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Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
 
Über seine Tochter Johanna Spängler (* [[1882]]; † [[1973]]), verheiratet mit dem Schuldirektor in Krems, Rupert Holzapfel (* [[1868]]; † [[1940]]), kam die Sammlung aus dem Nachlass von dessen Tochter Gertraud Holzapfel (* [[1917]]; † [[2001]]), verheiratet Saska in Krems, an [[Otto Holzapfel]] (* [[1941]]) in [[Freiburg im Breisgau]] in [[Deutschland]].  
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny“ und Enkelkind "Fanni“.<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny“ [Kobler] und Enkelin "Fanni“ [Schlegel-Spängler].</ref>
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Die Briefe sind zum Teil übertragen, zum Teil zusammenfassend registriert; eine genauere Auswertung steht noch aus. Die ältesten Briefe stammen aus der Beziehung zwischen [[Franziska Kobler|Franziska "Fanny" Kobler]] (* [[1796]]; † [[1886]]) und Franz ''Francesco'' Castelli (* 1796; † [[1832]]). Deren Tochter [[Zäzilia Amalia Kobler]] wird [[1821]] geboren und heiratet [[1846]] [[Richard Franz Schlegel]], stirbt aber bei der Geburt des ersten Kindes [[1848]]. Diese Tochter, [[Franziska Schlegel|Franziska "Fanni" Schlegel]] (* [[1848]]; † [[1905]]), heiratet [[1872]] in der [[Stadt Salzburg]] den späteren Oberlandesgerichtsrat in Krems, den oben genannten Dr. Franz Xaver Spängler. Ein großer Teil des Briefwechsels spiegelt die besonders enge Beziehung zwischen Großmutter "Fanny" und Enkelkind "Fanni".<ref>Trotz unterschiedlicher Schreibweise in den Briefen vereinheitliche ich [O. H.] zu Großmutter "Fanny" [Kobler] und Enkelin "Fanni" [Schlegel-Spängler].</ref>
    
== 1873 ==
 
== 1873 ==
 
Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer (* 1803; † 1882), an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler (* 1839; † 1912) aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler (* 1841; † 1919), zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 21. 4. 1873 bis 1874 und 4. 12. 1875; insgesamt 36 Briefe, 2 Umschläge 1873 nach Mödling.
 
Briefe (rot verschnürt, nicht gelesen) von Nr. 37 Antonia Spängler, geb. von Lürzer (* 1803; † 1882), an den Sohn Nr. 18 Franz Spängler (* 1839; † 1912) aus Salzburg; zusätzlich mehrfach vom Bruder Otto. Oder umgekehrt von Nr. 18 a Otto Spängler (* 1841; † 1919), zumeist über Geldangelegenheiten der Mutter, und zusätzlich dann auch von der Mutter. Ohne Umschläge (einzelne Umschläge sind angegeben). – Vom 21. 4. 1873 bis 1874 und 4. 12. 1875; insgesamt 36 Briefe, 2 Umschläge 1873 nach Mödling.
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12. Januar 1873, siehe: "Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterheftchen für die Goldene Hochzeit von Alois und Therese Spängler]
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12. Januar 1873, siehe: "Verlobung" Sept. 1871 [Theaterheftchen für die Goldene Hochzeit von Alois und Therese Spängler]
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6. Februar 1873, Brief: "My dear Fanny [Spängler]! Are you not a little angry with me that I do not write?... [nicht gelesen] Yours faithful Lida [Guttenberg; Freundin]
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6. Februar 1873, Brief: "My dear Fanny [Spängler]! Are you not a little angry with me that I do not write?"... [nicht gelesen] Yours faithful Lida [Guttenberg; Freundin]"
    
