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==Organisationsgeschichte==
 
==Organisationsgeschichte==
 
===Vorgeschichte===
 
===Vorgeschichte===
Seit seinen Anfängen in der Spätzeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie war das „nationale Lager“ in Österreich durch große Zersplitterung gekennzeichnet. Nach dem Zerfall der Monarchie und der Gründung der Republik (Deutsch-)Österreich kam es zu nachdrücklichen Bestrebungen zur Gründung einer einheitlichen Partei, die im Wesentlichen erfolgreich waren.
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Seit seinen Anfängen in der Spätzeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie war das "nationale Lager“ in Österreich durch große Zersplitterung gekennzeichnet. Nach dem Zerfall der Monarchie und der Gründung der Republik (Deutsch-)Österreich kam es zu nachdrücklichen Bestrebungen zur Gründung einer einheitlichen Partei, die im Wesentlichen erfolgreich waren.
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Insgesamt blieb das nationale Lager aber nach „Standesinteressen“ in drei Parteigruppierungen gespalten:
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Insgesamt blieb das nationale Lager aber nach "Standesinteressen“ in drei Parteigruppierungen gespalten:
 
* die (bürgerlichen) Großdeutschen,
 
* die (bürgerlichen) Großdeutschen,
 
* den (bäuerlichen) Landbund<ref>In Salzburg schloss sich der deutschnationale ''Salzburger Freiheitliche Bauernbund'' zwar den Großdeutschen an, doch war der konkurrierende Landbund auch in Salzburg präsent.</ref> und
 
* den (bäuerlichen) Landbund<ref>In Salzburg schloss sich der deutschnationale ''Salzburger Freiheitliche Bauernbund'' zwar den Großdeutschen an, doch war der konkurrierende Landbund auch in Salzburg präsent.</ref> und
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* Deutschfreiheitliche Vereinigung (führende Politiker: [[Viktor Wimmer|Dr. Viktor Wimmer]], [[Karl Lackner]], [[Heinrich Clessin]]) und
 
* Deutschfreiheitliche Vereinigung (führende Politiker: [[Viktor Wimmer|Dr. Viktor Wimmer]], [[Karl Lackner]], [[Heinrich Clessin]]) und
 
* Salzburger Wirtschaftsklub (führende Politiker: [[Franz Engl]], [[Josef Reitlechner|Dr. Josef Reitlechner]])
 
* Salzburger Wirtschaftsklub (führende Politiker: [[Franz Engl]], [[Josef Reitlechner|Dr. Josef Reitlechner]])
zur „Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg“ zusammen.
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zur "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg“ zusammen.
    
Obmann war zunächst Ing. Karl Irresberger, ab 15. Mai 1920 Franz Engl.
 
Obmann war zunächst Ing. Karl Irresberger, ab 15. Mai 1920 Franz Engl.
    
Am 29. Juni 1920 schlossen sich die deutschfreiheitlichen Gruppierungen des Landes Salzburg –
 
Am 29. Juni 1920 schlossen sich die deutschfreiheitlichen Gruppierungen des Landes Salzburg –
* die „Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg“ sowie
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* die "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg“ sowie
* die auf dem Land bestehenden Volksvereine („Deutscher Volksverein für den Pinzgau“, „Deutschfreiheitlicher Volksverein Saalfelden“, „Deutschfreiheitlicher Volksverein für den Pongau“, „Deutscher Volksverein für den Tennengau“)
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* die auf dem Land bestehenden Volksvereine ("Deutscher Volksverein für den Pinzgau“, "Deutschfreiheitlicher Volksverein Saalfelden“, "Deutschfreiheitlicher Volksverein für den Pongau“, "Deutscher Volksverein für den Tennengau“)
– zur „Deutschfreiheitlichen Partei für das Land Salzburg“ zusammen. Die Leitung der Partei sollte aus je zwei Vertretern eines jeden Gaues sowie vier Vertretern der Stadt Salzburg bestehen; Obmann der Landespartei sollte der jeweilige Obmann der „Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg“ sein<ref>Die „Deutschfreiheitliche Partei in der Stadt Salzburg“ bestand also zunächst weiter; ihr Rechtsnachfolger war der bis 1926 existierende Verein „Großdeutsche Volkspartei, Stadtleitung“.</ref>.
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– zur "Deutschfreiheitlichen Partei für das Land Salzburg“ zusammen. Die Leitung der Partei sollte aus je zwei Vertretern eines jeden Gaues sowie vier Vertretern der Stadt Salzburg bestehen; Obmann der Landespartei sollte der jeweilige Obmann der "Deutschfreiheitlichen Partei in der Stadt Salzburg“ sein<ref>Die "Deutschfreiheitliche Partei in der Stadt Salzburg“ bestand also zunächst weiter; ihr Rechtsnachfolger war der bis 1926 existierende Verein "Großdeutsche Volkspartei, Stadtleitung“.</ref>.
    
Am 12. November 1920 fand ein erster Landesparteitag statt. [[Karl Krieger|Ing. Karl Krieger]] wurde zum Obmann gewählt.
 
