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== Dezember 1962: Besuch im Werk in Toulouse ==
 
== Dezember 1962: Besuch im Werk in Toulouse ==
Die rot-weiß-rote Fluglinie ''Austrian Airlines'' (AUA) war gerade erst im September 1957 gegründet worden. Ein halbes Jahr später startete sie ihren Flugbetrieb mit vierpropellerigen „Vickers Vicount“-Maschinen. Bereits am [[29. Oktober]] [[1962]] bestellte AUA ihre ersten beiden Strahltriebwerk-Flugzeuge des Typs „Sud Aviation Caravelle SE 210-VI R“. 15 österreichische Journalisten, unter ihnen der Salzburger [[Radio Salzburg]] und [[ORF Landesstudio Salzburg]]-Journalist, [[Hans Heinrich Welser]], besuchten im Dezember 1962 auf Einladung von ''Austrian Airlines'' in Toulouse in Südfrankreich das Hauptwerk von „Sud-Aviation“, wo die beiden AUA-„Caravelle“-Maschinen im Entstehen waren.
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Die rot-weiß-rote Fluglinie ''Austrian Airlines'' (AUA) war gerade erst im September 1957 gegründet worden. Ein halbes Jahr später startete sie ihren Flugbetrieb mit vierpropellerigen "Vickers Vicount“-Maschinen. Bereits am [[29. Oktober]] [[1962]] bestellte AUA ihre ersten beiden Strahltriebwerk-Flugzeuge des Typs "Sud Aviation Caravelle SE 210-VI R“. 15 österreichische Journalisten, unter ihnen der Salzburger [[Radio Salzburg]] und [[ORF Landesstudio Salzburg]]-Journalist, [[Hans Heinrich Welser]], besuchten im Dezember 1962 auf Einladung von ''Austrian Airlines'' in Toulouse in Südfrankreich das Hauptwerk von "Sud-Aviation“, wo die beiden AUA-"Caravelle“-Maschinen im Entstehen waren.
    
== Der Beginn des Düsenflugzeugzeitalters ==
 
== Der Beginn des Düsenflugzeugzeitalters ==
Am [[27. Juli]] [[1949]] rollte in Hatfield, [[England]], in den ''de-Havilland''-Flugzeugwerken das erste Strahlturbinen-Verkehrsflugzeug der Welt, die „Comet I“ zu ihrem Jungfernflug aus der Werft. Die bis dahin führende Nation im Flugzeugbau, die Vereinigten Staaten von Amerika, war von den Engländern überflügelt worden - die Sensation! Technisch noch nicht ausgereift wurde sie ab [[2. Mai]] [[1952]] auf der Strecke London-Johannesburg eingesetzt. Nach einer Absturzserie von fünf „Comet“ innerhalb von zwei Jahren entstand aus der bis damals größten Versuchsreihe in der Geschichte der Luftfahrt eine neue, eine sichere „Comet“.
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Am [[27. Juli]] [[1949]] rollte in Hatfield, [[England]], in den ''de-Havilland''-Flugzeugwerken das erste Strahlturbinen-Verkehrsflugzeug der Welt, die "Comet I“ zu ihrem Jungfernflug aus der Werft. Die bis dahin führende Nation im Flugzeugbau, die Vereinigten Staaten von Amerika, war von den Engländern überflügelt worden - die Sensation! Technisch noch nicht ausgereift wurde sie ab [[2. Mai]] [[1952]] auf der Strecke London-Johannesburg eingesetzt. Nach einer Absturzserie von fünf "Comet“ innerhalb von zwei Jahren entstand aus der bis damals größten Versuchsreihe in der Geschichte der Luftfahrt eine neue, eine sichere "Comet“.
    