11. Dezember 1873 und ff. siehe: Briefe 1872 bis 1887
 
11. Dezember 1873 und ff. siehe: Briefe 1872 bis 1887
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''Lieber Franz ich denke schon das Ihr zu Ostern hierher kömmt, dan wollen wir von der Wienerreise reden. Die Feyertage sind nun auch wieder bald vorbey. Heil Abend und Weihnachtstag Mittag, war ich bey Duregger geladen Die Obrigen Tage gingen wie alle anderen Tage vorüber. Zum Christgeschenk bekam ich von Otto und Louise eine recht liebe Ha[u]be mit Kirsch rothen Bändern Stüzeln von Wolle und ein geldtascherl alles kann ich sehr gut brauchen. Otto sagte mir heute das er einen Brief von dir erhalten wo du so freundlich bist und mir etwas kauffen willst zum Christgeschenk- in diesen Augenblück ist mir noch nichts eingefallen, ich werde es ihm sagen wen mir etwas nöthiges einfällt. Bey Langer bitte ich mich beßtens zu Empfehlen. ich lasse alle Bekanten ein gutes neues Jahr wünschen. Wie ich auch von hier von vielen entrichten soll. Denkt Euch die F v Feusle [?] ist vor 3 Tagen mit einem Mädchen glücklich Entbunden worden welches den Nahmen Linna erhalten hat. Beide befinden sich wohl. Der Dommherr Schweiger ist am Weihnachtstag begraben worden. – Otto hat gesagt, er läßt Euch einsweilen ein recht gutes neues Jahr wünschen, er wird erst, wen alles geordnet ist schreiben. Die Frau von Pausing bedauere ich recht sehr, es läßt sich wohl denken wie leid ihr seyn wird. Gott gebe das es ein andermal beßer geht. Der Herr von Duregger war auch dieser Tage unwohl ist aber wider beßer aber mit den aufstehen vom Seßl und gehen da geht es oft so schlecht das 2 oder 3 zusammen helfen müßen um ihn aufzubringen. – Lebt recht wohl meine lieben Euch oft und oft im Gottes Schutz empfehlend verbleibe ich Eure Euch von ganzen Herzen lieben treue Mutter Spängler. Otto und Bekante grüßen Euch recht herzlich.''
 
''Lieber Franz ich denke schon das Ihr zu Ostern hierher kömmt, dan wollen wir von der Wienerreise reden. Die Feyertage sind nun auch wieder bald vorbey. Heil Abend und Weihnachtstag Mittag, war ich bey Duregger geladen Die Obrigen Tage gingen wie alle anderen Tage vorüber. Zum Christgeschenk bekam ich von Otto und Louise eine recht liebe Ha[u]be mit Kirsch rothen Bändern Stüzeln von Wolle und ein geldtascherl alles kann ich sehr gut brauchen. Otto sagte mir heute das er einen Brief von dir erhalten wo du so freundlich bist und mir etwas kauffen willst zum Christgeschenk- in diesen Augenblück ist mir noch nichts eingefallen, ich werde es ihm sagen wen mir etwas nöthiges einfällt. Bey Langer bitte ich mich beßtens zu Empfehlen. ich lasse alle Bekanten ein gutes neues Jahr wünschen. Wie ich auch von hier von vielen entrichten soll. Denkt Euch die F v Feusle [?] ist vor 3 Tagen mit einem Mädchen glücklich Entbunden worden welches den Nahmen Linna erhalten hat. Beide befinden sich wohl. Der Dommherr Schweiger ist am Weihnachtstag begraben worden. – Otto hat gesagt, er läßt Euch einsweilen ein recht gutes neues Jahr wünschen, er wird erst, wen alles geordnet ist schreiben. Die Frau von Pausing bedauere ich recht sehr, es läßt sich wohl denken wie leid ihr seyn wird. Gott gebe das es ein andermal beßer geht. Der Herr von Duregger war auch dieser Tage unwohl ist aber wider beßer aber mit den aufstehen vom Seßl und gehen da geht es oft so schlecht das 2 oder 3 zusammen helfen müßen um ihn aufzubringen. – Lebt recht wohl meine lieben Euch oft und oft im Gottes Schutz empfehlend verbleibe ich Eure Euch von ganzen Herzen lieben treue Mutter Spängler. Otto und Bekante grüßen Euch recht herzlich.''
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"Duregger“: Die Duregger-Handelsgesellschaft gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das "Spängler & Trauner“, 1870 "Carl Spängler“ die Bank. Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in das ansehnliche Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verh. mit Carl Spängler, erbt dieses Haus. – "#Langer“: Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer. Julius (Wien) ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz.
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"Duregger": Die Duregger-Handelsgesellschaft gibt es ab 1828, ab 1855 übernimmt das "Spängler & Trauner", 1870 "Carl Spängler" die Bank. Die Familie Duregger besaß ein Haus in der Getreidegasse Nr. 3. Sie zieht 1855 um in das ansehnliche Haus am Mozartplatz Nr. 4, und Leopoldine Duregger, verh. mit Carl Spängler, erbt dieses Haus. – "#Langer": Familie der Frau von Julius Spängler (* 1837; † 1903), verh. mit Bertha Langer. Julius (Wien) ist ein Cousin von Franz Spängler und Studienkamerad aus Graz.
 
