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==Allgemeines==
 
==Allgemeines==
Das weltweit wohl einmalige am Preberschießen ist die Tatsache, dass hier nicht direkt auf Scheiben geschossen wird, sondern das 120 Meter vom Schützen entfernte Ziel über sein Spiegelbild im Wasser des Prebersees anvisiert wird. Das Preberseewasser reflektiert wegen seines hohen physikalischen Gewichtes das Geschoss, das eine etwa 3cm tiefe Mulde in das Wasser drückt und als „Querschläger“ oder „Geller“ die Holzzielscheibe trifft.
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Das weltweit wohl einmalige am Preberschießen ist die Tatsache, dass hier nicht direkt auf Scheiben geschossen wird, sondern das 120 Meter vom Schützen entfernte Ziel über sein Spiegelbild im Wasser des Prebersees anvisiert wird. Das Preberseewasser reflektiert wegen seines hohen physikalischen Gewichtes das Geschoss, das eine etwa 3cm tiefe Mulde in das Wasser drückt und als "Querschläger“ oder "Geller“ die Holzzielscheibe trifft.
    
[[2001]] wurde das Preberschießen auf einer österreichischen Briefmarke verewigt: die von der Wiener Künstlerin Maria Schulz gestaltete Marke erschien in der Reihe ''Volksbrauchtum und volkskundliche Kostbarkeiten''.
 
[[2001]] wurde das Preberschießen auf einer österreichischen Briefmarke verewigt: die von der Wiener Künstlerin Maria Schulz gestaltete Marke erschien in der Reihe ''Volksbrauchtum und volkskundliche Kostbarkeiten''.
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== Die Presse ==
 
== Die Presse ==
Zum offiziellen Preberseeschießen ist, im Gegensatz zu den vereinsinternen Treffen, die zu besonderen Gelegenheiten wie Hochzeit oder runde Geburtstage für die Mitglieder veranstaltet werden, jeder Schütze willkommen. „Der Grundsatz der Schützengesellschaft ist, jedem Interessierten die Möglichkeit zu geben, das Preberseeschießen mitzuerleben, aber es trotzdem nicht für den Tourismus zu missbrauchen.“ [[1934]] im Rahmen des 100. Jubiläumsschießens wurde das Ereignis durch die Licht und Tonbild AG Selenophon in Wien für die Wochenschau zum ersten Mal gefilmt. Nach den wenigen fotografischen Verewigungen, bot sich mit dem Filmmaterial erstmals die Chance, den Geschoßeinschlag im Wasser genauer zu erforschen. Auch in verschiedenen Quizshows verblüffte das Preberseeschießen so manchen Fernsehzuschauer und Kandidaten.
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Zum offiziellen Preberseeschießen ist, im Gegensatz zu den vereinsinternen Treffen, die zu besonderen Gelegenheiten wie Hochzeit oder runde Geburtstage für die Mitglieder veranstaltet werden, jeder Schütze willkommen. "Der Grundsatz der Schützengesellschaft ist, jedem Interessierten die Möglichkeit zu geben, das Preberseeschießen mitzuerleben, aber es trotzdem nicht für den Tourismus zu missbrauchen.“ [[1934]] im Rahmen des 100. Jubiläumsschießens wurde das Ereignis durch die Licht und Tonbild AG Selenophon in Wien für die Wochenschau zum ersten Mal gefilmt. Nach den wenigen fotografischen Verewigungen, bot sich mit dem Filmmaterial erstmals die Chance, den Geschoßeinschlag im Wasser genauer zu erforschen. Auch in verschiedenen Quizshows verblüffte das Preberseeschießen so manchen Fernsehzuschauer und Kandidaten.
    
== Der Geller oder Querschläger ==
 
== Der Geller oder Querschläger ==
Das Wasser des Prebersees reflektiert das Geschoss, das eine etwa drei Zentimeter tiefe Mulde ins Wasser drückt und mit etwas Glück und Geschick prallt der „Geller“ oder „Querschläger“ an die am Seeufer aufgestellte Scheibe. Bereits [[1903]] wurde in einer Dissertationsarbeit von Karl Ramsauer über den Rikoschettschuss und über die vielen physikalischen Zusammenspiele geforscht und nachgedacht. Eine wichtige Rolle spielt vermutlich das hohe physikalische Gewicht des Moorsees. Früher wurde mit Feuerstutzen und Rundkugeln geschossen. Heute werden beim traditionellen Preberseeschießen KK-Standard- und Sportgewehre, jedoch ohne Lochschaft und Armstütze benutzt. Der Feuerstutzen darf aus Sicherheitsgründen nur mehr für das direkte Zielen auf die Standscheibe genutzt werden. Für das Schießen auf die Wasserscheibe werden heute KK-Bleigeschosse verwendet.
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Das Wasser des Prebersees reflektiert das Geschoss, das eine etwa drei Zentimeter tiefe Mulde ins Wasser drückt und mit etwas Glück und Geschick prallt der "Geller“ oder "Querschläger“ an die am Seeufer aufgestellte Scheibe. Bereits [[1903]] wurde in einer Dissertationsarbeit von Karl Ramsauer über den Rikoschettschuss und über die vielen physikalischen Zusammenspiele geforscht und nachgedacht. Eine wichtige Rolle spielt vermutlich das hohe physikalische Gewicht des Moorsees. Früher wurde mit Feuerstutzen und Rundkugeln geschossen. Heute werden beim traditionellen Preberseeschießen KK-Standard- und Sportgewehre, jedoch ohne Lochschaft und Armstütze benutzt. Der Feuerstutzen darf aus Sicherheitsgründen nur mehr für das direkte Zielen auf die Standscheibe genutzt werden. Für das Schießen auf die Wasserscheibe werden heute KK-Bleigeschosse verwendet.
    
