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| | [[1921]] legte er die Lehramtsprüfung für Bürgerschulen ab und unterrichtete zunächst als Aushilfslehrer in der [[Volksschule Gnigl|Volksschule]] in [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]] und an zahlreichen anderen Schulen. Von [[1923]] bis [[1925]] war er Volksschullehrer in der [[Volksschule Wagrain|Volksschule]] in [[Wagrain]] im [[Pongau]], anschließend an der [[Bürgerschule Salzburg]]. | | [[1921]] legte er die Lehramtsprüfung für Bürgerschulen ab und unterrichtete zunächst als Aushilfslehrer in der [[Volksschule Gnigl|Volksschule]] in [[Gnigl (Gemeinde)|Gnigl]] und an zahlreichen anderen Schulen. Von [[1923]] bis [[1925]] war er Volksschullehrer in der [[Volksschule Wagrain|Volksschule]] in [[Wagrain]] im [[Pongau]], anschließend an der [[Bürgerschule Salzburg]]. |
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| − | [[1925]] erschien sein Schul-Lesebuch „''Wie der Schinagl durch Salzburger Land zog''“ (bis 1938 Pflichtlektüre an allen Volksschulen des Landes Salzburg). Es folgten weitere einer nationalen Ideologie nahestehende Bücher über Volkskultur, Brauch und das Leben der [[Almpersonal|Bergbauer]]n, sowie Laienspiele, Schwänke und Kurzgeschichten. | + | [[1925]] erschien sein Schul-Lesebuch "''Wie der Schinagl durch Salzburger Land zog''“ (bis 1938 Pflichtlektüre an allen Volksschulen des Landes Salzburg). Es folgten weitere einer nationalen Ideologie nahestehende Bücher über Volkskultur, Brauch und das Leben der [[Almpersonal|Bergbauer]]n, sowie Laienspiele, Schwänke und Kurzgeschichten. |
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| − | Am [[16. November]] [[1931]] trat Springenschmid in die [[NSDAP]], Ortsgruppe [[Aigen (Gemeinde)|Aigen]] ein und wurde am [[1. Oktober]] [[1932]] Mitglied im illegalen [[NS]]-Lehrerbund. [[1935]] wurde er deshalb aus dem Schuldienst entlassen. In Sachbüchern, Romanen und heiteren Berg- und Skigeschichten engagierte er sich für seine [[Tirol]]er Heimat und Volkskultur. Dabei war er auch für Luis Trenker tätig (Romane ''Helden der Berge'', ''Leuchtendes Land''). [[1936]] wurde Springenschmid durch Faschisten in Meran, [[Südtirol]], verhaftet. Nach dem [[Anschluss]] war er vom [[13. März]] [[1938]] bis zum [[31. März]] [[1940]] Mitglied der [[Salzburger Landesregierung]] und war als Gauamtsleiter zuständig für Schulen und Kulturpolitik. Als Leiter des NS-Lehrerbundes war Springenschmid der Hauptverantwortliche für die [[Salzburger Bücherverbrennung]] und sprach in seiner Rede von der Notwendigkeit der Vernichtung alles Klerikalen und Jüdischen. Schon zuvor hatte er mehrfach zu einer „''gründliche[n] Säuberung''“ der Bibliotheken aufgerufen, da nach der politischen „''Machtergreifung''“ auch auf „''kulturellem und geistigen Gebiete die Ausrichtung im Sinne der Bewegung des [[Adolf Hitler|Führers]] erfolgen müsse''“. Ab [[1. Jänner]] [[1938]] war Springenschmid [[SS]]-Mitglied (Nr. 295.474) und ab dem [[30. Jänner]] [[1943]] SS-Hauptsturmführer. | + | Am [[16. November]] [[1931]] trat Springenschmid in die [[NSDAP]], Ortsgruppe [[Aigen (Gemeinde)|Aigen]] ein und wurde am [[1. Oktober]] [[1932]] Mitglied im illegalen [[NS]]-Lehrerbund. [[1935]] wurde er deshalb aus dem Schuldienst entlassen. In Sachbüchern, Romanen und heiteren Berg- und Skigeschichten engagierte er sich für seine [[Tirol]]er Heimat und Volkskultur. Dabei