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==== Brief von 1873 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
 
==== Brief von 1873 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
[[Otto Spängler]], Salzburg, an den Bruder Franz Spängler: [1873] ohne Datum: wünscht angenehme Weihnachten und ein glückliches Jahr 1874; "manche bitter Lehre“ in diesem Jahr, "und hat mich auch gelehrt, mit kleinen Ersparnissen zufrieden zu sein“... "Gott erhalte mich gesund; dieses ist mein erster Wunsch hierzu“; folgt Abrechnung... Verlosung von Actien "2 vom Duregger wurde endlich gezogen“ - ohne Datum: Dank für Brief und Wünsche zum Jahreswechsel; am Sylvesterabend alle mit der Mutter im 2.Stock zusammen, abends zur Casino Unterhaltung, Champagnerpartie, "dem bösen alten Jahr den Rücken“ kehren, "herrliche friedvolle Winternacht die über Salzburg lag“; folgt Abrechnung, Einnahmen 123.36, Ausgaben 108.02; an Mutter wieder 10 fl. Wegen Geschenk an Mutter glaubt Louise, gut wäre ein Stoff zu einem Rock, zu der man verschiedene Joppen anziehen kann; der Stoff dürfte ca. 4 fl kosten.
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[[Otto Spängler]], Salzburg, an den Bruder Franz Spängler: [1873] ohne Datum: wünscht angenehme Weihnachten und ein glückliches Jahr 1874; "manche bitter Lehre" in diesem Jahr, "und hat mich auch gelehrt, mit kleinen Ersparnissen zufrieden zu sein"... "Gott erhalte mich gesund; dieses ist mein erster Wunsch hierzu"; folgt Abrechnung... Verlosung von Actien "2 vom Duregger wurde endlich gezogen" - ohne Datum: Dank für Brief und Wünsche zum Jahreswechsel; am Sylvesterabend alle mit der Mutter im 2.Stock zusammen, abends zur Casino Unterhaltung, Champagnerpartie, "dem bösen alten Jahr den Rücken" kehren, "herrliche friedvolle Winternacht die über Salzburg lag"; folgt Abrechnung, Einnahmen 123.36, Ausgaben 108.02; an Mutter wieder 10 fl. Wegen Geschenk an Mutter glaubt Louise, gut wäre ein Stoff zu einem Rock, zu der man verschiedene Joppen anziehen kann; der Stoff dürfte ca. 4 fl kosten.
    
