kathi ist würklich verheurathet, es hat es Eu[ch] [?] und sie, geschrieben es geht ihnen gut, sie fühlen sich ganz glücklich, sie schrieb mir, das sie es Euch anzeigen wird.'' |
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| | + | [beiliegendes Blatt:] ''Wie wir immer hören soll Plachetka Ludmilla Braut sein, es sagte es sogar die alte Rosel welche bey der Fendtlouise ist aber nie hörte man den Bräutigamm nennen, nun heißt es der Radauer<ref>vgl. [[Radauer]]: Friedrich Radauer (* 1840; † 1910)</ref> sey es welcher bey Wess'' [Wöß, Anm.] ''in der Handlung ist. Wen dieß der Fall ist, so hat es bestimmt die Habel gemacht, er soll sehr geschückt sein, nun höre ich, ist wider die geldfrage ein Hinterniß, er will halt ein außmüken'' [? Auskommen? Anm.] ''der Papa, und so kann leicht sein, das wider nichts darauß wird. Nun ist endlich Richart Schlegl ([[Richard Franz Schlegel]], Anm.) auch wider im Geschäft, gott gieb das es seinen Bestand hat. Das Kapfinger<ref>vgl. vorangehenden Brief vom 3. November 1873</ref> gestorben ist wirst du wissen; der war wohl ein zu guter Obman für die gewerkschaft<ref> vgl. [[Eisengewerke Achthal]] und obigen Brief vom 31. August 1873</ref> , wohl nur zum schaden, da kömmt erst jetzt vieles an Tag, wo man sich nicht wundern darf, das oft kein geld zur Außbeute'' [Aktien-Ausschüttung] ''da war. Aber es wird für die Zukunft anders werden, weil dieser Außschusch [!] mehr nach sieht, diese sind unendlich fleißig, und mehren fleißig reich [!]. Die großmutter findet das hier gar nicht biliger zu leben ist als in Mödling. Die großmutter kömmt mir recht heiter vor, sie sagt auch, sie ist ganz ruhig wegen der Fany weil sie sieht daß sie ganz glücklich ist. Lebt alle recht wohl noch einmal meine herzlichsten glückwünsche Es küßt und segnet Euch Eure treue Mutter Spángler /'' |
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| | + | [Rückseite; der untere Teil des Blattes wurde nach dem Zusammenfalten beschrieben / Foto:] ''Die Großmutter welche sich ganz wohl befindet wünscht einstweillen Franz durch mich alles Gute wen sie nicht dazu kommen sollte zum Nammenstag zu schreiben. Die Apoteker Fetten [?] hat ein Mädchen bekommen. Der Schlegelhofer'' [Schlögelhofer, Anm.] ''geht es gar nicht gut, au[c]h die Doktor Gasteiner [?] wird nicht lange mehr dauern.'' [Faltung:] ''Recht herzliche glückwünsche von denen Lürzerischen und Spángler. Wie wird es den mit dir werden wen das Schaue [?] gericht zu stande kömmt, ob du vieleicht nach Wien Versetzt wirst oder einen ganz andern Posten bekömmst. Von der Natalie und Ludwich hat es letztere den Otto angezeugt und es mir mittheilen lassen, es wurde hier woll einmal zuvor davon gesprochen aber wir nehmen es so wie man überhaupt von etwas spricht, nun freute es uns sehr besonders für die Natalie, dan wird es wohlthuen einmal selbst-ständig zu werden. Lebt recht wohl Ich bethe recht oft für Euch.'' [wieder ausgefaltet, darunter klein:] ''Der kleine Otto ist auch heute den 1 Dezember gottlob etwas beßer Die Fräulein Rosalie Henf welche krank ist läßt dir alles gute zum Nammenstag wünschen Die Heil Meße ist Donnerstag am 4 te[n] um 10 Uhr. Der Doktor war mit Otto zufrieden'' |
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| | ==== Brief vom 28. Dezember 1873 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ==== | | ==== Brief vom 28. Dezember 1873 von Antonia Spängler an Franz und Fanni Spängler ==== |