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| | {{Salzburgbezug}}[[Datei:!cid image001 jpg@01CF8439.jpg|thumb|350px|St. Zeno, Ansicht von Westen, Zeichnung von [[Philipp Apian]], [[16. Jahrhundert]], von links Stiftskirche, Stiftsgebäude, Pfarrkirche St. Maria;]] | | {{Salzburgbezug}}[[Datei:!cid image001 jpg@01CF8439.jpg|thumb|350px|St. Zeno, Ansicht von Westen, Zeichnung von [[Philipp Apian]], [[16. Jahrhundert]], von links Stiftskirche, Stiftsgebäude, Pfarrkirche St. Maria;]] |
| − | [[Datei:!cid image001 png@01CF843C.png|thumb|St. Zeno von Osten nach dem barocken Umbau. Kupferstich aus dem „Churbayrischen Atlas von Anton Ertl, 1690. ]] | + | [[Datei:!cid image001 png@01CF843C.png|thumb|St. Zeno von Osten nach dem barocken Umbau. Kupferstich aus dem "Churbayrischen Atlas von Anton Ertl, 1690. ]] |
| | [[Datei:St. Zeno im 17. Jahrhundert.png|thumb|St. Zeno im 17. Jahrhundert]] | | [[Datei:St. Zeno im 17. Jahrhundert.png|thumb|St. Zeno im 17. Jahrhundert]] |
| | [[Datei:St. Zeno - um 1860.jpg|thumb|St. Zeno - um 1860]] | | [[Datei:St. Zeno - um 1860.jpg|thumb|St. Zeno - um 1860]] |
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| | Bei dieser Zeno-Kirche hatte Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] auf eigenem Grund [[1136]] das [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno]] gegründet, welches der Verbesserung der Seelsorge im [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] dienen sollte. Der Erzbischof konnte damit aber auch seinen Einfluss in der wirtschaftlich bedeutenden Salinenstadt weiter ausbauen und sich einen machtpolitischen Brückenkopf schaffen. Zum ersten Propst wurde der Priester Lanzo († 1146) bestimmt, welcher zuvor schon längere Zeit Pfarrer von Reichenhall war. Er stammte sicher aus dem näheren Umfeld des Erzbischofs - etwa dem [[Domkapitel]] – da er dessen persönliches Vertrauen genoss. Die Zenokirche war bis zum Entstehen des Stifts die Pfarrkirche von Reichenhall, wie aus der Gründungsurkunde von [[1136]] hervorgeht. Falls die Zenokirche nicht schon längere Zeit Pfarrkirche war, könnte sie zu Beginn der mehrjährigen Gründungs- und Aufbauphase des Chorherrenstifts um 1121 die Kirche Johannes des Täufers (innerhalb der Stadtmauern) als Pfarrkirche abgelöst haben. | | Bei dieser Zeno-Kirche hatte Erzbischof [[Konrad I. von Abenberg]] auf eigenem Grund [[1136]] das [[Augustiner-Chorherrenstift St. Zeno]] gegründet, welches der Verbesserung der Seelsorge im [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] dienen sollte. Der Erzbischof konnte damit aber auch seinen Einfluss in der wirtschaftlich bedeutenden Salinenstadt weiter ausbauen und sich einen machtpolitischen Brückenkopf schaffen. Zum ersten Propst wurde der Priester Lanzo († 1146) bestimmt, welcher zuvor schon längere Zeit Pfarrer von Reichenhall war. Er stammte sicher aus dem näheren Umfeld des Erzbischofs - etwa dem [[Domkapitel]] – da er dessen persönliches Vertrauen genoss. Die Zenokirche war bis zum Entstehen des Stifts die Pfarrkirche von Reichenhall, wie aus der Gründungsurkunde von [[1136]] hervorgeht. Falls die Zenokirche nicht schon längere Zeit Pfarrkirche war, könnte sie zu Beginn der mehrjährigen Gründungs- und Aufbauphase des Chorherrenstifts um 1121 die Kirche Johannes des Täufers (innerhalb der Stadtmauern) als Pfarrkirche abgelöst haben. |
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| − | Diese Zeno-Kirche wurde abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Stiftskirche mit gewaltigen Ausmaßen errichtet, welche grundsätzlich allein den Chorherren vorbehalten war. Für die Bevölkerung musste daher eine eigene Pfarrkirche, „Leutkirche“ genannt, erbaut werden. Unter Lanzos Nachfolger Propst Heinrich I. (1146–1156) errichtete man diese westlich der Stiftsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Erzbischof [[Eberhard I. von Biburg]] weihte sie im Jahre [[1158]] zu Ehren des hl. Zeno. Damit war die Pfarrkirche für die das ganze [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] umfassende Pfarrei. Heute ist davon