== 1874 ==
 
== 1874 ==
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''Das Unglück welches die Braunauer getroffen ist wohl sehr hart. Hoffrichter Katrin [?] ist mit Seiner Famil noch zimlich glücklich darauß gekommen, er har alles außgebracht es sind ihm auch 2 Zimmer und die Kanzlei geblieben, aber einige Hundert Gulden hat er doch Schaden gehabt, vielen ist alles verbrannt so auch der Bezirksrichter Gasner währens andern wie auß durch einen Brief erfahren, welche die Hofrichter i[nzwi]schen erhalten werden. Heute sind in Siehausen 3 Heuser und die Gazeln [Gasse] abgebrant wo die Gemeinde ihre Andachten hielt, eben um Mittag, es ist wohl sehr traurig, ich glaube, gewiß die Leute gehen zu leichtsinig um mit dem Licht. Es ist dieß so schrecklich das durch einen Menschen so viele Unglücklich werden, der Jamer in Braunau soll grenzenlos sein. Bey gattermeyer geht es immer so zimmlich gleich nicht beßer und auch nicht schlechter. - - Großmutter'' [Fanny Kobler] ''geht es gottlob gut, so auch bey Schlegl [Schlegel]. Franz Spängler mit seiner Frau ist hier, sie soll wider ganz gut außsehen. Die Marlin Weiß sieht sehr übel auß es scheint fast als ob sie die Außzehrung hätte, der Weiß will nun gehen sagt er und will in die Nähe von Wien Ziehen, die Leute wollen ihm nicht recht glauben schenken obwohl sie froh wären. Lebt recht wohl meine lieben, ich wünsche Euch gute Sonntage. bringt diese 2 Festtage'' [Ostern] ''gut zu seid herzlich gegrüßt und gesegnet von Eurer treuen Mutter Spángler.''
 
''Das Unglück welches die Braunauer getroffen ist wohl sehr hart. Hoffrichter Katrin [?] ist mit Seiner Famil noch zimlich glücklich darauß gekommen, er har alles außgebracht es sind ihm auch 2 Zimmer und die Kanzlei geblieben, aber einige Hundert Gulden hat er doch Schaden gehabt, vielen ist alles verbrannt so auch der Bezirksrichter Gasner währens andern wie auß durch einen Brief erfahren, welche die Hofrichter i[nzwi]schen erhalten werden. Heute sind in Siehausen 3 Heuser und die Gazeln [Gasse] abgebrant wo die Gemeinde ihre Andachten hielt, eben um Mittag, es ist wohl sehr traurig, ich glaube, gewiß die Leute gehen zu leichtsinig um mit dem Licht. Es ist dieß so schrecklich das durch einen Menschen so viele Unglücklich werden, der Jamer in Braunau soll grenzenlos sein. Bey gattermeyer geht es immer so zimmlich gleich nicht beßer und auch nicht schlechter. - - Großmutter'' [Fanny Kobler] ''geht es gottlob gut, so auch bey Schlegl [Schlegel]. Franz Spängler mit seiner Frau ist hier, sie soll wider ganz gut außsehen. Die Marlin Weiß sieht sehr übel auß es scheint fast als ob sie die Außzehrung hätte, der Weiß will nun gehen sagt er und will in die Nähe von Wien Ziehen, die Leute wollen ihm nicht recht glauben schenken obwohl sie froh wären. Lebt recht wohl meine lieben, ich wünsche Euch gute Sonntage. bringt diese 2 Festtage'' [Ostern] ''gut zu seid herzlich gegrüßt und gesegnet von Eurer treuen Mutter Spángler.''
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"Franz Spängler“ wohl: Franz Seraphin Spängler (* 1837; † 1913), Oberlandesgerichtsrat in Salzburg, ein Cousin von (Nr. 18) Franz Xaver Spängler.
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"Franz Spängler" wohl: Franz Seraphin Spängler (* 1837; † 1913), Oberlandesgerichtsrat in Salzburg, ein Cousin von (Nr. 18) Franz Xaver Spängler.
 
