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'''Störhandwerker''' waren Handwerker, die ihre Arbeit zur Gänze oder teilweise in fremden Häusern und Höfen ausübten.   
 
'''Störhandwerker''' waren Handwerker, die ihre Arbeit zur Gänze oder teilweise in fremden Häusern und Höfen ausübten.   
 
==Etymologisches==
 
==Etymologisches==
Etymologisch ist die Bedeutung von "Stör“ ungeklärt. Es besteht jedoch die Vermutung, dass sich der Begriff doch von ''"stören“'' herleiten könnte, nämlich im Sinne von ''"die Zunftordnung stören“''.  
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Etymologisch ist die Bedeutung von "Stör" ungeklärt. Es besteht jedoch die Vermutung, dass sich der Begriff doch von ''"stören"'' herleiten könnte, nämlich im Sinne von ''"die Zunftordnung stören"''.  
 
==Allgemeines==
 
==Allgemeines==
''"Auf die Stör gehen“'' bedeutete, dass ein Handwerker zu einer bestimmten Zeit sein Werkzeug zusammen packte und sein Gewerbe für eine bestimmte Zeitspanne nicht in seiner Werkstatt sondern in einem fremden Haus oder [[Bauernhof]] vor Ort ausübte. Dort bekam er Kost und Quartier und darüber hinaus den vereinbarten Lohn. Störhandwerker sind seit dem [[16. Jahrhundert]] bekannt.  
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''"Auf die Stör gehen"'' bedeutete, dass ein Handwerker zu einer bestimmten Zeit sein Werkzeug zusammen packte und sein Gewerbe für eine bestimmte Zeitspanne nicht in seiner Werkstatt sondern in einem fremden Haus oder [[Bauernhof]] vor Ort ausübte. Dort bekam er Kost und Quartier und darüber hinaus den vereinbarten Lohn. Störhandwerker sind seit dem [[16. Jahrhundert]] bekannt.  
 
==Stör-Handwerksgewerbe==
 
==Stör-Handwerksgewerbe==
 
Zu den Gewerben, die von Störhandwerkern ausgeübt wurden, zählten Schuster, Schneider und Weber. Auch [[Kesselflicker]] oder [[Messerschleifer]] suchten sich ähnlich als Störhandwerker ihre Arbeit in fremden Häusern und Höfen. Auch der Beruf des [[Sauschneider]]s kann zum Störhandwerk gerechnet werden.
 
Zu den Gewerben, die von Störhandwerkern ausgeübt wurden, zählten Schuster, Schneider und Weber. Auch [[Kesselflicker]] oder [[Messerschleifer]] suchten sich ähnlich als Störhandwerker ihre Arbeit in fremden Häusern und Höfen. Auch der Beruf des [[Sauschneider]]s kann zum Störhandwerk gerechnet werden.
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==Beschreibung==
 
==Beschreibung==
 
Von Stör-Handwerkern wurde alles, was in den Bereich des jeweiligen Gewerbes fiel und reparatur- oder erneuerungsbedürftig war, wieder instand gesetzt oder neu hergestellt. Sie brachten ihr eigenes Werkzeug und teilweise auch Material wie Leder oder Stoffe mit auf den Hof, wurden auch dort verköstigt und beherbergt und für ihre Dienste nach Vereinbarung bezahlt. Für manche Schneiderin, im Berufsalltag an sitzende Tätigkeit gewöhnt, bedeutete das einen beschwerlichen, stundenlangen Fußweg mit der schweren und unhandlichen Handnähmaschine unter dem Arm.  
 
Von Stör-Handwerkern wurde alles, was in den Bereich des jeweiligen Gewerbes fiel und reparatur- oder erneuerungsbedürftig war, wieder instand gesetzt oder neu hergestellt. Sie brachten ihr eigenes Werkzeug und teilweise auch Material wie Leder oder Stoffe mit auf den Hof, wurden auch dort verköstigt und beherbergt und für ihre Dienste nach Vereinbarung bezahlt. Für manche Schneiderin, im Berufsalltag an sitzende Tätigkeit gewöhnt, bedeutete das einen beschwerlichen, stundenlangen Fußweg mit der schweren und unhandlichen Handnähmaschine unter dem Arm.  
''"Stör-Aufenthalte“'' konnten je nach Hofgröße und damit verbundener Anzahl an Personen wenige Tage bis Wochen dauern. Stör-Handwerker waren mindestens bis zur Mitte des [[20. Jahrhundert]]s im Einsatz. ''"Auf die Stör“'' gingen vor allem Schuster und Schneider.  
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''"Stör-Aufenthalte"'' konnten je nach Hofgröße und damit verbundener Anzahl an Personen wenige Tage bis Wochen dauern. Stör-Handwerker waren mindestens bis zur Mitte des [[20. Jahrhundert]]s im Einsatz. ''"Auf die Stör"'' gingen vor allem Schuster und Schneider.  
    
Das Schusterhandwerk war auf Bauernhöfen, in denen bis in das vergangene Jahrhundert hinein vieles am Hof erzeugt und auch wieder instand gesetzt wurde, unentbehrlich. Dasselbe galt für die Schneiderei. Auch wenn einfache Reparaturen an Schuhen und Bekleidung von am Hof beschäftigten [[Dienstboten]] geleistet wurden, musste die Herstellung neuen Schuhwerks dem Schuster und das Schneidern neuer Kleider der Schneiderin oder dem Schneider vorbehalten bleiben. Das Verschneiden von Leder oder Stoffen konnte und wollte man sich nicht leisten und auch am Bauernhof, wo früher vielleicht nicht alles so heikel war, mussten Schuhe und Bekleidung zumindest funktionell sein, das heißt einigermaßen passen und auch möglichst lang halten. Die Störhandwerker arbeiteten im Auftrag des Bauern und stellten Schuhe und Bekleidung für die Mitglieder der Bauernfamilie und für die Dienstboten her.
 
Das Schusterhandwerk war auf Bauernhöfen, in denen bis in das vergangene Jahrhundert hinein vieles am Hof erzeugt und auch wieder instand gesetzt wurde, unentbehrlich. Dasselbe galt für die Schneiderei. Auch wenn einfache Reparaturen an Schuhen und Bekleidung von am Hof beschäftigten [[Dienstboten]] geleistet wurden, musste die Herstellung neuen Schuhwerks dem Schuster und das Schneidern neuer Kleider der Schneiderin oder dem Schneider vorbehalten bleiben. Das Verschneiden von Leder oder Stoffen konnte und wollte man sich nicht leisten und auch am Bauernhof, wo früher vielleicht nicht alles so heikel war, mussten Schuhe und Bekleidung zumindest funktionell sein, das heißt einigermaßen passen und auch möglichst lang halten. Die Störhandwerker arbeiteten im Auftrag des Bauern und stellten Schuhe und Bekleidung für die Mitglieder der Bauernfamilie und für die Dienstboten her.