war er auch für Luis Trenker tätig (Romane ''Helden der Berge'', ''Leuchtendes Land''). [[1936]] wurde Springenschmid durch Faschisten in Meran, [[Südtirol]], verhaftet. Nach dem [[Anschluss]] war er vom [[13. März]] [[1938]] bis zum [[31. März]] [[1940]] Mitglied der [[Salzburger Landesregierung]] und war als Gauamtsleiter zuständig für Schulen und Kulturpolitik. Als Leiter des NS-Lehrerbundes war Springenschmid der Hauptverantwortliche für die [[Salzburger Bücherverbrennung]] und sprach in seiner Rede von der Notwendigkeit der Vernichtung alles Klerikalen und Jüdischen. Schon zuvor hatte er mehrfach zu einer "''gründliche[n] Säuberung''“ der Bibliotheken aufgerufen, da nach der politischen "''Machtergreifung''“ auch auf "''kulturellem und geistigen Gebiete die Ausrichtung im Sinne der Bewegung des [[Adolf Hitler|Führers]] erfolgen müsse''“. Ab [[1. Jänner]] [[1938]] war Springenschmid [[SS]]-Mitglied (Nr. 295.474) und ab dem [[30. Jänner]] [[1943]] SS-Hauptsturmführer. |
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| − | Sein NS-Stück ''[[Lamprechtshausner Weihespiel]]'' über die bürgerkriegsähnlichen Zustände 1934 im nördlichen [[Flachgau]] wurde 1938 und 1939 auf einer eigens errichteten „Naturbühne“ in der Nähe von [[Lamprechtshausen]] zwei Mal aufgeführt. Ziel war es, die alljährliche Aufführung des ''[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]s'' von [[Hugo von Hofmannsthal]] zu ersetzen. Die Uraufführung fiel mit der Feier zur sogenannten „Heimkehr der Ostmark“ zusammen. | + | Sein NS-Stück ''[[Lamprechtshausner Weihespiel]]'' über die bürgerkriegsähnlichen Zustände 1934 im nördlichen [[Flachgau]] wurde 1938 und 1939 auf einer eigens errichteten "Naturbühne“ in der Nähe von [[Lamprechtshausen]] zwei Mal aufgeführt. Ziel war es, die alljährliche Aufführung des ''[[Jedermann (Salzburg)|Jedermann]]s'' von [[Hugo von Hofmannsthal]] zu ersetzen. Die Uraufführung fiel mit der Feier zur sogenannten "Heimkehr der Ostmark“ zusammen. |
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| | Am [[27. September]] 1938 hielt Springenschmid als [[Landesrat]] im dichtgefüllten [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Kurhaus]] in der Stadt Salzburg im Rahmen einer Elternversammlung eine Rede über die Schulreform in Salzburg.<ref>[[Nationalsozialismus und Krieg]], Seite 117 ([[Salzburger Landeszeitung]] vom 28. September 1938, Seite 5</ref> | | Am [[27. September]] 1938 hielt Springenschmid als [[Landesrat]] im dichtgefüllten [[Kurhaus Salzburg (historisch)|Kurhaus]] in der Stadt Salzburg im Rahmen einer Elternversammlung eine Rede über die Schulreform in Salzburg.<ref>[[Nationalsozialismus und Krieg]], Seite 117 ([[Salzburger Landeszeitung]] vom 28. September 1938, Seite 5</ref> |
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| − | Ab 1939 rückte Springenschmid wieder als Leutnant, später Hauptmann bei den Gebirgsjägern ein. Es folgten Einsätze in [[Norwegen]], [[Finnland]] und am Balkan. Zahlreiche Eingaben von ihm gegen die Südtirolpolitik mit Aussiedlung der deutschsprachigen Tiroler blieben erfolglos. Nach Kriegsende lebte Springenschmid zunächst überwiegend in Südtirol, wo er u. a. erneut für Luis Trenker arbeitete (Roman ''Heimat aus Gottes Hand''). Von der Salzburger Polizei wurde er zunächst als Kriegsverbrecher gesucht und entzog sich seiner Verhaftung durch Flucht, wozu er den Namen ''Karl Bauer'' annahm