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| | Die Gemeindevertretung von Thalgau hatte einstimmig die Umwidmung von 9 500 Quadratmetern auf dem Lehmberg für die Errichtung einer Windkraftanlage beschlossen. Das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] muss nun die aufsichtsbehördliche Genehmigung erteilen. Die Gemeinde Thalgau ließ sich in ihrem Beschluss nicht von den Protesten aus den Anrainergemeinden, weder von den Unterschriften einer Bürgerinitiative noch von den Einwendungen der Gemeinden des [[Regionalverband Salzburger Seenland|Regionalverbandes Salzburger Seenland]], beeindrucken. | | Die Gemeindevertretung von Thalgau hatte einstimmig die Umwidmung von 9 500 Quadratmetern auf dem Lehmberg für die Errichtung einer Windkraftanlage beschlossen. Das [[Land Salzburg (Verwaltung)|Land Salzburg]] muss nun die aufsichtsbehördliche Genehmigung erteilen. Die Gemeinde Thalgau ließ sich in ihrem Beschluss nicht von den Protesten aus den Anrainergemeinden, weder von den Unterschriften einer Bürgerinitiative noch von den Einwendungen der Gemeinden des [[Regionalverband Salzburger Seenland|Regionalverbandes Salzburger Seenland]], beeindrucken. |
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| − | „''Wir als Gemeinde arbeiten auf die Klimaziele hin und haben jetzt unsere Arbeit erledigt. Dazu stehe ich''“, sagte Thalgaus Bürgermeister Martin Greisberger. [[Landeshauptmann]]-Stv. [[Astrid Rössler]] ([[Grüne]]), die für die Raumordnung zuständig war, stand einer Testanlage positiv gegenüber.
| + | "''Wir als Gemeinde arbeiten auf die Klimaziele hin und haben jetzt unsere Arbeit erledigt. Dazu stehe ich''“, sagte Thalgaus Bürgermeister Martin Greisberger. [[Landeshauptmann]]-Stv. [[Astrid Rössler]] ([[Grüne]]), die für die Raumordnung zuständig war, stand einer Testanlage positiv gegenüber. |
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| | Die Weichenstellung Thalgaus für die umstrittene Windkraftanlage auf dem Lehmberg hatte noch einmal die Bürgermeister der vier nördlichen Nachbargemeinden [[Henndorf am Wallersee]], [[Neumarkt am Wallersee]], [[Köstendorf]] und [[Straßwalchen]] auf den Plan gerufen. In einem gemeinsamen Brief an Landeshauptmann [[Wilfried Haslauer junior]] (ÖVP) führten sie ihre Gründe an, warum das Projekt in dieser Form nicht hingenommen werden könne. | | Die Weichenstellung Thalgaus für die umstrittene Windkraftanlage auf dem Lehmberg hatte noch einmal die Bürgermeister der vier nördlichen Nachbargemeinden [[Henndorf am Wallersee]], [[Neumarkt am Wallersee]], [[Köstendorf]] und [[Straßwalchen]] auf den Plan gerufen. In einem gemeinsamen Brief an Landeshauptmann [[Wilfried Haslauer junior]] (ÖVP) führten sie ihre Gründe an, warum das Projekt in dieser Form nicht hingenommen werden könne. |
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| − | Den Bürgermeistern stößt vor allem sauer auf, dass das Land die Entscheidung auf die Gemeinde abgewälzt habe. „''Vor zwei Jahren hat das Land die Verantwortung an die Gemeinden übergeben. Von Thalgau wurde der negative Beschluss von Neumarkt und Henndorf und die Stellungnahme des Regionalverbandes negiert. Auf Argumente wird nicht gehört''“, ärgerte sich Neumarkts [[Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee|Bürgermeister]] [[Adolf Rieger|Adi Rieger]] (ÖVP). Immerhin handle es sich bei einer Windkraftanlage auf einem Bergrücken um eine weit sichtbare Industrieanlage, so Rieger. | + | Den Bürgermeistern stößt vor allem sauer auf, dass das Land die Entscheidung auf die Gemeinde abgewälzt habe. "''Vor zwei Jahren hat das Land die Verantwortung an die Gemeinden übergeben. Von Thalgau wurde der negative Beschluss von Neumarkt und Henndorf und die Stellungnahme des Regionalverbandes negiert. Auf Argumente wird nicht gehört''“, ärgerte sich Neumarkts [[Bürgermeister der Stadt Neumarkt am Wallersee|Bürgermeister]] [[Adolf Rieger|Adi Rieger]] (ÖVP). Immerhin handle es sich bei einer Windkraftanlage auf einem Bergrücken um eine weit sichtbare Industrieanlage, so Rieger. |
