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Ein Grundstück in Salzburg-[[Aigen]], das in den [[1950er]]-Jahren [[Schilling|öS]] 50,– (umgerechnet nach Geldwert 2022 rund € 30) kostete, wurde [[2011]] auf 1.000 € geschätzt. Um dieses Grundstück haben sich mittlerweile ein deutscher Bankdirektor, ein Popmusik-Star, Erben eines Autoclans und Rechtsanwälte angesiedelt.  
 
Ein Grundstück in Salzburg-[[Aigen]], das in den [[1950er]]-Jahren [[Schilling|öS]] 50,– (umgerechnet nach Geldwert 2022 rund € 30) kostete, wurde [[2011]] auf 1.000 € geschätzt. Um dieses Grundstück haben sich mittlerweile ein deutscher Bankdirektor, ein Popmusik-Star, Erben eines Autoclans und Rechtsanwälte angesiedelt.  
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Andere Beispiele 2011: [[Salzburg Wohnbau]] bot an der [[Röcklbrunnstraße]] im [[Salzburger Stadtteil]] [[Schallmoos]] Wohnungen zum Mischpreis von 3.100 Euro pro Quadratmeter zum Kauf an, in [[Taxham]] um 3.400 Euro und bei einem neuen Projekt an der [[Saalachstraße]] „in Richtung“ 4.100 Euro. In den Salzburger Stadtteilen [[Leopoldskroner-Moos]] und [[Riedenburg]] kosteten 2011 Baukörper zwischen 6.500 bis 8.000 Euro der Quadratmeter. An der [[Fürbergstraße]], in einem Gebiet mit hohem Verkehrsaufkommen, wurde 2011 ein Projekt angeboten, bei dem Wohnungen zwischen 3.100 und 3.400 Euro pro Quadratmeter kosteten. Im „Citytower Itzling“ konnte man Wohnungen um 2.400 Euro pro Quadratmeter erwerben. Baugründe in Aigen, [[Morzg]], Riedenburg und Lepoldskroner-Moos kosteten zwischen 1.000 und 1.100 Euro pro Quadratmeter.
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Andere Beispiele 2011: [[Salzburg Wohnbau]] bot an der [[Röcklbrunnstraße]] im [[Salzburger Stadtteil]] [[Schallmoos]] Wohnungen zum Mischpreis von 3.100 Euro pro Quadratmeter zum Kauf an, in [[Taxham]] um 3.400 Euro und bei einem neuen Projekt an der [[Saalachstraße]] "in Richtung“ 4.100 Euro. In den Salzburger Stadtteilen [[Leopoldskroner-Moos]] und [[Riedenburg]] kosteten 2011 Baukörper zwischen 6.500 bis 8.000 Euro der Quadratmeter. An der [[Fürbergstraße]], in einem Gebiet mit hohem Verkehrsaufkommen, wurde 2011 ein Projekt angeboten, bei dem Wohnungen zwischen 3.100 und 3.400 Euro pro Quadratmeter kosteten. Im "Citytower Itzling“ konnte man Wohnungen um 2.400 Euro pro Quadratmeter erwerben. Baugründe in Aigen, [[Morzg]], Riedenburg und Lepoldskroner-Moos kosteten zwischen 1.000 und 1.100 Euro pro Quadratmeter.
    
=== Im Vergleich ===
 
=== Im Vergleich ===
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Die Bevölkerung des Bundeslandes wuchs zwischen [[1971]] (422 367) und [[2010]] (531 721) um 25,9 %, die Anzahl der Haushalte stieg im gleichen Zeitraum von 140 276 auf 226 360 um 61,4 %. Im Bundesland standen im Frühjahr [[2012]] laut Auskunft von städtischen Beamten rund 7 000 Wohnungen und bis [[2020]] werden rund 6 000 Wohnungen benötigt, die noch gebaut werden müssen.
 
