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| | Beide Bücher beschreiben die genannte(n) Quelle(n) nach physikalischen Eigenschaften (insb. Temperatur, allf. Elektrizität, Magnetismus) und es finden sich - nach Verdampfung – auch Angaben zur chemischen Zusammensetzung der mineralischen Rückstände nach Gewichtsteilen als Anteil von 100 (Umrechnung: 1 Liter Wasser = 1 kg = 1000 Gramm = Anteil x 10 = 1g-Anteil) oder sogar in Gran (=mg). | | Beide Bücher beschreiben die genannte(n) Quelle(n) nach physikalischen Eigenschaften (insb. Temperatur, allf. Elektrizität, Magnetismus) und es finden sich - nach Verdampfung – auch Angaben zur chemischen Zusammensetzung der mineralischen Rückstände nach Gewichtsteilen als Anteil von 100 (Umrechnung: 1 Liter Wasser = 1 kg = 1000 Gramm = Anteil x 10 = 1g-Anteil) oder sogar in Gran (=mg). |
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| − | Die Charakterisierung und Einteilung der Quelle(n) erfolgt anhand der mineralischen Zusammensetzung nach den damals bekannten chemischen Elementen oder organoleptisch nach dem Geschmack: „Eisenquelle", „Schwefelquelle", „Kochsalzquelle", „Bitterquelle", „Sauerquelle", „alkalische Quelle" (= wässrige Lauge) | + | Die Charakterisierung und Einteilung der Quelle(n) erfolgt anhand der mineralischen Zusammensetzung nach den damals bekannten chemischen Elementen oder organoleptisch nach dem Geschmack: "Eisenquelle", "Schwefelquelle", "Kochsalzquelle", "Bitterquelle", "Sauerquelle", "alkalische Quelle" (= wässrige Lauge) |
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| | Häufige Analyse-Ergebnisse: schwache Mineralisierung (unter 1g/Liter = mineralhaltige Quelle). Damalige bezeichnete man das als erdige Mineralquellen. | | Häufige Analyse-Ergebnisse: schwache Mineralisierung (unter 1g/Liter = mineralhaltige Quelle). Damalige bezeichnete man das als erdige Mineralquellen. |
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| − | Beide Bücher beschreiben die mineralhaltige(n) Quelle(n) zusammen mit realen [[Heilquellen]], verweisen insbesondere mehrfach auf die bekannten ‚Alpenquellen‘ von [[Wildbad Gastein]] und [[Bad Fusch]], deren Mineralisierung in Gran(=mg)-Bereich liegt, beide charakterisierend als warme oder kalte „indifferente Quellen". | + | Beide Bücher beschreiben die mineralhaltige(n) Quelle(n) zusammen mit realen [[Heilquellen]], verweisen insbesondere mehrfach auf die bekannten ‚Alpenquellen‘ von [[Wildbad Gastein]] und [[Bad Fusch]], deren Mineralisierung in Gran(=mg)-Bereich liegt, beide charakterisierend als warme oder kalte "indifferente Quellen". |
| | Die heilende Wirkung von Wildbad Gastein (warm) war damals tatsächlich bekannt. Der Aufenthalt in Bad Fusch (kalt) war tatsächlich häufig eine ‚Nachkur‘. | | Die heilende Wirkung von Wildbad Gastein (warm) war damals tatsächlich bekannt. Der Aufenthalt in Bad Fusch (kalt) war tatsächlich häufig eine ‚Nachkur‘. |
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| | Es ist geologisch eher unwahrscheinlich, dass sich die mineralischen Eigenschaften einer Quelle, die nach dem heutigen Stand der Technik und Wissenschaften genau charakterisiert werden kann, qualitativ oder quantitativ kurzfristig stark verändert. Schwankungen in einer gewissen Größenordnung sind möglich. Eher wahrscheinlich sind Umwelteinflüsse, insbesondere anthropogene. Es empfiehlt es sich deshalb, Quellen qualitativ und quantitativ zu überwachen, insbesondere hygienisch und dann, wenn ihre besondere Zusammensetzung und ihre medizinischen Eigenschaften tatsächlich nachgewiesen wurden. | | Es ist geologisch eher unwahrscheinlich, dass sich die mineralischen Eigenschaften einer Quelle, die nach dem heutigen Stand der Technik und Wissenschaften genau charakterisiert werden kann, qualitativ oder quantitativ kurzfristig stark verändert. Schwankungen in einer gewissen Größenordnung sind möglich. Eher wahrscheinlich sind Umwelteinflüsse, insbesondere anthropogene. Es empfiehlt es sich deshalb, Quellen qualitativ und quantitativ zu überwachen, insbesondere hygienisch und dann, wenn ihre besondere Zusammensetzung und ihre medizinischen Eigenschaften tatsächlich nachgewiesen wurden. |
