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| | Zur Frage des Voggenberges/Gitzen: | | Zur Frage des Voggenberges/Gitzen: |
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| − | Das ist tatsächlich gar nicht so einfach und ich habe mir vor ein paar Jahren bereits ähnliche Gedanken gemacht als mein Sohn in der VS Bergheim lernte, es gäbe drei Berge in Bergheim: Plainberg, Muntiglerberg, Hochgitzen. Ich habe in den 1970ern gelernt der 3. Berg wäre der „Voggenberg“ und würde umgangssprachlich niemals auf die Idee kommen, dass der Hochgitzen der 3. Berg in Bergheim wäre. Aber jeder weiß, dass der Hochgitzen die höchste Erhebung ist, auf diesem Gipfel gab es auch erste menschlichen Spuren in Bergheim, eine jungsteinzeitliche Siedlung. | + | Das ist tatsächlich gar nicht so einfach und ich habe mir vor ein paar Jahren bereits ähnliche Gedanken gemacht als mein Sohn in der VS Bergheim lernte, es gäbe drei Berge in Bergheim: Plainberg, Muntiglerberg, Hochgitzen. Ich habe in den 1970ern gelernt der 3. Berg wäre der „Voggenberg" und würde umgangssprachlich niemals auf die Idee kommen, dass der Hochgitzen der 3. Berg in Bergheim wäre. Aber jeder weiß, dass der Hochgitzen die höchste Erhebung ist, auf diesem Gipfel gab es auch erste menschlichen Spuren in Bergheim, eine jungsteinzeitliche Siedlung. |
| | Die Bezeichnung Voggenberg, die laut Dopsch (Ortschronik Bergheim) vor 1077 als Vochinperc erscheint und im Mittelalter foknbęri gesprochen wurde, ist vom altdeutschen Personennamen Fokko abgeleitet, der vermutlich den Hof zu Voggenberg (aus dem sich die anderen Bauerngüter teilten) innehatte. Auch die mittelalterliche Schranne Bergheim war laut Dopsch in die Rügate Itzling, Bergheim, Muntigl, Voggenberg und Elixhausen gegliedert. Daraus ergaben sich dann wohl auch für unsern Ort die Katastralgemeinden Bergheim und Voggenberg. Die Ortschaft Voggenberg bestand aus wenigen Bauern, war nicht größer als Siggerwiesen oder Lengfelden. Dass die paar Häuser alleine für die KG namensbildend waren, kann ich mir nicht vorstellen. Voggenberg ist nicht nur der Ortsteil, sondern ein großer Teil der Erhebung. Als Einheimischer geht man auf den Voggenberg, nicht auf den Hochgitzen. Wo dann genau der Voggenberg endet in Richtung Elixhausen, Anthering oder Lengfelden müssten Geografen klären. | | Die Bezeichnung Voggenberg, die laut Dopsch (Ortschronik Bergheim) vor 1077 als Vochinperc erscheint und im Mittelalter foknbęri gesprochen wurde, ist vom altdeutschen Personennamen Fokko abgeleitet, der vermutlich den Hof zu Voggenberg (aus dem sich die anderen Bauerngüter teilten) innehatte. Auch die mittelalterliche Schranne Bergheim war laut Dopsch in die Rügate Itzling, Bergheim, Muntigl, Voggenberg und Elixhausen gegliedert. Daraus ergaben sich dann wohl auch für unsern Ort die Katastralgemeinden Bergheim und Voggenberg. Die Ortschaft Voggenberg bestand aus wenigen Bauern, war nicht größer als Siggerwiesen oder Lengfelden. Dass die paar Häuser alleine für die KG namensbildend waren, kann ich mir nicht vorstellen. Voggenberg ist nicht nur der Ortsteil, sondern ein großer Teil der Erhebung. Als Einheimischer geht man auf den Voggenberg, nicht auf den Hochgitzen. Wo dann genau der Voggenberg endet in Richtung Elixhausen, Anthering oder Lengfelden müssten Geografen klären. |
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| − | Hochgitzen ist meiner Meinung nach die Bezeichnung für einen Gipfel, und der Gitzen ist der unbewaldete südwestliche Ausläufer des Voggenberges zwischen den Bauerngütern Hintergitzen, Dexgitzen, Schwabgitzen und Breit, ein Rodungsgebiet des 12. Jahrhunderts, das zum Großteil dem Stift St. Peter gehörte, die hier im Mittelalter auch Wein anbauen ließen. Der Namen kommt ja lt. Hörmanns Ortsnamenbuch höchstwahrscheinlich auch von "Gugitzen"- Ausschau halten (von hier aus hatte man Ausblick Richtung Salzburg). Es handelt sich also um den Südwestlichen Teil der Erhebung. Die Leute die also oberhalb von Lengfelden wohnen wohnen „am