Die Bevölkerung des Bundeslandes wuchs zwischen [[1971]] (422 367) und [[2010]] (531 721) um 25,9 %, die Anzahl der Haushalte stieg im gleichen Zeitraum von 140 276 auf 226 360 um 61,4 %. Im Bundesland standen im Frühjahr [[2012]] laut Auskunft von städtischen Beamten rund 7 000 Wohnungen und bis [[2020]] werden rund 6 000 Wohnungen benötigt, die noch gebaut werden müssen.
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[[Franz Stiller]], Immobilienunternehmen, meinte in einem Interview mit den [[Salzburger Nachrichten]]“ auf die Frage, es scheint, dass die Preise für Wohnen in Salzburg völlig außer Rand und Band sind, das sei doch „lupenreiner Blödsinn“ und weiter „Da werden immer extreme Negativbeispiele gebracht, da wird verallgemeinert. Tatsache ist eben, dass bei vielen, gerade den jungen Leuten, Wunsch und Möglichkeiten auseinanderklaffen. Groß soll das Heim sein, in ruhigster Lage, wahrscheinlich in [[Anif]] oder [[Aigen]]. Das kann für Normalverdiener nicht verdienen.“
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[[Franz Stiller]], Immobilienunternehmen, meinte in einem Interview mit den "[[Salzburger Nachrichten]]“ auf die Frage, es scheint, dass die Preise für Wohnen in Salzburg völlig außer Rand und Band sind, das sei doch "lupenreiner Blödsinn“ und weiter "Da werden immer extreme Negativbeispiele gebracht, da wird verallgemeinert. Tatsache ist eben, dass bei vielen, gerade den jungen Leuten, Wunsch und Möglichkeiten auseinanderklaffen. Groß soll das Heim sein, in ruhigster Lage, wahrscheinlich in [[Anif]] oder [[Aigen]]. Das kann für Normalverdiener nicht verdienen.“
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Es gibt jedoch auch „normale“ Wohnungen nicht unter 300.000 Euro zu kaufen. Dazu meinte Stiller „Wohnraum ist prinzipiell einmal nie teuer oder billig - er kostet das, was er da oder dort eben wert ist. Eine Immobilie zu kaufen: Das ist doch klar, dass das nur im Generationenverband möglich ist. Mit Hilfe der Eltern und Großeltern. Das war aber bitte schon immer so.“
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Es gibt jedoch auch "normale“ Wohnungen nicht unter 300.000 Euro zu kaufen. Dazu meinte Stiller "Wohnraum ist prinzipiell einmal nie teuer oder billig - er kostet das, was er da oder dort eben wert ist. Eine Immobilie zu kaufen: Das ist doch klar, dass das nur im Generationenverband möglich ist. Mit Hilfe der Eltern und Großeltern. Das war aber bitte schon immer so.“
    
== Preisentwicklung von Eigentumswohnungen ==
 
== Preisentwicklung von Eigentumswohnungen ==
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| Einfamilienhäuser|| 1.620|| 1.621||style="background:green;color:white"| 1.592|| 2.125||  2.145|| 3.008|| 2.786|| 3.020 || style="background:red;color:white"|3.442
 
| Einfamilienhäuser|| 1.620|| 1.621||style="background:green;color:white"| 1.592|| 2.125||  2.145|| 3.008|| 2.786|| 3.020 || style="background:red;color:white"|3.442
 
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Quellen: [[Salzburger Wirtschaftskammer]], Immobilienpreisspiegel Hölzl & Huber, Statistik Austria, in der Ausgabe der „Salzburger Nachrichten“ vom 16. Juni 2020
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Quellen: [[Salzburger Wirtschaftskammer]], Immobilienpreisspiegel Hölzl & Huber, Statistik Austria, in der Ausgabe der "Salzburger Nachrichten“ vom 16. Juni 2020
    
== 2019 ==
 
== 2019 ==
 
Bei Baugründen erhielt man in der Stadt Salzburg nichts mehr unter 1.000 Euro pro Quadratmeter. Auf dem freien Markt hatten im Vorjahr in der Stadt Salzburg rund 1 500 Wohnimmobilien den Besitzer gewechselt, in der Hälfte der Fälle handelte es sich um gebrauchte Eigentumswohnungen. Für diese bezahlt man im Schnitt in der Stadt Salzburg 4.329 Euro je Quadratmeter. Bei einem Neubau sind durchschnittlich 6.441 Euro zu bezahlen. Macht bei einer 60 Quadratmeter großen Wohnung also rund 390.000 Euro.
 