== Die Scheibe oder das erste dokumentierte Preberseeschießen ==
 
== Die Scheibe oder das erste dokumentierte Preberseeschießen ==
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== Treffer ==
 
== Treffer ==
Bei ruhigem Wetter stehen die Chancen für viele exakte Treffer gut. Es werden nur die „Blättchen“ (Treffer) gewertet und so haben auch Ungeübte oft das Glück unter den Preisträgern zu sein. Im Gegensatz zu heute ist das Werten der Treffer früher richtig spannend und unterhaltsam gewesen. Denn war der Schuss erst einmal abgefeuert, dann wurde ein so genannter „Zieler“ verständigt, der dann meist kostümiert aus seiner Deckung sprang und den Einschlag auf der Scheibe suchte. War kein Treffer zu finden, dann zeigte der Zieler begleitet von lustigen Gebärden mit einem Zielerlöffel, auch Zielerrute genannt, den Fehlschuss an. Wurde aber getroffen, dann wurde mit der Zielerrute die Entfernung zum Zentrum vermessen. Je nach dem wie oft der Zielerlöffel dazwischen passte, machte der Zieler dann die gleiche Zahl Purzelbäume oder Luftsprünge. Lag der Schuss genau im Zentrum, ritt der Zieler auf einem Steckenpferd um die Scheibe herum, was oftmals mit einem Sprung in den See endete.  
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Bei ruhigem Wetter stehen die Chancen für viele exakte Treffer gut. Es werden nur die "Blättchen“ (Treffer) gewertet und so haben auch Ungeübte oft das Glück unter den Preisträgern zu sein. Im Gegensatz zu heute ist das Werten der Treffer früher richtig spannend und unterhaltsam gewesen. Denn war der Schuss erst einmal abgefeuert, dann wurde ein so genannter "Zieler“ verständigt, der dann meist kostümiert aus seiner Deckung sprang und den Einschlag auf der Scheibe suchte. War kein Treffer zu finden, dann zeigte der Zieler begleitet von lustigen Gebärden mit einem Zielerlöffel, auch Zielerrute genannt, den Fehlschuss an. Wurde aber getroffen, dann wurde mit der Zielerrute die Entfernung zum Zentrum vermessen. Je nach dem wie oft der Zielerlöffel dazwischen passte, machte der Zieler dann die gleiche Zahl Purzelbäume oder Luftsprünge. Lag der Schuss genau im Zentrum, ritt der Zieler auf einem Steckenpferd um die Scheibe herum, was oftmals mit einem Sprung in den See endete.  
    
== Das Zielen ==
 
== Das Zielen ==
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== Die Briefmarke ==
 
== Die Briefmarke ==
Die Preberseeschützen gehören keinem Dachverband an. Sie stehen finanziell auf eigenen Beinen und sind daher auf Unterstützung angewiesen oder müssen bei Bedarf über ihren eigenen Schatten springen und das Preberseeschießen vermarkten. Eine großzügige Gönnerin des Preberseeschießens war die [[Margit Gräfin Szápáry]], die das Schützen- und Jagdwesen im Lungau sehr unterstützte. 2001 wurde den Preberseeschützen zu Ehren eine Sonderbriefmarke in der Serie „Volksbrauchtum und volkskundliche Kostbarkeiten“ gewidmet.
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Die Preberseeschützen gehören keinem Dachverband an. Sie stehen finanziell auf eigenen Beinen und sind daher auf Unterstützung angewiesen oder müssen bei Bedarf über ihren eigenen Schatten springen und das Preberseeschießen vermarkten. Eine großzügige Gönnerin des Preberseeschießens war die [[Margit Gräfin Szápáry]], die das Schützen- und Jagdwesen im Lungau sehr unterstützte. 2001 wurde den Preberseeschützen zu Ehren eine Sonderbriefmarke in der Serie "Volksbrauchtum und volkskundliche Kostbarkeiten“ gewidmet.
    
==Schützengesellschaft Tamsweg-Prebersee==
 
==Schützengesellschaft Tamsweg-Prebersee==