Gitzen“. | + | Hochgitzen ist meiner Meinung nach die Bezeichnung für einen Gipfel, und der Gitzen ist der unbewaldete südwestliche Ausläufer des Voggenberges zwischen den Bauerngütern Hintergitzen, Dexgitzen, Schwabgitzen und Breit, ein Rodungsgebiet des 12. Jahrhunderts, das zum Großteil dem Stift St. Peter gehörte, die hier im Mittelalter auch Wein anbauen ließen. Der Namen kommt ja lt. Hörmanns Ortsnamenbuch höchstwahrscheinlich auch von "Gugitzen"- Ausschau halten (von hier aus hatte man Ausblick Richtung Salzburg). Es handelt sich also um den Südwestlichen Teil der Erhebung. Die Leute die also oberhalb von Lengfelden wohnen wohnen „am Gitzen". |
| − | Sowohl der Bereich Gitzen als auch der Rest vom Voggenberg ist Teil der KG Voggenberg. Auch die in den 1970ern entstandene Ansiedlung unterhalb der Güter Hintergitzen und Korb an der Voggenbergstraße gelegen hat den Namen „Voggenbergsiedlung“. | + | Sowohl der Bereich Gitzen als auch der Rest vom Voggenberg ist Teil der KG Voggenberg. Auch die in den 1970ern entstandene Ansiedlung unterhalb der Güter Hintergitzen und Korb an der Voggenbergstraße gelegen hat den Namen „Voggenbergsiedlung". |
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| | Gitzen ist, wie auf SalzburgWIKI steht aber ganz sicher keine Ortschaft, denn das wäre eine statistische, postalische und administrative Gliederung unterhalb der Gemeindeebene. Administrativ gliedert sich heute Bergheim sowohl auf Gemeinde- als auch auf pfarrlicher Ebene in die Ortsteile Bergheim, Fischach, Muntigl, Siggerwiesen, Voggenberg, Lengfelden, Maria Plain, Gaglham, Viehausen, Hagenau. Die Ansiedlung Gitzen gehört zu Lengfelden. Es ist also nicht mehr als ein Weiler in Hanglage. | | Gitzen ist, wie auf SalzburgWIKI steht aber ganz sicher keine Ortschaft, denn das wäre eine statistische, postalische und administrative Gliederung unterhalb der Gemeindeebene. Administrativ gliedert sich heute Bergheim sowohl auf Gemeinde- als auch auf pfarrlicher Ebene in die Ortsteile Bergheim, Fischach, Muntigl, Siggerwiesen, Voggenberg, Lengfelden, Maria Plain, Gaglham, Viehausen, Hagenau. Die Ansiedlung Gitzen gehört zu Lengfelden. Es ist also nicht mehr als ein Weiler in Hanglage. |
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| | Ich habe Ihnen auch noch eine Karte von 1873 angehängt. Hier ist weder der Hochgitzen noch Gitzen namentlich eingezeichnet, aber Voggenberg. Leider kann ich den Quellenwert der Karte nicht beurteilen. | | Ich habe Ihnen auch noch eine Karte von 1873 angehängt. Hier ist weder der Hochgitzen noch Gitzen namentlich eingezeichnet, aber Voggenberg. Leider kann ich den Quellenwert der Karte nicht beurteilen. |
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| − | Übrigens es heißt „DIE Sandkuchl“, woher dieser Begriff kommt, ist nicht geklärt, ich denke schon lange darüber nach. Nahe dem Gipfel der Sandkuchl ließ der Edle Fokko im späten 9. Jahrhundert den Hof von Voggenberg (heute Angerer) roden. Das war wie bereits erwähnt der Anfang der Besiedelung dort, also auch um einiges früher als die Besiedlung am Gitzen im 12. Jh. (Beitrag von Hans Krawarik, Ortschronik Bergheim) Archäologische Grabungen wurden nicht durchgeführt. Von den Einheimischen wird die Sandkuchl einfach als schöner Aussichtspunkt gesehen. | + | Übrigens es heißt „DIE Sandkuchl", woher dieser Begriff kommt, ist nicht geklärt, ich denke schon lange darüber nach. Nahe dem Gipfel der Sandkuchl ließ der Edle Fokko im späten 9. Jahrhundert den Hof von Voggenberg (heute Angerer) roden. Das war wie bereits erwähnt der Anfang der Besiedelung dort, also auch um einiges früher als die Besiedlung am Gitzen im 12. Jh. (Beitrag von Hans Krawarik, Ortschronik Bergheim) Archäologische Grabungen wurden nicht durchgeführt. Von den Einheimischen wird die Sandkuchl einfach als schöner Aussichtspunkt gesehen. |
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| | Ich hoffe, ich habe jetzt nicht noch mehr verwirrt…. | | Ich hoffe, ich habe jetzt nicht noch mehr verwirrt…. |