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| | == Geschichte == | | == Geschichte == |
| − | Die [[Stadtgemeinde Salzburg]] hatte die Fischereirechte am Gersbach mit Kaufvertrag vom [[15. Dezember]] [[1977]] von [[Hans Asamer senior]] erworben. Ab [[1981]] kümmerten sich die Privatpersonen Johann Siller und [[Walter Grüll]] in den folgenden Jahren um das Gewässer und den Besatz oberhalb der [[Kreuzbergpromenade]], das ihnen Asamer zur Nutzung überlassen hatte. | + | Die [[Stadtgemeinde Salzburg]] hatte Fischereirechte am Gersbach mit Kaufvertrag vom [[15. Dezember]] [[1977]] [[Hans Asamer senior]] erworben. Ab [[1981]] kümmerten sich die Privatpersonen Johann Siller und [[Walter Grüll]] in den folgenden Jahren um das Gewässer und den Besatz oberhalb der [[Kreuzbergpromenade]], das ihnen Asamer zur Nutzung überlassen hatte.<ref name="SN1988">[https://www.sn.at/archivsn?img=Uhuc29E8pNxriiR2S9P%2BqQQc6SuOKfVVJF9hNgeR5fGUTvgb9C%2FMjTGefRGN1APe%2BMxIpSMlAMuai%2F194egjqRq8l29c3xqJ2IPTvAfijW6d%2BEDEjG2I6Kb8W2oKVog%2F&id1=19880527_07&q=%2522Walter%2520Gr%25C3%25BCll%2522#slide7 www.sn.at], Archiv der "[[Salzburger Nachrichten]]", 27. Mai 1988, Seite 7</ref> |
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| − | Am [[7. November]] [[1983]] trieben 50 tote [[Forelle]]n im Parscher Teil des Gersbachs. Die Gewässerbetreuer Johann Siller und Walter Grüll, die seit Anfang des Jahres 800 Fische in diesem Gerinne ausgesetzt hatten, erstatteten Anzeige gegen unbekannte Täter, die offensichtlich Chemikalien in das Gewässer eingeleitet hatten. Schon [[1980]] waren Fischkadaver im Gesamtgewicht von 50 Kilo angeschwemmt worden. [[ÖVP]]-[[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] [[Anton Bucek]] hatte schon mehrmals Maßnahmen verlangt, die auf die Verbesserung der Wasserqualität des Gersbachs abzielten.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=A%2BZrKM2ZvQn3aUtPryB3DgUHx8T2XaUPjUxo98srfQ%2FJNADVeLou%2Ft9GqOIIkU5LkIdWsBTy3sqXycouSq2NaTgPRQmjdvQdntrY9%2FuLYJkZih4CXIEnv06EVKDvrZ9J&id1=19831109_06&q=%2522Walter%2520Gr%25C3%25BCll%2522#slide6 www.sn.at], Archiv der [[Salzburger Nachrichten]], Ausgabe vom 9. November 1983, Seite 6</ref> | + | Am [[7. November]] [[1983]] trieben 50 tote [[Forelle]]n im Parscher Teil des Gersbachs. Die Gewässerbetreuer Johann Siller und Walter Grüll, die seit Anfang des Jahres 800 Fische in diesem Gerinne ausgesetzt hatten, erstatteten Anzeige gegen unbekannte Täter, die offensichtlich Chemikalien in das Gewässer eingeleitet hatten. Schon [[1980]] waren Fischkadaver im Gesamtgewicht von 50 Kilo angeschwemmt worden. [[ÖVP]]-[[Salzburger Gemeinderat|Gemeinderat]] [[Anton Bucek]] hatte schon mehrmals Maßnahmen verlangt, die auf die Verbesserung der Wasserqualität des Gersbachs abzielten.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=A%2BZrKM2ZvQn3aUtPryB3DgUHx8T2XaUPjUxo98srfQ%2FJNADVeLou%2Ft9GqOIIkU5LkIdWsBTy3sqXycouSq2NaTgPRQmjdvQdntrY9%2FuLYJkZih4CXIEnv06EVKDvrZ9J&id1=19831109_06&q=%2522Walter%2520Gr%25C3%25BCll%2522#slide6 www.sn.at], Archiv der "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 9. November 1983, Seite 6</ref> |
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| | Am [[6. April]] [[1987]] sprach Siller im Grundamt um Pachtbewilligung vor. Zwei Tage später wandte sich das Grundamt aber an die stadteigene "[[Peter Pfenninger Schenkung Liefering]]", ob sie Interesse an dem Fischereirecht hätte. Neun Tage später reklamierte dann die "Peter Pfenninger Schenkung Liefering" die Fischereirechte für sich. Am [[29. April]] 1987 verfügte der [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Josef Reschen]] ([[SPÖ]]) im Sinne der Schenkung. Dieser Beschluss wurde Johann Siller am [[12. Mai]] 1987 zur Kenntnis gebracht. | | Am [[6. April]] [[1987]] sprach Siller im Grundamt um Pachtbewilligung vor. Zwei Tage später wandte sich das Grundamt aber an die stadteigene "[[Peter Pfenninger Schenkung Liefering]]", ob sie Interesse an dem Fischereirecht hätte. Neun Tage später reklamierte dann die "Peter Pfenninger Schenkung Liefering" die Fischereirechte für sich. Am [[29. April]] 1987 verfügte der [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister]] [[Josef Reschen]] ([[SPÖ]]) im Sinne der Schenkung. Dieser Beschluss wurde Johann Siller am [[12. Mai]] 1987 zur Kenntnis gebracht. |