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| − | Die Aussage zur heilenden Wirkung, sowie die weitere Empfehlung, erfolgt in beiden Büchern nur ''abstrakt'' auf Grund der physikalisch-chemischen Eigenschaften (Temperatur, Kälte, Anteil gelöste Stoffe) und allfällig auf Grund der stattgehabten Nutzung, dem Vorhandensein von Badehütten oder Badehäusern, in Anbetracht der romantischen Lage und der balsamischen Luft. Gelegentlich finden sich Aussagen, wie "es wird bedauert, dass der Brunnen nicht zu Heilzwecken ausgebeutet wird und dazu eine kleine Badeanstalt errichtet wird". Anderseits finden sich Aussagen, wie „die Quelle wird nicht genutzt" oder die Quelle ist ungeeignet". | + | Die Aussage zur heilenden Wirkung, sowie die weitere Empfehlung, erfolgt in beiden Büchern nur ''abstrakt'' auf Grund der physikalisch-chemischen Eigenschaften (Temperatur, Kälte, Anteil gelöste Stoffe) und allfällig auf Grund der stattgehabten Nutzung, dem Vorhandensein von Badehütten oder Badehäusern, in Anbetracht der romantischen Lage und der balsamischen Luft. Gelegentlich finden sich Aussagen, wie "es wird bedauert, dass der Brunnen nicht zu Heilzwecken ausgebeutet wird und dazu eine kleine Badeanstalt errichtet wird". Anderseits finden sich Aussagen, wie "die Quelle wird nicht genutzt" oder die Quelle ist ungeeignet". |
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| | Es finden sich Hinweise und Empfehlungen wie "ihr Gebrauch ist angezeigt bei: ... ''Krankheitsbild''", fallweise wird eine spezifische Diagnose und Krankheit genannt. | | Es finden sich Hinweise und Empfehlungen wie "ihr Gebrauch ist angezeigt bei: ... ''Krankheitsbild''", fallweise wird eine spezifische Diagnose und Krankheit genannt. |
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| | Aus heutiger Sicht ist zu den medizinischen Empfehlungen in beiden Büchern zu sagen, dass entweder die genannten Leiden und Krankheiten (z.B. nervöse Leiden, Hysterie, Hypochondrie, Melancholie) gar keine somatischen Krankheiten sind, oder diese Krankheiten mit den Mitteln der damaligen Medizin weder behandelbar oder (noch) nicht heilbar waren (z.B. Tuberkulose, Skrofulose, Rachitis, Gicht, Hämorriden, Frauenkrankheiten = Störungen im Monatsfluss). | | Aus heutiger Sicht ist zu den medizinischen Empfehlungen in beiden Büchern zu sagen, dass entweder die genannten Leiden und Krankheiten (z.B. nervöse Leiden, Hysterie, Hypochondrie, Melancholie) gar keine somatischen Krankheiten sind, oder diese Krankheiten mit den Mitteln der damaligen Medizin weder behandelbar oder (noch) nicht heilbar waren (z.B. Tuberkulose, Skrofulose, Rachitis, Gicht, Hämorriden, Frauenkrankheiten = Störungen im Monatsfluss). |
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| − | Damaliges Motto: „nützt es nichts, so schadet es (auch) nicht". | + | Damaliges Motto: "nützt es nichts, so schadet es (auch) nicht". |
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| − | Die Aussage, „die dem Gasteiner Thermalwasser zugeschriebene aufregende gefährliche Wirkung, die beim Gebrauche des Wassers, insbesondere bei Herzerkrankungen, Schlagsüchtigen, ... gefürchtet wird, steckt wohl nur im Kopfe ängstlicher Ärzte und aberwitziger Laien" ist – bei allem Respekt für [[Heinrich Wallmann]], der ein Arzt war, aus heutiger Sicht das Verkennen von Kontraindikationen. | + | Die Aussage, "die dem Gasteiner Thermalwasser zugeschriebene aufregende gefährliche Wirkung, die beim Gebrauche des Wassers, insbesondere bei Herzerkrankungen, Schlagsüchtigen, ... gefürchtet wird, steckt wohl nur im Kopfe ängstlicher Ärzte und aberwitziger Laien" ist – bei allem Respekt für [[Heinrich Wallmann]], der ein Arzt war, aus heutiger Sicht das Verkennen von Kontraindikationen. |
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| | Der Aufenthalt in Bad Fusch wird (zutreffend) dahingehend beschrieben, dass ‚Bäder in der Fusch sind im allgemeinen selten, und zwar mehr Körperpflege als zu Kurzwecken gebraucht werden. ... Nicht so sehr das Trinken des Fuscher Wassers als der Aufenthalt an der ätherhaften, frischen und reinen Luft wohltätig auf den Organismus wirkt. | | Der Aufenthalt in Bad Fusch wird (zutreffend) dahingehend beschrieben, dass ‚Bäder in der Fusch sind im allgemeinen selten, und zwar mehr Körperpflege als zu Kurzwecken gebraucht werden. ... Nicht so sehr das Trinken des Fuscher Wassers als der Aufenthalt an der ätherhaften, frischen und reinen Luft wohltätig auf den Organismus wirkt. |
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| | Medizinische Nachweise nach ‘‘‘wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen‘‘‘ ( ist etwa mehr Aussagekraft als eine einzelne ärztliche Beurteilung und Empfehlung) finden sich in beiden Büchern nicht. | | Medizinische Nachweise nach ‘‘‘wissenschaftlich gesicherten Erkenntnissen‘‘‘ ( ist etwa mehr Aussagekraft als eine einzelne ärztliche Beurteilung und Empfehlung) finden sich in beiden Büchern nicht. |
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| − | :: „Baden" und „Nutzung" belegen nicht „Wirksamkeit". | + | :: "Baden" und "Nutzung" belegen nicht "Wirksamkeit". |
| − | :: „Ehemalig" unterstellt „früheren (Rechts-)Bestand". | + | :: "Ehemalig" unterstellt "früheren (Rechts-)Bestand". |
| | :: "Ehemalige Heilquellen" ist ein Widerspruch in sich selbst | | :: "Ehemalige Heilquellen" ist ein Widerspruch in sich selbst |
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