noch der Chor gegenüber dem Pfarrhof zu sehen. | + | Diese Zeno-Kirche wurde abgebrochen und an ihrer Stelle eine neue Stiftskirche mit gewaltigen Ausmaßen errichtet, welche grundsätzlich allein den Chorherren vorbehalten war. Für die Bevölkerung musste daher eine eigene Pfarrkirche, "Leutkirche“ genannt, erbaut werden. Unter Lanzos Nachfolger Propst Heinrich I. (1146–1156) errichtete man diese westlich der Stiftsgebäude auf der gegenüberliegenden Seite der Straße. Erzbischof [[Eberhard I. von Biburg]] weihte sie im Jahre [[1158]] zu Ehren des hl. Zeno. Damit war die Pfarrkirche für die das ganze [[Reichenhaller Becken|Reichenhaller Tal]] umfassende Pfarrei. Heute ist davon noch der Chor gegenüber dem Pfarrhof zu sehen. |
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| | ===Zentrum der Seelsorge=== | | ===Zentrum der Seelsorge=== |
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| | ===Spätgotik=== | | ===Spätgotik=== |
| − | Kirche und Stift wurden [[1512]] durch Brand teilweise zerstört und daraufhin im spätgotischen Stil instand gesetzt und verändert. Baumeister war der salzburgische „Hofmaurer“ [[Peter Intzinger]]. Der Turm erhielt eine hochgezogene Kuppel mit vier Ecktürmchen. Man errichtete die Portal-Vorhalle und in das Kirchenschiff wurde ein gotisches Gewölbe eingezogen. Die Krypta wurde zugeschüttet und 15 neue Altäre aufgestellt. Aus dieser Zeit (um 1520) stammen Taufstein, Kanzel und Chorgestühl. | + | Kirche und Stift wurden [[1512]] durch Brand teilweise zerstört und daraufhin im spätgotischen Stil instand gesetzt und verändert. Baumeister war der salzburgische "Hofmaurer“ [[Peter Intzinger]]. Der Turm erhielt eine hochgezogene Kuppel mit vier Ecktürmchen. Man errichtete die Portal-Vorhalle und in das Kirchenschiff wurde ein gotisches Gewölbe eingezogen. Die Krypta wurde zugeschüttet und 15 neue Altäre aufgestellt. Aus dieser Zeit (um 1520) stammen Taufstein, Kanzel und Chorgestühl. |
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| | ===Barock=== | | ===Barock=== |
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| | Der Kreuzgang von St. Zeno stammt aus dem Ende des [[12. Jahrhundert]]s. Er wurde im romanischen Stil erbaut und war ursprünglich mit einer flachen Holzdecke versehen. Aus romanischer Zeit erhalten sind die Doppelfenster und Säulen sowie Portale (Wechsel von [[Untersberger Marmor]], weiß und [[Adneter Marmor]], rot). In der zweiten Hälfte des [[14. Jahrhundert]]s erfolgte der Einbau des gotischen Gewölbes mit Gewölberippen. | | Der Kreuzgang von St. Zeno stammt aus dem Ende des [[12. Jahrhundert]]s. Er wurde im romanischen Stil erbaut und war ursprünglich mit einer flachen Holzdecke versehen. Aus romanischer Zeit erhalten sind die Doppelfenster und Säulen sowie Portale (Wechsel von [[Untersberger Marmor]], weiß und [[Adneter Marmor]], rot). In der zweiten Hälfte des [[14. Jahrhundert]]s erfolgte der Einbau des gotischen Gewölbes mit Gewölberippen. |
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| − | Im Kreuzgang befindet sich das bekannte romanische Relief für [[Friedrich I. Barbarossa]] („Fridericus IMP“ = Imperator) Der Kaiser gilt als Schutzherr und Wohltäter des Klosters. Seitlich davon ein Relief mit der Fabel vom Wolf und dem Kranich des altgriechischen Dichters Äsop. | + | Im Kreuzgang befindet sich das bekannte romanische Relief für [[Friedrich I. Barbarossa]] ("Fridericus IMP“ = Imperator) Der Kaiser gilt als Schutzherr und Wohltäter des Klosters. Seitlich davon ein Relief mit der Fabel vom Wolf und dem Kranich des altgriechischen Dichters Äsop. |
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| | Die Grabplatten im Kreuzgang stammen aus der Zeit zwischen [[1348]] und [[1609]]. Es sind Denkmäler angesehener Adeliger, Geistlicher, und Bürger, vor allem der Salzmeier (Verwalter der Reichenhaller Saline). | | Die Grabplatten im Kreuzgang stammen aus der Zeit zwischen [[1348]] und [[1609]]. Es sind Denkmäler angesehener Adeliger, Geistlicher, und Bürger, vor allem der Salzmeier (Verwalter der Reichenhaller Saline). |