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| | In dieser Sitzung teilten der Obmann der Schenkung Anton Rinnerthaler und Schriftführer Franz Kranzinger mit, dass Grüll und Siller, für ÖVP-Gemeinderat Anton Bucek "die bisher unbedankt und unentschädigten Retter des oberen Gersbachs", nach Ansicht der "Peter Pfenninger Schenkung" fünf Jahre lang Schwarzfischerei betrieben (!) hätten. Die Schenkung wehrte sich gegen die Behauptung, die Rechte für sich reklamiert zu haben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=Z9GuMKrLk2FCxnk4XZkxa0tYiWKM8W1fZlTcPcXSn03ua8nPb4eZs2%2F0I9IY%2FtuEibupEnUSEptsLFTSKqY%2FHZJUEX2ip54rm%2BwBMCX9VTCt9maX%2BtxriNgeo4pOqLG6&id1=19880220_07&q=%2522Walter%2520Gr%25C3%25BCll%2522#slide7 www.sn.at], Archiv SN, 20. Februar 1988, Seite 7</ref> | | In dieser Sitzung teilten der Obmann der Schenkung Anton Rinnerthaler und Schriftführer Franz Kranzinger mit, dass Grüll und Siller, für ÖVP-Gemeinderat Anton Bucek "die bisher unbedankt und unentschädigten Retter des oberen Gersbachs", nach Ansicht der "Peter Pfenninger Schenkung" fünf Jahre lang Schwarzfischerei betrieben (!) hätten. Die Schenkung wehrte sich gegen die Behauptung, die Rechte für sich reklamiert zu haben.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=Z9GuMKrLk2FCxnk4XZkxa0tYiWKM8W1fZlTcPcXSn03ua8nPb4eZs2%2F0I9IY%2FtuEibupEnUSEptsLFTSKqY%2FHZJUEX2ip54rm%2BwBMCX9VTCt9maX%2BtxriNgeo4pOqLG6&id1=19880220_07&q=%2522Walter%2520Gr%25C3%25BCll%2522#slide7 www.sn.at], Archiv SN, 20. Februar 1988, Seite 7</ref> |
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| − | Ende Mai 1988 wurden dann aber Siller und Grüll voll rehabilitiert. Denn auch die "Peter Pfenninger Schenkung" hätte "im Trüben gefischt". Obwohl im Vertrag von 1977 (siehe oben) ausdrücklich festgehalten ist, dass sich die Übertragung des Eigentums nur auf das alte Gersbachgerinne "ab dem Einlaufwerk flussabwärts" bezieht, fühlte sich die Stadt durch einen Irrtum des Grundamts als Besitzer "von der Quelle bis zur Mündung". Der Fehler wurde in das Fischereibuch des Landesverbands übernommen, was Obmann Hans Lerchner am [[26. Mai]] [[1988]] mit den Worten "wir waren nicht ganz unschuldig" bestätigte. Asamer, der 1981 Grüll und Siller das Nutzungsrecht oberhalb der Kreuzbergpromenade überlassen hatte, wurde nach dem Bericht in den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 19. Februar 1988 stutzig und ließ die Besitzverhältnisse klären.<ref>[https://www.sn.at/archivsn?img=Uhuc29E8pNxriiR2S9P%2BqQQc6SuOKfVVJF9hNgeR5fGUTvgb9C%2FMjTGefRGN1APe%2BMxIpSMlAMuai%2F194egjqRq8l29c3xqJ2IPTvAfijW6d%2BEDEjG2I6Kb8W2oKVog%2F&id1=19880527_07&q=%2522Walter%2520Gr%25C3%25BCll%2522#slide7 www.sn.at], Archiv SN 27. Mai 1988, Seite 7</ref> | + | Ende Mai 1988 wurden dann aber Siller und Grüll voll rehabilitiert. Denn auch die "Peter Pfenninger Schenkung" hätte "im Trüben gefischt". Obwohl im Vertrag von 1977 (siehe oben) ausdrücklich festgehalten ist, dass sich die Übertragung des Eigentums nur auf das alte Gersbachgerinne "ab dem Einlaufwerk flussabwärts" bezieht, fühlte sich die Stadt durch einen Irrtum des Grundamts als Besitzer "von der Quelle bis zur Mündung". Der Fehler wurde in das Fischereibuch des Landesverbands übernommen, was Obmann Hans Lerchner am [[26. Mai]] [[1988]] mit den Worten "wir waren nicht ganz unschuldig" bestätigte. Asamer, der 1981 Grüll und Siller das Nutzungsrecht oberhalb der Kreuzbergpromenade überlassen hatte, wurde nach dem Bericht in den "[[Salzburger Nachrichten]]" vom 19. Februar 1988 stutzig und ließ die Besitzverhältnisse klären.<ref name="SN1988"></ref> |
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| | In den ersten Monaten des Jahres [[2021]] wurde eine Fischtreppe bei der Mündung in die Salzach errichtet. | | In den ersten Monaten des Jahres [[2021]] wurde eine Fischtreppe bei der Mündung in die Salzach errichtet. |