und sich falsche Papiere verschaffte, mit denen er relativ unbehelligt quf der Kochalö in der [[Steiermark]] lebte. [[1951]] lagen dem zuständigen Gericht jedoch keine Hinweise auf Kriegsverbrechen vor. Nach der Aufhebung des Berufsverbotes durch Bundespräsident Theodor Körner durch Entschließung vom [[17. Juli]] [[1953]] kehrte Springenschmid als freier Schriftsteller nach [[Elsbethen]] zurück und war weiterhin schriftstellerisch tätig. Neben 23 meist völkisch gesinnten Romanen mit häufig historischem Hintergrund stammen aus seiner Feder 16 Sachbücher wie „''Schicksal Südtirol''“, 41 Bände mit Erzählungen und ungezählte Kurzgeschichten, wobei die Berg- und Skigeschichten und volkskundliche Themen seiner Heimat und vom Krieg geprägte menschliche Schicksale im Vordergrund standen. | + | Ab 1939 rückte Springenschmid wieder als Leutnant, später Hauptmann bei den Gebirgsjägern ein. Es folgten Einsätze in [[Norwegen]], [[Finnland]] und am Balkan. Zahlreiche Eingaben von ihm gegen die Südtirolpolitik mit Aussiedlung der deutschsprachigen Tiroler blieben erfolglos. Nach Kriegsende lebte Springenschmid zunächst überwiegend in Südtirol, wo er u. a. erneut für Luis Trenker arbeitete (Roman ''Heimat aus Gottes Hand''). Von der Salzburger Polizei wurde er zunächst als Kriegsverbrecher gesucht und entzog sich seiner Verhaftung durch Flucht, wozu er den Namen ''Karl Bauer'' annahm und sich falsche Papiere verschaffte, mit denen er relativ unbehelligt quf der Kochalö in der [[Steiermark]] lebte. [[1951]] lagen dem zuständigen Gericht jedoch keine Hinweise auf Kriegsverbrechen vor. Nach der Aufhebung des Berufsverbotes durch Bundespräsident Theodor Körner durch Entschließung vom [[17. Juli]] [[1953]] kehrte Springenschmid als freier Schriftsteller nach [[Elsbethen]] zurück und war weiterhin schriftstellerisch tätig. Neben 23 meist völkisch gesinnten Romanen mit häufig historischem Hintergrund stammen aus seiner Feder 16 Sachbücher wie "''Schicksal Südtirol''“, 41 Bände mit Erzählungen und ungezählte Kurzgeschichten, wobei die Berg- und Skigeschichten und volkskundliche Themen seiner Heimat und vom Krieg geprägte menschliche Schicksale im Vordergrund standen. |
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| − | Autobiografische Romane waren über Erlebnisse an der Dolomitenfront (''Costabella'', ''Berg meiner Jugend''), seine Inhaftierung durch die Faschisten (''Meraner Traubenkur'') und Wanderjahre in der [[Nachkriegszeit]] (''Der Waldgänger''). Seine heiteren Geschichten von Erlebnissen in den Bergen motivierten viele junge Menschen zum Bergsteigen und Skifahren. [[1946]] stand das Gesamtwerk Springenschmids auf der österreichischen „Liste der gesperrten Autoren und Bücher“ und mit insgesamt 16 Einzeltiteln auf der Berliner „Liste der auszusondernden Literatur“. | + | Autobiografische Romane waren über Erlebnisse an der Dolomitenfront (''Costabella'', ''Berg meiner Jugend''), seine Inhaftierung durch die Faschisten (''Meraner Traubenkur'') und Wanderjahre in der [[Nachkriegszeit]] (''Der Waldgänger''). Seine heiteren Geschichten von Erlebnissen in den Bergen motivierten viele junge Menschen zum Bergsteigen und Skifahren. [[1946]] stand das Gesamtwerk Springenschmids auf der österreichischen "Liste der gesperrten Autoren und Bücher“ und mit insgesamt 16 Einzeltiteln auf der Berliner "Liste der auszusondernden Literatur“. |