== Flugzeughersteller-Zwerg Frankreich gelang der große Wurf ==
 
== Flugzeughersteller-Zwerg Frankreich gelang der große Wurf ==
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Das Besondere an diesem Flugzeugtyp war die bereits vorhandene Schubumkehr zur Verkürzung des Bremsweges. Die ''Caravelle'' verfügte über zwei Rolls Royce Triebwerke, die einen Schub von 6 300 kg beim Start entwickelten. Eine weitere Eigenschaft war die Segelflugfähigkeit selbst bei Ausfall beider Triebwerke. Es hatte eine Reichweite von 4 100 Kilometern, konnte eine Reiseflughöhe von 10 000 Metern bei einer Reisegeschwindigkeit von 850 km/h erreichen. Das Startgewicht betrug 48,5 Tonnen, davon waren zehn Tonnen oder 19 000 Liter Treibstoff.
 
Das Besondere an diesem Flugzeugtyp war die bereits vorhandene Schubumkehr zur Verkürzung des Bremsweges. Die ''Caravelle'' verfügte über zwei Rolls Royce Triebwerke, die einen Schub von 6 300 kg beim Start entwickelten. Eine weitere Eigenschaft war die Segelflugfähigkeit selbst bei Ausfall beider Triebwerke. Es hatte eine Reichweite von 4 100 Kilometern, konnte eine Reiseflughöhe von 10 000 Metern bei einer Reisegeschwindigkeit von 850 km/h erreichen. Das Startgewicht betrug 48,5 Tonnen, davon waren zehn Tonnen oder 19 000 Liter Treibstoff.
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== Die erste „Caravelle“ wurde auf „Tirol“ getauft – die Olympischen Winterspiele 1964 standen vor der Tür ==
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== Die erste "Caravelle“ wurde auf "Tirol“ getauft – die Olympischen Winterspiele 1964 standen vor der Tür ==
 
Die beiden ersten bestellten AUA-''Caravelle''-Maschinen verfügten über je 71 Plätze, 59 in der Tourist- und zwölf in der ''First-Class''. Die Besatzung bestand aus zwei – österreichischen – Piloten und vier Stewardessen. Die sich damals schon ''friendly airline'' nennende AUA legte noch Wert darauf, nur österreichisches Personal an Bord zu haben. Die Kosten für eine Maschine betrugen zum Zeitpunkt ihrer Bestellung 88 Millionen [[Schilling]].  
 
Die beiden ersten bestellten AUA-''Caravelle''-Maschinen verfügten über je 71 Plätze, 59 in der Tourist- und zwölf in der ''First-Class''. Die Besatzung bestand aus zwei – österreichischen – Piloten und vier Stewardessen. Die sich damals schon ''friendly airline'' nennende AUA legte noch Wert darauf, nur österreichisches Personal an Bord zu haben. Die Kosten für eine Maschine betrugen zum Zeitpunkt ihrer Bestellung 88 Millionen [[Schilling]].  
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Am Samstag, den [[22. Februar]] [[1964]] landete erstmals eine ''Caravelle Se 210-VI R'' auf dem [[Salzburger Flughafen]]. Sie wurde vom Chefpilot der AUA, Hr. Raab, pilotiert. Er führte mehrere Testlandungen und -starts durch, um den Anflug Salzburg zu erproben. Dies stieß auf großen Unmut der Anrainer, vor allem in der Siedlung Taxham, wo nicht nur Lärm ein Problem darstellte, sondern auch der durch die Düsen aufgewirbelte Staub.<ref>{{Quelle SN|24. Februar 1964, Seite 3}}</ref>
 
Am Samstag, den [[22. Februar]] [[1964]] landete erstmals eine ''Caravelle Se 210-VI R'' auf dem [[Salzburger Flughafen]]. Sie wurde vom Chefpilot der AUA, Hr. Raab, pilotiert. Er führte mehrere Testlandungen und -starts durch, um den Anflug Salzburg zu erproben. Dies stieß auf großen Unmut der Anrainer, vor allem in der Siedlung Taxham, wo nicht nur Lärm ein Problem darstellte, sondern auch der durch die Düsen aufgewirbelte Staub.<ref>{{Quelle SN|24. Februar 1964, Seite 3}}</ref>
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Die zweite ''Caravelle'' wurde dann im Mai [[1963]] ausgeliefert. Die dritte wurde [[30. März]] [[1964]] vor 50&nbsp;000 Schaulustigen am [[Salzburger Flughafen]] [[Flugzeugtaufen am Salzburger Flughafen|auf den Namen „Salzburg“ getauft]].
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Die zweite ''Caravelle'' wurde dann im Mai [[1963]] ausgeliefert. Die dritte wurde [[30. März]] [[1964]] vor 50&nbsp;000 Schaulustigen am [[Salzburger Flughafen]] [[Flugzeugtaufen am Salzburger Flughafen|auf den Namen "Salzburg“ getauft]].
    