Am 12. November 1920 fand ein erster Landesparteitag statt. [[Karl Krieger|Ing. Karl Krieger]] wurde zum Obmann gewählt.
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Die rechtswirksame Parteigründung in Vereinsform erfolgte aber erst im Februar 1921, nachdem am 8. August 1920 im Wiener Parlamentsgebäude die (gesamtösterreichische) Großdeutsche Volkspartei gegründet worden war; die Salzburger Landespartei gab sich den Namen „Landesverein Salzburg der Großdeutschen Volkspartei“.
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Die rechtswirksame Parteigründung in Vereinsform erfolgte aber erst im Februar 1921, nachdem am 8. August 1920 im Wiener Parlamentsgebäude die (gesamtösterreichische) Großdeutsche Volkspartei gegründet worden war; die Salzburger Landespartei gab sich den Namen "Landesverein Salzburg der Großdeutschen Volkspartei“.
    
Landesparteiobmann war<br/>
 
Landesparteiobmann war<br/>
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Bei den Landtagswahlen 1922 erzielten die allein antretenden Großdeutschen 9,2&nbsp;%, bei den Nationalratswahlen 1923 10&nbsp;% der Stimmen.
 
Bei den Landtagswahlen 1922 erzielten die allein antretenden Großdeutschen 9,2&nbsp;%, bei den Nationalratswahlen 1923 10&nbsp;% der Stimmen.
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Die Landtagswahlen 1927 waren für den „Verband der Großdeutschen und [[DNSAP|Nationalsozialisten]]“ mit 11,5&nbsp;% der Stimmen zufriedenstellend, gleichfalls die Nationalratswahlen 1930 (nunmehrige Listenbezeichnung: „Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund“)  mit 12,7&nbsp;% der Stimmen.
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Die Landtagswahlen 1927 waren für den "Verband der Großdeutschen und [[DNSAP|Nationalsozialisten]]“ mit 11,5&nbsp;% der Stimmen zufriedenstellend, gleichfalls die Nationalratswahlen 1930 (nunmehrige Listenbezeichnung: "Nationaler Wirtschaftsblock und Landbund“)  mit 12,7&nbsp;% der Stimmen.
    
Bei den Landtagswahlen [[1932]] erlitt die Großdeutsche Volkspartei eine vernichtende Niederlage, indem sie (getrennt vom Landbund antretend) nur 1,5&nbsp;% der Stimmen erzielte und nicht mehr in den Landtag einzog. Großer Gewinner war die [[NSDAP|NSDAP (Hitler-Bewegung)]], die auf 20,74&nbsp;% der Stimmen kam.
 
Bei den Landtagswahlen [[1932]] erlitt die Großdeutsche Volkspartei eine vernichtende Niederlage, indem sie (getrennt vom Landbund antretend) nur 1,5&nbsp;% der Stimmen erzielte und nicht mehr in den Landtag einzog. Großer Gewinner war die [[NSDAP|NSDAP (Hitler-Bewegung)]], die auf 20,74&nbsp;% der Stimmen kam.
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==Untergang==
 
==Untergang==
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Die Wahlniederlage war für die Salzburger Landespartei demoralisierend. Ganze Ortsgruppen traten zur NSDAP über. Die Landespartei wollte sich auflösen; dem kam aber das am 15. Mai 1933 auf Bundesebene zwischen der NSDAP, der Großdeutschen Volkspartei und dem Steirischen Heimatschutz abgeschlossene, gegen die autoritäre Dollfuß-Regierung gerichtete „Kampfbündnis“ zuvor, in dem die Nationalsozialisten den Kurs vorgaben und die Großdeutschen vor allem die von ihnen noch gehaltenen Mandate einbrachten. Dass die Regierung fünf Wochen später die NSDAP mit einem Betätigungsverbot belegte, verschaffte der Großdeutschen Volkspartei noch kurz die Hoffnung auf weitere Existenzberechtigung. Diese Hoffnung wurde durch die weitere politische Entwicklung, die 1934 zur Ständestaatsdiktatur führte, zunichte gemacht.
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Die Wahlniederlage war für die Salzburger Landespartei demoralisierend. Ganze Ortsgruppen traten zur NSDAP über. Die Landespartei wollte sich auflösen; dem kam aber das am 15. Mai 1933 auf Bundesebene zwischen der NSDAP, der Großdeutschen Volkspartei und dem Steirischen Heimatschutz abgeschlossene, gegen die autoritäre Dollfuß-Regierung gerichtete "Kampfbündnis“ zuvor, in dem die Nationalsozialisten den Kurs vorgaben und die Großdeutschen vor allem die von ihnen noch gehaltenen Mandate einbrachten. Dass die Regierung fünf Wochen später die NSDAP mit einem Betätigungsverbot belegte, verschaffte der Großdeutschen Volkspartei noch kurz die Hoffnung auf weitere Existenzberechtigung. Diese Hoffnung wurde durch die weitere politische Entwicklung, die 1934 zur Ständestaatsdiktatur führte, zunichte gemacht.
    
Die behördliche Auflösung der Salzburger Landespartei erfolgte aber erst 1936.
 
Die behördliche Auflösung der Salzburger Landespartei erfolgte aber erst 1936.