Bei Baugründen erhielt man in der Stadt Salzburg nichts mehr unter 1.000 Euro pro Quadratmeter. Auf dem freien Markt hatten im Vorjahr in der Stadt Salzburg rund 1 500 Wohnimmobilien den Besitzer gewechselt, in der Hälfte der Fälle handelte es sich um gebrauchte Eigentumswohnungen. Für diese bezahlt man im Schnitt in der Stadt Salzburg 4.329 Euro je Quadratmeter. Bei einem Neubau sind durchschnittlich 6.441 Euro zu bezahlen. Macht bei einer 60 Quadratmeter großen Wohnung also rund 390.000 Euro.
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Aber Stadtteil ist nicht gleich Stadtteil. Im Norden - also in [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]], [[Itzling]], Taxham oder [[Gnigl]] - herrschen andere Preise als im Süden, etwa in [[Gneis]], Morzg, Aigen oder [[Nonntal]]. Selbst entlang der [[Moosstraße]] auf ihrer Länge von sechs Kilometern waren die Grundpreise preislich in Kategorien unterteilt. Das teuerste Pflaster war [[2019]] Gneis: Für Neubauwohnungen waren dort je nach Lage zwischen 6.800 und 10.222 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Anders in Taxham, dort waren neue Wohnungen zwischen 4.132 und 6.693 Euro/m² verkauft worden. Günstiger freilich wurde es bei Bestandswohnungen. Um in Taxham zu bleiben: Die Quadratmeterpreise für Gebrauchtwohnungen lagen hier zwischen 2.800 und 4.700 Euro, ähnlich wie in Lehen - das mit 12 500 Einwohnern pro Quadratkilometer am dichtesten bebaut ist. Der Marktbericht 2019 des größten Immobilienmaklerbüros der Stadt Salzburg, des „Teams Rauscher“, wies hier Kaufpreise zwischen 2.800 und 5.100 Euro bei Bestandswohnungen und 4.700 und 7.000 Euro im Neubau aus.
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Aber Stadtteil ist nicht gleich Stadtteil. Im Norden - also in [[Lehen (Stadt Salzburg)|Lehen]], [[Itzling]], Taxham oder [[Gnigl]] - herrschen andere Preise als im Süden, etwa in [[Gneis]], Morzg, Aigen oder [[Nonntal]]. Selbst entlang der [[Moosstraße]] auf ihrer Länge von sechs Kilometern waren die Grundpreise preislich in Kategorien unterteilt. Das teuerste Pflaster war [[2019]] Gneis: Für Neubauwohnungen waren dort je nach Lage zwischen 6.800 und 10.222 Euro pro Quadratmeter zu zahlen. Anders in Taxham, dort waren neue Wohnungen zwischen 4.132 und 6.693 Euro/m² verkauft worden. Günstiger freilich wurde es bei Bestandswohnungen. Um in Taxham zu bleiben: Die Quadratmeterpreise für Gebrauchtwohnungen lagen hier zwischen 2.800 und 4.700 Euro, ähnlich wie in Lehen - das mit 12 500 Einwohnern pro Quadratkilometer am dichtesten bebaut ist. Der Marktbericht 2019 des größten Immobilienmaklerbüros der Stadt Salzburg, des "Teams Rauscher“, wies hier Kaufpreise zwischen 2.800 und 5.100 Euro bei Bestandswohnungen und 4.700 und 7.000 Euro im Neubau aus.
    
Was Mietpreise betraf, waren am freien Markt im Schnitt in der Stadt 15,6 Euro je Quadratmeter erhoben worden. Wobei je nach Lage in den Stadtteilen 20 bis 22 Euro keine Seltenheit mehr waren.
 
Was Mietpreise betraf, waren am freien Markt im Schnitt in der Stadt 15,6 Euro je Quadratmeter erhoben worden. Wobei je nach Lage in den Stadtteilen 20 bis 22 Euro keine Seltenheit mehr waren.
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== 2023 ==
 