== Bombenattentat ==
 
== Bombenattentat ==
 
   
 
   
Von 1963 bis [[1972]] betrieb AUA fünf ''Caravelle VI-R'', die dann durch „DC-9-32“-Maschinen abgelöst wurden. Am [[21. Februar]] [[1970]] gelang dem Piloten einer österreichischen ''Caravelle'' nach einer Bombenexplosion im vorderen Frachtraum die schwer beschädigte Maschine wieder am Abflughafen Frankfurt am Main zu landen. Sie befand sich auf einem Flug nach Wien. Es stellte sich heraus, dass ein von den Sicherheitskräften der israelischen Fluglinie [[EL AL]] abgelehntes Paket von AUA über Wien nach Tel Aviv hätte transportiert werden sollen.
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Von 1963 bis [[1972]] betrieb AUA fünf ''Caravelle VI-R'', die dann durch "DC-9-32“-Maschinen abgelöst wurden. Am [[21. Februar]] [[1970]] gelang dem Piloten einer österreichischen ''Caravelle'' nach einer Bombenexplosion im vorderen Frachtraum die schwer beschädigte Maschine wieder am Abflughafen Frankfurt am Main zu landen. Sie befand sich auf einem Flug nach Wien. Es stellte sich heraus, dass ein von den Sicherheitskräften der israelischen Fluglinie [[EL AL]] abgelehntes Paket von AUA über Wien nach Tel Aviv hätte transportiert werden sollen.
    
== Wie ging es mit der Entwicklung von Düsenjets weiter? ==
 
== Wie ging es mit der Entwicklung von Düsenjets weiter? ==
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In den [[1950er]]-Jahren galt das französisches Luftfahrtunternehmen ''Sud Aviation'' mit Sitz in Toulouse als größter europäischer Hersteller von Flugkörpern. Der bekannteste produzierte Flugzeugtyp war die ''Sud Aviation Caravelle''. Selbst bereits durch Fusion zweier Unternehmen entstanden wurde es in den [[1970er]]-Jahren Teil der ''Airbus''-Gruppe und produziert heute für Airbus.
 
In den [[1950er]]-Jahren galt das französisches Luftfahrtunternehmen ''Sud Aviation'' mit Sitz in Toulouse als größter europäischer Hersteller von Flugkörpern. Der bekannteste produzierte Flugzeugtyp war die ''Sud Aviation Caravelle''. Selbst bereits durch Fusion zweier Unternehmen entstanden wurde es in den [[1970er]]-Jahren Teil der ''Airbus''-Gruppe und produziert heute für Airbus.
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== „Österreichischer“ Caravelle-Steckbrief ==  
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== "Österreichischer“ Caravelle-Steckbrief ==  
 
: Typenbezeichnung: Caravelle SE 210-VI R
 
: Typenbezeichnung: Caravelle SE 210-VI R
 
: Flügelspannweite: 34,3 Meter
 
: Flügelspannweite: 34,3 Meter
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=== Triebwerke ===  
 
=== Triebwerke ===  
: Zwei Strahltriebwerke Rolls Royce „Avon“ Mark 533 R
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: Zwei Strahltriebwerke Rolls Royce "Avon“ Mark 533 R
 
:: bereits mit Schubumkehr ausgerüstet
 
:: bereits mit Schubumkehr ausgerüstet
 
: Schalldämpfer
 
: Schalldämpfer