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''Bey Duregger bin ich auch gewöhnlich 3 mal in der Woche Abends geladen, da gehe ich gewöhnlich um 5 Uhr hinauß und genieße noch die herliche Luft in freyen. So sehr mich die Uhr als Geschenk freute so sehr bedaure ich, daß sie noch keinen Tag richtig gegangen ist, ich habe sie schon wider über 8 Tage dort'' [zur Reparatur] '', es ist doch schade, wenn man so viel geld für eine Sag[ch]e hergiebt, und man kann keine Freude haben weil sie nie recht geht. Auch ist der Zweck nicht ereicht. Heute werde ich sie wider hollen, und ich gebe so acht darauf, und es bekömmt sie niemand anderes in die Hände. Für die Glückwünsche zu meinen Nammenstag meinen herzlichsten Dank, der liebe Gott möge sie erfüllen ich war zu Mittag bey Otto und Abends bey Duregger, und am Tag darauf bey der Toda. - Wir hatten für Euch recht bange da Otto in der Presse gelesen das in Mödling und Baden ein Wolkenbruch nidergegangen mit starken Hagel bekleidet so das in einer Seite der langen gaße, alle Fenster eingeschlagen wurden, aber Ihr habt ja doch meistens die Palcken'' [Fensterläden] ''geschloßen, so hoffe ich wird es Euch nicht so stark getroffen haben. Heute haben wir den 30te und ich komm erst dazu diesen Brief zu schließen, es kamm neulich als ich gerade im Schreiben war die [!] Anton Spängler von Braunau und, ich mußte diese 2 Tage fast immer mit ihnen zubringen, bis sie gestern Abend fort reisten, und wie ich nachhauße kamm war schon wieder die Post da, ich bin bey Duregger zum Spielen geladen. Gestern Abends traf ich Otto und Louise draußen, welche mir sagten das es dich auch mit den Fenstern getroffen hat, ich bedauere Euch sehr. Bey XXX geht es beßer, gottlob es haben alle die Flecken'' [!] [verkehrt:] ''Lebt wohl mit 1000 Küßen Eure euch herzlich küßende Mutter Spángler''
 
''Bey Duregger bin ich auch gewöhnlich 3 mal in der Woche Abends geladen, da gehe ich gewöhnlich um 5 Uhr hinauß und genieße noch die herliche Luft in freyen. So sehr mich die Uhr als Geschenk freute so sehr bedaure ich, daß sie noch keinen Tag richtig gegangen ist, ich habe sie schon wider über 8 Tage dort'' [zur Reparatur] '', es ist doch schade, wenn man so viel geld für eine Sag[ch]e hergiebt, und man kann keine Freude haben weil sie nie recht geht. Auch ist der Zweck nicht ereicht. Heute werde ich sie wider hollen, und ich gebe so acht darauf, und es bekömmt sie niemand anderes in die Hände. Für die Glückwünsche zu meinen Nammenstag meinen herzlichsten Dank, der liebe Gott möge sie erfüllen ich war zu Mittag bey Otto und Abends bey Duregger, und am Tag darauf bey der Toda. - Wir hatten für Euch recht bange da Otto in der Presse gelesen das in Mödling und Baden ein Wolkenbruch nidergegangen mit starken Hagel bekleidet so das in einer Seite der langen gaße, alle Fenster eingeschlagen wurden, aber Ihr habt ja doch meistens die Palcken'' [Fensterläden] ''geschloßen, so hoffe ich wird es Euch nicht so stark getroffen haben. Heute haben wir den 30te und ich komm erst dazu diesen Brief zu schließen, es kamm neulich als ich gerade im Schreiben war die [!] Anton Spängler von Braunau und, ich mußte diese 2 Tage fast immer mit ihnen zubringen, bis sie gestern Abend fort reisten, und wie ich nachhauße kamm war schon wieder die Post da, ich bin bey Duregger zum Spielen geladen. Gestern Abends traf ich Otto und Louise draußen, welche mir sagten das es dich auch mit den Fenstern getroffen hat, ich bedauere Euch sehr. Bey XXX geht es beßer, gottlob es haben alle die Flecken'' [!] [verkehrt:] ''Lebt wohl mit 1000 Küßen Eure euch herzlich küßende Mutter Spángler''
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"Toda“ auch in einem Brief der Antonia Spängler vom 16. März 1872 und sonst mehrfach genannt; vergleiche Maria de Toda (* 1819; † 1900).
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"Toda" auch in einem Brief der Antonia Spängler vom 16. März 1872 und sonst mehrfach genannt; vergleiche Maria de Toda (* 1819; † 1900).
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26. Juli 1874, siehe: "Verlobung“ Sept. 1871 [Theaterzettel, Flugschrift]
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26. Juli 1874, siehe: "Verlobung" Sept. 1871 [Theaterzettel, Flugschrift]
 