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| − | Köstendorfs [[Bürgermeister der Gemeinde Köstendorf|Bürgermeister]] [[Wolfgang Wagner]] (ÖVP) betont, dass die Nachbargemeinden nicht in die Verhindererrolle gedrängt werden wollen: „''Es geht aber um die [[Salzburger Raumplanung|Raumordnung]]. Hier ist das Land gefordert. Es sollen in einem Energie-Masterplan mögliche geeignete Windstandorte im Land Salzburg festgelegt werden, die einer genauen Prüfung unterzogen werden. "''Dann müsse die Politik unter Berücksichtigung des Umweltschutzes eine Entscheidung treffen. Es dürfe aber nicht sein, dass jede Gemeinde für sich über ein derartiges Projekt entscheiden könne. Das Land muss seine Verantwortung wahr nehmen''“, bekräftigt Bgm. Rieger. Der bereits in Betrieb gegangene [[Windpark Munderfing|Windpark]] im [[OÖ|oberösterreichischen]] [[Munderfing]] zeige, dass eigentlich auch eine länderübergreifende Zusammenarbeit nötig sei. | + | Köstendorfs [[Bürgermeister der Gemeinde Köstendorf|Bürgermeister]] [[Wolfgang Wagner]] (ÖVP) betont, dass die Nachbargemeinden nicht in die Verhindererrolle gedrängt werden wollen: "''Es geht aber um die [[Salzburger Raumplanung|Raumordnung]]. Hier ist das Land gefordert. Es sollen in einem Energie-Masterplan mögliche geeignete Windstandorte im Land Salzburg festgelegt werden, die einer genauen Prüfung unterzogen werden. "''Dann müsse die Politik unter Berücksichtigung des Umweltschutzes eine Entscheidung treffen. Es dürfe aber nicht sein, dass jede Gemeinde für sich über ein derartiges Projekt entscheiden könne. Das Land muss seine Verantwortung wahr nehmen''“, bekräftigt Bgm. Rieger. Der bereits in Betrieb gegangene [[Windpark Munderfing|Windpark]] im [[OÖ|oberösterreichischen]] [[Munderfing]] zeige, dass eigentlich auch eine länderübergreifende Zusammenarbeit nötig sei. |
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| − | Im Schreiben an Landeshauptmann Haslauer betonten die Bürgermeister, dass Salzburg kein klassisches Windkraftland sei. Sie bezweifeln, dass der Standort am Lehmberg „''energetisch, volkswirtschaftlich oder betriebswirtschaftlich''“ sinnvoll ist. Zudem sei die Windkraftanlage in Thalgau selbst nicht sichtbar, jedoch in allen nördlichen Nachbargemeinden sehr wohl. | + | Im Schreiben an Landeshauptmann Haslauer betonten die Bürgermeister, dass Salzburg kein klassisches Windkraftland sei. Sie bezweifeln, dass der Standort am Lehmberg "''energetisch, volkswirtschaftlich oder betriebswirtschaftlich''“ sinnvoll ist. Zudem sei die Windkraftanlage in Thalgau selbst nicht sichtbar, jedoch in allen nördlichen Nachbargemeinden sehr wohl. |
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| − | Thalgaus Bürgermeister Martin Greisberger geht davon aus, dass sich in absehbarer Zeit ein Windrad mit einer Höhe von 137 Metern auf dem Lehmberg drehen wird. „''Wir haben 2005 ein Energieleitbild gemacht, an dem wir uns orientieren. Ein Windrad muss man dort aufstellen, wo der Wind weht. Jetzt muss das Land entscheiden''“, so Greisberger. Er sehe das Ganze sehr entspannt: „''Den Gegenwind halte ich aus.''“ Als einziges Argument gegen das Windrad bleibe nach mehr als zehn Jahren der Bemühungen das Landschaftsbild übrig. Die Einwände würden sich im Kreis drehen. Greisberger macht keinen Hehl daraus, dass er gerne weitere Windräder auf dem Lehmberg sehen würde. „''Wir stellen erst einmal eines auf, damit man sieht, dass es verträglich ist. Die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes ist auch bei zwei oder drei Windrädern marginal''“, ist er überzeugt. | + | Thalgaus Bürgermeister Martin Greisberger geht davon aus, dass sich in absehbarer Zeit ein Windrad mit einer Höhe von 137 Metern auf dem Lehmberg drehen wird. "''Wir haben 2005 ein Energieleitbild gemacht, an dem wir uns orientieren. Ein Windrad muss man dort aufstellen, wo der Wind weht. Jetzt muss das Land entscheiden''“, so Greisberger. Er sehe das Ganze sehr entspannt: "''Den Gegenwind halte ich aus.''“ Als einziges Argument gegen das Windrad bleibe nach mehr als zehn Jahren der Bemühungen das Landschaftsbild übrig. Die Einwände würden sich im Kreis drehen. Greisberger macht keinen Hehl daraus, dass er gerne weitere Windräder auf dem Lehmberg sehen würde. "''Wir stellen erst einmal eines auf, damit man sieht, dass es verträglich ist. Die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes ist auch bei zwei oder drei Windrädern marginal''“, ist er überzeugt. |
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| | Damit die Windkraft einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Energie- und Klimaziele des Landes leisten könnte, müssten sich allerdings 20, 30 oder gar 40 Windräder in Land Salzburg drehen, meint Greisberger. | | Damit die Windkraft einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Energie- und Klimaziele des Landes leisten könnte, müssten sich allerdings 20, 30 oder gar 40 Windräder in Land Salzburg drehen, meint Greisberger. |