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| | Politisch betätigte sich Springenschmid nach [[1945]] nicht mehr. Der rechtsextremistische ''Verein Dichterstein Offenhausen''<ref>[https://www.doew.at/erkennen/rechtsextremismus/rechtsextreme-organisationen/verein-dichterstein-offenhausen Homepage des DÖW] abgerufen am 15.08.2021</ref> verlieh ihm [[1967]] ihren ''Dichtersteinschild''. | | Politisch betätigte sich Springenschmid nach [[1945]] nicht mehr. Der rechtsextremistische ''Verein Dichterstein Offenhausen''<ref>[https://www.doew.at/erkennen/rechtsextremismus/rechtsextreme-organisationen/verein-dichterstein-offenhausen Homepage des DÖW] abgerufen am 15.08.2021</ref> verlieh ihm [[1967]] ihren ''Dichtersteinschild''. |
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| | == Quellen == | | == Quellen == |
| − | * [[Wolfgang Laserer|Laserer, Wolfgang]]: „Karl Springenschmid. Leben - Werke - Fotos - Dokumente“ (1987) | + | * [[Wolfgang Laserer|Laserer, Wolfgang]]: "Karl Springenschmid. Leben - Werke - Fotos - Dokumente“ (1987) |
| | * Gerichtsakten | | * Gerichtsakten |
| | * Entschließung des Bundespräsidenten vom 17.7.1953 (Zl.11.397) | | * Entschließung des Bundespräsidenten vom 17.7.1953 (Zl.11.397) |
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| | * [[Peter Kramml|Kramml, Peter F.]]; [[Roman Straßl|Straßl, Roman]]: ''Der Salzburger [[Pressefotograf]] [[Franz Krieger]] (1914-1993)'' Salzburg 2008. | | * [[Peter Kramml|Kramml, Peter F.]]; [[Roman Straßl|Straßl, Roman]]: ''Der Salzburger [[Pressefotograf]] [[Franz Krieger]] (1914-1993)'' Salzburg 2008. |
| | * Dokumente in Familienbesitz | | * Dokumente in Familienbesitz |
| − | * [[Rudolf Damolin|Damolin, Karl]]: ''Die Reaktion der im Lande gebliebenen österreichischen Schriftsteller auf den sogenannten „[[Anschluss|Anschluß]]“ im Frühjahr 1938 im Spiegel einiger Tageszeitungen, Kulturzeitschriften und Anthologien.'' Typoskript. Salzburg 1982, S. 23–27. | + | * [[Rudolf Damolin|Damolin, Karl]]: ''Die Reaktion der im Lande gebliebenen österreichischen Schriftsteller auf den sogenannten "[[Anschluss|Anschluß]]“ im Frühjahr 1938 im Spiegel einiger Tageszeitungen, Kulturzeitschriften und Anthologien.'' Typoskript. Salzburg 1982, S. 23–27. |
| | * [[Richard Voithofer|Voithofer, Richard]]: ''Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch. 1918 bis zur Gegenwart.'' Wien – Köln – Weimar (Verlag Böhlau) 2007. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]], [http://books.google.at/books?id=aSi3wcMZ414C&printsec=frontcover Band 32.] S. 218 | | * [[Richard Voithofer|Voithofer, Richard]]: ''Politische Eliten in Salzburg. Ein biografisches Handbuch. 1918 bis zur Gegenwart.'' Wien – Köln – Weimar (Verlag Böhlau) 2007. Schriftenreihe des Forschungsinstitutes für politisch-historische Studien der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]], [http://books.google.at/books?id=aSi3wcMZ414C&printsec=frontcover Band 32.] S. 218 |
| | * [[Walter Thaler|Thaler, Walter]]: ''Karl Springenschmids Bücher sind Schwerter des Ungeistes. Der NS-Schullandesrat wr verantwortlich für die Bücherverbrennung in Salzburg''m in: [[Flachgauer Nachrichten]], 5. August 2021, S. 22f. | | * [[Walter Thaler|Thaler, Walter]]: ''Karl Springenschmids Bücher sind Schwerter des Ungeistes. Der NS-Schullandesrat wr verantwortlich für die Bücherverbrennung in Salzburg''m in: [[Flachgauer Nachrichten]], 5. August 2021, S. 22f. |