== 2023 ==
Ein junge Salzburgerin berichtete in den „Salzburger Nachrichten“,<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/betriebskosten-treiben-wohnpreise-in-salzburg-in-die-hoehe-132853939 www.sn.at], 21. Jänner 2023: „Betriebskosten treiben Wohnpreise in Salzburg in die Höhe“, ein Beitrag von [[Anton Prlić]]</ref> dass sie die dritte Erhöhung ihrer Miete im Laufe eines Jahres hatte. Nachdem sie für ihre Ein-Zimmer-Wohnung in der Stadt Salzburg inklusive Betriebskosten mittlerweile 700 Euro zahlt, hatte sich die Frau dazu entschlossen, vorübergehend zu ihrem Freund nach [[Eugendorf]] zu ziehen. Sie glaubt nicht, dass sie noch eine erschwingliche Wohnung in der Stadt finden wird. „Meine Nachbarin hat für die baugleiche Garçonnière 800 Euro gezahlt. Wenn das der normale Preis für ein Zimmer in der Stadt Salzburg ist, frage ich mich, wer sich das noch leisten kann.“
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Ein junge Salzburgerin berichtete in den "Salzburger Nachrichten“,<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/betriebskosten-treiben-wohnpreise-in-salzburg-in-die-hoehe-132853939 www.sn.at], 21. Jänner 2023: "Betriebskosten treiben Wohnpreise in Salzburg in die Höhe“, ein Beitrag von [[Anton Prlić]]</ref> dass sie die dritte Erhöhung ihrer Miete im Laufe eines Jahres hatte. Nachdem sie für ihre Ein-Zimmer-Wohnung in der Stadt Salzburg inklusive Betriebskosten mittlerweile 700 Euro zahlt, hatte sich die Frau dazu entschlossen, vorübergehend zu ihrem Freund nach [[Eugendorf]] zu ziehen. Sie glaubt nicht, dass sie noch eine erschwingliche Wohnung in der Stadt finden wird. "Meine Nachbarin hat für die baugleiche Garçonnière 800 Euro gezahlt. Wenn das der normale Preis für ein Zimmer in der Stadt Salzburg ist, frage ich mich, wer sich das noch leisten kann.“
    
==== Vermieter konnten Miete in drei Jahren um 17 Prozent erhöhen ====
 
==== Vermieter konnten Miete in drei Jahren um 17 Prozent erhöhen ====
Mit den Preissteigerungen (deren Gründe nur teilweise mit dem [[Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine und dessen Auswirkungen auf Salzburg|Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine]]  in Zusammenhang standen) hatten zuletzt die Vermieter die Möglichkeit, Indexanpassungen ihrer Mieten vorzunehmen. Gleichzeitig erhöhten sich die Betriebskosten wegen der gestiegenen Energiepreise deutlich. Viele Salzburger brachte das an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Gestiegene Mieten und Betriebskosten seien für sie ein Massenthema, sagt Edith Steidl von der Konsumentenberatung der [[Arbeiterkammer]]. An manchen Tagen hätten sie Anrufe im Minutentakt. „Die Vermieter nutzen die gesetzlichen Möglichkeiten der Indexanpassungen.“ Um bis zu 17 Prozent konnten die Vermieter demnach in den vergangenen drei Jahren ihre Mieten erhöhen. Da die Erhöhungen auch rückwirkend möglich sind, wurden so in einigen Fällen die Mieten nun gleich um mehr als zehn Prozent erhöht - wenn etwa im Jahr davor keine Erhöhung vorgenommen wurde. „Bei vielen war das gleich einmal eine Differenz von 100 Euro.“  
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Mit den Preissteigerungen (deren Gründe nur teilweise mit dem [[Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine und dessen Auswirkungen auf Salzburg|Angriffskrieg von Russland auf die Ukraine]]  in Zusammenhang standen) hatten zuletzt die Vermieter die Möglichkeit, Indexanpassungen ihrer Mieten vorzunehmen. Gleichzeitig erhöhten sich die Betriebskosten wegen der gestiegenen Energiepreise deutlich. Viele Salzburger brachte das an die Grenzen ihrer finanziellen Möglichkeiten. Gestiegene Mieten und Betriebskosten seien für sie ein Massenthema, sagt Edith Steidl von der Konsumentenberatung der [[Arbeiterkammer]]. An manchen Tagen hätten sie Anrufe im Minutentakt. "Die Vermieter nutzen die gesetzlichen Möglichkeiten der Indexanpassungen.“ Um bis zu 17 Prozent konnten die Vermieter demnach in den vergangenen drei Jahren ihre Mieten erhöhen. Da die Erhöhungen auch rückwirkend möglich sind, wurden so in einigen Fällen die Mieten nun gleich um mehr als zehn Prozent erhöht - wenn etwa im Jahr davor keine Erhöhung vorgenommen wurde. "Bei vielen war das gleich einmal eine Differenz von 100 Euro.“  
    
== Weblinks ==  
 
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