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==== Brief von 1874 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
 
==== Brief von 1874 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
[[Otto Spängler]], Salzburg, an den Bruder Franz Spängler: 1874, Umschlag ohne Brief an "Herrn Dr. Franz Spängler, k.k. Gerichtsadjunkt, k.k. Bezirksgericht Mödling bei Wien“ - ohne Datum: "dienstag früh“; schickt die verlangten Bücher und gratuliert zur Professur [!?]; erzählt von Bekannten; das Salzburger Volksblatt "hat bis dato nicht viel rares gebracht“, Drittelauslosung...; ausgelost wurden ... Rud. Spängler, Josef Spängler ... "Ich bin Vorsitzender der Walcomission des I. Wahlkörpers. Deine Geldangelegenheiten werde ich ganz nach Wunsch ordnen. Warum willst du Tante Therese nicht abzalen. Mir ist es gleich.[der kleine] Otto: "du sollst auch zur Großmutter kommen“... [liegt bei mit Bleistift:] "Lieber Onkel Franz! ...komm bald zu uns. dein kleiner Otto. Zur Großmutter sollst du auch kommen.
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[[Otto Spängler]], Salzburg, an den Bruder Franz Spängler: 1874, Umschlag ohne Brief an "Herrn Dr. Franz Spängler, k.k. Gerichtsadjunkt, k.k. Bezirksgericht Mödling bei Wien" - ohne Datum: "dienstag früh"; schickt die verlangten Bücher und gratuliert zur Professur [!?]; erzählt von Bekannten; das Salzburger Volksblatt "hat bis dato nicht viel rares gebracht", Drittelauslosung...; ausgelost wurden ... Rud. Spängler, Josef Spängler ... "Ich bin Vorsitzender der Walcomission des I. Wahlkörpers. Deine Geldangelegenheiten werde ich ganz nach Wunsch ordnen. Warum willst du Tante Therese nicht abzalen. Mir ist es gleich." [der kleine] Otto: "du sollst auch zur Großmutter kommen"... [liegt bei mit Bleistift:] "Lieber Onkel Franz! ...komm bald zu uns. dein kleiner Otto. Zur Großmutter sollst du auch kommen."
 
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==== Brief von 1874 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
 
==== Brief von 1874 von Otto Spängler an Bruder Franz Spängler ====
[[Otto Spängler]], Salzburg, an Franz Spängler: [1874] ohne Datum: "Freitag Abend“, Dank für Glückwünsche zum Geburts- und Namenstag, eine Flecken- [Krankheit] bis jetzt an der Familie vorübergegangen, "Groß und Klein“ hatten sie; geplante Rheinreise nicht angetreten; führt das "Lombardgeschäft u. Excompteigeschäft“; "alle Schäden des Jahres 1873 sind noch nicht geheilt“; Rudolf und Maria auf Reisen, haben Norddeutschland sehr teuer gefunden. Abrechnung. Geschenk für Mutters Namenstag? Wünscht sich einen Regenmantel, Louise macht ihn, die Hälfte des Stoffes kostet 4 fl 20 Xr [Gulden / Kreuzer].
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[[Otto Spängler]], Salzburg, an Franz Spängler: [1874] ohne Datum: "Freitag Abend", Dank für Glückwünsche zum Geburts- und Namenstag, eine Flecken- [Krankheit] bis jetzt an der Familie vorübergegangen, "Groß und Klein" hatten sie; geplante Rheinreise nicht angetreten; führt das "Lombardgeschäft u. Excompteigeschäft"; "alle Schäden des Jahres 1873 sind noch nicht geheilt"; Rudolf und Maria auf Reisen, haben Norddeutschland sehr teuer gefunden. Abrechnung. Geschenk für Mutters Namenstag? Wünscht sich einen Regenmantel, Louise macht ihn, die Hälfte des Stoffes kostet 4 fl 20 Xr [Gulden / Kreuzer].
 
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